Ein Kinderarzt hier?Frage zu Homöopathie:Ja<>

Hallo,
ich bin der Meinung, dass ich meinem Kind keine homöopathischen Mittel geben werde. Mein Grund ist der, dass ich an meinem und mit meinem Kind nicht experimentieren will.
Ist es krank, gehört es zu einem (Fach-)Arzt, ist es gesund, braucht es akut keinen Arzt. Ansonsten kommen die Check-Ups und Liebe.

Ich werde „böse“, wenn ich höre, man kann es doch erstmal mit Kügelchen probieren und wenn es dann nicht hilft, immer noch zum Arzt gehen, weil ich dieses Verhalten für ein Hinauszögern der Behandlung/ Angst vor einem Arzt/ Angst vor der Medizin halte.

Homöopathie gehört für mich in den Bereich der Scharlatanerie. Die berühmte Chinarinde des Herrn Hahnemann - als Initialpunkt der Ideengeschichte - war die Wirksamkeit des darin enthaltenen Chinin.

der Artikel Homöopathie in Wikipedia behauptet, es gäbe keine Studien, die die Wirksamkeit der Homöopathie belegen würden. Im Gegenteil birgt dieses Verhalten die Gefahr der Krankheitsverschleppung, der Verschlimmerung. Zudem lägen die Heilungen im Rahmen von Placebo-Effekten.

Nun habe ich folgendes Problem:
Meine Freundin (Ihres Zeichens Apothekerin) will sich selbst als auch unser Kind zunächst homöopathisch selbst behandeln, z.B. bei Zahnungsbeschwerden oder einem „Quersitzenden Pups“, bevor chemische Medikamente mit mögl. Nebenwirkungen gegeben werden.
Ich bin strikt dagegen. Argument wie oben. Bei Beschwerden, die wir nicht als harmlos einordnen können, geht es zum Arzt. Wenn wir auf Placebo setzen wollen, dann gerne Wange streicheln, ablenken, etwas Zucker geben u.ä. aber nichts homöopathisches. Ich will nichts symptomauslösendes geben, egal wie verdünnt, sondern zum Arzt gehen oder eben nicht.

Da ist verständlicherweise der Streitpunkt.

Daher meine Frage: Gibt es überhaupt eine beweiskräftige Studie, die stichhaltige Erfolge von homöopathischer Behandlung aufzeigen kann?
Immer wieder wurde mir von Anhänger der Homöopathie erzählt, es gäbe schließlich Erfolge bei Tierbehandlungen vorzuweisen und das könne eben nicht auf Sympathie oder Placebo zurückzuführen sein.

Kann mir jemand meine Sichtweise bestätigen
oder den Schwachpunkt/ Nachteil für das Kind an meiner Sichtweise offenlegen?
Kennt jemand eine solche Studie, die die „Anhänger“ auch nur aus dem Hörensagen kennen?
Laut Wikipedia gibt es etliche ungünstige Studien zur Wirksamkeit der Homöopathie.

Vielen Dank für Antworten! Ich weiß, mein Anliegen mag schwierig sein.

