Brauche 1 Experten wg. Herzproblemen

Von: , Frage gestellt am Fr, 4. Jul 2008

Hi,
mein Lebensgefährte, 65 J., hatte mit Anfang und Mitte Dreißig Herzinfarkte und muß täglich diverse Blutdruck- und Herzpräparate einnehmen. Vor ungefähr 6 Jahren hat sein Hausarzt alle Medikamente umgestellt, da trotz hoher Dosierungen kaum noch eine Wirkung feststellbar war, bzw. sein Blutdruck nicht unter 160 zu xx ging/fiel.
Seit 2003 muß er jetzt auch Insulin spritzen (Diab.Typ II), während er vorher täglich 1 Tablette einnahm. Ich denke, daß die KOMBI aus neuen Medikamenten UND Insulin endlich die Besserung brachten.
Mittlerweile braucht er aber aufgrund der deutlich verbesserten Werte
(seit ca. 1 Jahr = norm.-Werte 100-130 / max.-Werte 160/190)
nur noch zwischen 4+6 Einheiten/Tag.
In den letzten 3 Wochen ist es 3x zu nächtlichen Unterzuckerungen gekommen (seiner Meinung nach), denn Traubenzucker hat ihm im jeweiligen Moment geholfen.
Diese Unterzuckerungen fühlten sich bisher für ihn auch immer so an, wie seine "Herzattacken" die er vor den Infarkten bzw. vor der Medi-Umstellung bekam.

Kann eigentlich eine Überzuckerung die gleichen Symptome auslösen?
Denn m.E. ist doch z.B. ein nächtlicher Harndrang eher auf "höhere" Blutzuckerwerte zurückzuführen. Leider hat er es bisher noch nicht geschafft, OHNE Manipulation (Einnahme von Süßem), endlich mal eine Messung vorzunehmen.
Und...
letzte Nacht hatte er - natürlich erst nach 5 Traubenzucker - einen Wert von 216...

Ist vielleicht gerade ein Arzt "anwesend" oder jemand, der ähnliche Erfahrungen erleiden "durfte" ?

Vielen Dank schon einmal.
Und bitte das "durfte" nicht böse nehmen :O)

LG
an-hild

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 16 Stunden 2 hilfreich
    Uneinsichtige Diabetiker

    Hallo ich kenne diverse Beispiele von uneinsichtigen diabetikern, die Ihre Erkrankung
    - als Grund für alles nehmen, "Ich bin krank, drum kann ich nicht..." (man setze irgendwas unangenehmes ein, wie Beuch bei Tante Gertrud) bzw. "...drum muss ich..." (man setzt irgendwas positives ein, zb. Ordentliche essen, wobei ordentlich Schweinshaxe oder Grillbüffet meint)
    - extrem gerne Süsses essen und "Dies ja brauchen um den Blutzucker konstant zu halten" alternativ "Das ja wieder wegspritzen können"
    - Als Erklärung für alles sehen, so ist zB. nicht das Übergewicht schuld an Diabetes und Bluthochdruck, sondern man kannnicht gegen übergewicht per Sport angehen, da man ja Diabetes und Herzprobleme hat.

    Bei einem kam die Erleuchtung erst als er Blind wurde und beide Beine ab waren, dass er wohl mit seinem Verhalten mitschuld an der entwicklung war, aber bessern kann er sich dennoch nicht "Nu ist es doch eh egal". Inzwischen ist dann auch die Dialyse dran...
    Andere brauchten geradezu jemanden der sie dabei an die Handnimmt und ihnen eben Süßes konkret verbietet und nur gesundes auf den Tisch bringt und auf Einhaltung der Werte achtet und so (also das gesamte Krankheitsmanagement).

