Hüftgelenk neu - Beweglichkeit verbessern?

Hallo,

meiner Mutter (63) wurde ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt.

Die Operation verlief gut, laut aktuellem Röntgenbild keine Probleme zu sehen.

Problem nur: sie kann das Bein nicht richtig anwinkeln.

Der Versuch gelingt nur bis etwa 60°, danach „geht es nicht weiter“. Sie hat dabei keine Schmerzen. Eine Fremdperson (Arzt, Therapeut) kann das Bein weiter anwinkeln, allein sie selbst kann es nicht. Es gibt keine „Sperre“ oder „gefühlte Sperre“ im Sinne, dass das Gelenk mechanisch nicht richtig funktioniert. Das Gelenk sollte, so jedenfalls das schon angesprochene Röntgenbild, einwandfrei sein.

Da sie nun nicht in der Lage ist, sich die Schuhe zu zu binden etc. ist sie in ihrer Unabhängigkeit deutlich eingeschränkt. Vor der OP hatte sie zeitweise leichte Probleme damit, ihr Bein anzuwinkeln, weswegen die aktuellen Probleme offenbar eher von der Muskulatur herrühren und sich durch die OP verschlechtert haben.

Ihr betreuender Arzt hat heute, nachdem er das aktuelle Röntgenbild erstellt und alles für gut befunden hat, weitere Gymnastik ausgeschlossen (die angeblich nichts mehr helfen wird) und meine Mutter gefragt, ob sie „damit leben“ (=mit dem Zustand der eingeschränkten Beweglichkeit) könnte.

Der Arzt sagte heute, da das Röntgenbild so gut aussieht, wird die Stelle nicht erneut operiert werden. Die OP liegt etwa ein Vierteljahr zurück.

Welches Training, welche OP würde meiner Mutter eventuell helfen? Worauf deuten die Symptome möglicherweise hin?

Danke für jeden Hinweis,
Crypto.

Hallo,
was ist den erneuert worden? Der Schaft oder die Pfanne? Was für eine Prothese hat sie erhalten? Indiskret gefragt in welchem Haus würde die OP gemacht?

Hallo,
was ist den erneuert worden? Der Schaft oder die Pfanne? Was
für eine Prothese hat sie erhalten? Indiskret gefragt in
welchem Haus würde die OP gemacht?

Endoklinik Hamburg.

Die Gelenkpfanne wurde erneuert, soweit ich das jetzt aus dem Stehgreif weiss. Ich frag aber nochmal genauer nach. Art bzw. Typ der Prothese muss ich auch nochmal nachhaken.

Crypto.

Hallo,

abgesehen davon, dass Du uns dann noch die Art der Prothese nennen wirst, interessiert mich, ob die 60 Grad in RL oder im Stehen gemeint sind.
Fehlt ihr schlicht und ergreifend die Kraft?

War sie in einer stationären Reha, z.b. St.Peter.Ording?

Da sie nun nicht in der Lage ist, sich die Schuhe zu zu binden

Wenn sie das Bein auf eine Stufen stellen kann, was mit weniger Beugung möglich ist, kann sie sich zum Fuss hinunterbeugen. Falls nur die Kraft im Hüftbeuger fehlt, könnte es so herum funktionieren, was nicht mit anheben des Beines klappt.

sich durch die OP
verschlechtert haben.

Welche Narkose wurde genutzt und wie ist die Schnittführung?

wird) und meine Mutter gefragt, ob sie „damit leben“ (=mit dem
Zustand der eingeschränkten Beweglichkeit) könnte.

Und? Kann sie das? Was hat sie geantwortet?
Hat sie Übungen für zu Hause mitbekommen und macht sie sie?

Lebt Ihr in HH?

Gruß
Kathy

Hallo Kathy und danke für Deine Antwort.

Ich will versuchen, es so genau zu beschreiben wie ich kann.

Es handelt sich um eine Titanprothese, und zwar nur um die Gelenkpfanne (den Teil, der im Oberschenkel sitzt). Mit Knochenzement verankert.

abgesehen davon, dass Du uns dann noch die Art der Prothese
nennen wirst, interessiert mich, ob die 60 Grad in RL oder im
Stehen gemeint sind.

  • Im Stehen: Bein kann mit Mühe auf einen Schemel gestellt werden oder die untere Stange zwischen den Beinen eines Stuhls. Mit fremder Hilfe kann es etwas höher gehoben werden. Aber weder mit fremder Hilfe noch selbständig (Bein bewegen, nicht von aussen bewegen) kann sie das Bein im rechten Winkel anwinkeln. Es nutzt also auch nichts, sich gegen das Bein quasi zu „stemmen“. Es tut ihr dann weh (in den Muskeln, vermutlich).