Ingo

Fast alles im grünen Bereich
Hallo Ingo,
ich bin kein (Kinder-)Arzt, dennoch ungefragt meine Ansicht dazu.
Es ist durchaus in Ordnung, daß du die Anwendung der Homöopathie an deinem Kind ablehnst, wenn du unsicher bezüglich Wirkung und Nebenwirkung bist und dir das Vertrauen in diese Behandlungen und Mittel fehlt. Allerdings wirst du gleichzeitig Sicherheiten / Unsicherheiten / Wirkungen / Nebenwirkungen der herkömmlichen Medizin und Medikamente hinnehmen müssen. Auch hier gibt es unterschiedliche Erfahrungen und Ergebnisse, die immer vom jeweiligen Patienten in seiner gesamten Konstellation abhängig sind. Du experimentierst dahingehend bei beiden Varianten mit deinem Kind. Du vertraust deinem Arzt, andere ihrem Homöopathen hinsichtlich der richtigen Behandlungsweise.
Es ist (d)eine Glaubensfrage. Selbst wenn die eine oder andere Studie zu dem Nachweis homöopathischer Erfolge kommt, wirst du lange Zeit benötigen, bevor du einigermaßen vom Gesamtkonzept überzeugt bist. Der „Placebo-Effekt“ wird sich bei deinem Kind daher in Grenzen halten, weil anstelle 100% Vertrauen vielleicht 20% Unsicherheit und 20% Skepsis mitschwingen. Man kann auch nicht von vornherein sagen, ob aus deiner Ansicht ein Nachteil oder Vorteil für das Kind besteht. Dies wird im Einzelfall unterschiedlich sein, du bewegst dich zumindest auf der deiner Ansicht nach sicheren Seite.
Jetzt zu meinem „Fast alles im grünen Bereich“: Hast du selbst (negative) Erfahrungen mit Homöpathie gemacht? Weshalb kein Vertrauen zu deiner Freundin, die als Apothekerin sicherlich gute Voraussetzungen für ihre wohlgemeinten Ratschläge hat?
Ich würde mal an den Grundfesten meiner Überzeugung ein wenig rütteln lassen.

Gruß
Der Franke

Hi Ingo,

Kinderärztin bin ich nicht…

Nun habe ich folgendes Problem:
Meine Freundin (Ihres Zeichens Apothekerin) will sich selbst
als auch unser Kind zunächst homöopathisch selbst behandeln,
z.B. bei Zahnungsbeschwerden

Bei Zahnungsbeschwerden hilft super ein gekühlter Beissring,gibbets überall zu kaufen…

oder einem „Quersitzenden Pups“,

Da helfen kreisende Bewegungen im Uhrzeigersinn,auf Babybauch ,bissel Babyöl an die Hände los gehts,auch Kümmel und Fencheltee helfen lindernd.;o)

Bei anhaltend Beschwerden Kinderarzt aufsuchen.

bevor chemische Medikamente mit mögl. Nebenwirkungen gegeben
werden.

Aber doch nicht für Entwicklungsbedingte Wehwehchen…

Ich bin strikt dagegen. Argument wie oben. Bei Beschwerden,
die wir nicht als harmlos einordnen können, geht es zum Arzt.

Jupp,sehe ich auch so…

Wenn wir auf Placebo setzen wollen, dann gerne Wange
streicheln, ablenken, etwas Zucker geben u.ä.

Nix Zucker…verursacht Karies und gewöhnt die Kleinen zu schnell an den süßen Geschmack…ich habe immer auf Zuckerfreie Getränke und Ernährung geachtet…so mit 3 - 4 Jahren gabs dann mal was Süßes.

aber nichts
homöopathisches. Ich will nichts symptomauslösendes geben,
egal wie verdünnt, sondern zum Arzt gehen oder eben nicht.

Kann ich verstehen und wenn Arzt homopatische Medizin gegen Halsschmerzen verschreibt,iss es doch was anderes,als selbst rum zu doktern.

Daher meine Frage: Gibt es überhaupt eine beweiskräftige
Studie,

Weiss ich leider nicht…meine Tochter hatte mal Halzschmerzen und Doc verschrieb Pulverchen,was erst anschlug und Linderung brachte ein halbes Jahr später riet Arzt dazu die Mandel zu entfernen…

Welche Auswirkungen hätte das gehabt ,wenn wir eigenmächtig gedoktert hätten?

Wozu gibt es Ärzte?

Nee,nee selbst rumdoktern iss nix für mich.

LG Biene

Hallo Ingo,

An deiner langen Vorrede kann man ermessen wie sehr du dich mit deiner Meinung festbeißt.

