Verletzung der Speiseröhre

Hallo,

ich habe mir letzte Woche Mittwoch Abend beim chicken wings essen wohl ein Stück Knochen mit runtergeschluckt. Mittwoch abend hatte nich noch keine Beschwerden, die fingen aber Donnerstag morgen dann so richtig an.

Ich hatte Schmerzen bein schlucken und auch das Gefühl irgendwas blockiert im Brustbereich das schlucken.

Ich bin dann zum HNO der hat mir durch die Nase bis zum Eingang der Speiseröhre geschaut da war alles i. O.

Er hat gesagt höchstwahrscheinlich habe ich mir die Speiseröhre verbrannt oder es ist etwas entlang geschrappt. da würde dann das Gefühl dadurch entstehen, man habe noch was in der Röhre.

Zur Absicherung hat er mich zu einem Radiologen geschickt, der mich eine komische Flüssigkeit hat schlucken lassen und ich stand vor so einem Gerät, wo er anhand dessen dann feststellte, dass sich kein Fremdkörper darin befinde.

Ich soll nach hause gehen und das ganze dann in Ruhe aussitzen und nichts scharfes oder gegrilltes essen. Gesagt getan.

Samstag ging es mir auch schon viel besser, auch Sonntag hatte ich fast nichts mehr gemerkt bis ich Sonntag nacht nochmal aufstand und einen stechenden Schmerz in der linken Brust spürte der durch meinen Köprer hindurch bis zum Schulterblatt ging auf der linken Seite. Es fühlte sich an, als ob da jemand ein Messer reingebohrt hätte.

Ich bin nach einer Nacht ohne schlaf weil ich innerhalb von einer halben Stunde so Schmerzen hatte, dass ich nicht mehr liegen konnte und gar nichts mehr, am Montag morgen zum Arzt.

Dieser hat mir Antibiotika aufgeschrieben und gesagt das sei eine Entzündung er würde aber gerne nochmal Rücksprache mit einem anderen Arzt halten.

Dieser Arzt lädt mich jetzt in seine Praxis ein und da soll ich hinkommen. Er wolle mir zur Sicherheit nochmal ne narkose setzen und dann in die Speiseröhre hineinschauen.

Seit ich das Antibiotika nehme, geht es mir etwas besser, der schmerz in der Brust ist schon deutlich weniger aber er ist noch zu spüren. Gestern fühlte ich mich wieder ganz gut, heute fühle ich mich, als ob ich eine Grippe habe.

Vielleicht kommt das auch durch das Antibiotika weil es heute recht warm ist?

Auf alle Fälle möchte ich nun Euren Rat hören, denn ich denke, auch wenn ich ne entzündung in der speiseröhre habe und der doc die findet bei dem kleinen eingriff bekomm ich doch nichts anderes als Antibiotika oder?

Ich hab immer etwas angst das man von den ärzten veräppelt wird wenn man so wie ich privatpatient ist. hier noch ne behandlung, da noch was. gibt ja alles geld.

oder sollte ich lieber wirklich diese untersuchung vornehmen lassen?

Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

Gruss

Dirk

Letzten Endes entscheidet doch Dein Leidensdruck. Hast du das Bedürfnis abklären zu lassen, was da los ist? Die Methoden sind schwierig als sinnig oder unsinnig einzuschätzen.

Warum hast Du Antibiotika bekommen? wurde Blut abgenommen und erhöhte entzündungswerte festgestellt? oder hattest Du fieber? ansonsten sind sie quark…

für mich hören sich die plötzlichen beschwerden nach dem aufstehen eher nach interkostalneuralgie an (eingeklemmter nerv zwischen den rippen). letztlich ist es aber fast unmöglich herauszubekommen, ob nicht doch ein spitzer knochen durch die speiseröhrenwand hindurchgewandert ist und nun im brustkorb liegt. selbst mit einer spiegelung der speiseröhre (das wird übrigens in aller regel OHNE narkose gemacht, sondern nur mit sedierung)würde man die durchtrittsstelle vermutlich übersehen. dafür wäre ein thorax-ct angebracht. eine entzündung, vernarbung, verbrennung könnte man mit einer spiegelung allerdings erkennen/ausschließen.

bei einer entzündung der speiseröhre bekommt man in aller regel KEIN antibiotikum (bei pilzbefall mal ein antimykotikum), sondern einen säurehemmer, der die „zurückschwappende“ säure aus dem magen vermindert.

so richtig kann ich mir das also auch nicht zusammenreimen, aber häufig wird ja auch unzureichend kommunziert, was an beiden seiten liegt…

Ich hab immer etwas angst das man von den ärzten veräppelt
wird wenn man so wie ich privatpatient ist. hier noch ne
behandlung, da noch was. gibt ja alles geld.

