Vanessa,
das mit dem Zeckenbiss ist nur die halbe Wahrheit. Aber da ich keine Panik schüren möchte, bin ich in meinem ersten Beitrag an Dich auf die zweite Möglichkeit bewußt nicht eingegangen, da diese von den Wissenschaftlern als „sehr wahrscheinlich“ aber eben (noch) nicht als „sicher“ beurteilt wird:
In der Wissenschaft geht man zunehmend davon aus, dass die Borreliose nicht ausschließlich durch Zecken übertragen werden kann, sondern auch durch anderes Kleingetier. Insbesondere Stechmücken werden hoch verdächtigt, dass auch sie diese Erreger übertragen bzw. zumindest übertragen können. Die Argumentation der Wissenschaftler läuft in Richtung Malaria: von der Malaria weiß man, dass diese durch Stechmücken übertragen wird. Auch dies ist eine bakterielle Erkrankung (Infektion), genau so wie die Borreliose. Also spricht man immer häufiger davon, dass durch den Klimawandel auch bei uns die Stechmücken eine Überträgergruppe sein dürfte. Ganz 100% bewiesen ist das aber noch nicht.
In diesem Sinne: Es braucht nicht unbedingt eine Zecke, um Borreliose zu bekommen (zumindest höchstwahrscheinlich nicht unbedingt). Aber wer rennt denn schon wegen jedem Mückenstich zum Arzt? Niemand. Man würde sich lächerlich machen. Und das - zumindest bisher - auch zurecht, denn (noch) sind die Wahrscheinlichkeiten die Borreliose sich über einen Mückenstich einzufangen, recht gering (aber eben nicht ausgeschlossen).
Lies mal eine Zeitlang im Borreliose-Forum des Deutschen Borreliose Bundes mit (z.B. einige der ca. 1000 Krankengeschichten, die dort verfügbar sind), und Du wirst schnell erfahren, dass die Borre eine sehr variable Krankheit ist mit etwa 130 verschiedenen Symptomen, die aber nicht alle ein einzelner Mensch bekommen muss. Da kannst Du u.a. lesen, dass Borre bei manchen Patienten auf die Augen schlägt, bei anderen auf die Gelenke, bei anderen auf das Gedächtnis etc. wie gesagt: ca. 130 verschiedene Möglichkeiten.
Je mehr Symptome Du für Dich selbst mit „Ja, das habe ich ja auch“ beantworten musst, um so wahrscheinlicher wird es, dass Du an Borre leidest.
Abschließend: leider ist die Krankheit noch sehr wenig erforscht und dieses wenige Wissen ist leider bei den allermeisten Ärzten noch nicht angekommen. Sie wissen so viel von dieser Krankheit, wie eine Kuh von der Mathematik, also gar nichts. Da die Krankheit noch so schlecht erforscht ist, gibt es auch keine wirklich zuverlässigen Untersuchungsmethoden. Die Bluttests liefern oft falsche Ergebnisse, somit läuft viel bei einem „wissenden“ Arzt über die Symptomatik, die der Patient schildert (Beschwerden) und nur in der Nebenrolle über die Blutwerte.
So, das soll für heute reichen. Wie gesagt, ich empfehle Dir, Dir die Zeit zu nehmen und im Borreliose-Forum
http://www.borreliose-forum.de/cms/html/index.php
mitzulesen, bzw. Dir dort Rat zu holen.
Ich wünsche Dir eine schnelle Besserung und einen schönen Abend
Alexander
das ist eine gute idee, allerdings wurde ich bisher noch nicht
von einer zecke gebissen.
trotzdem ein grosses dankeschön an dich alexander!