Meine Freundin (Ihres Zeichens Apothekerin) will sich selbst
als auch unser Kind zunächst homöopathisch selbst behandeln,
z.B. bei Zahnungsbeschwerden oder einem „Quersitzenden Pups“,
bevor chemische Medikamente mit mögl. Nebenwirkungen gegeben
werden.
Ich bin strikt dagegen.

Du findest es gut, daß dein Kind wegen normalen Kindheitsbeschwerden mit Medikamenten behandelt wird. Ich würde, wie deine Freundin, versuchen mein Kind von unnötigen Belastungen zu verschonen.

Wenn wir auf Placebo setzen wollen, dann gerne Wange
streicheln, ablenken, etwas Zucker geben u.ä. aber nichts
homöopathisches. Ich will nichts symptomauslösendes geben,
egal wie verdünnt, sondern zum Arzt gehen oder eben nicht.

Merkst du es? Du widersprichst dir selbst.
Du redest von Placebo und im gleichen Satz davon, daß das Placebo Symptome auslösen kann.
Du bist inkonsequent!
Kann Homöopathie Symptome auslösen, ist es kein Placebo.
Ist es ein Placebo, so kannst du es deinem Kind zuhauf unbeschadet geben.

Immer wieder wurde mir von Anhänger der Homöopathie erzählt,
es gäbe schließlich Erfolge bei Tierbehandlungen…

Das kann ich nur bestätigen. Seit Jahren behandele ich meine Pferdeherde (und andere) erfolgreich mit Homöopathie. Egal, ob Sehnenverletzung, Kolik, …

Kann mir jemand meine Sichtweise bestätigen…

Nein, das kann ich nicht.

Gruß Steffi

Hallo,

ich bin kein Arzt, aber ich kann dir aus eigener Erfahrung berichten.

ich bin der Meinung, dass ich meinem Kind keine
homöopathischen Mittel geben werde. Mein Grund ist der, dass
ich an meinem und mit meinem Kind nicht experimentieren will.

Das ist soweit ok, aber auch die Schulmedizin bringt nicht immer den gewünschten Erfolg.

Mein Sohn, inzwischen 15 Lenze jung, wurde mit Neurodermitis geboren. Der Kinderarzt hat dies anfangs nicht erkannt, erklärte es sei Neugeborenenakne. Bei der Untersuchung im Alter von 2 Monaten erkannte er es endlich und verschrieb eine Kortisonsalbe für den ganzen Körper. Ich habe das Rezept weggeworfen und bin zum Hausarzt gegangen. Dort bekam ich zuerst Fettsalben, Harnstoffsalben etc. immer schön im Wechsel, da die meisten nur kurzzeitig halfen. Ab dem 8. Monat begann dann die homöopathische Behandlung, vom Hausarzt verschrieben. Es hat gedauert, aber es hat geholfen. Mit 2 1/2 Jahren war er symptomfrei und wir konnten langsam die Medikamente absetzen.

Meine Tochter hatte immer wieder Probleme mit Warzen, leider meist auf der Nase. Nachdem wir zwei- oder dreimal die Warzen operativ entfernen ließen und immer wieder welche nachwuchsen, bekam ich von einer Bekannten Globuli. Die hat meine Tochter 3 Monate genommen und seitdem keine Warze mehr bekommen. Die vorhandenen haben sich zurückgebildet.

Ich werde „böse“, wenn ich höre, man kann es doch erstmal mit
Kügelchen probieren und wenn es dann nicht hilft, immer noch
zum Arzt gehen, weil ich dieses Verhalten für ein Hinauszögern
der Behandlung/ Angst vor einem Arzt/ Angst vor der Medizin
halte.

Ich denke mal ich habe keine Angst vor dem Doc. Im Gegenteil, die Medikamente für meinen Sohn bekam ich vom Arzt, und es waren homöopathische. Und bei meiner Tochter hatte ich einfach „die Nase voll“ von OP und vereisen und kein Erfolg. Im nachhinein habe ich mich sogar geärgert, ich hätte meiner Tochter gleich Globuli geben sollen, statt sie mit sinnlosen OP´s zu quälen.