Erkläre mir doch bitte mal, wie Du darauf kommst, was das zu bedeuten hat? Ich könnte immer anfangen zu heulen, wenn ich sowas lese. Würde solche Aussagen einfach zu gerne mal verstehen.

ratlos

pp

Hallo Preisselpoehl,

Ich hab immer etwas angst das man von den ärzten veräppelt
wird wenn man so wie ich privatpatient ist. hier noch ne
behandlung, da noch was. gibt ja alles geld.

Erkläre mir doch bitte mal, wie Du darauf kommst, was das zu
bedeuten hat? Ich könnte immer anfangen zu heulen, wenn ich
sowas lese. Würde solche Aussagen einfach zu gerne mal
verstehen.

ratlos

das haben sich die Weißkittel ganz alleine selbst zuzuschreiben. Ich kann Dirk sehr gut verstehen. Wie sagte mal eine Allgemein-Medizinerin zu mir (nicht meine Hausärztin): Die Medizin ist eine Erfahrungswissenschaft, das heißt, jeder Arzt behandelt gemäß den Erfahrungen, die er selbst gemacht hat. Da habe ich nicht schlecht gestaunt: Bis dato glaubte ich nämlich, Medizin sei eine Naturwissenschaft. Diesen Glauben hat mir aber auch die Erkrankung meiner Frau mit all den stümperhaften Fehlern der Ärzteschaft gründlich geraubt. Und ich muss immer wieder feststellen: diese Allgemeinärztin hat Recht. Und damit wird auch bestätigt, dass die allermeisten Ärzte nur die 50 häufigsten Erkrankungen so halbwegs richtig behandeln, schon bei der einundfünfzigst-häufigsten Krankheit versagen viele kläglich. Und mit dem Privat-Patienten-Wesen kommt dann noch die Abzocke dazu. Skrupellos sind die allermeisten Ärzte ja ohnehin, das ist ja bekannt (sie müssen ja die Leiden der Patienten auch nicht aushalten: „jetzt stellen Sie sich nicht so an, Sie sind doch nicht schwer krank, na dann müssen Sie halt mehr Ausdauersport machen“ - obwohl noch kurz zuvor regelmäßig Ausdauersport in umfangreichem Maß gemacht wurde. Stories könnte ich da erzählen…)
Und den dritten Aspekt, den kann man sowieso am schwersten beweisen (und als kleiner Patient schon gleich gar nicht), das ist das neuerdings als „Siemens-Effekt“ bezeichnete Phänomen.

Du kennst ja den Spruch: Seltsamerweise fangen überflüssige Berufe häufig mit „A“ an: Architekt (Eislaufhalleneinsturz vor 2 Jahren), Arzt (Stümper ohne Ende), Amtmann (Das Formular für das Formular des Antrages zum Antrag), Anwalt (im Volksmund: Rechtsverdreher).

Aber Du kennst auch den Spruch: Keine Regel ohne Ausnahme.

Solltest Du Arzt sein, so kann ich Dich nicht von Deinem Heulen abhalten. Es ist wohl berechtigt, Dein Heulen, wenngleich wohl aus einem anderem Grund - nämlich aus der Sicht des Patienten.

Leider hat man ja in den 1930er Jahren den Eid des Hyppokrates abgeschafft, den bis dahin jeder ausgelernte Mediziner ablegen musste. Heute sieht man halt die Folgen…

Leider wahr. Trotzdem: Nix fia unguad.

Schönen Sonntag

Alexander

1 „Gefällt mir“

Pauschalhammer
Hi,

Du machst den Fehler, Einzelerfahrungen zu pauschalisieren. Weil einmal eine Halle einstürzt sind alle Architekten Nieten (die Millionen anderer Gebäude, die stabil und auf Dauer stehen ignorierst Du), weil eingige Ärzte Fehler machen sind alle Ärzte Pfuscher etc.

So funktioniert die Welt aber nicht. Differenzieren ist im Allgemeinen eine gute Angewohnheit.

