Noch eine Frage zum Hirntumor

Hallo zusammen,

ich habe irgendwo gelesen, dass ein Hirntumor meist eine Metastase eines anderen Tumores ist. Trifft das tatsächlich zu? Falls das zutrifft, gilt das auch für gutartige Hirntumore?

Mit welcher Untersuchung/welchen Untersuchungen kann man am besten feststellen ob es irgendwo im Körper einen Tumorherd gibt?

Ihr seht ich mache mir doch ein paar Gedanken. Der Neurochirurg stellte den Tumor als völlig harmlos hin, was ich allerdings im Nachhinein näher hinterfragen möchte. Da ich leider erst in ein paar Wochen wieder einen Termin bei ihm habe, suche ich erst einmal hier nach Antworten.

Viele Grüße

Samira

Hallo!

ich habe irgendwo gelesen, dass ein Hirntumor meist eine
Metastase eines anderen Tumores ist. Trifft das tatsächlich
zu?

Diese Aussage habe ich auch schon gehört, habe gerade jedoch keine zitierfähige Aussage dazu in der Hand. Das Wort „meist“ ist ja immer sehr gefährlich und es ist auch nicht klar, ob hier Prävalenzen oder Inzidenzen gemeint sind.
Aber: Diese Aussage bezieht sich nur auf maligne Tumoren.
Meine Erfahrung deckt sich mit der Aussage. Eine Hand voll Patienten habe ich gesehen mit malignen Hirntumoren, aber das waren alles Metastasen von Karzinomen oder Melanomen.

Falls das zutrifft, gilt das auch für gutartige
Hirntumore?

Nein, auf keinen Fall, da gutartige Tumoren per Definition nicht metastasieren.

Mit welcher Untersuchung/welchen Untersuchungen kann man am
besten feststellen ob es irgendwo im Körper einen Tumorherd
gibt?

Geeignet wäre da ein PET-CT (PositronenEmissionsTomogramm mit einem ComputerTomogramm). Positronenemissionstomographen werden heute in der Regel als Kombinationsgerät mit einem CT verkauft. Wer einen PET hat, hat auch oft gleichzeitig einen CT dran.

Ihr seht ich mache mir doch ein paar Gedanken. Der
Neurochirurg stellte den Tumor als völlig harmlos hin, was ich
allerdings im Nachhinein näher hinterfragen möchte.

Du kannst normalerweise die Untersuchungsberichte erhalten. Bin kein Kliniker, aber ruf vielleicht mal in der Klinik oder Praxis an und lass Dir den schriftlichen Befund in Kopie geben, wenn es Dich interessiert.
Hier kann keiner wissen, was jemand anderem aufgefallen ist auf Bildern, die hier niemand gesehen hat.

Gruß, Stefan

Hallo Stefan,

vielen Dank für deine beiden Antworten. Das hat mir schonmal etwas weiter geholfen. Mir ist klar, dass niemand etwas genaues dazu sagen kann. Dafür ist ja auch letztendlich mein Arzt zuständig. Mir sind nur im Nachhinein ein paar Fragen eingefallen, wegen denen ich ihn nicht per Telefon belästigen wollte. Deswegen habe ich sie hier reingestellt.

Danke nochmal und Gruß

Samira

ich habe irgendwo gelesen, dass ein Hirntumor meist eine
Metastase eines anderen Tumores ist. Trifft das tatsächlich
zu? Falls das zutrifft, gilt das auch für gutartige
Hirntumore?

Das müssen wir etwas auseinander pflücken:

  • Es gibt keine gutartigen sekundären Tumore (= Metastasen).
  • Hirnmetastasen sind in den meisten Fällen ‚Nebenkriegsschauplätze‘ von Brust- und Lungenkrebs.
  • Einzelne Hirnmetastasen kommen meines Wissens nicht vor (es sind meist - wenn auch zum Teil winzige - aber eben mehrere Herde; nicht ein einzelner Tumor).

Im Umkehrschluss heißt das: ein benigner Hirntumor ist ein primärer Hirntumor; d. h. er entsteht im bzw. am Gehirn.

Mit welcher Untersuchung/welchen Untersuchungen kann man am
besten feststellen ob es irgendwo im Körper einen Tumorherd
gibt?

Neben den bildgebenden Verfahren? Umfassende Labordiagnostik (Stichwort: Tumormarker, wobei hier sorgfältigste Anamnese unerlässlich ist - schon eine relativ harmlose Darmentzündung oder die das Rauchen können bei manchen Tumormarkern zu falsch-positiven Ergebnissen führen).

Ihr seht ich mache mir doch ein paar Gedanken.

Verständlich… Und jetzt gönn dir ein bißchen Ruhe und versuch abzuschalten.

Hallo Samira,

ich habe irgendwo gelesen, dass ein Hirntumor meist eine
Metastase eines anderen Tumores ist. Trifft das tatsächlich
zu?

das stimmt so nicht. „Hirntumor“ heißt ja eigentlich nur „Schwellung im Gehirn“. Die Ursache kann gutartig oder bösartig sein. Wenn es bösartig ist (was bei Dir ja nicht der Fall zusein scheint), dann kann es entweder direkt vom Gehirn ausgehen (also bösartiger Hirntumor), oder aber eine Metastase sein.
(Ein bösartiger Tumor zeichnet sich in der Regel (es gibt Ausnahmen, aber das würde den Rahmen hier sprengen!) dadurch aus, daß die Zellen entarten/entdifferenzieren und sich nicht mehr an ihre natürlichen Grenzen halten, also daß das bösartige Gewebe in andere Gewebe „einwachsen“ kann und dann letztendlich auch Metastasen (Zellen werden durch das Blut oder die Lymphe oder andere Flüssigkeiten weiter weg transportiert und siedeln sich dort an und wachsen dann wieder „rücksichtslos“ weiter) setzen kann. Bei Metastasen ist es so, daß sie einzeln, aber auch „in Mengen“ vorkommen können.)
Metastasen haben im CT/MRT ein typisches Bild und wenn sich Dein Neurochirurg so definitiv festgelegt hat, dann ist er sich seiner Sache auch sicher!
Mit anderen Worten: klar, daß Du Dir viele Gedanken und Sorgen machst, das würde wohl jeder, aber Du kannst wohl beruhigt sein.

(Wenn man den Verdacht hätte, daß es sich um eine Metastase handelt, würde man erstmal die typischen Organe untersuchen mit CT (in manchen Häusern auch mit Sono/Rö). Aber, wie gesagt, das ist bei Dir nicht nötig.)

Trotzdem würde ich aber mal alle Fragen aufschreiben und Deinen Arzt löchern. Was genau ist das für ein Tumor (es gibt z.B. Tumoren, die von der Hirnanhangsdrüse ausgehen und dann hormonelle Veränderungen nach sich ziehen können, sowas sollte dann mal untersucht werden, beim Endokrinologen), wie kann er festlegen, daß es gutartig ist, etc…

Oft traut man sich nicht, die Ärzte zu fragen, aber es ist ja für Dich wichtig, genauer Bescheid zu wissen und Du hast ein Recht dazu, genau informiert zu sein!!!

Viele Grüße

Garlochi