    Kurzum, ich würde deinem Männe dringend raten, dass er sich vom Arzt eine Ernährungsberatung und eine DiabetesSchulung verschreiben lässt und ihr möglichst eine sucht, wo die gesamte Familie auf Diabetes geschult wird, damit alle sich dran halten und ein bisschen Obacht haben können. Infos gibts auch vom http://www.diabetikerbund.de/
    für den Hochdruck sonst noch die Hochdruckliga

    Damit macht ihr es bewusst zu EUREN Problem und nicht nur so wie es jetzt ist, dass er vermutlich meint es sein nur sein Problem und du für dich gesehen drunter leiden musst mitanzuschauen wie er damit umgeht.

    Zu den werten kann ich nichts sagen, denn so wie sie erhoben wurden ist das ein Witz(Blutzucker messen ach EInwurf von Zucker.) Mal abgesehen dass ich nicht grad Diabetesexperte bin, sondern eben nur solche und solche kenn, und jene die damit gesund alt werden, sind die die nach der Uhr leben und eine gewisse Disziplin an den Tag legen.

    Wichtig ist regelmässig vor dem Essen Zucker zu messen (als Richtwerte über den Tagesverlauf, dazu dann noch die Messungen vor der Insulingabe) und morgens und abends auch nochmal den Blutdruck zu messen. Wichtig sind dabei konstante Messbedingungen (Blutdruck nach 5 Minuten in Ruhe sitzend, Zucker eben vorm Essen oder spritzen, alles möglichst zur selben Uhrzeit...etc.)

    Gruß Susanne

    • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
      Re: Uneinsichtige Diabetiker

      Liebe Susanne,

      danke für Dein Feedback. Hilft mir leider derzeit nur nicht sehr viel..., denn eine Diabetiker-Schulung haben wir damals beide mitgemacht und kochen tue ich, schon meiner Gesundheit zuliebe, recht gesund. Habe gerade das Gefühl, daß mein "Artikel" evtl. etwas schief angekommen ist, denn mein "Männe" hat -
      1. seit seinen Herzinfarkten eine andere Lebenseinstellung angenommen (ist also seeeeeehr viel gelassener geworden) und
      2. seit Diabetes bzw. Insulinzufuhr für ihn akut wurden...
      sein Leben noch einmal ziemlich umgekrempelt und sich im Großen und Ganzen auch recht positiv dem Thema gewidmet/gestellt. Er hat z.B. innerhalb von ca. 2 Jahren fast 20 kg abgenommen und... vielleicht auch weil ich da ziemlich hinterher war, seine Werte mittlerweile so gut im Griff, daß sie sich von weit über 200 auf zwischen 100 und 130 eingependelt haben.

      Meine Frage war eigentlich, ob jemand eventuell mit ähnlicher Vorgeschichte mir sagen kann, ob sich eine Überzuckerung im Körper genauso anfühlt wie eine Unterzuckerung ?

      Wie sich Unterzuckerungen anfühlen kenne ich nämlich aus eigener Erfahrung, da ich schon ziemlich oft unterzuckert war. Aus diesem Grund kann ich mir einigermaßen ausmalen, was für einen Schrecken man bei Unterzuckerungen bekommt, wenn man schon mal 1 Herzinfarkt hatte.
      Aber wie fühlen sich Überzuckerungen an ???

      Habe außerdem schon häufiger die Erfahrung gemacht, daß Männer nicht ganz so gut in ihren Körper hinein hören können.
      Gibt es für einen Diabetiker ganz bestimmte Dinge, Symptome, Schmerzen (oder was weiß ich) woran er sofort bestimmen kann, ob er über- oder unterzuckert ist ?
      Ich versuche derzeit meinem "Männe" erst einmal die Panik zu nehmen,
      ü b e r e i l t handeln zu müssen. Denn egal in welche Richtung der Blutzucker "unterwegs" ist, es bleibt immer noch genügend Zeit für Gegenmaßnahmen.

      Also Dir Susanne vielen lieben Dank noch einmal und...
      vielleicht meldet sich ja doch noch einmal jemand anderes.

