Ich habe folgendes Problem:
Wenn ich Alkohol trinke, wird mein Körper ganz heiss und alles wird rot(vorallem mein Gesicht). Diese Reaktion kommt auch, wenn ich Desinfektionsmittel auf die Haut auftrage, dabei gibt es eine „lokale“ rotfärbung.
Ist es eine Allergie oder eine Intoleranz zum Alkohol?
Kann man das heilen? Wenn ja, wie?
Wollte auch noch wissen, ob ihr eigene Erfahrungen habt, wie soll man sich verhalten(wie z.B. auf einem Fest)?
Alkohol weitet die Blutgefäße. das ist bei allen menschen so, beim einen mehr, beim anderen weniger. Weil dann mehr Blut durch die Hautkapillaren fließt, sieht die Haut gerötet aus und fühlt sich auch wärmer an. Darum trinken manche Menschen Alkohol, wenn ihnen kalt ist. Physiologisch ist das allerdings ziemlich doof, weil der Körper damit seine Wärme nur schneller an die Umgebung abgibt (und am Ende friert man nicht nur noch mehr, sondern hat auch eine handfeste Unterkühlung).
Ist es eine Allergie oder eine Intoleranz zum Alkohol?
Eine Allergie ist das nicht.
Kann man das heilen? Wenn ja, wie?
Da gibt es nicht zu heilen, weil das keine Krankheit, sondern eine normale Reaktion ist. Die Heftigkeit läßt sich m.W. nicht beeinflussen. Vasokonstriktiva könnten den Effekt mindern, aber davon ist ganz doll dringend abzuraten!
Wollte auch noch wissen, ob ihr eigene Erfahrungen habt,
wie soll man sich verhalten(wie z.B. auf einem Fest)?
Man kann Alkohol ganz gut vermeiden, wenn einem die Wirkungen unangenehm sind. Einfach mal Wasser, Apfelsaft oder Limo trinken.
Ist es eine Allergie oder eine Intoleranz zum Alkohol?
Eine Allergie ist das nicht.
Bei einem Mitglied aus meiner Familie passiert das auch. Allerdings nur bei bestimmten Formen von Alkohol (Bier) und er sprach davon, dass die Ärzte das unter „Allergie“ verbucht haben.
Wollte auch noch wissen, ob ihr eigene Erfahrungen habt,
wie soll man sich verhalten(wie z.B. auf einem Fest)?
Man kann Alkohol ganz gut vermeiden, wenn einem die Wirkungen
unangenehm sind. Einfach mal Wasser, Apfelsaft oder Limo
trinken.
Ist es eine Allergie oder eine Intoleranz zum Alkohol?
Eine Allergie ist das nicht.
Bei einem Mitglied aus meiner Familie passiert das auch.
Allerdings nur bei bestimmten Formen von Alkohol (Bier) und er
sprach davon, dass die Ärzte das unter „Allergie“ verbucht
haben.
Wenn meine Bank diese Buchung getätigt hätte, so würde ich das rückgängig machen lassen.
Im Ernst: Er hat keine Allergie gegen Alkohol im Bier. Eine Allergie würde sich völlig anders äußern und gegen sowas hat man außerdem auch keine Allergie.
Eine Allergie gegen irgendein Protein im Bier. OK. Bestimmt möglich.
Ne Allergie gegen Ethanol. Naja. Möglich vielleicht bei Bindung an ein Plasmaprotein o.ä. Aber nicht gegen den Alkohol im Bier. Das wäre wie blind in die Luft zu schießen in der Stadt und dabei nen Fischadler zu erwischen.
Das passiert nicht. Da hat sich der Arzt entweder missverständlich ausgedrückt, es wurde falsch aufgefasst oder weitergegeben. Dass man gegen Alkohol speziell im Bier keine Allergie hat und dass eine Nahrungsmittelallergie andere Symptome hat, das weiß jeder Arzt.
Dass man gegen Alkohol speziell im Bier keine
Allergie hat und dass eine Nahrungsmittelallergie andere
Symptome hat, das weiß jeder Arzt.
Hi,
ist nachvollziehbar. Er hat die Symptome speziell beim Bier. Wahrscheinlich dann einer der anderen Inhaltstoffe. Werde bei Gelegenheit noch mal nachfragen, wie das genau beschrieben wurde.
Kann mir jemand erklären warum ich eine „lokale“ rotfärbung habe? Ich nehm Alkohol ja nicht ein, sondern trage es auf…
Mir hat ein Kollege mal etwas von „fehlenden Enzymen“ erzählt, welches den Alkoholabbau behindern kann… naja… so in der Art
Er hat die Symptome speziell beim Bier.
Wahrscheinlich dann einer der anderen Inhaltstoffe.
Wenn’s nur Bier ist, dann hat es wahrscheinlich mit dem Hopfen zu tun. Alle anderen Inhaltsstoffe sind auch in anderen Lebensmitteln anzutreffen.
Eine Allergie ist übrgens eine durch das Allergen ausgelöste Reaktion, die - wenn einmal angestoßen - eigenständig weiter läuft. Es gibt praktisch keine Dosisabhängigkeit. Wenn er bei einem (halben) Glas Bier wenig bis kaum Beschwerden hat, diese aber bei steigendem Bierkonsum schlimmer werden, dann ist es eine Unverträglichkeit und keine Allergie. Macht für den Patienten nicht so den Unterschied, basiert aber auf unterschiedlichen physiologischen Reaktionen.
Ich will auch nochmal anmerken, dass unser wichtigstes „Haustier“, unser Darmbakterium E. coli, unter den anaeroben Bdingungen in unserem Darm eine sog. „gemischte Säuregärung“ betreibt, bei der auch (geringe Mengen) Ethanol gebildet werden. Eine Allergie gegen diese Substanz würde also ein sehr ernstes Problem darstellen!
