Gehörlos

Hallo,
meine Freundin hat gerade erfahren, dass ihr jüngster Sohn ( 8 Monate) gehörlos ist. Es wurden eingehende Untersuchungen in der Klinik vorgenommen, das Kind hört gar nichts. Jetzt soll er ein Hörgerät bekommen für ein paar Monate, das nur zur Absicherung gegenüber der Krankenkasse und dann wird eine OP in Erwägung gezogen.
Meine Frage ist, wie die Erfolgsquoten bei solchen OPs liegen und welche Risiken bestehen. Wo finde ich darüber Informationen, oder gibt es hier Betroffene mit Erfahrungsberichten?
Danke,
Claudia

Hallo Claudia,

das Kind hört gar nichts. Jetzt soll
er ein Hörgerät bekommen für ein paar Monate, das nur zur
Absicherung gegenüber der Krankenkasse und dann wird eine OP
in Erwägung gezogen.

wenn es völlig gehörlos ist, nutzt ein Hörgerät auch nichts, es muß dann schon eine gewisse Resthörigkeit vorliegen.
Oder soll ein CochleaImplantat gemacht werden?

Meine Frage ist, wie die Erfolgsquoten bei solchen OPs liegen
und welche Risiken bestehen.

Dazu läßt sich so pauschal nichts sagen.
Ist das Mittelohr geschädigt/betroffen/vorhanden
Ist das Innenohr geschädigt/betroffen/vorhanden
Ist der Hörnerv geschädigt/betroffen/vorhanden
ist die Signalverarbeitung im Hirn geschädigt/betroffen/vorhanden

Davon hängt es ab, ob man überhaupt eine OP machen kann und wenn ja welche.
Jede ist mit bestimmten Risiken und Erfolgaussichten versehen.

Pauschal kann man genauso wenig antworten wie auf die Frage:
Wie schnell ist ein Auto.

Gandalf

Hallo Claudia,

das Kind hört gar nichts. Jetzt soll
er ein Hörgerät bekommen für ein paar Monate, das nur zur
Absicherung gegenüber der Krankenkasse und dann wird eine OP
in Erwägung gezogen.

wenn es völlig gehörlos ist, nutzt ein Hörgerät auch nichts

Meine Frage ist, wie die Erfolgsquoten bei solchen OPs liegen
und welche Risiken bestehen.

Dazu läßt sich so pauschal nichts sagen.
Ist das Mittelohr geschädigt/betroffen/vorhanden
Ist das Innenohr geschädigt/betroffen/vorhanden
Ist der Hörnerv geschädigt/betroffen/vorhanden
ist die Signalverarbeitung im Hirn
geschädigt/betroffen/vorhanden

sehe ich genauso :smile:
Würde zudem Kontakt zu einer Frühförderstelle für hörbehinderte Kinder aufnehmen(In Hessen Sitz in Friedberg).
Empfehlen kann ich auch noch das Forum Taubenschlag, da tauschen sich Betroffene aus.
http://www.taubenschlag.de/

Wenn das Kind garnichts hört, bitte nicht warten mit dem CI! Dann ist jeder Tag wichtig! Habe bisher ganz schöne Erfolge mit meinen frühimlantieten Kinder gehabt. Die haben alle gut hören und sprechen gelernt. Die Uni Hannover macht da gute Arbeit und hat Erfahrung mit den kleinen Menschen.

Grüße Allu

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Hallo Claudette,

und sprecht wirklich mit mehreren Betroffenen. Beleuchtet alle Seiten!
Für das Cochleaimplantat muß m.W. nach eine Resthörfähigkeit vorhanden sein. Es ist eine Op am Gehirn und wenn etwas schief geht, ist auch die Resthörfähigkeit weg.
Die OP muß ca alle 10 Jahre wiederholt werden, es ist keine einmalige Sache.

