Medizinhistorik

Hallo zusammen,

von einem Freund wurde die Theorie aufgestellt, daß die Verbreitung der Augenklappe bei Seeräubern und Seemännern allgemein, von den in der frühen Neuzeit verwendeten Winkelmessgeräten zur Bestimmung der geographischen Breite herrührt. Durch das dauernde Peilen in die Sonne kam es anscheinend zur langsamen Erblindung des betreffenden Auges.
Wäre das medizinisch möglich?

Gruß Mirko

Hallo Mirko,

Wäre das medizinisch möglich?

selbstverständlich.
Das wäre eine Form der Schneeblindheit und Verblitzung.

Gandalf

hallo Mirko,

diese Theorie war ein Thema der gestrigen Ausgabe der Sendung ‚Galileo‘ auf Pro7 (http://www.prosieben.de/wissen/galileo/themen/artike…).

Leider habe ich dies quasi nur im Vorbeigehen gehört, und meine Tochter, welche die Sendung gesehen hat, ist momentan nicht greifbar.

So Du denn gesteigertes Interesse an dem Thema hast, lässt sich über den Pro7-Link sicher herausfinden, ob und wann die Sendung wiederholt wird.

Beste Grüße

=^…^=

hallo Mirko,

diese Theorie war ein Thema der gestrigen Ausgabe der Sendung
‚Galileo‘ auf Pro7
(http://www.prosieben.de/wissen/galileo/themen/artike…).

Aha daher hatte er sein Wissen *lol*

Hat mich schon gewundert, warum er auf solche Themen kommt.

Gruß Mirko

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Moin Mirko

diese Theorie war ein Thema der gestrigen Ausgabe der Sendung
‚Galileo‘ auf Pro7

Aha daher hatte er sein Wissen *lol*

nicht ganz, denn dort bezogen die sich eher auf die sogenannte Adaptation des Auges, also die Anpassung des Auges auf Dunkelheit bzw. Helligkeit durch Zusammenziehen bzw. Erweitern der Pupille.

Sprich der Pirat hat seine Klappe zB. auf dem rechten Auge während er auf Deck im Hellen ist. Muss er schnell unter Deck, zB. weil er dort an die Kanonen muss, dann tut er die Klappe auf das Linke Auge, sobald er den dunkleren Bereich erreicht und hat damit ein bereits an die Dunkelheit gewöhntes Auge parat. Denn andernfalls würde es etwa gut eine halbe Stunde dauern, bis er sich unter Deck zurechtfindet und wieder etwas sehen kann.
Das kannst du mit zuhalten eines Auges und Lichtschalter heut nacht ja mal ausprobieren :wink:

Ob das wirklich historisch belegt ist, kann ich nicht sagen, aber wenns dich wirklich brennend interessiert, kann ich mal bei einem Seefahrtsmedizinhistoriker anfragen…

Ich hab meine Magisterarbeit über ein thema geschrieben, wo diese Adaptation auch relevant war (nur bei Adaptierten Auge und Dunkelheit war die Untersuchungsmethode sinnvoll), aber ich glaub es wurde erst im 19. Jh. beachtet, dass diese Untersuchung, über die ich schrieb besser im Dunkeln durchgeführt wird, und erst ab dann war das eben mit der Adaptation relevant. Ich kann also nicht sagen obs zu Piratenzeiten auch schon bekannt war, müsst ich sonst nachschlagen.

Allerdings ist die These von deinem Freund auch nicht ganz falsch, denn jeder der viel in der Sonne arbeitet und auch mal reinschaut, Bauern, Seefahrer,
kann eine Verblitzung erleiden, wenn es seltener vorkommt zB. Sonnenfinsternisbeobachter!
oder am grauen Star erkranken, wenn es häufiger vorkommt, also wer Sonnengegerbte Haut hat, hat durchaus häufig auch einen grauen Star.

Und der Starstich (OP gegen den grauen Star) ist ein medizinhistorisches Thema, dass ganze Bände füllt, da er schon in der Antike durchgeführt wurde.

Bei Bedarf kann ich dir da Literatur zu raussuchen.

Gruß Susanne

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Vielen Dank an alle für die erhellenden Antworten
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