DD Erythema migrans

Hallo,

ich wurde heute von einer Bekannten gefragt, was das sein könnte und wußte es nicht zu sagen.

  • ein Fleck am Bein
  • erst rosé, dann über feuerrot, jetzt tiefrot mit bläulichem Schimmer im mittleren Bereich
  • leicht warm
  • nicht schmerzhaft, bei leichtem Druck leicht brennendes Gefühl
  • nicht juckend
  • keine Wunde oder Einstichstelle erkennbar
  • nicht rund, eher längsoval, bisher ca. 4x6cm
  • wird langsam größer
  • keine scharfen Ränder
  • sehr gutes Allgemeinbefinden

Sie hatte Anfang Juli mehrere Zecken, kann aber nicht mit Sicherheit sagen, ob genau dort eine saß.

Einiges spricht für Borreliose, aber vor allem die Färbung nicht.
Was für eine Entzündung kann das sonst sein?

Gruß Steffi

ist es denn wirklich ein Fleck im Sinne von nicht tastbar… also nicht erhaben?

ist es denn wirklich ein Fleck im Sinne von nicht tastbar…
also nicht erhaben?

Weiß nicht genau. Sah optisch eben aus. Wenn erhaben, dann nur minimal.
Ach ja, die Rötung war nicht gleichmäßig, sondern mal heller, mal dunkler.

Gruß Steffi

das macht es nicht einfacher dazu was zu sagen!

Steffi,

mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit ist es die sogenannte Wanderröte. Diese ist eines der wenigen ziemlich sicheren Zeichen, dass beim Zeckenbiss (manche sagen Zeckenstich) Borrelien oder sogenannte Co-Erreger (= Erreger, die später ähnliche Krankheitssymptome auslösen)übertragen wurden.

Gerade im Frühstadium der Wanderröte gibt es nur ein richtiges Verhalten: Antibiotika aus der Tetracyclin-Gruppe (oft wird Doxycyclin verschrieben), und das bitte nicht zu knapp. Sonst riskiert man Resistenzen und eine langandauernde chronische Erkrankung die oft bis zur Berufsunfähigkeit führt. Das „nicht zu knapp“ heißt: mindestens 4 Wochen in der Dosis 4 mg je kg Körpgergewicht und Tag. Bei schwergewichtigen Männern kann die Dosis bis zu 5 mg/kg Körpergewicht erhöht werden. Natürlich sind AB keine Zuckerbonbons: Daher: regelmäßig nehmen, Sonne meiden (Hautverbrennungen), mit dem Arzt oder Apotheker abklären, in wie weit auf kalziumhaltige Lebensmittel verzichtet werden muss (Faustregel: 4 Stunden vor und nach der Einnahme von Tetracyclinen Milch und Milchprodukte meiden) da Kalzium nachgewießenermaßen den AB-Wirkstoff binden weshalb die ABs dann nicht mehr richtig wirken können. Mit Weizenmehlprodukten ebenfalls zurückhaltend sein, Alkohol komplett meiden, Koffein weitestgehend vermeiden (Koffein entwässert den Körper, dadurch wird der Wirkstoff zu schnell wieder aus dem Körper rausgespült, weshalb die ABs ebenfalls nicht richtig wirken können), Ernährung Darmflora-unterstützend gestalten durch Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel. Bitte dabei VORHER den Arzt oder ausgebildeten Apotheker nach möglichen Wechselwirkungen fragen. Wahrscheinlich fallen mir jetzt gar nicht alle Verhaltensregeln ein, die bei der Einnahme von ABs berücksichtigt werden müssen, aber zumindest sind es schon mal ein paar.

