Re: Kampf gegen den Krebs
Hallo!
Ich vermute hier verschiedene Gründe:
Zum einen, dass in der öffentlichen Wahrnehmung wenig zwischen verschiedenen Krebsentitäten unterschieden wird.
Weiterhin möglicherweise der Gedanke, der Krebs sei eine Art "Verräter" im eigenen Körper. Verrat scheint wohl, wie Hollywood zeigt, eine Grundangst des Menschen zu sein.
Weiterhin, dass selbst heutzutage gut behandelbare Tumore früher schreckliche Prognosen hatten und die öffentliche Wahrnehmung der Entwicklung hinterherhinkt.
Auch dass viele Zytostatika bedeutende Nebenwirkungen haben, die oft stärker sind oder als stärker wahrgenommen werden als bei anderen schlimmen Erkrankungen wie zB der Herzinsuffizienz eingenommene Medikamente.
Wenn jemand "Gift" nehmen soll, dann muss er halt stark motiviert werden bzw. wird diese Bürde dann in der öffentlichen Wahrnehmung entsprechend gewürdigt.
Auch hat sich in der Öffentlichkeit bestimmt noch nicht so verbreitet, welche Fortschritte in der supportiven Therapie und im speziellen der Antiemesis gemacht wurden.
Zusammen glaube ich also, dass in der Öffentlichkeit die Mortalität bei Tumorerkrankungen im Vergleich zu anderen Erkrankungen überschätzt wird,
die Krankheit als "bösartig" interpretiert wird und von der Therapie angenommen wird, sie verlange vom Betroffenen besonders viel ab.
Zusammen wird so dann das Bild erzeugt des "Feindes" Krebs, gegen den ein harter Kampf auf Leben und Tod geführt wird.
Gruß, Stefan