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Braucht der weibliche Körper die Periode?



Hallo!
Mich würde interessieren, ob es irgendwelche gesundheitlichen Folgen haben würde, wenn ich meine Pille ohne Unterbrechung nehmen würde und somit keine Periode haben würde!
In der Packungsbeilage steht zwar drin, daß man sie so um ein paar Tage verschieben kann, aber geht das auch über längere Zeit hinweg?
Danke für Antworten!
Gruß, katharsis.
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Re: Braucht der weibliche Körper die Periode?


Hallo Katharsis,

wenn Du die Pille nimmst hast Du sowieso keine Menstruationsblutung mehr sondern eine "Entzungsblutung". Es gibt Pillen, die können ohne Pause durchgenommen werden (=>keine monatlich Blutung mehr), was man aber mit anderen Pillensorten nicht unbedinngt tun sollte.
Die eintretende Blutung ist eher ein psychologisches Moment, Du musst selbst entscheiden, ob Dich das stören würde wenn keine Blutung mehr eintritt, einige Frauen irritiert es zumindest.

Hat Dich dein(e) Frauenartzt/ärtzin nicht über die physiologischen Vorgänge informiert ? (stirnrunzel)


Grüße von Harriet

Re^2: Braucht der weibliche Körper die Periode?


Hallo!
Nee, hat er nicht! Er hat mir nur gesagt, daß durch die Pille meine Eierstöcke in den Winterschlaf fallen würden! Den Rest sagte mir die Packungsbeilage!
Gruß, katharsis.

Re^3: Braucht der weibliche Körper die Periode?


Hallo Katharsis,

ich denke Du soltest den Arzt wechseln.

Durch die Einnahme der Pille wird dem Körper eine Art "quasi Schwangerschaft" vorgetäuscht, was zum Aussetzen des zyklischen Auf- und Abbaus des Gebärmutterschleims (Zervix) führt. Das Abschliefern des Gebärmutterschleims ist ja die eigentliche Menstruationsblutung, die jetzt natürlich entfällt. Daher ist es für den Körper völlig egal, ob Du eine Blutung hast oder nicht.
Was Fabinne allerdings geschildert ist eine aberrante Erscheinung, die nichts mit der Pille zu tun hat, da der Gebärmutterschleim nur einmal aufgebaut wird und sich im Laufe der Zeit nicht weiter verdickt.

Bei Pro Familia findest Du bestimmt weitere Infos über die verschiedenen Pillenarten (Minipillen, Depotspritzen usw.), bei
mir ist es schon einige Zeit her, daß ich die Pille genommen habe, daher bin ich was die aktuellen Pillen anbetrifft nicht mehr auf dem Laufenden.

Grüße von Harriet

Re^4: Braucht der weibliche Körper die Periode?


Hallo Harriet!!

Ich frag mich jetzt nur, ob es jetzt noch einen gesundheitlichen Aspekt gibt, der beachtet wird, wenn man Pillen verschrieben bekommt, die man 21 Tage einnimmt (also mit 7 Tage Pause) und nicht jeden Tag, oder ob es nur den Sinn hat, dass Frauen den Rythmus, den sie Jahre zuvor eingehalten haben (also alle 4 Wochen im Schnitt die Blutung, weiterhin beibehalten.

Danke fuer die Antwort!!

Babs

Re^5: Braucht der weibliche Körper die Periode?


Hallo Babs,

es ist mit der Blutung wirklich ein psychologisches Problem, aus medizinischer Sicht macht sie keinen Sinn, da eben nicht das Abschliefern des Zervixschleims wie bei einer normalen Menstruationsblutung erfolgt. Viele Frauen leiden durch den regelmäßigen Blutverlust sogar unter Eisenmangel, was nicht unbedingt zum Wohlbefinden beiträgt.

Es ist allerdings nicht ratsam ein 21 Tage Präparat durchgehend zunehmen, wer auf eine Blutung verzichten möchte kann dann auf spezielle Pillenpräparate zurückgreifen.

Grüße von Harriet

Re^6: Braucht der weibliche Körper die Periode?


Hallo Harriet
Es ist allerdings nicht ratsam ein 21 Tage Präparat
durchgehend zunehmen, wer auf eine Blutung verzichten möchte
kann dann auf spezielle Pillenpräparate zurückgreifen.
das w"urde mich interessieren, weshalb es nicht ratsam ist. Ich verwende seit Jahren Microgynon, und habe gute Erfahrungen gemacht, meine Blutung immer mal wieder um einige Tage zu verschieben, bzw wenn ich die Einnahme einer Pille vergass, einige Tage fr"uher zu beginnen ;-)

Nach Berichten wie dem oben erw"ahnten Artikel bin ich am "uberlegen, ob ich mit meinen 21 Tabletten Microgynon nicht auch mal versuchen sollte, meine Blutungen zB auf eine Vierteljahresrhythmus einzustellen. (wenn ich zwischendurch keine vergesse...)