Niemand kann und wird dich zwingen deinem Kind homöopathische Medikamente zu geben. Ich habe die einfach nur zwei von mehreren Erfahrungen aufgeschrieben. Entscheiden musst du alleine.

Alles Gute für dich und dein Kind.

Gruß

Katl

widersprüchliche Argumentation
Hi Ingo!

Ich stehe der Homöopathie selbst skeptisch gegenüber. Mein Leitspruch lautet: Wer heilt, hat recht. Solange damit kein Schaden angerichtet wird oder die richige Behandlung verhindert wird, ist das eine individuelle Einzelentscheidung, die von Fall zu Fall zu treffen ist.

Persönlich fahre ich da einen Mittelweg. Ich gebe und nehme „normale“ Medikamente, die aber sehr bewußt und in Maßen. Mein Kind lasse ich nicht Schmerzen leiden und für mich selber sehe ich auch keinen Anlaß, mich damit rumzuplagen. Pharmazeutischer Hammer drauf und gut ist’s, solange das eher selten vorkommt, finde ich das für uns ok. Während der Schwangerschaft und bei ganz kleinen Kindern habe ich ab und an zu homöopathischen Produkten gegriffen.

Homöopathie gehört für mich in den Bereich der Scharlatanerie.
Die berühmte Chinarinde des Herrn Hahnemann - als Initialpunkt
der Ideengeschichte - war die Wirksamkeit des darin
enthaltenen Chinin.

Du sagst also: Homöopathische Mittel hätten keine Wirkung.

Ich will nichts symptomauslösendes geben,
egal wie verdünnt, sondern zum Arzt gehen oder eben nicht.

Hier sagst Du, sie könnten Symptome auslösen.
Klingt für mich wie ein Widerspruch.

Die Diskussion pro und kontra Homöopathie wurde schon tausendmal geführt (hier und anderswo), sie führte nie zu einem richtigen Ergebnis, ein echter Dauerbrenner also, ähnlich wie die Impfdiskussion.

Nicht jeder kann Medizin studieren und eine Heilpraktikerausbildung machen, um diese Entscheidung wirklich fundiert zu treffen. Information schadet aber nicht. Die Abwägung aber wird bei jedem anders ausfallen.

Grüsse
kernig

sowohl als auch, statt entweder oder
Hallo Ingo!

Warum geht Ihr nicht den Mittelweg?
Ein Hausarzt/Kinderarzt, der auch homöopathisch arbeitet.

Diese Mischung lässt Spielraum nach allen Seiten, und auch wenn Homöopathie nicht so wirkt, wie man es von der Schulmedizin her kennt, *kann* man doch einige Dinge damit positiv beeinflussen.

Als Beispiel: unser Kiefer- und Oralchirurg verabreicht seinen Patienten sofort nach der OP nicht nur Kühlpads und eine Antibiotikum-Infusion, sondern auch Arnika-Tropfen.

Angelika

Hallo liebe Leser, Helfer und Sichtweisen-Mitteiler,

ich habe mich schon mal sehr über Eure Antworten, Meinungen und anderen Sichtweisen gefreut.
Entgegen meiner Angst, ich würde evtl. erregte Beiträge lesen, lese ich wirklich hilfreiche Meinungen und Erfahrungen. Darüber bin ich sehr begeistert und froh. Auch, dass es entgegen meiner Befürchtung Tatsache ist, dass keine zerfleischenden und mit persönlichen Verletzungen gespickten Diskussionen entstehen, freue ich mich. Ein großes Danke an Euch! Ich selbst habe das ein oder andere Wort genutzt, was jemanden beleidigen könnte. Schön, dass darüber hinweggesehen wurde.

