Kopfschmerzen, Müdigkeit, Sehstörungen

Hallo,
ich bin auf der Suche nach einem Ratschlag, da ich Beschwerden habe und kein Arzt den Grund dafür findet. Ich weiß auch nicht, ob die Beschwerden miteinander in Verbindung stehen, oder ob sie alle einen eigenen Auslöser haben. Drum zähl ich einfach mal alles auf:

Vor gut 5 Jahren bekam ich zunehmend stärker werdende Kopfschmerzen, die mich wirklich tagelang ins Bett zwangen. Seitdem haben sie sich zwar verbessert, sind aber nie mehr verschwunden. Dafür hat sich nach und nach eine zunehmende Müdigkeit eingeschlichen, ich kann so lange schlafen wie ich will und bin trotzdem den ganzen Tag abgeschlagen, müde und kann mich nur sehr schlecht konzentrieren. Hinzu kommt noch, dass ich enorme Probleme beim Sehen habe. Wenn ich etwas lesen möchte, habe ich immer so ein Flimmern vor den Augen, wie ich kurz zuvor von einer Lampe geblendet worden wäre und verrutsche ständig in den Zeilen oder überlese etwas. Laut Augenarzt ist aber alles ok. Außerdem bin ich immer sehr verspannt und hab des Öfteren Rückenschmerzen, was von meiner geraden Wirbelsäule kommen soll. Bis jetzt hat man nur eine leichte Schilddrüsenunterfunktion festgestellt, ansonsten bin ich laut den Ärzten kerngesund.
Hat jemand von euch vielleicht eine Idee, woher meine Beschwerden kommen könnten?
Ich wäre für Antworten wirklich sehr dankbar!!!

hallo
das höre ich nicht zum ersten mal, hab ich auch häufiger in der praxis.
es handelt sich dabei um eine störung im bereich der schädelknochen.
bis vor etwa zwanzig jahren hat man angenommen, dass die schädelknochen noch im kindesalter verknöchern und der schädel ein starres gebilde ist. heute weiss man, dass alle schädelnähte (suturen) bis ins hohe alter beweglich bleiben und somit alle schädelknochen bewegen. die suturen bilden somit die gelenke der schädelknochen.
wie bei allen gelenken können sich auch im bereich des schädels funktionsstörungen manifestieren. das kann die verschiedensten symptome auslösen (migräne, kopfschmerzen, sehstörungen, tinnitus, konzentrationsstörungen,usw…).
so wie du das beschreibts scheint es sich definitiv um eine störung im schädelbereich zu handeln!
auch die rückenschmerzen können da ihren ursprung haben.
das was ich hier beschrieben habe bildet die grundlage der craniosacralen osteopathie.
ich würde dir empfehlen dir einen osteopathen in der nähe zu suchen.
kennst du dich da aus? (kann dir sonst regionsabhängig weiterhelfen).
grüsse

Hallo Little-Schulzi,

bei Deinem Symptom-Mix denke ich sofort an Borreliose. Das ist eine Art Sammelbegriff für verschiedene Einzelkrankheiten, die durch Erreger ausgelöst werden, welche mittels eines Zeckenstichs übertragen werden. Es ist eine schleichende Krankheit (sic!) mit wechselnden Symptomen (sic!) vielfältiger Art (sic!), die leider bisher nur sehr wenig erforscht ist und die ebenfalls mit bisher zur Verfügung stehenden Tests nur sehr unzureichend nachzuweisen ist. Es können in Folge der Infektion bis zu 130 Symptome auftreten (natürlich nicht gleichzeitig). Viele Borreliose-Chroniker landen letztlich in der Berufsunfähigkeit oder gar im Rollstuhl. Auf Dauer wird der Körper derart geschwächt, dass er auch zunehmend anfälliger für Sekundärerkrankungen wird (typische Beispiele: Sehminderung, Hörsturz, Bandscheibenvorfälle, Lungenentzündung und und und).

Ich empfehle Dir, Dich in der Internet-Selbsthilfegruppe „Borreliose Forum“ des Deutschen Borreliose Bundes anzumelden (kostenlos) und dort mal einige der über 1000 Krankengeschichten nachzulesen.