Welche Gr"unde spr"achen denn gegen die Verwendung einer herk"ommlichen Pille?


PS
wenn man nun so eine Pille "uber Monate einnimmt, m"usste das nicht dazu f"uhren, dass auch dann kein Eisprung stattfindet, wenn man eine Pille vergessen wurde? die pille-danach ist ja auch auch nur eine Mega-Herk"ommliche-Pille, oder?


Viele Gr"usse
Michaela

Re: Braucht der weibliche Körper die Periode?


Hallo Katharsis,

also, aus eigener Erfahrung würde ich sagen: ja, braucht der Körper.
Ich selbst habe einige Jahre lang meine Periode nicht oder nur sehr sporadisch gehabt (nicht durch die Pille verursacht), und ich weiß inzwischen: auch wenn Deine Eierstöcke in "Winterschlaf" fallen und Du somit keinen Eisprung hast, so baut sich doch in der Gebärmutter Schleimhaut auf, die regelmäßig abgestoßen werden muß. Als ich einmal ganze 7 Monate am Stück keine Mens hatte und sie dann wieder einsetzte, dachte ich, ich verblute. Und die Ärzte in der Klinik, in der ich dann voller Panik aufgetaucht bin, dachten, ich hätte eine Fehlgeburt, weil da so viel "Krams" rauskam. Nämlich Schleimhaut über Schleimhaut, die sich jeden Monat aufgebaut hatte und die nicht abgestoßen wurde.

Ich würde Dir davon abraten, mit der Pille dauerhaft die Regel zu unterdrücken. Verschieben ist okay, das tun viele wenn sie in Urlaub fahren oder Sportlerinnnen, wenn Wettkämpfe bevorstehen. Aber dauerhaft - das kann nicht gut sein.

Viele Grüße,
Fabienne

Re^2: Braucht der weibliche Körper die Periode?


Hallo Fabienne,

wie wäre es wenn Du dich erstmal über die Fakten informierst, bevor Du falsche Auskünfte gibst.

Grüße von Harriet

Re: Braucht der weibliche Körper die Periode?


Hallo,

leider halten sich Frauen nur allzugern an vage innere Stimmen und Gefühlduseleien. Um neben den bereits vorgebrachten Ammenmärchen auch mal wissenschaftliche Fakten vorzubringen, hier ein Bericht aus der Medical-Tribune, eine Studie, die von 2 Frauen (!) erstellt wurde:

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Wer braucht schon die Menstruation?
Schluss mit der ewigen Bluterei!

MEXICO - Einen Haufen Geld für Binden und Tampons ausgeben, immer wieder Analgetika einwerfen und jeden Monat mehrere Tage schlecht drauf oder gar krank sein: Warum tun sich Frauen das an? Mit einfacher Pillen-Manipulation könnte unter die monatliche Bluterei längst der Schluss-Strich gezogen sein – auch der Wirtschaft täte es gut, so die provozierende Anti-Menstruations-These.

Rein wirtschaftlich gesehen richtet die Menstruation gewaltigen Schaden an, berichten zwei mexikanische Autorinnen im "Lancet". Eine Untersuchung der Firma Texas Instruments beispielsweise konstatierte, dass Arbeiterinnen paramenstruell 25 % ihrer Produktivität einbüßen. Die periodische Frauenpein kostet die US-Industrie sage und schreibe 8 % der Gesamtlöhne und ist führende Ursache gynäkologischer Morbidität, heißt es.


Dauerpille rettet Honeymoon
Doch noch mehr als für die Leiden der Industrie sollten sich Mediziner für die Beschwerden ihrer Patientinnen interessieren. Tun sie aber offenbar nur halbherzig: Herumgedoktert wird bevorzugt symptomatisch, von der Ursache lässt man meist die Finger. Das schreit zum Himmel, meinen die Autorinnen: Bei keiner anderen Erkrankung oder Unpässlichkeit, die so viele Leute mit solcher Regelmäßigkeit heimsucht, wäre eine vergleichbare Ignoranz denkbar. Doch dass die meisten Frauen ihre lästige Periode problemlos abstellen könnten, gehört zu den bestgehütetsten Geheimnissen der Medizin.
Obwohl es so einfach wäre: Aus der Schachtel eines "ordinären" oralen Kontrazeptivums mit niedrigem Östrogengehalt die sieben Plazebopillen entfernen, die für die Pseudoperiode sorgen, und stattdessen kontinuierlich echte Pillen schlucken: Schon ist Schluss mit der lästigen Blutung und ihren unangenehmen Begleitsymptomen. Das Ganze wurde schon vielfach erprobt, zum Beispiel von Sportlerinnen, die am Wettkampftag fit sein möchten, oder Frischvermählten, die sich ihren Honeymoon nicht "versauen" wollen.