Du schreibst von einer atypischen Färbung. Aber: Die Krankheit ist so sehr variabel, dass man über die Farbe der Rötung keinerlei Rückschlüsse ziehen kann. Die Borre selbst hat ca. 130 verschiedene Symptome, die aber nicht alle bei einem Patienten auftreten. Die Anfangssymptome (außer der Wanderröte) sind derart schleichend und unauffällig, dass man selbst als Betroffener diese anfangs gar nicht in Verbindung bringt mit der Borre (z.B. gesteigerte Geräuschempfindlichkeit, schlechtes Schlafen, vermehrtes Schwitzen, große Berührungs/Stoßempfindlichkeit, kurzzeitige Knie/sonstige Gelenkbeschwerden, unnormale Müdigkeit etc.)
Über die Internet-Selbsthilfegruppe für Betroffene (genannt Borreliose-Forum; in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Borreliose Bund) kannst Du Dich durch Mitlesen ziemlich gut informieren, welche Symptome alle auftreten können.

Noch was: Die allermeisten Ärzte kennen sich mit Borreliose so gut aus wie eine Kuh mit Mathematik: nämlich überhaupt nicht! Jetzt im Anfangsstadium kann man noch wirksam was dagegen tun, gegen chronische Borre ist dagegen bisher noch keine wirksame Therapie entdeckt/entwickelt worden.

Besteht auf der Verschreibung von ABs!

Ich wünsche Euch alles Gute!

Ein schönes Wochenende trotzdem

Alexander

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Zwei bis drei Wochen nach einem Zeckenstich kann man eine Borrelien- Neuinfektion zuverlässig anhand des anti Ig M Titers feststellen (Borrelia anti Ig M). Also, nicht mit einem Borrelia Gesamt- Ig abspeisen lassen. Der bringt nämlich dann nichts, wenn schon von früher ein Immuntiter gegen Borrelien vorhanden ist.
Udo Becker

Hallo Alexander,

danke für deine Antwort.

Noch was: Die allermeisten Ärzte kennen sich mit Borreliose so
gut aus wie eine Kuh mit Mathematik: nämlich überhaupt nicht!

Die Frau war beim Arzt, der von bakterieller Entzündung sprach und ihr ein AB verschrieb. (welches ist mir unbekannt)
Mein Gedanke an Borreliose entstand als im weiteren „Gartenzaun“-Gespräch die häufigen Zeckenbisse auftauchten.

Gruß Steffi

Hallo Udo,

Zwei bis drei Wochen nach einem Zeckenstich kann man eine
Borrelien- Neuinfektion zuverlässig anhand des anti Ig M
Titers feststellen

Danke für den Hinweis. Ich werde ihn weitergeben, bin mir aber nicht sicher, ob sie vom Arzt so einen Nachweis verlangen wird, bzw. ob sie sich mit dem Verlangen bei ihrem Arzt wird durchsetzen können.

Gruß Steffi

Sorry… aber bitte… woher nimmst du aus einer so vagen Beschreibung die sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass es sich um ein Erythema migrans handelt?

Zwei bis drei Wochen nach einem Zeckenstich kann man eine
Borrelien- Neuinfektion zuverlässig anhand des anti Ig M
Titers feststellen

Danke für den Hinweis. Ich werde ihn weitergeben, bin mir aber
nicht sicher, ob sie vom Arzt so einen Nachweis verlangen
wird, bzw. ob sie sich mit dem Verlangen bei ihrem Arzt wird
durchsetzen können.

In diesem Fall wäre auch ein negatives Ergebnis (Ausschluss von Borrelia) wertvoll. Man hört aber immer wieder, dass sich ein Test nicht lohnt, weil er in 90% der Fälle negativ ist. Für einen Borrelia Test (ich war selbst Hersteller) bekommt aber die Industrie ca 50 cent. Und trotzdem muss man immer wieder über die Kosten diskutieren.
Udo Becker

Hallo Udo,

der IGM ist ein Teil des ELISA-Testverfahrens. Dieses wurde mittlerweile als unzuverlässig identifiziert. Die FEHLERquote liegt bei 80%-85%. Und da spricht Du von „zuverlässig“? Da sind die Verfahren LTT, Westernblot oder der ELISPOT schon deutlich sicherer, wenngleich immer noch mit einer recht hohen Fehlerwahrscheinlichkeit. Einen richtig zuverlässigen Test gibt es leider noch nicht.

