Krankheitsübertragung per Post

Hallo zusammen,

gleich zuerst: ich weiß, die Frage klingt ein wenig komisch, ist aber völlig ernst gemeint. Wir hatten kürzlich eine Diskussion im Bekanntenkreis darüber und da ich im Internet nichts treffendes finden konnte, hoffe ich, dass Ihr mir weiterhelfen könnt:

Ist es realitisch, dass der Post Bakterien, Viren etc übertragen werden und man sich auf diesem Wege mit einer Karnkheit ansteckt? Ich meine z.B, dass derjenige der den Brief schreibt krank ist und die Bakterien/Viren auf das Breifpapier/-umschlag überträgt, oder das der Absender keimbelastete Hände hat. Wie lange Überleben Bakterien/Viren auf Papier? Würden sie die Brieftrnasport in ausreuchender Menge überleben um den Empfänger zu infizieren? Man liest ja schließlich auch jedes Jahr wieder, das Grippeviren über Geldscheine übertragen werden können.

Vielen Dank für eure Hilfe.

Viele Grüße

Johanna

Hallo Johanna,

Ist es realitisch, dass der Post Bakterien, Viren etc
übertragen werden und man sich auf diesem Wege mit einer
Karnkheit ansteckt?

Selbstverständlich ist das realistisch. Weißt du nicht mehr, dass es vor einigen Jahren - ich glaube, Ende 2001 oder Anfang 2002 - diese Verhaltensrichtlinien gab, was man tun soll, wenn man einen Brief mit einem unbekannten Pulver bekommt? Damals habe ich als Sekretärin gearbeitet, und mein Chef gab uns Anweisungen, was in dem Fall zu tun sei:

  • Pulver mit einem Gegenstand beschweren, damit es nicht wegfliegt.
  • Kollegen warnen.
  • Hände gründlich waschen.
  • Polizei rufen.
  • Zum Arzt gehen.

Und diese Verhaltenshinweise bekamen wir nicht, weil mein Chef paranoid war, sondern weil sich zu der Zeit tatsächlich einige Menschen auf dem Postweg mit Anthrax (=Milzbrand) angesteckt haben.

Kannst ja mal googeln, was das für eine feine Sache ist …

Was nun da aber konkret übertragen werden kann und welche Bakterien wie lange überleben, weiß ich nicht. Aber es ist ja so, dass wir ständig von einer Unmenge Krankheitserreger umgeben sind. Normalerweise macht uns das nichts aus. Aber wenn das Immunsystem aus irgendeinem Grund geschwächt wird (z.B. Stress), fängt man sich etwas ein. Ob nun von einem Brief, von einem Geldschein oder vom Sitznachbarn in der Bahn ist dann auch schon egal. Da müsste man schon unter einer „Glasglocke“ leben, dass man allen Bakterien aus dem Weg geht. Übrigens, sowas gab’s echt mal: http://de.wikipedia.org/wiki/David_Vetter

Schöne Grüße

Petra

Hallo Johanna,

es mag theoretisch möglich sein, daß so etwas passiert, allerdings sind nur wenige Organismen so stabil, daß sie eine längere Zeit so überleben könnten.
Was eher möglich wäre ist, daß Sporen der Organismen überleben und zu einer Infektion führen können, aber dazu müssten schon nennenswerte Mengen der Sporen aufgebracht werden.
Spektakuläre Fälle waren ja die ‚Milzbrandbriefe‘ vor einigen Jahren.

Gandalf

Anthrax

Hallo Johanna, da du nun schon 2 Antworten zu Milzbrand bekommen hast, hier noch eine:wink:
Anthrax ist eine besonderheit, eigentlich ein Bakteium, dass im Boden lebt und dort für Jahre bis hin zu Jahrhunderten verbleiben kann. Es braucht ein bisschen Sauerstoff, muss also Nähe zur Oberfläche haben und bildet ab und an Sporen, ähnlich wie Schimmelpilze. Diese Sporen sind die eigentlichen Erreger. Wer damit in Kontakt kommt erkrankt.
Durch die lange mögliche Lagerzeit ist Anthrax natürlich als Biowaffe „beliebt“.
Andere Krankheiten müssen für diese ZWecke erst im Labor modifiziert werden (also so dass sie ausserhalb eines Wirts längere ZEit überleben)und rein theoretisch sollten sie nicht in Umlauf kommen.
Infos zu allen Infektionskrankheiten bekommst du über das Robert-Koch-Institut, www.rki.de
Gruß Susanne

Hallo,

zunächst einmal vielen Dank für die Antworten.

Über Milzbrand hatten wir in dem Zusammenhang auch gesprochen. Bei diesen Milzbrandbriefen wurden absichtlich eine hohe Dosis an Erregern den Briefen beigefügt. Meine Fragen allerdings bezog sich auf auf die ungewohlte Übertragung. Z.B. eine an Samonellolose erkrankte Person wäscht sich nach den Toiletten nicht die Hände und schreibt einen Brief.

