Schädel-Hirn-Verletzung

Hallo,

ein sehr guter Freund von mir hat sich bei einem schweren Sturz eine äußerst schwere Schädel-Hirn-Verletzung zugezogen. Er war in einem derart kritischen Zustand, dass die Ärzte ihm kaum Chancen gaben zu überleben. Nach 2,5 Wochen in einem künstlichen Koma ist er nun wieder wach seit 10 Wochen und wird in einer Reha-Klinik behandelt. Noch immer hat er große Erinnerungslücken, benimmt sich oft unberechenbar wie ein Kind, zeigt völlig neue Charakterzüge, kann sich schlecht ausdrücken, seine Gedanken meistens nicht richtig sortieren, Informationen nur langsam oder garnicht verarbeiten.
Gibt es Erfahrungswerte wie lange so ein Zustand andauern kann, ob er überhaupt wieder so wird wie früher, ab wann man mit keiner Besserung mehr rechnen kann?

Gruß Marit

Versuchs mal bei den folgenden Adressen.
Vielleicht sind die kompetenter, als ich.
http://www.mz.iao.fhg.de/kelkar/schaedel-hirn/adress…
http://www.dfx.de/schaedel-hirn/index.htm
PiRo

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Hallo Marit,
die Aussage ‚schweres SHT‘ ist eine sehr dehnbare Bewertung des Zustandes. Bei ERkrankungen/Verletzungen mit neurologischen Defekten können je nach Lebensalter Zeiträume für die Rückbildung solcher von 6 Monaten bis über ein Jahr angegeben werden, je älter ein Mensch ist, desto geringer die Rückbildungstendenz. Außerdem ist wichtig zu wissen, welche morphologischen Defekte verblieben sind, denn Hirnfunktionen unterschiedlicher Areale können nicht von anderen komplett übernommen werden, allenfalls diskret kompensiert. Organische Defekte im Vorderhirnbereich hinterlassen z. B. Persönlichkeitsveränderungen usw. Aber Geduld ist in den ersten 12 Monaten angebracht.
Gruß Dorthée

Gibt es Erfahrungswerte wie lange so ein Zustand andauern
kann, ob er überhaupt wieder so wird wie früher, ab wann man
mit keiner Besserung mehr rechnen kann?

Gibt es so leider nicht. Man kann nicht pauschal sagen, der Patient hat die nd die Verletzung, nach so und soviel Tagen/Wochen/Monaten hat sich der Zustand normalisiert. Mein Vater hat fast 40 Jahre in der Psychiatrie gearbeitet und auch Pflegefälle nach Unfällen betreut. Viele Fälle mit einer guten Prognose verbesserten sich nicht, wurden sogar schlechter, genauso wie andersherum scheinbar hoffnungslose Fälle weitestgehend geheilt werden konnten. In jedem Fall ist der behandelnde Arzt derjenige, der so etwas am ehesten beurteilen kann.
Zeiträume anzugeben ist auch sehr problematisch, wenn nach etwa einem Jahr aber keine Besserung eingetreten ist, sind die Prognosen aber eher schlecht.

Ganadlf