Egal ob er die OP bekommt, oder nicht, fangt an mit ihm zu Gebärden, informiert Euch z.b. beim Gehörlosenverband darüber und sprecht auch mal mit Dolmetschern.
Das Kind braucht eine Sprache, so schnell wie möglich und Gebärden vernetzt noch dazu die Hirnhälften.
Es gibt genügend Hinweise, das er, was evtl späteres Sprechenlernen, trotz Gebärdensprache profitieren wird. Sogar mit hörenden Kindern kann man mit Gebärden sprechen, solange Ihre Motorik das Sprechen nicht erlaubt und auch die profitieren davon.
Meine Quellen sind Dolmetscher, Gehörlose (auch Verwandte) und Psychologen, die an Hirnentwicklung in Bezug auf Sprache forschen, speziell im Bereich Gebärden, Uni Hamburg wäre da eine Anlauf stelle.

Gruß
Kathy

Hallo Claudette & Kathy,

Für das Cochleaimplantat muß m.W. nach eine Resthörfähigkeit
vorhanden sein.

nicht unbedingt.
Der Hörnerv muß aber funktionsfähig sein.

Es ist eine Op am Gehirn und wenn etwas schief
geht, ist auch die Resthörfähigkeit weg.

Auch nicht. Es ist eine OP an der Hörschnecke (Cochlea)

Gandalf

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Hallo Claudia,

Meine Frage ist, wie die Erfolgsquoten bei solchen OPs liegen
und welche Risiken bestehen. Wo finde ich darüber
Informationen, oder gibt es hier Betroffene mit
Erfahrungsberichten?

Ich nehme an, es geht um ein Cochlear-Implantat. Wenn du google mit diesem Begriff fütterst, findest du sicher massenhaft Informationen.

Das Hören mit dem Cochlear-Implantat ist kein „normales Hören“ sondern nur ein Ersatz. Deshalb finde ich es wichtig, dass das Kind auch die Gebärdensprache erlernt, um eine Identität als Gehörloser zu finden. Es gibt DGS-Kurse für die Eltern z.B. an der Volkshochschule. Ich kann so einen Kurs nur empfehlen; ich habe selbst einmal DGS gelernt, weil ich mir überlegt habe, Gebärdensprachdolmetscherin zu werden. Das bin ich zwar nicht geworden, aber der Kurs hat großen Spaß gemacht.

Unter http://www.taubenschlag.de kannst du ja einmal erste Kontakte zu Gehörlosen knüpfen.

Schöne Grüße

Petra

verschrieben, sorry

Hallo Claudia,

das Kind hört gar nichts. Jetzt soll
er ein Hörgerät bekommen für ein paar Monate, das nur zur
Absicherung gegenüber der Krankenkasse und dann wird eine OP
in Erwägung gezogen.

wenn es völlig gehörlos ist, nutzt ein Hörgerät auch nichts

Meine Frage ist, wie die Erfolgsquoten bei solchen OPs liegen
und welche Risiken bestehen.

Dazu läßt sich so pauschal nichts sagen.
Ist das Mittelohr geschädigt/betroffen/vorhanden
Ist das Innenohr geschädigt/betroffen/vorhanden
Ist der Hörnerv geschädigt/betroffen/vorhanden
ist die Signalverarbeitung im Hirn
geschädigt/betroffen/vorhanden

sehe ich genauso :smile:
Würde zudem Kontakt zu einer Frühförderstelle für
hörbehinderte Kinder aufnehmen(In Hessen Sitz in Friedberg).
Empfehlen kann ich auch noch das Forum Taubenschlag, da
tauschen sich Betroffene aus.
http://www.taubenschlag.de/

Wenn das Kind garnichts hört, bitte nicht warten mit dem CI!
Dann ist jeder Tag wichtig! Habe bisher ganz schöne Erfolge
mit meinen

früh implantierten Kindern,

Hannover macht da gute
Arbeit und hat Erfahrung mit den kleinen Menschen.

