Marcumar und Lebensmittel (bes. Gemüse)

Guten Abend,
Unter diesen oder ähnlichen Überschriften wie
„Ratschläge für Patienten unter Behandlung mit gerinnungshemmenden Substanzen“
findet man im Internet viele aus Kliniken stammende ernst zu nehmende Seiten / Tabellen.
Und damit komme ich nicht so recht klar. Insbesondere, wenn wie hier solche Empfehlungen gegeben werden:
http://www.innere2.mu-luebeck.de/Patienten/marcumar.htm
„…2. Einhalten einer Diät: Keine Kohlsorten (Rotkohl, Grünkohl, Weißkohl, Wirsing, Sauerkraut) , keine grünen Gemüse (Spinat, grüner Paprika)…“
Andererseits liest man immer wieder solche Bemerkungen wie aus der uni-duisburg-essen, wo das doch alles sehr relativiert wird.

Hier mal aus nachfolgender Tabelle einige Werte:
http://www.staff.uni-mainz.de/goldinge/vitamink.htm
Broccoli gegart 129.0
Rotkohl (Blaukraut) gegart 103.0
Wirsingkohl gegart 102.0
Artischocke gegart 56.0
Auberginengemüse mit Tomaten 18.0
Sauerkraut frisch gegart 87.0
Weißkohl (Weißkraut) gegart 83.0

dagegen jetzt

Chinakohl gegart 264.0
Mangold frisch gegart 414.0
Kresse frisch 600.0
Fenchel frisch gegart 268.0

und jetzt eine Tabelle, die dieser an verschiedenen Stellen (z.B. Blumenkohl) etwas widerspricht:

http://www.uni-duisburg-essen.de/~tka0r0/inhalt/pati…
„…Es ist nicht nötig, daß Patienten, die Marcumar® einnehmen, alle Vitamin K-haltigen Nahrungsmittel ängstlich meiden. Allerdings raten wir davon ab, ohne mit Ihrem Arzt Rücksprache gehalten zu haben, Obst- oder Gemüsesafttage einzulegen.
Sinnvoll ist eine, den allgemeinen Richtlinien entsprechende, „herzgesunde“ Mischkost.
Wir empfehlen, die in der Tabelle aufgeführten Lebensmittel, deren Vitamin K-Gehalt hoch ist, nicht im Übermaß(mehrmals täglich) zu genießen.
Der Vitamin K-Gehalt in einem Lebensmittel ist hoch, wenn er über 100µg / 100 g liegt…“

Meiner Mutter wurde außer Blumenkohl jedes andere Gemüse verboten.
Allerdings ist sie zuckerkrank und hat ein schweres Nierenversagen.
Gibt es hierzu auch Tabellen ?
Leider lebt sie in Belgien und ich kann mich deshalb nicht mit ihrem Arzt verständigen.
Viele Grüße
Peter
Ach so, ich selbst muss bloss Marcumar nehmen wegen Vorhofflimmern. Also eher harmlos. Zumindest in meinem Fall scheint das mit dem Essen doch nicht ganz so dramatisch zu sein wie das noch vor 10 Jahren behandelt wurde.

Andererseits liest man immer wieder solche Bemerkungen wie aus
der uni-duisburg-essen, wo das doch alles sehr relativiert
wird.

Das scheint mir auch der vernünftigste Weg zu sein:

http://www.uni-duisburg-essen.de/~tka0r0/inhalt/pati…
"…Es ist nicht nötig, daß Patienten, die Marcumar®
einnehmen, alle Vitamin K-haltigen Nahrungsmittel ängstlich
meiden. Allerdings raten wir davon ab, ohne mit Ihrem Arzt
Rücksprache gehalten zu haben, Obst- oder Gemüsesafttage
einzulegen.
Sinnvoll ist eine, den allgemeinen Richtlinien entsprechende,
„herzgesunde“ Mischkost.

In meinem schlauen Buch steht: „Da auch eine Vitamin K reiche Ernährung zur Verminderung der Wirkung (von Marcumar) beitragen kann, sollten Vegetabilien mit hohem Vitamin K1 Gehalt nicht unkontrolliert aufgenommen werden (Brennesseln, Kresse, Knoblauch, Löwenzahn, Petersilie, Schnittlauch, Sauerampfer, Sauerkraut aber auch Hühnerleber und Sonnenblumenöl“.
Betonung liegt wohl auf unkontrolliert, in Mischung mit anderen Lebensmitteln also unproblematisch.
Udo Becker

Guten Abend Udo,
erstmal Danke für Deine Antwort. Für mich habe ich das auch so schon entschieden.
Was ich meine ist folgendes:
Beispiele: Weisser! Spargel hat einen rel. niedrigen K-Wert. Von daher eigentlich kein Problem. Aber, für Nierenkranke scheinbar problematisch. Und was, wenn auch noch eine „Zuckerkrankheit“ hinzukommt?
Kartoffeln- K-Wert unproblematisch. Für Zuckerkranke geradezu rationiert.
So eine Tabelle hätte ich gern. Deshalb meine Frage; gibt es sowas?
Gruß
Peter

Was ich meine ist folgendes:
Beispiele: Weisser! Spargel hat einen rel. niedrigen K-Wert.
Von daher eigentlich kein Problem. Aber, für Nierenkranke
scheinbar problematisch. Und was, wenn auch noch eine
„Zuckerkrankheit“ hinzukommt?
Kartoffeln- K-Wert unproblematisch. Für Zuckerkranke geradezu
rationiert.
So eine Tabelle hätte ich gern. Deshalb meine Frage; gibt es
sowas?

Ich kenne mich etwas in der Gerinnung aus, aber Empfehlungen zu Marcumar Therapie, Diabetes und Nierenerkrankung in Kombination traue ich mir nicht zu. Bei Diabetes hat sich die Ansicht aber auch gewandelt bezüglich der Diätetik. Entscheidend ist eher die Gesamtmenge BE in Abstimmung mit der Insulindosis. Kartoffeln zu meiden ist mir nicht nachvollziehbar.
Udo Becker

Da hier doch anscheinend einiges an einzelnen Krankheiten zusammenkommt, würde ich dir empfehlen, den Rat einer Ernährungsberaterin einzuholen. Die kann dann am besten zusammenstellen, welche Lebensmittel in welchen Mengen geeignet sind und auf was du achten mußt.