Und wenn Du mal einen Blick ins Ausland wirfst, dann wirst Du schnell bemerken, dass unsere Ärzte in der Regel sehr gut sind. Schwarze Schafe gibts überall, das sollte jedoch nie dazu führen, einen kompletten Berufsstand zu diffamieren.

Gruss,
Herb

Herb, guten Morgen,

ja, es sind zweifelsfrei Pauschalisierungen. Aber es ist die gängige Stammtischmeinung, die ich zitiert habe.

Du kennst ja auch den Ausspruch:

Keine Regel ohne Ausnahme.

Natürlich gibt es diese Ausnahmen. Aber es sind halt leider nur Ausnahmen. Ich würde es mir auch anders wünschen. Leider stimmt da der Wunsch und die Realität in aller Regel wieder mal nicht überein.

Also lassen wir es gut sein. Die Ärzte machen, was sie können oder wollen. Weder ich noch Du können daran was ändern. Da müsste die Politik ran, die aber ebenfalls leider gar nichts unternimmt.

Trotzdem einen schönen Sonntag

von einem von der Ärzteschaft in aller Regel (Ausnahmen bestätigen diese) schwer enttäuschten

Alexander

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

dann is ja gut

gängige Stammtischmeinung, die ich zitiert habe.

müsste die Politik ran, die aber ebenfalls leider gar nichts
unternimmt.

von einem von der Ärzteschaft in aller Regel (Ausnahmen
bestätigen diese) schwer enttäuschten

na gut, wenn man die 3 Aussagen untereinanderstellt, erübrigt sich doch fast ein Kommentar.
Stammtischmeinungengehörenan den Stammtisch, sonst nirgendwohin. Kurios wird es nur, wenn der Stammtischvertreter die Politik zu Hilfe ruft. Die verdienen nämlich immer zuviel, zocken bei den Diäten ab, sind korrupt, völlig abgehoben, machtgeil … Genau die Samriter im Kampf gegen böse Ärz-, 'tschuldigung Pfuscher.
Hätte ich doch beinahe jemanden ernst genommen…

pp

Irrtum ein- und zugestehen
Hallo,

eine Allgemein-Medizinerin zu mir (nicht meine Hausärztin):
Die Medizin ist eine Erfahrungswissenschaft, das heißt, jeder
Arzt behandelt gemäß den Erfahrungen, die er selbst gemacht
hat. Da habe ich nicht schlecht gestaunt: Bis dato glaubte ich
nämlich, Medizin sei eine Naturwissenschaft.

Medizin ist keine Naturwissenschaft, nicht in dem „korrekten“ Sinn wie Mathe, Chemie, Physik. Auch wenn sie mit darauf aufbaut. Es ist und bleibt eine Erfahrungswissenschaft, die sich naturwissenschaftlicher Methoden bedient.

Skrupellos sind die
allermeisten Ärzte ja ohnehin, das ist ja bekannt

Das ist doch Dummquatsch in beiden Teilsätzen.

Und den dritten Aspekt, den kann man sowieso am schwersten
beweisen (und als kleiner Patient schon gleich gar nicht), das
ist das neuerdings als „Siemens-Effekt“ bezeichnete Phänomen.

Stammtisch: Ich war wegen … beim Dokter, der hat mich abgehorcht und ausgefragt und meint nun zu wissen was ich hab. Nicht mal ein Kernspin, Ct, Blutabnahme, Ultraschall, EGK, EEG (…) hat er gemacht. Und zum Spezialisten überweisen wollt er mich auch nicht. So spricht er der arme kleine unmündige Patient.

Du kennst ja den Spruch: Seltsamerweise fangen überflüssige
Berufe häufig mit „A“ an: Architekt (Eislaufhalleneinsturz vor
2 Jahren), Arzt (Stümper ohne Ende), Amtmann (Das Formular für
das Formular des Antrages zum Antrag), Anwalt (im Volksmund:
Rechtsverdreher).

Und genau zu letzterem rennt dieser o. g. Patient dann, um seinen Dokter zu verklagen. Dann ist der Anwalt komischerweise gut genug.

Leider hat man ja in den 1930er Jahren den Eid des Hyppokrates
abgeschafft, den bis dahin jeder ausgelernte Mediziner ablegen
musste. Heute sieht man halt die Folgen…

Du hast keine Ahnung, was in dem Eid drin steht.

pp

1 „Gefällt mir“

Hallo Preisselpoehl,

vielleicht war es ungeschickt, Dir auf Deinen Beitrag „ich könnte jedesmal heulen, wenn ich so was lese“, nicht mittels e-mail geantwortet zu haben, sondern hier im Brett.

