Re^2: Wie genau machen Bakterien krank?
Jaspers Darstellung der "Arbeitsweise" von Viren war um einiges präziser, denn korrekterweise hat er gerade NICHT von Ausscheidungen gesprochen:
Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel und scheiden daher nichts aus. Sie docken lediglich an die Zellen an und injizieren genetisches Material, welches bis entweder direkt über RNA-Replikation im Zellraum vervielfältigt wird oder aber bis in den Zellkern gelangt und dort in den genetischen Code der Zelle eingebaut wird (deshalb kann man noch Jahrzehnte nach einer Windpockeninfektion ohne erneuten Erregerkontakt eine Gürtelrose bekommen). Die massive Virenreplikation führt meist zur Zellzerstörung (extrem bei hämorrhagischem Fieber).
Bakterien wirken um einiges vielfältiger: Einige wenige dringen ebenfalls in Zellen ein und existieren dort parasitär bis zum Untergang der Zellen (am genetischen Zellcode verändern sie aber gar nichts). Oder aber sie siedeln sich zwischen den Zellen an und vermehren sich dort, wobei das Immunsystem auf die erkannten Fremdkörper reagiert und eine Entzündungsreaktion auslöst. Nicht selten macht diese notwendige Reaktion subjektiv mehr Beschwerden als die eigentliche Infektion (Schmerzen, Rötung, Schwellung, Fieber).
Bei einigen Erregern sind es auch Gifte (Exotoxine, bei Bakterienzerstörung freiwerdende Endotoxine), die zu Symptomen führen. Botulismus ist hier ein gutes Beispiel ("Gift der Gifte")
Pilze und Protozoen (z. B. Malariaerreger, Toxoplasmoseerreger) haben nochmal eigene Besonderheiten bei der Krankheitsentstehung.
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