Was bedeuten diese Fachbegriffe?

Mein Vater wurde 2002 an der ACI Stenose re. operiert. Im Krankenhausbericht steht folgendes:

…Herr xy wurde planmäßig am … an der ACI Stenose re. operiert. In der Folge wurde er durch ein ausgeprägtes Psychosyndrom und vegetative Entgleisung auffällig. Die cCT- und angioprafische Akutdiagnostik ergab eine Dissektion im Anastomosenbereich. Bei der operativen Revision wurde dann eine Gefäßprothese interponiert. In den cCT-Untersuchungen zeigten sich Ischämien und ein Hirnödem, später auch Zeichen einer kleinen SAB. Herr xy mußte analgosediert und maschinell beatmet werden. Er erhielt Onko-Osmo-Therapie. …

Was heißt das denn alles bitte???

Heute ist mein Vater Schwerstpflegefall und es steht in Frage, ob diese Operation notwendig war. Beim googeln zu dieser Problematik stiess ich auf den Begriff exzentrische Stenose und das in diesem Fall für eine Operation ein zu hohes Risiko bestünde. Was bedeutet das?

Ich wäre für eine „Übersetzung“ sehr dankbar.

Gruß Annasusanna

Hallo!

Stenose/Verschluss der Halsschlagader - Carotisstenose - ACI Stenose

Auf jeder Seite des Halses befindet sich eine große Halsschlagader (Arteria carotis communis), die sich in zwei Hauptäste gabelt (Arteria carotis externa = ACE und Arteria carotis interna=ACI).
http://www.gefaesszentrum-in-koeln.de/krankheiten/ca…

Psychosyndrom
Ein Organisches Psychosyndrom (OPS) ist eine psychische Veränderung des Menschen als Folge einer organischen Erkrankung des Gehirns (veraltet: auch Hirnorganisches Psychosyndrom - HOPS) oder des Körpers allgemein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Organisches_Psychosyndrom

vegetative Entgleisung
Man spricht dann von Angstschweiß, der einem auf der Stirn steht und meint eine „vegetative“ Entgleisung, d. h. Ihr Nervensystem macht Ihnen Probleme.
http://www.biowellmed.de/fachartikel-704.html

cCT-

und angioprafische Akutdiagnostik

Akutdiagnostik eine kranielle Computertomographie. (CCT)

Dissektion
Die Dissektion (lateinisch dissectio, von dissecare, „zerschneiden“) beschreibt

* die chirurgische Entfernung von Weichteilgewebe oder Lymphknoten (Lymphknotendissektion),
* auch die Aufspaltung arterieller Gefäßwandschichten (arterielle Dissektion). Die arterielle Dissektion ist meistens durch einen Einriss der inneren Gefäßwand (Intima) mit nachfolgender Einblutung zwischen die Schichten Intima und Media verursacht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Dissektion

Anastomosenbereich
Unter Anastosem ver steht man Gefäße, die Blut aus einem anderen Gefäßgebiet heranführen.
http://books.google.de/books?id=CAv60U3TtwcC&pg=PA16…

Revision
n der Medizin für die erneute Durchführung einer Behandlung, siehe Revision (Medizin)
http://de.wikipedia.org/wiki/Revision

interponieren
dazwischensetzen; einschieben
http://www.duden.de/duden-suche/werke/dgfw/000/030/i…

Ischämie
Eine Ischämie (griech. ἰσχαιμία, aus altgriechisch is-ch~, „der Halt“ und häma, „das Blut“; wird ausgesprochen wie Is-chämie) oder eine Blutleere ist die Unterversorgung eines Gewebes (bzw. eines ganzen Organs) mit Sauerstoff.
http://de.wikipedia.org/wiki/Isch%C3%A4mie

Hirnödem
Ein Ödem (von griech. oidema für „Geschwulst“) ist eine begrenzte oder ausgedehnte krankhafte Ansammlung von seröser Flüssigkeit in den Gewebsspalten von Haut und Schleimhaut, in Lymphgefäßen oder im interstitiellen Raum der Organe als Haut-, Lungen-, Gehirn- oder Lymphödem.

Beim Hirnödem kommt es durch verschiedene endogene und exogene Einwirkungen zur Flüssigkeitseinlagerung und -umlagerung im Zentralnervensystem (ZNS). Die Flüssigkeitsansammlung erfolgt in der Rinde vorwiegend intrazellulär in den Astrozytenfortsätzen (früher Hirnschwellung). Im Mark kann auch eine extrazelluläre Flüssigkeitsvermehrung stattfinden. Das Hirnödem stellt eine Komplikation von pathologischen Prozessen des ZNS (z. B. Tumore, Entzündungen, Intoxikationen, Gefäßprozessen) einhergehende bzw. nach Verletzungen und Operationen auftretende Störung des Wasser- und Elektrolythaushaltes des Gehirns dar.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hirn%C3%B6dem

SAB
Die Subarachnoidalblutung (von griech. ἀραχνοειδής, „die spinnenartige [Hirnhaut]“, abgeleitet; siehe „Spinnenhaut“) ist ein krankhaftes Geschehen im Bereich des zentralen Nervensystems von Mensch und anderen Wirbeltieren. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass freies Blut in den mit Hirnflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) gefüllten Subarachnoidalraum gelangt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Subarachnoidalblutung

Mehr habe ich nicht gefunden.

Gruß Rebecca

Hallo!
Ich versuche Dir ohne Definitionen verständlich zu machen was gemeint ist. Dein Vater wurde an der Halsschlagader operiert die das sauerstoffreiche Blut speziell für das Gehirn führt. Ich denke er hatte da eine Verkalkung? Eine Komplikation der OP, die anscheinend leider eingetreten ist bei Deinem Vater, kann sein daß Blut durch eine Art Riss in die Gefäßwand läuft (=Dissektion) und so die Arterie u.a. eindrückt und das Gehirn, das ja eigentlich durch diese Arterie versorgt werden soll, bekommt zu wenig Sauerstoff (=Ischämie) was dazu führt dass die Zellen im Hirn anschwellen, voll Wasser laufen sozusagen (=Hirnödem). Das Gehirn ist von 3 dünnen Häuten umgeben und zwischen zwei von ihnen ist eine Blutung entstanden (=SAB) als Folge des Sauerstoffmangels und der Schwellung (=Hirnödem). Er muss analgosediert werden heisst, dass er etwas gegen Schmerzen und etwas zum Beruhigen (Narkose?) wegen der Beatmung bekommen hat. Das ist normal bei einer Beatmung! Onko- Osmo Therapie macht man bei dieser Hirnschwellung.
Zur Notwendigkeit des Eingriffs: Die Vorerkrankung, die Verkalkung der Arterie, führt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit irgendwann zum Schlaganfall und man macht diesen Eingriff um das zu verhindern. Es ist eine schwierige Balance zwischen dem Risiko von Komlikationen und dem Nutzen des Eingriffs. Leider hat es deinem Vater langfristig wohl nicht geholfen, aber ich wünsche euch dennoch alles Gute!
Wenn du noch Fragen hast schreib gerne!