Eine Wanderröte ist das sichere Zeichen für eine Infektion mit Erregern, welche durch eine Zecke übertragen wurden. Du weißt, dass derzeit ca. 20 verschiedene Erreger bekannt sind, weitere werden ja vermutet. Erst vor ca. 3 Wochen hat man in USA einen neuen Erreger nachgewiesen, der (soweit ich weiß) derzeit noch nicht einmal einen eigenen Namen hat. Derzeit wird er als „Bartonellen-ähnlicher Erreger“ bezeichnet und ist nur über das Fry-Testverfahren nachzuweisen. Da es sich bei den Erregern in der weit überwiegenden Mehrzahl um Bakterien (ja, es kommen auch Viren und Protozoen vor, da hast Du Recht), gibt es für dieses Anfangsstadium der Wanderröte nur ein einziges probates Vorgehen: Tetracyclin-Antibiotika in hoher Dosierung (4-5mg/Tag und kg-Körpergewicht) und das in einer Dauer von mindestens 4 Wochen. Wenn ein Arzt diese Wanderröte anders behandelt, so ist das eine Verletzung seiner Sorgfaltspflicht und für mich sogar eine Körperverletzung mit unabsehbaren Folgen. Wie Du weißt endet chronische Borreliose fast immer in der Berufsunfähigkeit, teilweise sogar im Rollstuhl. Dass sich nicht jede Infektion bei jedem Menschen in gleicher Weise äußert, das ist klar, aber das weiß man ja im Voraus nicht. Und lieber 30 Tage lang ABs nehmen, als ein Leben lang berufsunfähig zu sein.

Aber derartige Überlegungen sind den Ärzten zumeist egal, sie sind ja nicht davon betroffen. Und für manche scheint (Betonung auf SCHEINT) sogar die Devise zu lauten: „Nur ein kranker Patient kommt wieder und sichert mir mein Einkommen“.

Einen schönen Sonntag

Alexander

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BlutenderEngel, grüß Dich,

das ist ziemlich einfach: Da wird gesprochen von häufigen Zeckenstichen/-bissen und von einer ovalen, ungleichmäßigen Rötung und davon, dass derzeit noch keine anderen Symptome (bewusst) wahrgenommen werden. Und da ich kein engstirniger Arzt bin und statt dessen Eins und Eins zusammenzählen kann und ich darüber hinaus eine Frau habe, die schon seit mittlerweile fast zweieinhalb Jahren an der Borre leidet, weil die Weißkittel alles falsch gemacht haben, was man nur falsch machen kann, deshalb kann ich sagen, dass das Beschriebene mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit eine Wanderröte ist.
Wie Du sicher weißt, bezeichnen seriöse Wissenschaftler die Borre als die „Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts“. Derzeit gibt es Deutschland ca. 60.000 nachgewiesene chronisch Borre-Kranke (wobei unter „Borre-Kranken“ zu verstehen ist "Patienten, die an Borrelien oder einem anderen Co-Erreger der durch Zecken übertragen wurde, erkrankt ist). Die Dunkelziffer ist aber enorm hoch. Die Wissenschaftler vermuten, dass tatsächlich 600.000 Personen in Deutschland an einer chronischen Borre leiden, ohne jemals darauf behandelt worden zu sein (oftmals wurden noch nicht einmal die vorhandenen Tests durchgeführt).Oft werden diese Patienten in die Rheuma-Ecke, MS-Ecke, Psycho-Ecke, Orthopädie-Schublade oder was weiß ich nicht noch wohin sonst gesteckt und mit Medikamenten und Operationen tracktiert, ohne dass damit eine Linderung erziehlt würde.
Und im Stadium der Wanderröte kann man noch wirklich wirksam was dagegen tun, je später es behandelt wird, um so schwieriger wird eine erfolgreiche Behandlung, denn leider ist die Krankheit noch sehr schlecht untersucht/erforscht.
Und daher nochmal mein dringender Rat: Sofort ABs, mind. 4 Wochen lang, 4-5 mg/Tag und Kg-Körpergewicht. Lieber 4 Wochen ABs als ein Leben lang berufsunfähig.