Natürlich sind die pauschalisierten Stammtischmeinungen (jeglicher Art) in ihrer Absolutheit immer überzogen und ungerechtfertigt. Da hast Du völlig recht, das sehe ich genau so.

Aber Du hattest Deine Fassungslosigkeit geäussert, und damit Du erkennst (ich sage nicht: „verstehst“) warum diese Meinung(en) existieren, darum muss man halt schon mal übertreiben und was als Absolutum hinstellen, auch wenn man selbst gar nicht so in dieser Konsequenz dieser Meinung ist. Zur Info: ich habe einen sehr umsichtigen und verantwortungsbewussten Hausarzt, der so manche Inkompetenz von so manchem „spezialisierten“ Arzt (egal ob Neurologe, Internist, Rheumatologe etc.) wieder wett macht. Und vor allem, was ich ihm hoch anrechne und was auch anderen Ärzten gut anstehen würde: Er sagt, wenn er was nicht weiß, wenn er damit keine Erfahrung hat etc. und macht sich - so weit es ihm möglich ist - selbst schlau, nicht nur über eine Quelle, sondern über viele verschiedenen. Und mir geht halt einfach die Hutschnur hoch, wenn ich - schon mehrfach hier im Brett - lese, dass der Arzt so hochnäsig ist und sagt "ich habe studiert, ich weiß Bescheid, ich lege die Therapie fest und das haben Sie, ungeliebter Patient, gefälligst zu akzeptieren. Schließlich ist der Patient sein Top-Experte für seinen Körper, er (der Patient) kennt sich, muss die Schmerzen (und ggf. Spätfolgen) aushalten, nicht der Arzt. Und wenn der Patient sagt: Ich kenne mich so gut, dass ich genau weiß, dass das was der Arzt sagt, nicht die Ursache sein kann, dann trifft Experte (= Patient) auf Gschdudierten. Und nur des Papieres wegen die Erfahrung des Patienten weg zu wischen und den Patienten niederzumachen, das ist halt nicht gut und nicht sinnvoll.

Das Patienten-Arzt-Verhältnis muss ein Vertrauensverhältnis sein, sonst funktioniert der ganze Heilungsprozess nicht.

Resumee: obwohl ich von viele Ärzten schwer enttäuscht bin (auch über die Erfahrungen mit der chronischen Krankheit meiner Frau), so ist die Stammtischmeinung, die ich oben geschildert habe, natürlich deutlich übertrieben und zugespitzt und somit nicht mit meiner ureigensten Meinung gleichzusetzen. Das siehst Du hoffentlich schon an den anderen Beispielen mit den Rechtsanwälten, Beamten und Architekten. (Diese Berufsgruppen haben aber halt tendenziell auch einen ziemlich schlechten Ruf in der landläufigen Meinung der „Durchschnittsbevölkerung“).

gängige Stammtischmeinung, die ich zitiert habe.

müsste die Politik ran, die aber ebenfalls leider gar nichts
unternimmt.

von einem von der Ärzteschaft in aller Regel (Ausnahmen
bestätigen diese) schwer enttäuschten

na gut, wenn man die 3 Aussagen untereinanderstellt, erübrigt
sich doch fast ein Kommentar.
Stammtischmeinungengehörenan den Stammtisch, sonst
nirgendwohin. Kurios wird es nur, wenn der Stammtischvertreter
die Politik zu Hilfe ruft. Die verdienen nämlich immer zuviel,
zocken bei den Diäten ab, sind korrupt, völlig abgehoben,
machtgeil … Genau die Samriter im Kampf gegen böse Ärz-,
'tschuldigung Pfuscher.

Genau so sind Stammtische, die dort geäußerten Meinungen widersprechen sich zuweilen. Du hast es voll erfasst.

Hätte ich doch beinahe jemanden ernst genommen…

Wie gesagt: obige Darstellung ist natürlich überspitzt und nicht mit meiner Meinung gleichzusetzen. In aller Regel bin ich ein sehr offener und vertrauensseliger Mensch, der auch viel Wert auf ein Vertrauensverhältnis, insbesondere zum Hausarzt, legt (und hat!).

So, und jetzt *abtauch für 2 Wochen in die Sommerferien*

Herzliche Grüße

Alexander