Hallo Yvonne,
für mich persönlich ist Reizdarm nur ein Unwort, eine von den Diagnosen, die besagen soll: wir wissen nicht genau warum der Darm überreagiert, wir wissen, dass er es tut und auch wie, aber warum?
Welche Tips hat Dir denn Dein Arzt gegeben?
OK.
Kann man es heilen? Welche Ernährung?
Mir persönlich gehts gut, wenn ich Kuhmilch, Weizen, und die histaminhaltigen oder -freisetzenden Lebensmittel weglasse.
Ziegen- und Schafsmilch geht witzigerweise.
Das es die histaminhaltigen oder freisetzenden Lebensmittel sind, war mir nicht bewusst. Es gibt einfach Dinge, die ich noch nie mochte, z.b. Sellerie und Konsorten und deshalb auch freiwillig nie esse, seitdem ich für mich selber koche. Wurde dann darauf hingewiesen, dass das kurioserweise diese sind und bemerke, dass es mir seit dem auch besser geht. Und Histaminallergie ist meine einzige Allergie ;o), allerdings doch so leicht, das es mich nicht so kümmerte…
Du siehst, das mit der Ernährung ist sehr individuell.
Am besten Du schnappst Dir schon mal ein schönes Notizbuch und überlegst Dir, wie Du das am besten aufschreibst.
Dazu gehört alles. Sowohl Bestandteile Deines Essens, Stuhlgang (Häufigkeit, Form, Konsistenz, Schmerz dabei), als auch sonstige Schmerzen, Unwohlsein, Übelkeit, oder Müdigkeit nach bestimmten Lebensmitteln, Hautzustand, Sodbrennen u.v.a.m.
Nett wäre eine Ausschlußdiät. Wird oft mit Reis vorgeschlagen. Also einige Tage Reis, alles sich beruhigen lassen. Dann ein verdächtiges Lebensmittel essen und genau beobachten, wie Du reagierst. Sofort und später (Stunden bis Tage), lange und aufwendige Prozedur.
Ich persönlich fahre super mit der Testung von der applied Kinesiology, da habe ich zuverlässig und reproduzierbar, auch im Blindtest, immer die gleichen Testergebnisse bei Kuhmilch, Schafsmilch, Ziegenmilch, Sellerie, Fenchel und so weiter.
Bei einigen anderen Produkten hängt es von anderen Zutaten ab oder ob Bio oder nicht, oder von Gewürzen, Pfeffer z.b. Für mich bin ich gelandet bei frischem Ingwer, frischem Knobi (immer zusammen), Chili, Meersalz.
Der Magen-Darm-Trakt geht im Prinzip von Naseneingang bis After.
OK, er ist eigentlich unterteilt ist obere Atemwege, Rachen, Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm…
Jeder Abschnitt ist unterschiedlich ausgestattet, da er unterschiedliche Aufgaben hat. Die Schleimhaut im Magen z.b. schützt sich im Normallfall selber sehr gut vor der Magensäure, schließlich soll die Säure ja dass Essen bearbeiten und nicht den eigenen Körper. Ist dort etwas aus dem Gleichgewicht und kann die Magensäure den Magen angreifen, wirds wirklich unangenehm.
Im Dünndarm haben wir durch viele Besonderheiten eine riesige Oberfläche. Die soll aus dem Speisebrei so richtig alles resorbieren.
Angenommen Du isst Milch, verträgst aber z.b. die Lactose nicht, könnte die Reaktion sein, dass Dein Darm eher ausscheidet,’(beliebtes Abführmittel) als resorbiert, nur mal so vereinfacht gesagt. Folge bei einigen: Krämpfe – Durchfall, wie soll 1. der Körper dabei noch die wichtigen Dinge aufnehmen, die er wirklich braucht und 2. die Darmschleimhaut gesund bleiben. Geht das über längere Zeit nennt man das auch Malabsorption, da er schlecht resorbiert und Du damit tatsächlich auch in unserem zivilisierten Land in einen Mangelzustand kommen kannst.
Eine Situation, in der es hilfreich sein kann, wenn man die Lebensmittel identifiziert hat und weglässt, dann auch mal die Speicher mit guter Nahrungsergänzung aufzufüllen.
Später, wenn es dem Darm wieder gut geht und Du darauf achtest z.b. selber Gemüse frisch zu kochen und ähnliches, kann er es sich wieder selber aus dem Essen holen.
Vielleicht kannst Du Dir das vorstellen?
Nun ist der ganze Schlauch also ein Stück mit unterschiedlichen Abteilung, teilweise mit wichtigen, zentral gesteuerten Verschlußmechanismen zwischen den Abschnitten und aufgehängt über sogenannte Faszien u.a. an der Wirbelsäule, am Schädel u.s.w.
So kannst Du Dir evtl vorstellen, warum sich das so unangenehm auswirkt. Wenn ca 8 m Schlauch nicht fit sind…
Mir hilft es außerdem mich an alten Zubereitungsarten zu orientieren.
Z.b. vertrage ich gekocht besser, als Rohkost. Wenn man mal schaut, wie lange die Menschen schon Feuer benutzen und so Techniken hatten, wie Getreide stundenland zu kochen, nach dem sie es stundenlang eingeweicht hatten. Aber da hat jeder seine eigene Argumentation.
Z.b. bekommt mir Pumpernickel (ohne Zucker) und Roggenknäcke sehr gut. Beides traditionelle Backarten. Volles Korn hat eigentlich Abwehrmechanismen, die es vor dem Gefressenwerden schützen sollten, um die zu minimieren oder auszuschalten sind z.b. Sauerteig und lange Hitzeeinwirkung geeignet. Ein gutes Brot hat dabei aber keine weiteren Zusätze, nur Sauerteig, bzw Hefe, Salz, Roggen, Wasser.
All das sind Dinge, auf die Du achten könntest. Also evtl jetzt erst mal nichts „fertiges“ mehr. Einzelne, naturbelassene oder eben in sinnvollerweise verarbeitete Dinge kombinieren.
Mein Frühstück z.b.: ich röste mir eine Mischung aus Sonnenblumenkernen und Kürbiskernen. Mache mir Gemüse warm (koche ca 1 mal am Tag, so ists noch recht frisch), das Pumpernickel bröckel ich mir ins warme Gemüse, dazu einen Esslöffel gutes Öl und einen Tropfen Balsamico und frischen Schnittlauch vom Balkon und als Nachtisch einen Apfel.
Ist mein persönlicher Hit. Macht mich für 4 bis 6 Stunden satt, reizt meinen Darm nicht…
Das Pflastersteinartige Relief in der Schleimhaut ist eigentlich auch ein Anzeichen für mehr also nur Reizdarm, aber Dein Arzt hat das sicherlich ausführlich mit Dir besprochen?
So, dass war lang und ausführlich, mir war grad danach…
Ich hoffe, ich konnte Dir helfen?
Gruß
Kathy
Nun hoffe ich Hilfe und Antwort auf folgende Fragen zu finden:
- Was genau ist eigentlich ein Reizdarm?
- Wie kann man es heilen? Ist es überhaupt heilbar?
- Welche Ernährung wird bei dieser Krankheit empfohlen?
- Wie kann so etwas Unangenehmes, Schmerzhaftes harmlos sein?
Mit der Bitte um Antworten.
Vielen Dank!