Viele Grüße

Alexander

Sorry… aber bitte… woher nimmst du aus einer so vagen
Beschreibung die sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass es sich um
ein Erythema migrans handelt?

Ich weiß, welche Rolle die Borreliose in der Praxis einnimmt…

und ich weiß, welch vielfältige Symptomatik eine Borreliose auslösen kann…

ABER: sicher ist bei den beschriebenen Symptomen die Borreliose eine Differentialdiagnose… (da stimm ich völlig überein) … aber man sieht nur, was man kennt… und ich find es etwas aus dem Fenster gehangen, anhand dieser vage beschriebenen Hautveränderungen eine extrem wahrscheinliche Diagnose zu stellen… und nicht noch andere Differentialdiagnosen in Betracht zu ziehen…

Und das ist genau das, was Du an den Ärzten kritisierst: Engstirnigkeit!

Mein Tip: Ab zum Arzt. HV anschauen lassen. Titer bestimmen lassen. Und dann weiterschauen.

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Hallo blutenderengel,

Ich weiß, welche Rolle die Borreliose in der Praxis einnimmt…

gut

und ich weiß, welch vielfältige Symptomatik eine Borreliose
auslösen kann…

um so besser, wenn Du die ca. 130 Symptome kennst.

ABER: sicher ist bei den beschriebenen Symptomen die
Borreliose eine Differentialdiagnose… (da stimm ich völlig
überein) … aber man sieht nur, was man kennt…

da stimm ich Dir voll zu. Aber genau das ist das Problem bei den allermeisten Ärzten: diese kennen sich mit der Borre so gut aus wie die berühmte Kuh mit der Mathematik.

und ich find
es etwas aus dem Fenster gehangen, anhand dieser vage
beschriebenen Hautveränderungen eine extrem wahrscheinliche
Diagnose zu stellen… und nicht noch andere
Differentialdiagnosen in Betracht zu ziehen…

auch hier sind wir nicht so weit in unseren Meinungen auseinander. Ich habe nicht behauptet, dass man keine weiteren Untersuchungen machen lassen soll. Nur sage ich, dass man bei Borre keine Stunde Zeit verlieren darf, um sie mit größtmöglicher Aussicht auf Erfolg bekämpfen zu können. Und da ist eine 30 tägige AB-Therapie das deutlich kleinere Übel gegenüber einer chronischen Borre mit Berufsunfähigkeitsfolge.

Und das ist genau das, was Du an den Ärzten kritisierst:
Engstirnigkeit!

Weil die allermeisten Weißkittel weder was über die Krankheit wissen und zumeist auch überhaupt nicht bereit sind, sich über das Wenige, was man bisher über die Krankheit erforscht hat, anzueignen. Sie sind ja die allwissenden Ärzte und der Patient soll geälligst sein unwissendes M* halten. Lieber werden die Patienten zu Hunderten in ein Chroniker-Leben geschickt und dann teilweise noch behauptet, dass es eine chronische Borre gar nicht gäbe. Die angeblich allwissenden Götter in weiß… Ich muss mich zügeln, hier steigt großer Zorn in mir hoch, wenn ich an die vielen hanebüchenen Aussagen und völlig falschen Behandlungen denke, die diese „Gstudierten“ da an den armen Patienten auslassen. Eine Sammlung solcher haarsträubenden Aussagen findet man übrigens im Borreliose-Forum (www.borreliose-forum.de), welches vom Deutschen Borreliose Bund mitgetragen wird.

Mein Tip: Ab zum Arzt. HV anschauen lassen. Titer bestimmen
lassen.

Ja, genau, Aber zu so einem, der kein Blutwerte-Fetischist ist, weil ja eben die Bluttests zu einem mehr oder minder hohen Prozentsatz falsche Ergebnisse liefern. Die Borre ist und bleibt - bei derzeitigem Wissensstand der Medizinforschung - eine Krankheit, bei der die Symptome deutlich mehr Gewicht und Aussagekraft haben, als irgendwelche Blutwerte. Und dann auch bitte das Blut nicht nur einem Testverfahren unterziehen (lassen) sondern gleich mehreren (der Fehlerquote wegen).

