Schilddrüse, kalte und heiße Knoten

Hallo,

eine 75jährige Frau hat laut Arztbericht von letztem Winter kalte und heiße Knoten in der Schilddrüse und derart schlechte Blutwerte (bezgl. der Schilddrüse), daß dringend zu einer OP im Januar geraten wurde.

Nun haben wir bald August und o. g. Frau war immer noch nicht beim Arzt. Allerdings stelle ich Veränderungen fest, die ich doch sehr bedenklich finde. Die Person, um die es geht, ist seit Monaten in einem fragwürdigen, äußerst unruhigenden Zustand. Ständiges Zitat: „Ich hab so eine Unruhe…“. Sie schläft überaus wenig, ißt wenig, ist absolut überreizt und immer äußerst erregbar. Kopflos, wuselt herum, zittert (vor Aufregung) am ganzen Körper, friert bei 28 Grad Außentemperatur und erzählt so, daß man den Anschein hat, sie ist kurz vor dem Explodieren. Also das Auffälligste ist schlichtweg diese Unruhe, die sie auch verbreitet sobald sie einen Raum betritt.

Ich habe kaum Ahnung von Schilddrüsenerkrankungen, aber genau diese Unruhe erinnert mich einfach an eine Schilddrüsenüberfunktion.

Deswegen meine Frage:
Kann ein Zusammenhang bestehen zwischen oben erwähnten schlechten Schilddrüsenwerten inkl. Knoten und dem Unruhezustand der Person?

Was könnte passieren, wenn o. g. Person weiterhin die nächsten Wochen nicht einen Arzt aufsucht und bzgl. ihrer Schilddrüsenerkrankung etwas unternimmt? Also wie könnten sich die schlechten Blutwerte auf den Gesundheitszustand dieser Frau auswirken?

Bin um jede Antwort dankbar. Nach kalten und heißen Knoten kann ich selbst googeln, freue mich aber über Anmerkungen diesbezüglich.

Liebe Grüße,
Christiane

Kalte Knoten sind hormonell inaktiv, gerne aber mal bösartig, heisse Knoten produzieren gewöhnlich Schilddrüsenhormone unkontrolliert von der körpereigenen Kontrolle. Dadurch kommt es zu einer Schilddrüsenüberfunktion, deren Symptome Du quasi lehrbuchhaft geschildert hast. Eine häufige Endstrecke der manifesten Schilddrüsenüberfunktion ist der Tod durch Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Schlaganfall. Eine OP muss nicht in jedem Fall sein, auch mit sogen. Thyreostatika kann man eine SD-Überfunktion manchmal gut in den Griff bekommen.

Gruß.

Schildkröten u. a.
Hallo,

Für die Überfunktion gibts 3 Therapien. Operation, Radioiodtherapie und Thyreostatika. Letzteres empfiehlt man vorübergehend, jedoch grundsätzlich nicht auf Dauer wegen möglicher Nebenwirkungen. die anderen beiden sind ziemlich gleichwertig. Bei zusätzlichen kalten Knoten ist Operation die beste Option, da ggf. Krebs dahinterstecken kann (ca. 5 % der Fälle).
Die Symptome passen wie die Faust aufs Auge, besser wirds auch nicht mehr. Eher schlimmer, wenn das Herz noch nen Schaden abkriegt, Infarkt bekommt und die Kardiologen beim Herzkatheter fleißig jodhaltiges Kontrastmittel geben.
Also das Mädchen soll sich aufraffen bevors zu spät ist. Find ich jedenfalls.

pp

Die Symptome passen wie die Faust aufs Auge

Ich will eigentlich nicht beckmessern, aber Du meinst das Gegenteil: Passt haargenau.
Udo Becker

Hallo und herzlichen Dank für die Antwort!

Für die Überfunktion gibts 3 Therapien. Operation,
Radioiodtherapie und Thyreostatika. Letzteres empfiehlt man
vorübergehend, jedoch grundsätzlich nicht auf Dauer wegen
möglicher Nebenwirkungen.

Ah, o. K., zumindest würd es für vorübergehend helfen, da besagte Frau meint, daß sie momentan für einen OP „keine Zeit hätte“. (Ich verzichte auf jeglichen Kommentar…)

die anderen beiden sind ziemlich
gleichwertig. Bei zusätzlichen kalten Knoten ist Operation die
beste Option, da ggf. Krebs dahinterstecken kann (ca. 5 % der
Fälle).

Danke, das hatte ich inzwischen ergoogelt.