Kann mir jemand erklären warum ich eine „lokale“ rotfärbung
habe? Ich nehm Alkohol ja nicht ein, sondern trage es auf…
Ja genau darum doch.
Wenn du Alkohol trinkst, wird er über’s Blut überall hin verteilt und wirkt eben auch überall.
Wenn du ihn lokal auf die Haut aufträgst, wirkt er dort.
Wo ist das Probelm?
Mir hat ein Kollege mal etwas von „fehlenden Enzymen“ erzählt,
welches den Alkoholabbau behindern kann… naja… so in der
Art
Das Enzym heißt Alkohol - Dehydrogenase. Es wird v.a. von Leberzellen gebildet und leitet den Umbau von Ethanol in Essigsäure ein. Es gibt Menschen, bei denen dieses Enzym nicht richtig funktioniert. Diese Menschen bauen Alkohol nur sehr langsam ab und leiden daher länger an dessen Folgen. Allerdings kann das auch von Vorteil sein, weil nämlich das selbe Enzym zB. aus dem eigentlich recht ungiftigen Substanzen Methanol das sehr giftige Formaldehyd macht. Naja, nun gehört die Aufnahme von Methanol aber sicher nicht zum Alltag…
Das Enzym heißt Alkohol - Dehydrogenase. Es wird v.a. von
Leberzellen gebildet und leitet den Umbau von Ethanol in
Essigsäure ein. Es gibt Menschen, bei denen dieses Enzym nicht
richtig funktioniert. Diese Menschen bauen Alkohol nur sehr
langsam ab und leiden daher länger an dessen Folgen.
Allerdings kann das auch von Vorteil sein, weil nämlich das
selbe Enzym zB. aus dem eigentlich recht ungiftigen Substanzen
Methanol das sehr giftige Formaldehyd macht. Naja, nun gehört
die Aufnahme von Methanol aber sicher nicht zum Alltag…
LG
Jochen
Hallo, Jochen,
wenn das heißen soll, dass Methanol zu den recht ungiftigen Substanzen zählt, muss hier widersprochen werden. Methanol oder Methylalkohol ist ein hochgiftiger Stoff, dessen Genuss schon zu vielen schweren Schäden geführt hat.
Methanol
oder Methylalkohol ist ein hochgiftiger Stoff, dessen Genuss
schon zu vielen schweren Schäden geführt hat.
wie Jochen schon ausgeführt hat, ist es der Formaldehyd, der giftig ist.
Methanol selber ist, solange er nicht zum Aldehyd oxidiert wird tatsächlich weitestgehend ungiftig.
Da bei ‚normalen‘ Menschen Methanol aber recht schnell zum Formaldehyd oxidiert wird, ist die Methanoleinnahme tatsächlich schädlich, aber wie gesagt, das Abbauprodukt macht den Schaden.
Auch wenn das jetzt etwas kleinklauberisch wirken mag.
Warnhinweis vorweg: Die Aufnahme von Methanol ist gefährlich! Folge sind Nervenschädigungen, bleibende Organschäden und möglicherweise der Tod (meist durch Atmenstillstand).
wenn das heißen soll, dass Methanol zu den recht ungiftigen
Substanzen zählt, muss hier widersprochen werden. Methanol
oder Methylalkohol ist ein hochgiftiger Stoff, dessen Genuss
schon zu vielen schweren Schäden geführt hat.
Bist Du Dir da sicher?
Was soll an Methanol denn so besonders giftig sein? Die physiologische Wirkung ist etwa die von Ethanol. Ich kenne keine Enzyme, die spezifisch inhibiert werden und es interferiert auch nicht mit irgendwelchen Redox-Reaktionen oder Elektronentransportketten.
Die einzige wichtige Interaktion findet mit der ADH statt, welche daraus Formaldehyd macht (und dann Ameisensäure). Die dadurch bedingte Azidose schädigt die Nerven erheblich, was letztlich die Toxizität ausmacht. Was hier toxisch ist, ist aber nicht das Methanol, sondern dessen Stoffwechselprodukte.
Da jeder Mensch funktionale ADH hat, führt die Aufnahme von Methanol auch zwangsläufig zu einer Vergiftung. Die Vergiftung ist bei ADH-defizienten Menschen weniger stark, weil die toxischen Stoffwechselprodukte nicht enstehen und es so nicht zur Azidose kommt. Das Methanol berauscht halt etwas und wird dann über die Nieren ausgeschieden.
Natürlich macht auch die Dosis das Gift. Methanol - wenn es nicht verstoffwechselt wird(!) - ist etwa so giftig wie Ethanol. Mit Ethanol kann man sich ja auch umbringen. Wenn das Methanol - wie normalerweise ja auch üblich - verstoffwechselt wird, braucht man sehr, sehr viel weniger, um sich umzubringen.
ohne deine Ausführungen, die die Wirkung von Methanol betreffen, anzuzweifeln, bin ich doch der Ansicht, dass Methanol ein Gift ist. Wikipedia z.B. oder Roches Lexikon der Medizin bezeichnen auch solche Substanzen als Gifte, die erst nach Umwandlung im Körper gefährlich werden und Gesundheitsschäden hervorrufen.
Es ist das eine Frage der Definition und so gesehen auch gar nicht kleinklauberisch, weil die lexikalische Erklärung in sich widersprüchlich ist. Bezeichnet sie doch zugleich den Umwandlungsprozess als „Giftung“, was ja bedeutet, dass der Stoff erst jetzt zum Gift wird.
Gruß,
Montanus
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