Und dann weiterschauen.

Das ist eben falsch. Nicht Abwarten und Teetrinken, bis das Ergebnis da ist (welches obendrein ja noch nicht einmal ein zuverlässiges Ergebnis ist). Sondern SOFORT ABs und dann weitere Untersuchungen. Nochmal: Bei Borreliose zählt jede Stunde.

Einen schönen Abend

Alexander

hallo alexander…

„Ich muss mich zügeln, hier steigt großer Zorn in mir hoch, wenn ich an die vielen hanebüchenen Aussagen und völlig falschen Behandlungen denke, die diese „Gstudierten“ da an den armen Patienten auslassen.“

ich kann solche und die damit verbundenen aussagen im gewissen rahmen nachvollziehen… wenn ich erahne, was deiner frau passiert ist… (und so manchem anderen in dem verwiesenen forum…)

ABER:
ich hab nen problem mit verallgemeinerungen…

es ist klar, dass sich in einem solchen betroffenen-forum natürlich auch eine bestimmte „auswahl“ sammelt… und ich weiß, dass wenn man selbst (direkt oder indirekt) betroffen ist, wahrscheinlich auch das nochmals besonders wahrnimmt… ich möchte auch nicht die hand für alle kollegen ins feuer legen… (da hab ich schon bei viel harmloseren sachen ganz andere dinge gesehen)… ich möchte jedoch trotzdem behaupten, dass die mehrzahl der ärzte nach bestem wissen und gewissen handelt… und mit panikmache (und darunter verstehe ich unter anderem in jedem symptom sofort eine hochwahrscheinliche borreliose zu „sehen“ und generalisierte aussagen wie „es zählt jede stunde“)… ist den betroffenen und patienten, bei denen eine borreliose differentialdiagnostisch in betracht kommt, nicht geholfen…

vor der therapie steht meist noch immer die diagnosestellung und das heißt primär die vorstellung bei einem arzt…

das was du erwartest, ist unter anderem auch volkswirtschaftlich der supergau… gerade weil es diese vielzahl von symptomen gibt, die zum großteil sehr unspezifisch sind… man beginnt halt mit der wahrscheinlicheren diagnose… und einfach mit antibiotika um sich zu schießen… ohne vorab eine bestmögliche diagnose gestellt zu haben… (oder die wahrscheinlichste)… auch da sollte klar sein, was man damit bewirkt… auf dauer gesehen… (man schaue sich andere bakterien an, die als „seuche“ durchgehen könnten…) …

aber… das läuft in richtung offtopic… ich bin draußen…

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Der IGM ist ein Teil des ELISA-Testverfahrens. Dieses wurde
mittlerweile als unzuverlässig identifiziert.

Ein ELISA Test, der beim Vorliegen einer klinischen Verdachtsdiagnose durchgeführt wird, hat gegenüber dem Western blot eine Sensitivität und Spezifität von über 90%. Die Tests enthalten so ausgewählte Antigene der Borrelia Erreger, dass möglichst viele Varianten der Borrelia erkannt werden. Die in Europa und USA auftretenden verschiedenen Stämme waren anfangs ein Problem, Europäische Firmen hatten die europäischen, US Firmen die US Variante als Antigen im Test.
Nach wie vor problematisch ist die Erkennung alter verschleppter chronischer Infektionen aber darum geht es im vorliegenden Fall nicht.

Eine Wanderröte ist das sichere Zeichen für eine Infektion mit
Erregern, welche durch eine Zecke übertragen wurden.

Ja, aber nicht jede Borrelieninfektion erzeugt auch eine Wanderröte. Die möglichen schweren Folgen einer Infektion, erfordern eine breitere Abklärung und dazu gehört auch Labordiagnostik.