Vielen Dank auch für den besonderen Tipp zum Beißring, der „Massage“ und zu den Süßigkeiten! Das zeigt mir, dass man ruhig andere Fragen sollte. Es gibt immer mehr Lösungen, Herangehensweisen, Sichtweisen als man zu glauben kennt. Sie können noch so naheliegend oder einfach sein, man sieht sie nicht. Ja, im Einfachen liegt doch so manchmal das Geniale.

Wir werden auch gemeinsam Eure Antworten lesen und ich werde dann nochmal antworten.

Für mich sieht es so aus, als ob man folgendes machen könnte: 1. Fragen nach der einfachen oder „dritten“ Lösung, 2. Arzt mit homöopathischer Ausbildung, 3. „cool“ bleiben… Wenn einer „am Rad dreht“, braucht es kühle Köpfe und nicht welche, die mitdrehen. :wink:

Also, vielen Dank erstmal!
Ingo

Hallo!

der Artikel Homöopathie in Wikipedia behauptet, es gäbe keine
Studien, die die Wirksamkeit der Homöopathie belegen würden.

Damit ist etwas anderes gemeint, als dort eigentlich steht. Du hast doch selbst Analysis für Wirtschaftswissenschaftler gehört. In medizinischen Studien wird in der Regel mit einem Alphafehler von 5% (bei der Nullhypothese einer nicht vorhandenen Überlegenheit einer Therapie gegenüber einer Scheinbehandlung) ausgegangen. In Abhängigkeit davon, welchen Zweck solche Studien verfolgen, kann man natürlich auch auf nicht Unterlegenheit oder Überlegenheit einer Therapie gegenüber einer Standardtherapie testen, aber bei Homöopathiewirksamkeitsstudien testet man in der Regel auf Therapie versus Scheinbehandlung/Placebobehandlung.
Da es viele Studien hierzu gibt, sind auch viele positiv, was in diesem Fall unabhängig von der Frage ist, ob Homöopathie tatsächlich wirkt oder nicht.

Der Wikipediaartikel bezieht sich auf einen Mangel an positiven Metaanalysen, die viele Studienergebnisse einschließen und in Abhängigkeit ihrer Validität werten sowie positive Publikationsbias in die Analyse einbeziehen.

Die Heilungen lägen im Rahmen von Placebo-Effekten.

Naja, Placebowirkungen sind schon ganz gut. Nicht immer so auf dem Placebo rumhacken :wink:

Nun habe ich folgendes Problem:
Meine Freundin (Ihres Zeichens Apothekerin) will sich selbst
als auch unser Kind zunächst homöopathisch selbst behandeln,
z.B. bei Zahnungsbeschwerden oder einem „Quersitzenden Pups“,
bevor chemische Medikamente mit mögl. Nebenwirkungen gegeben
werden.

Viele Medis sind an Kindern wirklich nicht hinreichend getestet worden aus „Gutmenschentum“ und jetzt will man da vermehrt Studien durchführen, um die Medis bei Kindern in ihrer Wirkung, Aufnahme, Verstoffwechselung und Ausscheidung besser zu charakterisieren.
Bei wirklich harmlosen Geschichten ist eine Placebobehandlung durch eine an die Behandlung glaubende Person echt nicht schlecht. Viele Medikamente werden ohne echte Indikation eingesetzt und können in dem Fall wirklich mehr schaden als helfen.

Streicheln, ablenken, etwas Zucker geben u.ä. aber nichts
homöopathisches. Ich will nichts symptomauslösendes geben,
egal wie verdünnt, sondern zum Arzt gehen oder eben nicht.

Wenn Du starke Verdünnungen einsetzt, ist das völlig unbedenklich. Eine Hochpotenz von irgendwas ist nicht konzentrierter an irgendeinem symptomauslösenden Stoff als Trinkwasser aus der Flasche oder dem Hahn.
Hochpotenzhomöopathika können keine spezifischen Nebenwirkungen gegenüber einer Placebobehandlung zeigen. Gut, eine Therapie ohne mögliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen gegenüber einer Scheinbehandlung steht unter dem dringenden Verdacht, überhaupt keine therapiespezifische Wirkung zu haben.

