seit meiner Geburt bin ich stark sehbehindert und seit 2005 erblindet, da der Sehnerv meines linken Auges eine Augen-OP nicht überstanden hat (das andere Auge ist von Geburt an blind).
Es werden ja bereits technische Möglichkeiten entwickelt oder sogar schon eingesetzt, die bestimmten Patienten das Sehen z. B. durch einen am Sehnerv angeschlossenen Chip und einer mit ihm per Funk verbundenen Spezialbrille wieder ermöglichen sollen. Hierfür muss natürlich der Sehnerv an sich funktionieren und darf demnach nicht der Grund für die Erblindung sein.
Meine Frage ist nun, ob man so einen Chip nicht auch direkt ans Sehzentrum im Gehirn anschließen könnte, um einen zerstörten Sehnerv zu überbrücken?
Deine Idee ist naheliegend. Aber wie Du womöglich weisst muss ein Patient schon beim existierenden System geduldig und sehr lange üben bis das Gerät auf ihn eingestellt ist.
Das Problem das ich bei der Umsetzung Deiner Idee sehe ist, dass das existierende System (Chip) Hell/Dunkelwerte an den Sehnerv weitergibt. Den Rest erledigt dann der Nerv. Der Rest ist aber ein informationstechnischer Großaufwand. Mir ist nicht bekannt, dass es eine genau lokalisierte Stelle des Sehzentrums gibt wo alle Signale eintreffen. Da das Auge als einziges Organ ja schon Teil des Gehirnes ist könnte ich mir sogar vorstellen, dass der Sehnerv schon einen Teil der Datenverarbeitung übernimmt. Das machen die Sehzellen in der Netzhaut ja auch (Stichwort z.B. „laterale Inhibition“).
Bottomline: Nach meinem Verständnis fehlt uns zur Umetszung Deiner Idee das Wissen 1. WO und 2. WIE die Information ins Sehzentrum gelangt.
Deine Idee ist naheliegend. Aber wie Du womöglich weisst muss
ein Patient schon beim existierenden System geduldig und sehr
lange üben bis das Gerät auf ihn eingestellt ist.
Davon hab ich mal gehört.
Das Problem das ich bei der Umsetzung Deiner Idee sehe ist,
dass das existierende System (Chip) Hell/Dunkelwerte an den
Sehnerv weitergibt. Den Rest erledigt dann der Nerv. Der Rest
ist aber ein informationstechnischer Großaufwand.
Hmm, man kann ja auch Bilder vor seinem „inneren Auge“ erscheinen lassen. Z. B. beim Träumen oder wenn man sich etwas vorstellen will. Hierfür werden aber die optischen Infos, die das Auge normalerweise empfängt, in diesem Moment nicht benötigt. Aber sicher muss man, um sich etwas bildlich vorstellen zu können, mal gesehen haben. Es ist ja aber sogar so, dass ich als Blinder, der vorher gesehen hat, z. B. die mit den Fingern ertasteten Zeichen der Blindenschrift mit meinem inneren Auge sehe. Allerdings stellt sich tatsächlich die interessante Frage, wo sich der Übergabepunkt befindet, der die vom Auge gesendeten Signale bei sehenden oder die Signale bei Blinden, z. B. von den Fingern, empfängt. Es wird ja schon einiges am Gehirn erforscht. Diesen Übergabepunkt - sofern es so einen denn gibt - hat man aber scheinbar noch nicht gefunden?
Mir ist
nicht bekannt, dass es eine genau lokalisierte Stelle des
Sehzentrums gibt wo alle Signale eintreffen. Da das Auge als
einziges Organ ja schon Teil des Gehirnes ist könnte ich mir
sogar vorstellen, dass der Sehnerv schon einen Teil der
Datenverarbeitung übernimmt. Das machen die Sehzellen in der
Netzhaut ja auch (Stichwort z.B. „laterale Inhibition“).
Ja, natürlich kannst Du Dir sensorische Erlebnisse in Erinnerung rufen. Aber das ist ja nochmal komplexer. Wir wissen ja nicht mal genau WIE Du Dir diese Erinnerung merkst.
Das alles berührt die Grenze zwischen dem, was Du als innerhalb erlebst und das ausserhalb von Dir. Irgendwie fragst Du ja danach WO diese Grenze „physikalisch“ liegt.
Und dann fragst Du danach, wie aus dem, was physikalisch messbar in uns hineinkommt (el.-mag. Strahlung beim Sehen) ein Bewusstseinszustand wird.
Ich vermute, Du weisst das von Geburt an Blinde denen durch nachträgliche Eingriffen das Sehen wieder ermöglicht wird am Anfang sehr darunter leiden (das Gehirn kommt nicht zur Ruhe, die können schlecht schlafen). Und dass sie extreme Schwierigkeiten haben Gesichter zu erkennen.
Meine Erklärung dafür ist, dass das Gehirn nur das wahrnimmt, was es schon kennt. Die Grenze kann man ausdehenen, das passiert v.a. bei Neugeborenen. Und Deine Wahrnehmung ist ja das, was für Dich letztlich Realität ausmacht.
Worauf ich hinaus will: ich verliere mich mehr und mehr im philosophischen, weil ich’s auch nicht besser weiss