Ach so, noch zwei Hinweise: zum Einen, die Geschichte mit dem Zeckenstich: Man bemerkt die kleinen Vampire nicht unbedingt und die übertragenen Erreger können sich auch erst nach etlichen Jahren bemerkbar machen. Also: Es ist kein Argument, wenn Du sagst, dass Du keine Zecke hattest.

zum Zweiten: die Ärzte kennen sich in aller Regel mit dieser Krankheit so gut aus, wie eine Kuh etwas von Mathematik versteht, also überhaupt nicht. von daher kann es empfehlenswert sein, dass Du denen gegenüber einfach BEHAUPTEST, Du hättest vor 5 Jahren eine Zecke gehabt. Kann eh keiner mehr nachweisen.

Schließlich verweise ich auf das Archiv von wer-weiss-was, dort findest Du auch jede Menge Artikel zum Thema Borreliose, von vielen verschiedenen Leuten, auch von mir.

Aber die wahren Experten findest Du im Borreliose-Forum:

http://www.borreliose-forum.de/cms/html/index.php

Ich wünsche Dir viel Geduld und eine langen Atem! Lass Dich von den oftmals unsinnigen Aussagen der Weißkittel nicht unterkriegen!

Soweit für heute, wenn Du mehr Infos wünscht, kannst Du Dich ja nochmals melden.

Viel Erfolg und schnelle (? bei Borreliose? - na ja - ) Besserung

Viele Grüße

Alexander (dessen Frau schon seit 2,5 Jahren an dieser heimtückischen Krankheit leidet)

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Hallo Andreas,
danke für deine schnelle Antwort!
Das das Ganze von irgendeiner Knochensache herrührt könnte durchaus sein! Hab auch ständig so ein Klopfen in den Ohren und meine Kiefergelenke sind laut Zahnarzt einseitig ausgeschlagen!
Ich wohne nördlich von Augsburg. Kennst du da zufällig einen guten Osteopathen? Auch München wäre noch erreichbar, hauptsache ich werde meine Beschwerden irgendwann wieder los!

Viele Grüße, Andreas

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Hallo Alexander, danke für deine Antwort!
Das Thema Borreliose hatte sich meiner Meinung nach für mich erledigt, zumindest dachte ich das!
Vor einem Jahr hat mir mein Hausarzt Blut abgenommen und dabei festgestellt, dass mein Körper Antikörper gegen Borrelien gebildet hat und mich daraufhin zum Neurologen geschickt! Der meinte dann, es sei bei mir alles in Ordnung! Die Antikörperkonzentration war beim letzten Blutabnehmen ein wenig niedriger.
Kann es also trotzdem sein, dass ich daran erkrankt bin, auch wenn man nichts feststellen kann?

Hallo Roadrunner,

Die Borre (oder einer der Co-Erreger-Erkrankungen) ist eine sehr zähe Krankheit. Die Behandlung dauert oft über Jahre und die Erfolge sind nur in Milimetern zu messen. Am erfolgversprechendsten sind Antibiotika-Therapien, bei denen mehrere ABs mehr oder minder gleichzeitig zum Einsatz kommen. Eine Therapie-Dauer von einem halben Jahr ist keine Seltenheit. Die längste Therapie, die mir zu Ohren gekommen ist, waren 18 Monate.

Wie ich schon schrieb: Die Bluttests sind extrem unzuverlässig. Der Schnell-Test (namens ELISA) hat eine Fehlerquote von 65%, die anderen Tests, bei denen man deutlich länger auf Antwort warten muss (2,5 Wochen und mehr) namens LTT, Westernblot, ELISPOT weisen immer noch eine Fehlerquote von 20-25% auf. Für ein sicheres Ergebnis via Blutuntersuchung objektiv nicht zu gebrauchen. Der Grund, warum die Blutuntersuchungen so unzuverlässig sind, ist recht einfach: Die Erreger bevorzugen einen „Wohnsitz“ innerhalb einer Körperzelle, noch lieber halten sie sich in der Zellwand auf. Das Blut benutzen sie nur zur Fortbewegung, ähnlich wie wir unsere Autobahnen benutzen, um von A nach B zu kommen (daher übrigens auch die wechselnden Symptome und die wandernden Schmerzen). Die Bluttests suchen aber nur das Blut ab (= die Autobahn). Und dabei wird halt oft nichts gefunden. Aber einen Test, bei dem alle Autobahnen nach dem Auto vom Alexander abgesucht werden, und der negativ verläuft, diesen dann so zu deuten: Also wir haben keinen Alexander auf der Autobahn gefunden, also gibt es ihn nicht, diese Deutung ist offensichtlicher Quatsch. Aber genau das machen viele Ärzte: „Im Blut war nix, also is da nix, basta“.