Gibt es überhaupt eine beweiskräftige
Studie, die stichhaltige Erfolge von homöopathischer
Behandlung aufzeigen kann?

Wie beschrieben sind „Beweise“ in den experimentellen Naturwissenschaften und der Mathematik etwas anderes.

Immer wieder wurde mir von Anhänger der Homöopathie erzählt,
es gäbe schließlich Erfolge bei Tierbehandlungen vorzuweisen
und das könne eben nicht auf Sympathie oder Placebo
zurückzuführen sein.

Was schlechthin falsch ist.

Kann mir jemand meine Sichtweise bestätigen
oder den Schwachpunkt/ Nachteil für das Kind an meiner
Sichtweise offenlegen?

Deine Sichtweise kann ich soweit verstehen, dass Du Homöopahie für Humbug/Scharlatanerie hältst. Wenn Deine Freundin aber echt daran glaubt, verstehe ich nicht, weshalb Du Bedenken hast, solange sie nur homöopathisch „behandelt“ und zwar nur mit Hochpotenzen und nur solange die Erkrankung wirklich harmlos ist. Eine Angst vor Hochpotenzen ist irrational.

Kennt jemand eine solche Studie, die die „Anhänger“ auch nur
aus dem Hörensagen kennen?

Ja. Davon gibt es viele. Die sind aber langweilig.

Laut Wikipedia gibt es etliche ungünstige Studien zur
Wirksamkeit der Homöopathie.

Davon gibt es auch viele. Sind auch langweilig.

Viele Grüße, Stefan

Interessante Gedanken zur Homöopathie (auf engl.)
Lieber Ingo

es ist schon soviel in der Diskussion geschrieben worden, gute Anregungen und interessante Meinungen.
Hier noch ein spannender Artikel zur Homöopathie, leider nur auf englisch zu haben.

http://www.sciencebasedmedicine.org/?p=11

Der im Artikel erwähnte David Reilly ist übrigens sowohl Facharzt für Allgemeinmedizin und Facharzt für Innere Medizin als auch erfahrener Homöopath, arbeitet hier:

http://ghh.info/welcome.htm

und hat hier unter „Evidence for Homeopathy“ ein paar spannende Artikel in einem herunterladbaren .pdf-Dokument zusammengetragen.

http://www.adhom.com/index.htm

More food for thought

Gruß

Gerd

Kinderarzt bin ich auch nicht, aber ein paar interessante Links kann ich dir geben, ist zwar etwas umständlich zu lesen, aber dafür aufschlußreiche Informationen.
Ich persönlich habe schon sehr oft in den letzten 25 Jahren erlebt wie gut Homöopathie wirkt, auch und gerade bei akuten Krankheiten wie zB Mandelentzündung, Brustdrüsenentzündung oder Prellung und egal ob Kind, Erwachsener oder Tier.
Natürlich sollte man mit allem was ernst wirkt zum Arzt gehen, auch homöopathische Medikamente müssen schließlich gut ausgewählt werden damit sie zur Krankheit passen und wirken können.
Wenn du allerdings wirklich an Nebenwirkungen von Placebos glaubst und das mit Homöopathie verwechselst solltest du deine Logik mal überdenken…

http://www-x.nzz.ch/format/broadcasts/transcripts_46…
Das ist ein Sendemanuskript von einer sehr guten Sendung zum Thema von NZZ-Format. So ab Zeitindex 11:17 wird es besonders spannend, ab 12:46 gibt es mal einen anderen Ansatz von wissenschaftlichem Beweis…

Oder auch hier etwas von der Universität Bern: http://www.uniaktuell.unibe.ch/content/gesundheit/20…