Einziges probates Vorgehen: Tetracyclin-Antibiotika in hoher
Dosierung (4-5mg/Tag und kg-Körpergewicht) und das in einer
Dauer von mindestens 4 Wochen. Wenn ein Arzt diese Wanderröte
anders behandelt, so ist das eine Verletzung seiner
Sorgfaltspflicht und für mich sogar eine Körperverletzung mit
unabsehbaren Folgen.

Ohne klinischen Verdacht ist eine Antibiotica Therapie nicht angezeigt.
Udo Becker

Udo,

Ein ELISA Test, der beim Vorliegen einer klinischen
Verdachtsdiagnose durchgeführt wird, hat gegenüber dem Western
blot eine Sensitivität und Spezifität von über 90%.

Der ELISA hat eine FEHLERquote von 80% bis 85%. Da ist nichts mit „sensitiv“. Tritt den Test in die Tonne, wohin er gehört. Dieses Testverfahren hat schon tausende Patienten zu Chronikern gemacht! Ich verweise wieder auf das Borreliose-Forum des Deutschen Borreliose Bundes. Nicht um sonst sind in diesem Forum mittlerweile über 10.000 Personen angemeldet (selbst wenn Du 10% Karteileichen abziehst, ist es immer noch eine erschreckende Anzahl). Und die allermeisten von diesen wurden durch Ach-so-sorgfältige Weißkittel durch dieses Testverfahren mit dem Ergebnis „Keine Anzeichen von Borreliose“ zu Chronikern verurteilt. Ich bleibe dabei: jeder der sich bei einer Wanderröte - und die liegt ja nun mal im Ausgangsfall mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit vor - auf „Abwarten“ und „Labordiagnostik“ beruft, handelt in meinen Augen grob fahrlässig und beachtet nicht den Hippokratischen Eid (der, wie ich kürzlich irgend wo las, heute anders genannt wird, habe den heutigen Namen vergessen. Du weißt sicher, was ich meine).

Die Tests
enthalten so ausgewählte Antigene der Borrelia Erreger, dass
möglichst viele Varianten der Borrelia erkannt werden.

wir sind uns einig, dass derzeit etwa 20 verschiedene Erreger bekannt sind, welche durch Zecken übertragen werden. Darunter etliche Bakterien, aber auch Viren und Protozoen kommen vor.

Eine Wanderröte ist das sichere Zeichen für eine Infektion mit
Erregern, welche durch eine Zecke übertragen wurden.

Ja, aber nicht jede Borrelieninfektion erzeugt auch eine
Wanderröte. Die möglichen schweren Folgen einer Infektion,
erfordern eine breitere Abklärung und dazu gehört

auch

genau: „Auch“ ist das wichtige Wort. Etwas anderes habe ich auch nie behauptet.

Labordiagnostik.

Aber eben in der umgekehrten Reihenfolge, wie Du es siehst:
Nicht: Zeckenstich - Wanderröte - Blutabnahme - Warten - weitere Untersuchungen (da ja beim ELISA eh nichts raus kommt) - Zeit verlieren und dann vielleicht nach 2 Jahren, weil nichts geholfen hat mal irgend wann doch an AB denken (dann ist der Patient nämlich lange Chroniker und eine echte Heilung nur noch schwerlich möglich)
SONDERN: Zeckenstich - Wanderröte - 30-Tage-AB-Therapie und Blutuntersuchungen ergänzend dazu. Und dann eben nicht (nur) den ELISA, sondern bevorzugt den ELISPOT oder/und den LTT. Ob Du dann auch gleich noch den WB machen lässt oder nicht, darüber brauchen wir uns nicht streiten, da bekannt ist, dass der WB nur bei bestimmten Erregern zuverlässige Ergebnisse liefert.

Einziges probates Vorgehen: Tetracyclin-Antibiotika in hoher
Dosierung (4-5mg/Tag und kg-Körpergewicht) und das in einer
Dauer von mindestens 4 Wochen. Wenn ein Arzt diese Wanderröte
anders behandelt, so ist das eine Verletzung seiner
Sorgfaltspflicht und für mich sogar eine Körperverletzung mit
unabsehbaren Folgen.

