Re: Das ist aber wohl nicht immer so einfach, oder
Hallo Uwe,
viele Jahre habe ich u. a. auch parasitologisch gearbeitet, allerdings in der Diagnostik. Für die Therapie waren selbstverständlich unsere, speziell in Tropenmedizin ausgebildeten Ärzte zuständig.
Lamblien (Giardien) gelten in der Regel als unproblematisch. Vor Jahren galt unter den Ärzten nur ein starker Befall als pathologisch - die Erfahrung der Jahre zeigte aber, dass es sinnvoll ist, jede auch nur vereinzelt im Mikroskop nachgewiese Lamblienzyste doch besser als Lambliasis zu therapieren.
Bei Amöben, speziell der malignen Form (Entamöba histolytica), sehen Krankheitsbild und Therapie (Kombination) und Behandlungsresistenz schon anders aus. Leberabszess und andere Komplikationen sind (wenn auch selten) möglich.
Hier spricht oft nicht gleich die erste Behandlung voll an.
Während die einmalig, konsequent durchgeführte Therapie bei Lamblien meist problemlos zur Beseitigung der Parasiten führt.
Die günstigste Empfehlung ist trotzdem, einige Tage nach beendeter Therapie, den Erfolg kontrollieren zu lassen, indem man 3 verschiedene Stuhlproben, von 3 aufeinanderfolgenden Tagen, zur Untersuchung ins Labor gibt. Dann hat man eine Nachweis-Sicherheit von ca. 98%, wenn es sich um ein gutes Labor handelt.
Die Lamblias (Erreger weltweit verbreitet) kann man auch als opportunistische Erkrankung bezeichnen. Nicht jeder, der Zysten schluckt (Salate, Trinkwasser) erkrankt auch. Die Infektionsrate steigt an, bei fehlender Magensäure (Sub- oder Anazidität), zuckerhaltiger Kost, sowie bei Immundefiziten. Deshalb kann eine, durch z. B. üblicherweise pathogene Colikeime ausgelöste Diarrhoe, in Ländern mit niedrigem Hygienestandard, den Organismus schwächen und ihn so für Lamblia intestinalis angreifbar machen.
Der micht vor Ort behandelnde cubanische Arzt sagte mir, die
Protozoen nisteten sich vor allem in der Gallenblase ein.
Habe gerade u. a. den "Thieme" (92) Infektionskrankheiten aktiviert: Zitatauszug:
Die Lamblien finden sich im Duodenum. Bei der Duodenalsonde sind sie häufig in der B-Galle (gemeint ist das Sekret) in verstärktem Maße nachweisbar. Dies rührt daher, dass sie durch den Reiz des Magnesium sulfuricum von der DUODENALSCHLEIMHAUT abgelöst werden.
Es besteht kein Beweis dafür, dass sie in der Lage sind, Gallen- oder Lebererkrankungen auszulösen!!!
Lamblien sind wahrscheinlich niemals Krankheitsursache, sondern kommen vorwiegend als Sekundärinfektion in Betracht. "Zitatende"
Ich persönlich würde auf Kuba von einer Therapie der Galle erst mal Abstand nehmen!
Orale Wirkung abwarten und lieber, wenn verunsichert, in Europa mal einen Tropenmediziner kontaktieren.
Wenn
ich mir die Nebenwirkungen auf dem Info-Zettel von
Metronidazol durchlese, wird mir schlecht.
Nebenwirkungen werden oft überinterpretiert, wenn man davon ausgeht, dass jeder auch nur einzelne sicher nachgewiesene Fall von sehr vielen, im Beipackzettel dokumentiert werden muss. Im konkreten Fall werden die aufgezählten Nebenwirkungen mit "gelegentlich", "selten" und "möglich", angegeben.
Nach 7 Tagen ist die Therapie im allgemeinen beendet.
Denk mal an die Malariaprophylaxe mit DEM gebräuchlichen Mittel "Lariam", das wird schon von mehr Leuten so schlecht vertragen, sodass sie lieber gar keine Prophylaxe betreiben...
Tuts nicht auch
eine konsequent durchgeführte Knoblauch-Kur?
Was willst du damit vertreiben - die bösen Geister? :-)
Mach ruhig die Metronidazol-Kur und verhalte dich anschließend in den Tropen möglichst nach dem Grundsatz: keine rohen Salate (leider) essen und nichts vom kalten Buffet, das mit intensiver Handarbeit (Küchenpersonal) hergestellt wurde, das gilt auch für Eis in Getränken.
Beim Aufenthalt in den Tropen immer auf genügend Salzaufnahme achten, mehr als zu Hause und dann auch genügend trinken.
Das wars in "Kürze".
Viele Grüße, Renate