Ms und cannabis

Hallo Wissende, gibt es irgendeine legale Möglichkeit für MS-Patienten Cannabis einzusetzen? Ich habe neulich von synthetischem Cannabis gehört, das es zwar auf Rezept gibt, aber von den Kassen nicht übernommen wird (da nicht anerkannt, weil es in der Apotheke zusammengemischt werden muß) und außerdem erheblich teurer ist. Gibt es eigentlich einen Grund dafür, warum Cannabis in der Medizin nicht eingesetzt werden darf? Wenn ich es richtig verstanden habe, ist es doch für Menschen mit einer Autoimmunschwäche eine Art Wundermittel und wesentlich vorteilhafter, was Nebenwirkungen angeht, als viele andere Medikamente. Woran hängt es da? Und wie gefragt, gibt es einen legalen Weg für Cannabis? Grüße

Hallo,

Cannabis ist und bleibt meines Wissens in Deutschland verboten - übrigens ist das Cannabisverbot in letzter Konsequenz auf Betreiben von Bayer (Aspirin, patentierte nebenbei Heroin) und BASF zurück zu führen.

Wer dort nun wirtschaftliche Interessen im Vordergrund sieht…

Naja - ich spare mir der Worte.

Grüße
Thorsten

Hallo kopfnuss,

generell bei propagierten Wundermitteln was vorsichtiger sein, bitte. In dem speziellen Fall von THC, synthetisch oder nicht, bei Autoimmunkrankheiten oder einigen Tumoren im fortgeschrittenen Stadien gilt lediglich einigermaßen gesichert, dass es die für diese Erkrankungen typische Appetitlosigkeit behebt, somit also gleichzeitig allgemein die Lebensqualität verbessert.

Also bestenfalls als Ergänzung anzusehen, ebenso wie die oft beschriebene Stimmungsaufhellung, die aber nun wiederum beileibe nicht für alle psychischen Prädispositionen zutrifft.

Also gesund wird man davon eher nicht. Manchmal geht es einem davon möglicherweise besser, das ist alles.

Naja, und für Menschen, die einen Hang zu Psychosen haben, kann man dann, wie schon angedeutet, nicht unbedingt von fehlenden Nebenwirkungen sprechen.

Das Argument mit den allmächtigen Pharmamultis ist auch nicht grad gut durchdacht, da die Jungs das Zeug ja nu einfach mal selber anbauen/herstellen könnten und hernach lobbymäßig hübsch den Gesetzgeber schmieren/unter Druck setzen würden dieser Logik nach.

Wenn nun schon auf irgendwelche Großkonzerne mit den Finger zu zeigen ist, dann doch bitte korrekterweise auf die Holzwirtschaft, die in den 30er Jahren aus rein monopolkapitalistischen Gründen die Hanfindusrie mit allen zu Gebote stehenden Mitteln aus dem Markt drängte.

Anstelle von dem nachwachsenden Rohstoff Faserhanf Gebrauch zu machen, werden seitdem in bekanntlich erschreckender Weise weltweit die Wälder abgeholzt.

Aber dit is wieder nen anderes Thema.

Gruß

Awful Annie

ms und cannabis
Hallo Awful Annie, ich habe doch überhaupt garnicht mit irgendeinem Finger auf Pharmamultis oder sonst jemanden gezeigt?! Und meines Wissens ist ms unheilbar, also bin ich nicht der Hoffnung, dass es duch Cannabis anders wird. Viele MS- und Rheumapatienten sagen aber, dass ihnen Cannabis körperlich hilft. Das permanente Stromgefühl aus den Beinen und Armen verschwindet, körperlich Schmerzen gehen zurück, Krämpfe und dergleichen gehen zurück usw. Das, finde ich, ist weit mehr als Appetitlosigkeit anzuregen! Ich rede hier nicht von Hobbykiffern, die etwas mehr Spaß im Leben wollen, sondern ernsthaft von einer unheilbaren Erkrankung und ihren Begleiterscheinungen. Ich glaube, mit Appetitlosigkeit kommt jeder MS Patient wohl locker zurecht, aber es gibt ja noch viel mehr Erscheinungen, die nun wirklich unangenehmer sind! Die Industrie ist mir dabei wirklich schnurz und Fingerzeige nicht mein Ding. Ich hatte gefragt, warum Cannabis für MS-Patienten nicht legalisiert wird oder ob es einen Weg gibt. Danke und Grüße

