Hallo,
warum wird bei einer Behandlung von Krebserkrankungen immer mit solch martialischem Wortschatz um sich geworfen. Ob ein simples Basaliom entfernt wird, eine Therapie wie bei Lance Armstrong, bei der gut 95 % Heilung bekannt ist, durchgeführt wird, ein in situ Karzinom der Brust operativ entfernt wird usw., sofort wird aus dem Mensch ungefragt geradezu ein Gladiator. Wer eine Lungenentzündung hat, einen Herzinfarkt, einen „geplatzten Blinddarm“… nie muß der einen Kampf gewinnen.
Woher rührt die kämpferische Einstellung zum Krebs? Die Prognose kann es ja nicht sein.
Ich vermute hier verschiedene Gründe:
Zum einen, dass in der öffentlichen Wahrnehmung wenig zwischen verschiedenen Krebsentitäten unterschieden wird.
Weiterhin möglicherweise der Gedanke, der Krebs sei eine Art „Verräter“ im eigenen Körper. Verrat scheint wohl, wie Hollywood zeigt, eine Grundangst des Menschen zu sein.
Weiterhin, dass selbst heutzutage gut behandelbare Tumore früher schreckliche Prognosen hatten und die öffentliche Wahrnehmung der Entwicklung hinterherhinkt.
Auch dass viele Zytostatika bedeutende Nebenwirkungen haben, die oft stärker sind oder als stärker wahrgenommen werden als bei anderen schlimmen Erkrankungen wie zB der Herzinsuffizienz eingenommene Medikamente.
Wenn jemand „Gift“ nehmen soll, dann muss er halt stark motiviert werden bzw. wird diese Bürde dann in der öffentlichen Wahrnehmung entsprechend gewürdigt.
Auch hat sich in der Öffentlichkeit bestimmt noch nicht so verbreitet, welche Fortschritte in der supportiven Therapie und im speziellen der Antiemesis gemacht wurden.
Zusammen glaube ich also, dass in der Öffentlichkeit die Mortalität bei Tumorerkrankungen im Vergleich zu anderen Erkrankungen überschätzt wird,
die Krankheit als „bösartig“ interpretiert wird und von der Therapie angenommen wird, sie verlange vom Betroffenen besonders viel ab.
Zusammen wird so dann das Bild erzeugt des „Feindes“ Krebs, gegen den ein harter Kampf auf Leben und Tod geführt wird.
Wer eine Lungenentzündung hat, einen Herzinfarkt,
einen „geplatzten Blinddarm“… nie muß der einen Kampf
gewinnen.
Woher rührt die kämpferische Einstellung zum Krebs?
Ich könnte mir noch vorstellen, dass es daran liegt, dass die von dir genannten anderen Beispiele normalerweise zeitlich begrenzt sind, während man nie wirklich sagen kann, dass man vom Krebs geheilt ist- was noch eine zusätzliche psychische Komponente ins Spiel bringt.
Ich vermute hier verschiedene Gründe:
Zum einen, dass in der öffentlichen Wahrnehmung wenig zwischen
verschiedenen Krebsentitäten unterschieden wird.
Weiterhin möglicherweise der Gedanke, der Krebs sei eine Art
„Verräter“ im eigenen Körper. Verrat scheint wohl, wie
Hollywood zeigt, eine Grundangst des Menschen zu sein.
Danke für diesen Gedanken! Der ist mir neu und außerdem einleuchtend.
Ich könnte mir noch vorstellen, dass es daran liegt, dass die
von dir genannten anderen Beispiele normalerweise zeitlich
begrenzt sind, während man nie wirklich sagen kann, dass man
vom Krebs geheilt ist- was noch eine zusätzliche psychische
Komponente ins Spiel bringt.
Das ist gut möglich, wenngleich die Lebenserwartung nach Herzinfarkt oder bei chronischer Herzschwäche nicht die beste ist, jedenfalls z. T. deutlich schlechter als bei vielen Krebsarten. Aber das ist dann schon Fach-/Detailwissen.
Das ist gut möglich, wenngleich die Lebenserwartung nach
Herzinfarkt oder bei chronischer Herzschwäche nicht die beste
ist, jedenfalls z. T. deutlich schlechter als bei vielen
Krebsarten.
Trotzdem: Am Herzinfarkt stirbst du in der Regel schnell, während ein Krebstod langsam und quälend ist und über Jahre gehen kann.
Gegen einen Herzinfarkt zu kämpfen, dafür hat man gar nicht genug Zeit.
Trotzdem: Am Herzinfarkt stirbst du in der Regel schnell,
während ein Krebstod langsam und quälend ist und über Jahre
gehen kann.
Gegen einen Herzinfarkt zu kämpfen, dafür hat man gar nicht
genug Zeit.
Die Situation hat sich ja so verändert, dass man einen akuten Myokardinfarkt mittlerweile sehr häufig in den Griff bekommt, ganz anders als früher.
Die Leute sterben dann häufig in der Folge an Herzinsuffizienzen etc.
Hab gerade aber keine genauen Daten zu oft Hand.
Ein Ansatz noch:
Krebs wächst, da nimmt etwas Schlechtes mengenmäßig zu. Und das, was da wächst, das lebt.
Eine ähnliche Einstellung wie gegen Krebs gibt es vielleicht gegen einige Infektionskrankheiten, nur dass man mit denen bei uns in der Mehrzahl damit keine großen Probleme mehr hat.
Vielleicht sprechen ja welche vom Kampf gegen AIDS. Ich weiß nicht.