Grüße Allu

So kenne ich das nicht!
Hallo,

Das Hören mit dem Cochlear-Implantat ist kein „normales Hören“
sondern nur ein Ersatz.

Das stimmt sicher.

Deshalb finde ich es wichtig, dass das
Kind auch die Gebärdensprache erlernt, um eine Identität als
Gehörloser zu finden.

Uns wurde es anders erklärt und ich fand die Erklärung schlüssig. Ich habe ein Cochlear-Implantat versorgtes Kind in der Familie. Die Sprachentwicklung läuft. Ist derzeit nur etwas verzögert, weil nun mal ein paar Monate fehlen. Aber es ist absehbar, dass das Kind soweit hören kann, dass es im Alltag besteht und in aller Wahrscheinlichkeit eine Regelschule besuchen kann. In unserer Umgebung gebärdet keiner. Warum auch, wir können uns normal mit dem Kind unterhalten. Das Kind soll sich auch darauf konzentrieren können zu hören und lernen, sich auf diesen Sinn zu verlassen.

Von den mir bekannten Kindern und auch Erwachsenen ist keiner mit Gebärdensprache unterwegs.

Mittlerweile habe ich schon viel von Kindern mit Cochlear-Implantat gehört, die eine Regelschule besuchen. Es gibt spezielle Hilfsmittel um das zu erleichtern.

Außerdem gehört zur Versorgung mit den Implantaten auch eine umfangreiche Nachsorge. Das sind sehr erfahrene Leute, die dann frühzeitig eingreifen, wenn das Cochlear-Implantat nicht ausreichend ist. DANN würde ich erst anfangen, über Gebärdensprache und Gehörlosenschule nachzudenken.

VG
Monroe

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Hallo Monroe,

Uns wurde es anders erklärt und ich fand die Erklärung
schlüssig.

Das mag sein. Früher wurde den Eltern erklärt, dass das Kind unbedingt nur lautsprachlich erzogen werden soll …

Ich habe ein Cochlear-Implantat versorgtes Kind in
der Familie. Die Sprachentwicklung läuft.

Das ist schön. Dann hat es bei euch geklappt.

Ist derzeit nur
etwas verzögert, weil nun mal ein paar Monate fehlen.

Ja eben. Ein paar Monate, in denen man mit dem Kind gar keine gemeinsame Sprache sprechen konnte. Ich finde das unbefriedigend.

Aber es ist absehbar, dass das Kind soweit hören kann, dass es im
Alltag besteht und in aller Wahrscheinlichkeit eine
Regelschule besuchen kann.

Das klingt alles sehr nach Einschränkung.

In unserer Umgebung gebärdet
keiner. Warum auch, wir können uns normal mit dem Kind
unterhalten.

Gebärdensprache ist ebenso normal - nur anders. Es ist eine sehr schöne Sprache, die übrigens durchaus auch Vorteile gegenüber der Lautsprache hat. Oder kannst du dich problemlos in einer Disco, durch eine Glasscheibe oder über eine laute Straße hinweg unterhalten? :wink:

Das Kind soll sich auch darauf konzentrieren
können zu hören und lernen, sich auf diesen Sinn zu verlassen.

Es ist ein elektronisches Gerät, auf das sich das Kind verlassen soll. Geräte brauchen Batterien, gehen kaputt … ich halte es für keine gute Idee, sich so sehr auf ein elektronisches Gerät zu verlassen. Ich habe ja nicht gesagt, dass die Gebärdensprache ein Ersatz für die Lautsprache sein soll. Nur als zusätzliche Sprache würde ich sie anbieten.

DANN würde ich erst anfangen, über
Gebärdensprache und Gehörlosenschule nachzudenken.

Nur weil ein Kind die Gebärdensprache spricht, muss es ja noch lange keine Gehörlosenschule besuchen, wenn der Besuch einer Regelschule möglich ist.