Oder dies:
http://www.daserste.de/wwiewissen/beitrag_dyn~uid,5t…

Frage zu Homöopathie
Gute Studien gibt es nicht, jedenfalls waren alle, die mir stolz präsentiert wurden grottenschlecht oder hatten den Namen nicht mal verdient.
Schaden wird das bißchen Verdünnungsmittel nicht, deshalb hält sich das Verfahren (und hat deshalb auch vor Jahrhunderten Heilerfolge gehabt). Also kann man das cool angehen. Entweder ablehnen ohne Schaden zu riskieren. Oder eben tolerieren ohne Schaden zu riskieren. Solange Du Herzinfarkte, Lungenentzündungen, Magengeschwüre… nicht ihrer Medizinischen Therapie vorenthältst…
bei meinen Patienten ists mir auch egal was sie diesbezüglich machen. Ich sag ihnen, dass ich persönlich nix von halte, aber kein Problem habe, wenn andere das anders sehen. Es gibt eindeutig schlimmeres

pp

Hallo Ingo,

Homöopathie ist Einbildung!Dieses vernichtende Urteil konnte man zumindest im britischen Fachjournal „The Lancet“ nachlesen:
Die neusten medizinischen Studien (England und Schweiz/Matthias Egger von der Universität Bern) sind leider zu dem Ergebnis gekommen, dass die Wirkung von homöopathischen Mitteln - ähnlich wie Placebos - reine Einbildung ist. Die Verdünnung der Präparate ist teilweise so stark, dass sich rechnerisch kein Wirkstoffmolekül mehr darin befindet.
Anhand von groß angelegten Untersuchungen erwiesen sich nur noch die Schulmedizin-Präparate als hilfreich.
Homöopathische Mittel könnten zwar genau wie Placebos, im Gehirn die Ausschüttung von körpereigenen Schmerzmitteln anregen, aber - ich zitiere wörtlich:
„Ärzte müssen gegenüber ihren Patienten jetzt so mutig und ehrlich sein festzustellen, dass Homöopathie nichts nützt - und sich selbst müssen sie eingestehen, dass die moderne Medizin die Bedürfnisse der Patienten nach einer individuellen Gesundheitsfürsorge nicht berücksichtigt.“ Homöopathen nehmen sich nämlich gewöhnlich deutlich mehr Zeit für ihre Patienten als Schulmediziner.
Dass homöopathische Mittel - bitte nicht mit Naturheilmitteln gleichsetzen! - auch bei Kindern und Tieren hilft, erklärt man sich so, dass die Beschwerden entweder auch ohne irgendwelche Einnahmen verschwunden wären oder die Eltern/Tierhalter durch ihr Verhalten ihren „beruhigenden, positiven Eindruck“ auf die Erkrankten übertragen.

Gruß
Red

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

2005 hat Stiftung-Warentest 50 alternative Heilmethoden getestet und kommt in Sachen Homöopathie zu dem gleichen Ergebnis: Wirkt nicht.

Grüße
Blümchen

Hallo Red!

Die Metastudie, die Du zitiert hast, wurde jedoch aus methodischen Schwächen im Lancet auch wieder zerrissen.

Gruß, Stefan

Dass homöopathische Mittel auch bei Kindern und Tieren hilft, erklärt
man sich so, dass die Beschwerden entweder auch ohne irgendwelche
Einnahmen verschwunden wären oder die Eltern/Tierhalter durch
ihr Verhalten ihren „beruhigenden, positiven Eindruck“ auf die
Erkrankten übertragen.

Deswegen habe die Versuche mit Schweinen in der Massentierhaltung also so gute Ergebnisse im Vergleich zu Antibiotika erzielt?? Dort werden die Tiere von Computergesteuerten Anlagen gefüttert und „versorgt“, die kriegen gar keinen Menschen zu sehen!!!

Und Wasserlinsen im Labor lassen sich auch eher nicht durch das Verhalten der Menschen am Beckenrand „beruhigen“ oder etwa doch?