Rote Blutkörperchen und Sonnenlicht

Hallo,

gibt es einen Zusammenhang zwischen der Bildung von roten Blutkörperchen und der Aufnahme von Sonnenlicht (über die Haut)?
Trotz aufwändigem Googlen habe ich so gut wie nichts darüber gefunden. Ich könnte mir vorstellen, dass es ein alter Irrglaube ist, da Menschen, die sich wenig in der Sonne aufhalten, natürlich auch blasser sind.

Viele Grüße,
Michael

Ich könnte mir vorstellen, dass es ein alter

Irrglaube ist, da Menschen, die sich wenig in der Sonne
aufhalten, natürlich auch blasser sind.

Die Menschen sind deshalb blasser ,weil durch weniger Sonnenlicht auch weniger Melanin (Das macht die Haut dunkler) gebildet wird.
In Norwegen werden die Kinder im Winter mit UV-Licht bestrahlt um Vitamin-D Mangel vorzubeugen. Ich weiss nicht ,ob das für die Bildung von roten Blutkörperchen wichtig ist.

Hallo,

im entfernteren Sinne hat es mit den Blutkörperchen zu tun, und zwar mit Eisenmangel. Blasse Menschen haben meist einen Eisenmangel, was am Transferritin oft liegt, also am Transporter. Irland, Rothaarige wären ein Beispiel.

Gruß
Michael

im entfernteren Sinne hat es mit den Blutkörperchen zu tun,
und zwar mit Eisenmangel. Blasse Menschen haben meist einen
Eisenmangel, was am Transferritin oft liegt, also am
Transporter.

also erstmal: Menschen mit einer Anämie (weniger Hämoglobin (Hb)) sind blasser, als sie es wären, wenn sie einen normalen Hb-Gehalt im Blut hätten.
Das hat aber nix mit dem Nord-Süd-Gefälle und der Hautfarbe an sich zu tun.
Bei der Hautfarbe spielt tatsächlich das Melanin eine Rolle, welches es bei uns Menschen in 2 Varianten gibt (Eumelanin (braun-schwärzlich) und Phäomelanin (gelblich-rötlich)). Letztendlich bestimmt die Zusammensetzung dieser beiden Melaninformen die Haut- und Haarfarbe (viel Phäomelanin = rote Haare, fast kein Phäomelanin = schwarze Haare). Man geht davon aus, daß Eumelanin vor der Bildung von freien Radikalen durch Sonneneinstrahlung schützt. Die Natur hat die Menschen, welche stärker der Sonne ausgesetzt sind, mit mehr Eumelanin ausgestattet, damit sie nicht so gefährdet sind (Sonnenbrand und malignes Melanom gibt es häufiger bei Rothaarigen…).

Die andere Sache ist die Anämie, gemeinhin als Blutarmut bezeichnet. Das hat nix mit Sonneneinstrahlung zu tun, sondern lediglich mit der Bildung des Hämoglobins und der Erythrozyten. Ist das in irgendeiner Weise gestört (z.B. kein Eisen da und dann kann auch kein Hb gebildet werden oder aber andere Störungen (würde hier zu lang werden!)), dann haben diese Menschen eine Anämie, d.h. weniger rote Blutkörperchen bzw. weniger Hämoglobin, dadurch könnte die Haut weniger rosig aussehen (sieht man ja bei helleren Menschen leichter, man sieht es aber bei allen Menschen sehr gut an den Schleimhäuten).

Transferrin ist ein Eisentransportprotein, hat aber keinen Einfluss auf Eisenmangel.
Ferritin ist ein Eisenspeicherprotein.
Beide haben keinen Einfluss auf Eisenmangel und sind vielmehr verändert bei verändertem Eisengehalt im Blut. Sie werden zur Beurteilung des Eisenmangels benutzt.

ach, beinahe hätte ichs noch vergessen:
durch Sonneneinstrahlung wird in der Haut Vit D2 in Vit D3 umgewandelt. Fehlt dauerhaft Sonne, dann kann es zu Rachitis (weichen Knochen) durch Vit. D-Mangel kommen…

Säuglinge werden zur Verhütung des Kerinkterus bei Neugeborenengelbsucht unter kurzwelliges Licht gelegt, damit das in der Haut eingelagerte Bilirubin (Hämoglobinabbauprodukt) glukoronidieren kann und über die Galle ausgeschieden werden kann…

Sorry, so lange sollte es eigentlich nicht werden. Ich hoffe, daß jetzt etwas mehr Klarheit besteht!

Viele Grüße

Garlochi