Heiliger Gral der Weiblichkeit
Worin begründen sich also die Widerstände gegen das praktische Konzept? Zum einen, so die Autorinnen, werden Frauen und Ärzte konditioniert, die Menstruation als heiligen Gral der Weiblichkeit zu betrachten. Nicht zuletzt aus dem Glauben, Bluten sei für Frauen natürlich und psychologisch wichtig, resultierte ja die Marketing-Strategie der 21/7-Kontrazeptiva. Damit werden die Frauen allerdings getäuscht, denn die Pillen-Entzugsblutung hat mit der natürlichen Periode wenig zu tun. Es baut sich kein dickes Babynest auf – wie beim unbeeinflussten Zyklus –, das es dann "unbedingt abzustoßen gilt". Wozu also der Zauber?
Ist die Blutung wirklich so natürlich, wie es Perioden-Verteidiger behaupten? In der Tat muss man bezweifeln, dass die rund 450 Zyklen der modernen westlichen Frau (Menarche mit ca. zwölf Jahren, maximal zwei bis drei Kinder, kurze Stillzeiten, späte Menopause) von Mutter Natur wirklich so vorgesehen waren. Wirft man einen Blick zurück durch die Jahrhunderte, so wird deutlich, dass unsere Urahninnen (Menarche mit 16, viele Geburten, langes Stillen) nur etwa auf 160 Zyklen kamen.

Vielleicht halten viele Frauen ihre Periode auch für "gesund", weil das Einsetzen der Blutung nicht selten das Ende gewisser prämenstrueller Ärgernisse bedeutet, rätseln die mexikanischen Autorinnen. Aber auch dafür, dass die zahlreichen Zyklen irgend einen gesundheitlichen Benefit brächten, gibt es keinerlei Anhaltspunkte, schreiben sie. Im Gegenteil: Prämenstruelles Syndrom und Endometriose sind klar an den Zyklus gekoppelt, zudem gehen Anämie, bestimmte gynäkologische Malignome (Endometrium, Ovar) sowie Herzerkrankungen mit aufs Konto häufiger Ovulationen.


Kein Krebsschutz für die Gebärmutter
Und dass das regelmäßige Abstoßen der inneren Gebärmutterauskleidung die "Wohnung" sauber, sprich frei von Krebs hält, ist ebenfalls eine Mär: Denn die basale Schleimhautschicht, der Ausgangspunkt maligner Entartungen, bleibt bei der Blutung schön drin.
Die Autorinnen fordern daher, dass Frauen über die Option, die Menstruation ohne gesundheitliches Risiko abstellen zu können, von ihren Ärzten informiert werden sollten. Viele könnten ein freieres, glücklicheres Leben führen, ohne dass die Leistungsfähigkeit regelmäßig einmal im Monat einbricht, Kopf und Bauch wehtun und die Psyche am Boden herumkrebst.

Selbstverständlich, beeilen sich die Kolleginnen zu betonen, soll die Menstruation nicht unangemessen pathologisiert werden. Dass Frausein an sich eine behandlungsbedürftige Krankheit ist, wäre eine Fehlinterpretation ihrer Thesen. Dieser falsche Schluss könnte Munition für abscheuliche Frauenfeinde liefern, die am liebsten alle Weiblichkeit von Führungspositionen und gutbezahlten Jobs fern hielten.


Frau hat die Wahl
Die Suppression der Regel sollte nur als Option verstanden werden, wird betont: Frauen, die von der Natürlichkeit der „Tage“ stark überzeugt sind, müssen mit ihrer Entscheidung akzeptiert, bzw. dürfen nicht diskriminiert werden. Doch jede sollte wählen dürfen, ob sie bluten will oder nicht. Manche wird vielleicht auch nur die Intervalle zwischen den Perioden strecken wollen, um sich in puncto "Natürlichkeit" an ihre Urur-Oma anzunähern.



CG
Quelle: Sarah L. Thomas et al. Population Council, Latin America and the Caribbean, Mexico; The Lancet, Vol. 355, No. 9207 (2000), S. 922 – 924
MTD 27 / 2000 S. 26

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