Ohne klinischen Verdacht ist eine Antibiotica Therapie nicht
angezeigt.

Eine Wanderröte ist nicht nur ein klinischer „Verdacht“ sondern eine pathologische Sicherheit. Und dann noch dagegen zu argumentieren, treibt mir die Zornesröte ins Gesicht.

Ein beliebtes „Spiel“ ist „Frag Deinen Arzt, ob er sich selbst, wenn er denn an der gleichen Krankheit leiden würde, genau so behandeln würde“ und siehe da: in 95% aller Fälle antwortet der Arzt „Natürlich nicht, ich will doch dieses Risiko (hier: der Berufsunfähigkeit) nicht eingehen“ Aber seinem Patienten mutet er dieses Risiko bedenkenlos (harmlos ausgedrückt, man könnte auch ein Wort verwenden, welches mit „s“ beginnt und ebenfalls mit „-los“ endet) zu.
Ganz abgesehen von dem Pfennig-Betrag, den eine 30tägige AB-Therapie kostet im Vergleich zu den Kosten, welche bei dem endlosen und unergiebigen Herumdoktorn bei den Chronikern, entstehen. Ich hoffe, dass hier auch Leute vom BM für Gesundheit und/oder den Krankenkassen mitlesen: Dann würde vielleicht auch in diesen Kreisen (die ja letztlich für unser Gesundheitswesen in seiner Gesamtheit verantwortlich sind) die Erkenntnis reifen, welch ein immenser volkswirschaftlicher Schaden durch ein derartiges unverantwortliches Handeln vieler Ärzte entsteht.

So, jetzt genug gewettert.
Wir sind uns einig, dass es ohne einen (verantwortungsbewussten) Arzt nicht geht. Wir sind uns auch einig, dass weiterführende Untersuchungen zwingend notwendig sind. Und wir sind uns auch einig, dass es in der Wissenschaft - besonders in den Teilen, welche noch in den Kinderschuhen stecken, so wie die Borreliose-Forschung - immer wieder zu unterschiedlichen Ansätzen und Meinungen kommen wird.

Also lassen wir es gut sein

einen schönen Abend

Alexander.

Hallo blutenderEngel,

danke für Deine im Großen und Ganzen beruhigenden Worte.

Als Betroffener, der sich für sich und seine Krankheit interessiert, wird man fast zwangsläufig zum „Laienexperten“ (auch wenn sich dieser Begriff scheinbar in sich widerspricht), Du weißt was ich meine.

Mir ist auch klar, dass ein Allgemeinarzt sich nicht über ALLE Krankheiten gleich gut auskennen kann (das geht schon zeitlich gar nicht). Aber leider muss ich dann doch leider feststellen, dass sich viele Ärzte in skanalöser Weise eingebildet und hochnäsig verhalten „ich bin der Arzt und Du kleiner Wurm, Du weißt ja gar nix! ich bestimme, was Du hast!“ Oder man bekommt so Aussprüche an den Kopf geknallt „Sie sind doch nicht schwer krank, Ihnen läuft doch nichts davon“ „Sie haben die Internet-Borreliose“ und tausende solcher Aussagen mehr. Es fehlt halt bei vielen Ärzten der Respekt vor dem Patienten und dessen Schmerzen „Jetzt stellen Sie sich nicht so an! Sie müssen halt mehr Ausdauersport machen!“

„Ich muss mich zügeln, hier steigt großer Zorn in mir hoch,
wenn ich an die vielen hanebüchenen Aussagen und völlig
falschen Behandlungen denke, die diese „Gstudierten“ da an den
armen Patienten auslassen.“

ich kann solche und die damit verbundenen aussagen im gewissen
rahmen nachvollziehen… wenn ich erahne, was deiner frau
passiert ist… (und so manchem anderen in dem verwiesenen
forum…)

Danke. Dieses Verständnis tut gut und trägt zur Beruhigung bei.