Was mich ein bisschen stört, ist dass man sich oft so sehr auf das Hören bzw. dessen Ersatz konzentriert, dass ansonsten die Fähigkeiten des Kindes nicht ausreichend gefördert werden, weil man die ganze Zeit nur damit beschäftigt ist, ihm die Lautsprache beizubringen. Was mich außerdem stört, ist diese Vorstellung, dass die Gebärdensprache irgendwie zweitklassig ist - denn das ist sie sicher nicht. Es ist eine sehr komplexe Sprache mit einer eigenen Grammatik. Übrigens können sich auch berufliche Perspektiven ergeben, wenn man die Gebärdensprache spricht.

Schöne Grüße

Petra

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Hallo,

Die Information ist aktuell. Durch Selbsthilfegruppen besteht viel Kontakt zu anderen Kindern und auch anderen Erwachsenen mit Implantaten.

Das ist schön. Dann hat es bei euch geklappt.

Wie gesagt - nicht nur bei uns…

Ist derzeit nur
etwas verzögert, weil nun mal ein paar Monate fehlen.

Ja eben. Ein paar Monate, in denen man mit dem Kind gar keine
gemeinsame Sprache sprechen konnte. Ich finde das
unbefriedigend.

Die Monate kommen in der Regel zustande, weil oft gar nicht so schnell erkannt wird, dass das Kind gehörlos ist. Dann folgend unzählige Tests wo noch nach Ursachen oder anderen Möglichkeiten geforscht wird. Wenn Eltern wissen, dass das Kind gehörlos ist, werden sie sich sicher auch um eine gemeinsame Sprache bemühen.

Die Gebärdensprache hilft in der Regelschule nicht. Schon mal darüber nachgedacht, was der Besuch einer Schule für Gehörlose oder auch nur mit integrativem Gedanken bedeuten kann? Nicht jeder hat sowas direkt um die Ecke. Ich würde alles daran setzen, dass ein Kind mit den Dingen vor Ort klar kommt.

Aber es ist absehbar, dass das Kind soweit hören kann, dass es im
Alltag besteht und in aller Wahrscheinlichkeit eine
Regelschule besuchen kann.

Das klingt alles sehr nach Einschränkung.

Es IST eine Einschränkung, die aber unabhängig vom Erlernen der Gebärdensprache besteht.

Was hilft die Gebärdensprache, wenn keiner im Umfeld sie spricht? Wir hätten es gelernt, wenn uns nicht abgeraten worden wäre. Aber schon im Kindergarten fängt es an, im Freundeskreis geht es weiter. Die meisten Kliniken implantieren mit etwa einem Jahr. Das Kind in der Anfrage ist acht Monate alt, würde also bald „dran“ sein. Dann dauert es noch ein paar Wochen, bis das Gerät wirklich angeschlossen werden kann. Aber ab da geht es los.

Die mir bekannten Kinder sind ohne Implantate auch nicht hilflos. Genauso wie ich Gestik und Mimik verstehe, geht das auch mit einem Gehörlosen.

Klar ist es Technik, die kaputt gehen kann bzw. wo die Batterien leer gehen können. Letzters möchte ich ausschliessen, weil man da echt vorsorgen kann. Zur Not gehen handelsübliche Batterien, aber man kann schon dafür sorgen, dass immer x Akus zur Verfügung stehen. Gewisse Ersatzteile sind im Haushalt schnell verfügbar. Die meisten werden beidseitig implantiert. Das beide Geräte gleichzeitig ausfallen, wird wohl eher selten passieren. Wenn doch oder wenn auch nur ein Gerät ausfällt, hat die ausgebende Stelle da schnell Abhilfe.

Auch ohne Erlernen der Gebärdensprache ging war das für die Eltern eine schwere Zeit. Ich finde, dass da die Zeit einfach besser genutzt wurde. Die waren mehrmals die Woche unterwegs um alles zu organisieren, Ursachenforschung zu betreiben, andere Therapien anzuleiern/machen usw.

VG
Monroe