Vergiftung durch Vollnarkose?

Hallo zusammen,

ich wurde vor ca. 1,5 Wochen an den Kieferhöhlen und Nasenmuscheln operiert. Während oder kurz nach dem Eingriff wurde ich allerdings wach. Dann muss man mich wohl nochmals narkotisiert haben.
In der Vergangenheit hatte ich bereis bei anderen Vollnarkosen große Schwierigkeiten aufzuwachen.
Dieses Mal hatte ich unmittelbar nach dem Aufwachen starken Juckreiz am Oberkörper ohne Flecken- oder Quaddelbildung.
Seit der Operation bin ich derartig geschwächt, dass ich mich nicht länger als 10 Minuten auf den Beinen halten kann. Mir ist derartig schwindlig, dass ich andauernd denke ohnmächtig zu werden. Es fühlt sich ungefähr so an, als ob ich einen tierischen Kater hätte. Zeitweise treten höllische Kopfschmerzen entweder vom Nackenbereich nach oben oder von den Schläfen nach oben auf.
Mein Kurzzeitgedächtnis arbeitet nicht mehr richtig.

Kann es sein, dass ich zuviel Narkosemittel erhielt?

Zunächst hatte man mir eine Maske aufgesetzt - hier wurde mir nicht leicht übel, sondern ich dachte, dass man mir das Leben aus dem Gesicht saugt und ich in einen Abgrund rückwärts stürze.
Ich wurde auch intubiert. Ich kann mich daran erinnern, als ich vorzeitig aufwachte, konnte ich nicht atmen, ich bekam Todespanik und habe wie wild um mich geschlagen, auch muss ich gebrüllt haben.

Warum bin ich immer noch so erschöpft? Habe phasenweise brutale Kopfschmerzen und permanenten Schwindel an der Grenze zum Schwäche- bzw. Ohnmachtsanfall? Sind das Vergiftungssymptome?

Mein HNO meint, dass der Heilungsprozess im Zeitplan verläuft. Er geht allerdings auf meine sonstigen Beschwerden in keinster Weise ein.

Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand Anhaltspunkte geben könnte.

Viele Grüße
Twiggy

Hi Twiggy
Normalerweise checkt der Narkosearzt vor der Operation deinen Zustand, damit keine Probleme während und nach der Narkose auftreten.
Bei alten Herrschaften über 90 Jahre muss man natürlich mit Komplikationen rechnen. Ich schätze mal, du bist noch nicht über 90 und außerdem vom Anästhisten gecheckt worden.
Also mach dir nicht so viel Sorgen- wahrscheinlich wird es in Kürze wieder gut sein.
Es grüßt dich
Branden

Hm, die Beschwerden sollten auf alle Fälle zur Vorstellung beim durchführenden Anästhesisten führen! Der kann Dir evtl weiterhelfen.

Ein Zuviel an Narkosemitteln erklärt Deinen Zustand allerdings nicht, da diese trotzdem längst abgebaut sein müssten. Was aber denkbar ist, dass Du auf ein Narkosemittel allergisch reagiert hast oder Dein Blutdruck für eine gewisse Zeit gefährlich niedrig (oder hoch) war. Das kann dann zu Schäden an Organen führen, so auch am Gleichgewichtssinn o.ä. Der Juckreiz kann ein Reszzeichen einer Allergie sein, ist aber auch eine unerwünschte Wirkung von „normalen“ Narkoseschmerzmitteln oder ein Zeichen dafür sein, dass Du auf ein Medikament sehr viel Histamin freigesetzt hast.

Auch ein Lagerungsschaden (HWS) ist möglich, wofür in Deinem Fall (Kopfeingriff) der Operateur verantwortlich wäre.

Wie dem auch sei: Mache einen Termin mit dem durchführenden Anästhesisten und fordere zur Not Akteneinsicht: Die muss Dir gewährt werden! (Für Kopien musst Du allerdings selber zahlen und „mitnehmen“ darfst Du sie auch nicht.) Mit der Kopie der Akten (v.a. OP-Bericht und Narkoseprotokoll) gehst Du dann zu einem anderen Anästhesisten
und bittest ihn um seine Meinung. Ggf. kannst Du Dich an die Ärztekammer Deines Bundeslandes wenden und falls sich alle sperren an einen Anwalt.

Ganz können Deine Erinnerungen allerdings nicht stimmen: Mit einem Tubus in der Luftröhre kann man nicht brüllen und normalerweise auch atmen. Es ist allerdings tatsächlich sehr unangenehm mit einem solchem im Hals zu erwachen. Es kann natürlich auch sein, dass Deine Muskeln noch relaxiert waren, aber auch dann wäre Brüllen nicht möglich gewesen…

Während oder kurz nach dem Eingriff
wurde ich allerdings wach.

Kurz nachdem Eingriff ist doch ideal… Dass man dann nochmal wegschläft nicht ungewöhnlich.

Gruß.

P.S.: Was mich mal wieder zu dem Appell veranlasst auch die Anästhesie ernst zu nehmen und sich entsprechend zu informieren und nicht nur den Strahleoperateur wahrzunehmen.

@Manticor

Vielen Dank für deine Hinweise!

Du kannst Recht haben mit der allergischen Reaktion und mit dem Lagerungsschaden! Schäden an den Organen (Gleichgewichtsorgan) möchte ich mir gar nicht ausmalen.

LG
Twiggy

@ vanbranden

Hallo und Danke für deinen Hinweis!

LG
Twiggy

hi

P.S.: Was mich mal wieder zu dem Appell veranlasst auch die
Anästhesie ernst zu nehmen und sich entsprechend zu
informieren und nicht nur den Strahleoperateur wahrzunehmen.

*vollinhaltlichzustimm*

der Anästhesist ist der, der dafür sorgt wie es einem während der OP und danach geht - je genauer er sich über den und den Patienten vorher informiert hat umso besser für alle Beteiligten :o)

der Chirurg ist genau übersetzt „Hand-Werker“ nicht weniger aber eben auch nicht mehr ;o)

Gruß H.