      LG
      Andrea

      • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
        Hypo- und Hyperglycämie

        Hallo Andrea, Meine Frage war eigentlich, ob jemand eventuell mit ähnlicher
        Vorgeschichte mir sagen kann, ob sich eine Überzuckerung im
        Körper genauso anfühlt wie eine Unterzuckerung ?
        Im Grunde sind beides gegensätzliche Probleme.
        Wobei bei einer Überzuckerung im Grunde lange Zeit ist, zu reagieren, bevor so etwas wie Koma ensteht.
        Während eine Unterzuckerung innerhalb relativ kurzer Zeit in die Bewußtlosigkeit und zum Tod führen kann.
        Fangen wir mit Unterzuckerung an:
        Hier reagiert der Körper mit Auschüttung von Adrenalin und Aktivierung des Symphatikus (einem Teil des vegetativen Nervensystems): sprich das Programm "Fliehen oder Kämpfen" wird aktiviert.
        Gleichzeitig giert das Gehirn nach Zucker und fängt an Fehlfunktionen zu zeigen. Aus beidem setzten sich dann die Symptome zusammen.
        Angst/Ärger und Verwirrtheit - Herzklopfen und Kaltschweißigkeit.
        In der Wahrnehmung deines Mannes einem Herzinfarkt sehr ähnlich.
        Wichtiger Unterschied: nach dem "Genuß" eines Päckchen Traubenzuckers innerhalb von zwei/drei Minuten "alles wieder gut" (vernünftig nachessen nicht vergessen)

        Was passiert bei Überzuckerung:
        Der Körper mißt den Blutzucker und stellt fest - nicht zuwenig, also im Prinzip fast "alles ist gut" in bezug aufs momentane Überleben - daraus folgt keinerlei Aktivierung des Sympathikus - also auch kein Herzklopfen.
        Außerdem bekommt das Gehirn insulinunabhängig Zucker ist also gerade absolut gut versorgt, also reines geistiges Wohlgefühl.
        Allerdings bekommen alle anderen Gewebe im Körper eher nichts zum Verbrennen, wenn nicht ausreichend Insulin gespritzt wird, deshalb wird man insgesamt eher langsam und dadurch schlapp.
        Bevor ein "trainierter" Diabetiker merkt, dass er überzuckert ist, hat er absolut deutlich erhöhte Werte und es dauert bei einem normalen DM Typ II in der Regel mehrere Tage bis es dazu kommt.
        Vorher hat er doch sicherlich mehrmals Blutzucker gemessen und entsprechend gespritzt.
        Also zusammengefaßt:
        Unterzucker: große Mengen auffallende Symptome, die innerhalb von wenigen Minuten zurückgehen, sobald Zucker gegessen wird.
        Überzucker: fast nichts zu merken über Tage!
        (Allerdings natürlich große Mengen Langzeitschäden, wenn nicht entsprechend gelebt und behandelt wird.)

        So - ich hoffe, das war hilfreich.
        Laßt es euch gutgehen - trotz oder wegen allem
        Gruß
        Kerstin

        • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
          Re: Hypo- und Hyperglycämie

          Hey Kerstin,

          viiiiiiiiiiiiieeeelen lieben Dank für diese Erklärung.
          Damit kann ich auch gut etwas anfangen.
          Wir haben auch mittlerweile eine Erklärung für die letzte so vollkommen anders verlaufene "Unterzuckerung"...
          Es hat sich nämlich herausgestellt, daß sich - aus welchen Gründen auch immer - eines der Herzmedikamente aus dem täglichen Einnahmeplan von meinem Lebensgefährten "verdünnisiert" hat. Selbst der Hausarzt weiß nicht wann, und warum es aus der Krankenkarte verschwand. Was für eine Unverschämtheit.
          Ich war ziemlich sauer darüber, da gerade dieses Medi für einen ruhigen und gleichmäßigen Herzschlag bei Infarktkandidaten sorgen soll...

          Na ja, jetzt wissen wir woran wir sind, und das sich wieder alles einrenckt.
          Dir noch einmal lieben Dank.
          Gruß
          Andrea

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