Hallo,

eine MS-Patientin hat mal durchgesetzt, dass sie Cannabis aus der Apotheke bekam. Das läuft dann als BTM-Rezept (Betäubungsmittel-Rezept) wie z.B. auch Ritalin, Opiate, etc. Das bedeutet, dass der Arzt und die Apotheke ganz genau darüber Buch führen müssen, und BTM-Rezepte sind nach der Ausstellung auch nur eine Woche gültig.

Die Frage ist nur: Was soll das bringen? Cannabis hilft ja nicht gegen MS. Manche Patienten sagen, dass es eine Spastik besser. Aber es hat nicht jeder MS-Patient überhaupt eine Spastik, und abgesehen davon gibt es dagegen auch andere Medikamente, für die man nicht so einen Aufwand treiben muss.

Gibt es eigentlich einen Grund
dafür, warum Cannabis in der Medizin nicht eingesetzt werden
darf?

Wieso, es darf ja eingesetzt werden. Ebenso wie Morphium etc. in der Medizin eingesetzt werden darf. Es ist nur etwas komplizierter, da dranzukommen.

Wenn ich es richtig verstanden habe, ist es doch für
Menschen mit einer Autoimmunschwäche eine Art Wundermittel und
wesentlich vorteilhafter, was Nebenwirkungen angeht, als viele
andere Medikamente.

Das hast du wohl falsch verstanden. Cannabis beeinflusst den Verlauf der MS nicht. Da gibt es andere Medikamente, z.B. Interferone, Copaxone, und noch einiges andere. Cannabis gehört nicht dazu.

Schöne Grüße

Petra

Hi,

Die Frage ist nur: Was soll das bringen? Cannabis hilft ja
nicht gegen MS. Manche Patienten sagen, dass es eine Spastik
besser. Aber es hat nicht jeder MS-Patient überhaupt eine
Spastik, und abgesehen davon gibt es dagegen auch andere
Medikamente, für die man nicht so einen Aufwand treiben muss.

Cannabis lindert auch schmerzen, und viele MS-Patienten leiden an neuropathischen Schmerzen. Cannabis hat gegenüber einigen anderen Schmerzmitteln (Opiate) den Vorteil, dass es nicht so schnell abhängig macht.
Natürlich hat nicht jeder MS-Patient Schmerzen (gottseidank), aber das würde ich nicht als Grund sehen, ein MEdikament einzuführen oder nicht einzuführen. Jeder MS-Patient hat seinen eigenen Symptomcocktail, und für zumindest fast jedes einzelne Symptom gibt es Medikamtente … SPastiken, Blasenschwäche, Verstopfung, Stuhlinkontinenz, kognitive Probleme (Gedächtnisschwäche, Konzentrationsprobleme, Beeinträchtigung des Urteilsvermögens), Taubheitsgefühle, Sehprobleme, Hörsturz …

Die Franzi

Hallo kopfnuss,

neinnein, ich bezog mich bei meinem letzten Zusatz nicht auf dich, sondern auf meinen Vorposter.

Und nicht die Appetitlosigkeit führt bei den Kranken zur verminderten Lebensqualität, sondern die daraus resultierende Gewichtsabnahme, gefolgt von gerade bei MS verheerender zusätzlicher körperlichen Schwäche und unaufhaltsame Verschlechterung des Allgemeinzustandes. Hattich vergessen, mein Fehler.

Gruß

Awful Annie