Hallo Kerstin,
klassisch ist Hahnemann’s Arbeitsweise. Ist’s nicht so?
Tja, grundsätzlich schon, … Und dann bleibt die Welt ja nicht
stehen, sondern entwickelt sich weiter und so ist das auch mit
klassischen Lehren.
Aber Entwicklung wohin? Konsequent in klassischer Linie oder verwässert in Richtung „einfach“.
Aber schon stellen sich zwei Fragen: Was ist „die Krankheit“
und ähnlich wozu?
Auch das finde ich bei Hahnemann durchaus klar definiert. (genauere Ausführungen würden mir jetzt zu lang) Doch es ist zugegebenerweise schwer umzusetzen, was vermutlich die Ursache der Entwicklung der „Einfachrichtung“ ist und die Homöopathen so spaltet.
Ich hab noch nie soviel mißgünstige Feindschaft erlebt, wie
unter Homöopathen, die sich versuchen darüber einig zu werden,
wie man klassisch homöopathisch behandelt.
Da spielt viel die Ideologie mit rein. Und auch die noch mangelnde Beweisbarkeit hat ihren Anteil daran. Aber innerhalb der Richtungen gibt es durchaus gemeinsames Betreben.
Ich meine, es gibt schon Klarheit darüber was „klassisch“
bedeutet, aber leider keine Klarheit darüber wer sich so
bezeichnen darf.
Das eine hängt doch mit dem anderen zusammen.
Sicher ist der Übergang schwammig, aber wer Komplexmittel verschreibt arbeitet eindeutig nicht nach Hahnemanns Lehre, also nicht klassisch.
Zuviele verschiedene Fische tummeln sich
im großen Pool der Homöopathie.
Ja leider! Was auch mit daran liegt, daß es keine geordnete Ausbildung gibt. Das bedauerlichste daran ist, daß es der Homöopathie als solcher schadet.
Wer seine Arbeitsweise „klassisch“ nennt und so verordnet
hat’s nicht begriffen. Ich an Demenzias Stelle würde mir einen
anderen Homöopathen suchen.
Nun im Rahmen deiner Defintion war zumindestens Agnus castus
klassisch verschrieben. Hat toll geholfen, aber Dinge gemacht,
die es nicht sollte. Das kommt vor.
Na natürlich liegt man mit der Verordnung nicht immer im Schwarzen.
In meiner ebenfalls klassischen Behandlungsrichtung, kommt
dieses Mittel soooo nicht vor, da es von mir eher organotrop
eingesetzt würde und dann macht es sowas nicht.
Eben. Es ist nun mal kein besonders tiefenwirksames und schon gar kein miasmatisches Mittel. Es hat seinen organischen Wirkungsschwerpunkt, aber kaum mehr. Und genau das muß der klassische Homöopath wissen. Weiß er das, wird er es kaum für ein außer Tritt geratenes Hormonsystem verschreiben.
Ob man als Arzt heute und bezahlbar echte klassische
Homöopathie machen kann, steht auf einem anderen Blatt und
gehört als Diskussion nicht hierher.
Wenn, dann höchstens für privat zahlende oder ausschließlich als Homöopath unter Abschaffung des gesamten Praxisapparates.
Wir sind jetzt schon offtopic und irgendeine böse Modöse macht
uns dann bestimmt gleich zu. 
Die Diskussion hat sich zwar von der Ausgangsfrage gelöst, gehört aber nach Brettdefinition eindeutig hierher. Und ich kann mir vorstellen, daß es für so manchen Leser hier auch interessant ist.
Die zweite Verschreibung des Komplexmittel ist nicht mehr rein
klassisch,
Korrektur: gar nicht klassisch!
allerdings ist es mindestens seit Burnett
(gestorben 1903), durchaus üblich Mittel als Tiefstpotenzen
organotrop einzusetzen
wogegen innerhalb einer klassischen Behandlung nichts einzuwenden ist. :und dabei auch zu mischen, normalerweise allerdings individuell.
Eben, individuell und kein fertiges Gemix der Pharmahersteller.
Jeder egal wie gut er ist und egal wie genau er sich an die
Regeln hält, liegt mit einer Verschreibung mal neben der Spur.
Und wir wissen nicht, ob das Mittel bei angepaßter Dosierung
nicht wunderbar helfen wird. Und Probleme bei der
Dosierungsanpassung sind tatsächlich Tagesgeschäft, das kommt
alle naselang vor. Es sei denn man gehört zu den Harten und
sagt: Erstverschlimmerung - da mußt du durch!!
Stimmt, aber es berechtigt nicht dazu „klassisch“ im Namen zu führen und gleichzeitig Komplexmittel zu verschreiben.
Womit wir wieder bei der Ausgangsfrage sind und hier stehenbleiben dürfen.
Lieben Gruß
Kerstin
Ebenso lieben Gruß
Steffi