Problem mit Verallgemeinerungen

wenn Du meine anderen Beiträge hier im Forum über die Borre mitgelesen hast, so weißt Du auch, dass ich bei unspezifischen Symptomen in der Regel empfehle, sich im Borreliose-Forum anzumelden, sich dort einige der Krankengeschichten durchzulesen und die Beiträge eine Zeitlang mitzulesen, um sich über die ganze Vielfalt der möglichen Symptome zu informieren. Und dass ich dann in aller Regel schreibe: „…dann wirst Du sehr schnell für Dich selbst festlegen können, ob diese Krankheit auf Dich zutreffen könnte oder nicht. Je mehr von den Symptomen Du mit „Ja, trifft auf mich zu“ beantworten musst, um so wahrscheinlicher ist diese Krankheit“ (so oder so ähnlich, mehrfach in früheren Beiträgen nachzulesen).

Aber die Wanderröte ist nun einmal das einzige sichere Zeichen, dass Krankheitserreger durch die Zecke übertragen wurden. Da kann man einfach nicht warten, sondern muss handeln.

es ist klar, dass sich in einem solchen betroffenen-forum
natürlich auch eine bestimmte „auswahl“ sammelt… und ich
weiß, dass wenn man selbst (direkt oder indirekt) betroffen
ist, wahrscheinlich auch das nochmals besonders wahrnimmt…
ich möchte auch nicht die hand für alle kollegen ins feuer
legen… (da hab ich schon bei viel harmloseren sachen ganz
andere dinge gesehen)…
ich möchte jedoch trotzdem behaupten,
dass die mehrzahl der ärzte nach bestem wissen und gewissen
handelt…

Dein Wort in Gottes und Mediziners Ohr!

und mit panikmache (und darunter verstehe ich unter
anderem in jedem symptom sofort eine hochwahrscheinliche
borreliose zu „sehen“ und generalisierte aussagen wie „es
zählt jede stunde“

Man hat halt festgestellt, dass die frühere Aussage („Die Errreger werden erst nach ca. 24 Stunden Saugzeit der Zecke übertragen“) falsch ist und es schon von der ersten Sekunde des Zeckenstiches an zur Übertragung der Erreger kommt. Am wichtigsten ist natürlich, dass die Zecke schnellstmöglichst fachmännisch/fachfrauisch entfernt wird.

vor der therapie steht meist noch immer die diagnosestellung
und das heißt primär die vorstellung bei einem arzt…

ja, bei einem verantwortungsbewussten Arzt, der eben die Wanderröte als solche sofort erkennt und adäquat reagiert. Und genau in diesem Fall ist das von Dir verwendete Wort „meist“ goldrichtig und trägt ebenfalls zur Beruhigung bei: Die Wanderröte duldet keinen zeitlichen Therapie-Aufschub! Und bekanntlich dauert es, bis die Ergebnisse eines LTT oder eines ELISPOT da sind, immer seine zwei Wochen und länger.

das was du erwartest, ist unter anderem auch
volkswirtschaftlich der supergau… gerade weil es diese
vielzahl von symptomen gibt, die zum großteil sehr
unspezifisch sind… man beginnt halt mit der
wahrscheinlicheren diagnose… und einfach mit antibiotika um
sich zu schießen… ohne vorab eine bestmögliche diagnose
gestellt zu haben… (oder die wahrscheinlichste)… auch da
sollte klar sein, was man damit bewirkt… auf dauer gesehen…
(man schaue sich andere bakterien an, die als „seuche“
durchgehen könnten…) …

aber… das läuft in richtung offtopic… ich bin draußen…

Du hast Recht wir gehen Richtung OT

Danke nochmals für die Wogen-Glättung und ebenfalls

*abtauch*

schönen Abend noch

Alexander

ELISPOT
Hallo!

Ohne jetzt etwas zu Borreliose sagen zu wollen, kann ich nur berichten, dass ein ELISPOT ein recht unsicheres Verfahren zur Aktivitätsprüfung von T-Zellen ist.
Die Sensitivität kann extrem hoch sein, aber die Qualitätssicherung ist SEHR schwierig.

Gruß, Stefan