  • Im Liegen: sie kann das Bein anwinkeln und die Ferse bis fast an den Po heranziehen (kann ich ja kaum), das geht. Aber jetzt das Bein hochheben (Oberschenkel anwinkeln) und das Bein im rechten Winkel anwinkeln geht nicht. Es geht auch mit fremder Hilfe (Therapeut) nicht, es tut dann sogar weh (vermutlich in den Muskeln).

Fehlt ihr schlicht und ergreifend die Kraft?

Teils ja, siehe oben - das Bein kann in jedem Fall mit fremder Hilfe höher angehoben werden als sie es selbst kann. Aber auch dann nur bis zu einer Grenze, ab der dann die Muskeln (vermutlich) wehtun. In keinem Fall kann sie das Bein dabei soweit anwinkeln, dass sie sich dabei Schuhe zubinden könnte.

War sie in einer stationären Reha, z.b. St.Peter.Ording?

Ja, sie war in Damp. Sie konnte dort aber nicht im Wasserbecken die Beweglichkeit etc. trainieren, da sie diese Übungen psychisch nicht machen konnte. Sie hatte das Gefühl, bei diesen Übungen zu ertrinken, auch wenn das natürlich nie der Fall war oder gedroht hätte.

Bei ihr liegt kein Routinefall vor, da sie unter Leukämie leidet und ihr das Weiterleben nur mittels sehr teurer Tabletten möglich ist. Ich weiß nicht, inwiefern sich das auf die OP und auf die Therapie anschließend ausgewirkt hat. Aber sie war rasch erschöpft.

Wenn sie das Bein auf eine Stufen stellen kann, was mit
weniger Beugung möglich ist, kann sie sich zum Fuss
hinunterbeugen. Falls nur die Kraft im Hüftbeuger fehlt,
könnte es so herum funktionieren, was nicht mit anheben des
Beines klappt.

Leider hilft das nicht. Es ist richtig, sie kann das Bein auf eine niedrige Stufe stellen (siehe oben, Holm zwischen Stuhlbeinen, Schemel etc.) Sie kann sich gegen das Bein aber nicht „von außen“ sozusagen „gegenanstemmen“ oder auch mit fremder Hilfe das Bein soweit anwinkeln, dass sie dabei Schuhe binden könnte - ab einem gewissen Punkt geht es nicht mehr weiter, und es schmerzt dann sogar (vermutlich in den Muskeln).

Welche Narkose wurde genutzt und wie ist die Schnittführung?

Schnittbezeichung weiß sie nicht und ich auch nicht. Sie wurde unter Vollnarkose (auf eigenen Wunsch, nicht medizinisch indiziert) operiert. Schnitt von außen auch durch die Muskeln hindurch. Die Muskeln mussten durchtrennt werden, soweit ich weiss, das gehört zu der Standardprozedur der OP (?).

wird) und meine Mutter gefragt, ob sie „damit leben“ (=mit dem

Zustand der eingeschränkten Beweglichkeit) könnte.

Und? Kann sie das? Was hat sie geantwortet?

Sie war innerlich geschockt, weil sie natürlich (und nicht zu unrecht) erwartet, die alte Beweglichkeit, die sie vor der OP hatte, wiederzuerlangen. Sich nicht die Schuhe binden zu können, ist eine subjektiv deutliche Verschlechterung der eigenen Lebensqualität. Sie wird sich - nur im Notfall! - damit abfinden, erwartet aber ( zurecht), dass vorher etwas unternommen wird, ihre alte Beweglichkeit wiederherzustellen. Außerdem war es unmöglich, wie unsensibel sie der Arzt darauf angesprochen hat. Sie wird noch zu einem anderen Arzt gehen.

Hat sie Übungen für zu Hause mitbekommen und macht sie sie?

Ja, die hat sie mitbekommen. Sie hat auch einen Therapeuten gehabt und mit ihm trainiert. Doch dies wurde gestrichen, als die Stunden abgeleistet waren.

Sie trainiert zuhause so gut es geht. Die Übungen scheinen aber nicht besonders effektiv zu sein, denn sie soll dabei das Bein nur bis zu einem relativ kleinen Winkel bewegen, nicht aber mehr. Sie soll das Bein nicht überstrecken (bzw. soetwas riskieren), und extremere Übungen zur Dehnung nur mit einem Therapeuten durchführen.

Lebt Ihr in HH?

Ich lebe nicht in der Nähe meiner Mutter und bekomme alles zunächst nur telefonisch beschrieben, so gut wie möglich. Meine Mutter lebt am Rand von HH in SH.

Gruß
Kathy

Grüße zurück,
Crypto.