Viele Grüße

Johanna

Z.B. eine an
Samonellolose erkrankte Person wäscht sich nach den Toiletten
nicht die Hände und schreibt einen Brief.

Solang den nicht jemand anderes ableckt.

Die meisten anderen Erkrankungen sind gar nicht solang haltbar ohne Wirt. Ausserdem sind nicht viele Erreger so freifliegend in der Luft wie Sporen und durch einatmen infizierend. Die meisten Krankheiten übertragen sich durch Tröpfchen, also in feuchtem Millieu, dadurch dass man klitzekleine Sabberteile des Gegenüber einatmet (beim direkt miteinander reden) oder Fäkaloral, also über ungewaschene Hände (also auf einem lebenden Organismus, mit angenehmen Klima) oder öffentliche Klos.
Ein Brief ist dagegen ein totes Medium, das gut 2 Tage unterwegs ist und dabei kaum mehr von kuscheligwarmen Händen berührt wird, also für die meisten Bazillen und Viren ziemlich ungemütlich. Schimmelsporen wären da vielleicht noch drin, aber da muss man schon sehr empfindlich sein, um das zu merken, bringt höchstens bei Allergie ne Krankheit.

Bei Geldscheinen ist das etwas anders, die sind schneller im Umlauf, dh. morgens steckst du sie in die Hosentasche zum vollgerotzten Taschentuch, dann gibst du sie der Bächkereiverkäuferin, die sich kurz zuvor die Hand vor den Mund hielt, weil sie etwas hüstelte, die gibt ihn dem nächsten Kunden weiter, der den wieder in die Hosentasche zum nächsten Rotzlappen steckt (den er sich irgendwann zur NAse führt) und ihn später einem Obdachlosen in den Hut wirft, der freut sich und küsst ihn und bappt damit seine Tuberkulose drauf, rennt damit in die Kneipe, wo er rausbugsiert wird, weil er drei Meilen gegen den Wind stinkt, dabei landet der Geldschein im Dreck, er hebt ihn auf und holt sich im Supermarkt ne Pulle, dort nimmt ihn die Kassiererin und gibt ihn an das windpockenhabende Kind (sowas ist ja angeblich nicht mehr so schlimm, solche Eltern gibts auch wenn man denen MMR an den Hals wünschen mag), dass „Mamma lass mich bezahlen“ ruft und einkaufen übt… uswusf.
Bei so enem schnellen Wechsel kann sich schon mal das ein oder andere BAzillus verbreiten.
Gruß Susanne

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Ist es realistisch, dass mit der Post Bakterien, Viren etc
übertragen werden und man sich auf diesem Wege mit einer
Krankheit ansteckt?

Zu den Überlebensraten von Viren und Bakterien auf Briefpapier wurde schon einiges gesagt. Entscheidend ist auch die Anzahl der Keime die gleichzeitig aufgenommen werden und der Immunstatus der zu infizierenden Person. Immundefiziente und immunsupprimierte Personen (z.B. Nieren transplantierte) sind viel stärker gefährdet als gesunde oder gar spezifisch geimpfte.
udo Becker

Bei Geldscheinen ist das etwas anders, die sind schneller im
Umlauf, dh. morgens steckst du sie in die Hosentasche zum
vollgerotzten Taschentuch, dann gibst du sie der
Bächkereiverkäuferin, die sich kurz zuvor die Hand vor den
Mund hielt, weil sie etwas hüstelte, die gibt ihn dem nächsten
Kunden weiter, der den wieder in die Hosentasche zum nächsten
Rotzlappen steckt (den er sich irgendwann zur NAse führt) und
ihn später einem Obdachlosen in den Hut wirft, der freut sich
und küsst ihn und bappt damit seine Tuberkulose drauf, rennt
damit in die Kneipe, wo er rausbugsiert wird, weil er drei
Meilen gegen den Wind stinkt, dabei landet der Geldschein im
Dreck, er hebt ihn auf und holt sich im Supermarkt ne Pulle,
dort nimmt ihn die Kassiererin und gibt ihn an das
windpockenhabende Kind (sowas ist ja angeblich nicht mehr so
schlimm, solche Eltern gibts auch wenn man denen MMR an den
Hals wünschen mag), dass „Mamma lass mich bezahlen“ ruft und
einkaufen übt… uswusf.
Bei so enem schnellen Wechsel kann sich schon mal das ein oder
andere BAzillus verbreiten.
Gruß Susanne

Ich meine mal gelesen zu haben, das Grippeviren bis zu 2 Wochen auf Geldscheinen überleben können. Also spielt wohl doch nicht nur die Umlaufgeschwindigkeit eine Rolle.

Viele Grüße

Johanna