Somit auf Deine Frage (ob Du trotz negativer Serologie Borre haben kannst) ein ganz klares Ja! Und bei den Symptomen, die Du schilderst - insbesondere wenn bei Dir früher schon Borrelien festgestellt wurden - ist es sogar extrem wahrscheinlich.
Die Krankheit ist bisher erst sehr wenig erforscht und die wenigen Erkenntnisse, die die Wissenschaft hat, die sind den Ärzten fast in Gänze unbekannt(einzelne ganz wenige positive Ausnahmen gibt es immer, das sind deutschlandweit aber nur eine gute Handvoll, in München z.B. ist kein einziger). Bei dieser und anderen wenig erforschten Krankheiten ist es ein absolutes Muss, dass sich der Patient selbst informiert und dadurch bei dummen Gerede des Arztes (was leider viel zu oft vorkommt) diesem dann Paroli bieten zu können. Wenn man dagegen den Weißkitteln vertraut, dann ist man mit dieser Krankheit verloren und landet früher oder später in der Berufsunfähigkeit und wenn es ganz schlimm kommt sogar im Rollstuhl.

Vielleicht kennst Du den Ausspruch nicht:
„An Borreliose stirbt man nicht, sie tötet nur das Leben“ (= die Lebensenergie, denn es ist unbehandelt eine Krankheit, die zu einem langsamen Dahinsiechen und körperlichem Verfall führt).

Ich weiß zwar schon einiges über die Krankheit, aber die wahren Experten findest Du in der Patientenselbsthilfegruppe „Borreliose-Forum“ des Deutschen Borreliose Bundes im Internet.
http://www.borreliose-forum.de/cms/html/index.php
Meine dringende Empfehlung: melde Dich dort an, lese einige der ca. 1000 Krankengeschichten und trete mit den dortigen Forumsteilnehmern (u.a. meine Frau) in Kontakt. Bei denen bekommst Du dann auch Tipps über die ca. 130 Symptome, die diese Krankheit mit sich bringen kann (kein Mensch hat alle, und schon gleich gar nicht gleichzeitig).

Bitte suche auch hier im wer-weiss-was im Archiv: Es haben schon viele Leute (u.a. ich) immer mal wieder über Borreliose geschrieben. Lese Dir bitte diese Artikel einfach mal durch, dann hast Du schon einen allerersten Einblick (aber natürlich noch lange keinen Überblick).

Soweit für heute,

Dir alles erdenklich Gute, ich wünsche Dir einen verständnisvollen und aufgeschlossenen Hausarzt, bleibe zäh und biete den Ärzten die Stirn! Die wissen binnen kürzester Zeit dann wenn Du Dich ein wenig damit beschäftigst nämlich viiiiieeeel weniger wie Du über diese Krankheit.

Das Thema Borreliose hatte sich meiner Meinung nach für mich
erledigt, zumindest dachte ich das!
Vor einem Jahr hat mir mein Hausarzt Blut abgenommen und dabei
festgestellt, dass mein Körper Antikörper gegen Borrelien

ach mein Gott, also auch Chroniker!

gebildet hat und mich daraufhin zum Neurologen geschickt! Der
meinte dann, es sei bei mir alles in Ordnung!

Neurologen gelten - neben Internisten - unter Borre-Patienten als die Ärztegruppen, die sich in aller Regel am wenigsten (!) damit auskennen und den größten Mist erzählen. Demgegenüber wissen die Hausärzte deutlich mehr (aber immer noch viiiieeel zu wenig).

Die
Antikörperkonzentration war beim letzten Blutabnehmen ein
wenig niedriger.

also dann hast Du ja sogar immer noch Borrelien nachgewiesen im Blut! Toll für Dich, dieses Glück haben noch lange nicht alle Borre-Kranken (man schätzt,dass es mittlerweile in Deutschland etwa 2.5 Mio Menschen gibt, die unter chronischer Borreliose leiden, man spricht schon von der Volkskrankheit des 21. Jh.)

Herzliche Grüße

Alexander