Die Symptome passen wie die Faust aufs Auge, besser wirds auch
nicht mehr. Eher schlimmer, wenn das Herz noch nen Schaden
abkriegt, Infarkt bekommt und die Kardiologen beim
Herzkatheter fleißig jodhaltiges Kontrastmittel geben.
Also das Mädchen soll sich aufraffen bevors zu spät ist. Find
ich jedenfalls.

Na mal sehen, was ich tun kann. Meine Überredungskünste halten sich in Grenzen. Sehr kontraproduktiv ist die Tatsache, daß die Frau so hibbelig ist (vermutlich eben genau aufgrund der nun eingetretenen Überfunktion) daß sie meint „sie hätte keinen Kopf“ für einen Arztbesuch. Tja, da ist guter Rat teuer…

Übrigens hatte ich vergessen zu erwähnen, daß vorher, also vor vielen Jahren, eher die Diagnose „bayrischer Kropf“ war mit Tendenz zur Unterfunktion. Aber ich denke mal, daß die entstandenen Knoten dies in die andere Richtung beeinflusst haben?

Liebe Grüße,
Christiane

Hallo,

auch hier herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Frage!

Eine häufige Endstrecke der
manifesten Schilddrüsenüberfunktion ist der Tod durch
Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Schlaganfall.

Hmmm und ein überhöhter Blutdruck tut wahrscheinlich sein übriges das ganze noch zu beschleunigen…

Eine OP muss
nicht in jedem Fall sein, auch mit sogen. Thyreostatika kann
man eine SD-Überfunktion manchmal gut in den Griff bekommen.

Danke schön und liebe Grüße,
Christiane

Hallo wie sieht denn ihr Hals sonst so aus, wenn du schon einen Bayrischen kropf erwähntest. Also manche Knoten gucken so allmählich dann auch vor. Ich hab mal geschaut aber ein historisches bild von einem unbehandelten Schilddrüsenkrebs hab ich auf die Schnelle nicht gefunden, das sieht aber extrem „lecker“ aus, wenn sich der Krebs dann so von innen durch die Haut frisst.
Das hier ist zB. mal so etwas vergleichbares, ein Krebs der Ohrspeicheldrüse
http://www.museen-sh.de/ml/digi_einzBild.php?inst=19…
(hoff das geht so mit dem megalangen link)

unter der Bildersuche von google findet sich unter „Schilddrüse Knoten“ eine nette Auswahl, Schilddrüse Krebs bringt nicht so viel.

ich vermute mal das Problem deiner Kollegin ist, dass sie schon den tipp bekommen hat, dass die kalten Knoten Krebs sein könnten, sie sich aber nicht damit abfinden kann und deshalb den Arztbesuch so lange hinauszögert bis es womöglich zu spät ist.

Da sie beide Arten Knoten hat, ist vermutlich eine OP ihr deshalb angeraten worden, Radiojod mag deshalb nicht gehen und für Medikamente könnte es schon damals zu spät gewsen sein. Ausserdem kann man bei einer OP proben entnehmen und testen lassen. Selbst eine vergleichsweise kleine Biopsie ist ja eine OP, vielleicht sollte sie ja sogar nur soetwas machen und hat da etwas missverstanden, weil sie vorher etwas hörte wie „abklären ob es bösartig ist“ und mehr gar nicht aufnehmen konnte.

Sie hat also die Wahl in absehbarer Zeit Herzinfarkt /Schlaganfall (Bluthochdruck kann auch allein durch die Schilddrüse bedingt sein, evtl erledigt sich das auch wenn man die Knoten erledigt) oder bald evtl nicht mehr behandelbaren weil zu weit fortgeschrittenen Schilddrüsenkrebs.
Es mag also zwar sein, dass ihre Befürchtung, dass der Arzt ihr nur noch eine beschränkte Lebenspanne profezeit, wahr wird; aber wenn sie nicht hingeht, dann ist ihr ein baldiger Tod gewiss.
Statt sie zum Arzt zu drängen wäre es evtl also ratsamer ihr deutlich zu machen, dass wenn sie sich nicht behandeln lässt auf jedenfall ziemlich schnell Tod sein wird.

Gruß Susanne
*drück die Daumen*

Die Symptome passen wie die Faust aufs Auge

Ich will eigentlich nicht beckmessern, aber Du meinst das
Gegenteil: Passt haargenau.

Ich will auch nicht beckmessern, aber beide Bedeutungen sind korrekt.
http://de.wiktionary.org/wiki/passen_wie_die_Faust_a…

Gruß,

Myriam