Halli Hallo,
ich bin LA-Studentin im 3. Semester der Fächer Biologie und Chemie
und muss am Mittwoch, den 10.01.2001, im Rahmen des
studienbegleitenden Praktikums eine Unterrichtsstunde in Biologie zum
Thema „Verlauf einer Infektionskrankheit“ über Grippe halten.
Mir fehlen dazu Informationen zum Fieberverlauf, speziell am 6. Tag,
an dem nach anfänglich starkem Fieberanstieg mit darauf folgendem
kurzen Absinken erneut die Temperatur ansteigt.
Nun meine Fragen:
Warum tritt bei Grippe überhaupt Fieber auf (welche
Stoffwechselprozesse gehen einher und warum wird dabei Wärme frei)?
Warum steigt die Temperatur, wie oben beschrieben, nochmals an?
Für eine baldige Antwort wäre ich Ihnen sehr verbunden.
Hello im Neuen Jahr
Viel Erfolg bei Deiner Arbeit, ich hoffe ich kann ein bischen weiterhelfen!
Die Grippe ist eine Erkrankung, die durch ausschließlich Viren hervorgerufen werden. Infektionen im Regelfall durch sogenannte Tröpfcheninfektion, dass heißt durch anniesen, beim Gespräch, in öffentlichen Verkehrsmittel oder natürlich auch durch Freunde oder Familienangehörige. Meist hohe Virulenz, d.h. Ansteckungsgefahr. Behandlung ist hier bezüglich des Erregers sinnlos, da nicht möglich. Behandlung der Symptome aber sollte zur Erleichterung (gegen Naselaufen, Fieber, Kopfschmerzen) erfolgen. Antibiotika sind erst angezeigt, wenn der Verdacht auf eine bakterielle Superinfektion vorliegt (z.B. eitriger Hustenauswurf)
Viren:
Die heimtückischsten Erreger aber sind die nur wenige Nanometer großen Viren. Eigentlich handelt es sich gar nicht um eigenständige Lebewesen, sondern nur um komplizierte Molekülgruppen aus einem Strang DNA oder RNA, der in einer Eiweißhülle und manchmal zusätzlich in einer Schleimkapsel verpackt ist. Viren bauen ihre Erbinformation in die DNA des Zellkerns einer Wirtszelle ein und programmieren diese so um, dass sie selbst immer mehr Viren produziert. Ohne Wirtszelle können sich Viren nicht vermehren. Diese Form der Vermehrung macht es unserem Immunsystem besonders schwer, mit Virusinfekten umzugehen. Da die Viren selbst wegen ihrer geringen Größe kaum zu bekämpfen sind, muss das Immunsystem notgedrungen die virusinfizierten Körperzellen zerstören. Virusinfekte bleiben häufig lange Zeit ,unbemerkt“ - das Immunsystem reagiert verzögert. Deshalb zeichnen sich Viruskrankheiten häufig durch eine lange beschwerdefreie Latenzzeit und einen schleichenden Krankheitsverlauf aus (AIDS, Virushepatitis); allerdings sind auch akute Bilder durchaus nicht selten zu beobachten (Erkältungskrankheiten, Grippe). Die meisten Infektionskrankheiten, z. B. der gemeine Schnupfen, werden von Viren verursacht. Eine Virusinfektion beginnt oft in mehreren Organen gleichzeitig. in der Regel mit einem Fieberschub. Eine reine Virusinfektion wird niemals eitrig.
Verlauf: Diese Virusinfektion und damit der Befall von Zellen und dadurch verursachte Gegenreaktion (humorale Abwehr des Immunsystems lässt Transmitterstoffe freiwerden, die den körpereigenen Thermohaushalt insofern beeinflussen, als die Stellwertgröße Temperatur im Zentralnervensystem höher oder sehr hoch eingestellt wird. Dadurch z.B. höhere Durchblutung = besserer Transport und besseres Reaktionsvermögen // Schüttelfrost = „gewollte“ Erhöhung der Wärmeproduktion)
(NB: Diese Reaktion ist auch bei zu starker Kochsalzzufuhr möglich)
Gleichzeitig werden durch das humorale und zelluläre Immunsystem die infizierten Zellen erkannt und bekämpft unter gleichzeitiger sehr effizienter Programmierung weiterer immunologischer Zellen (Lymphozyten) durch sogenannte Gedächtniszellen. Beim 1. Kontakt vermehrt sich die B – Lymphozytenzelle mit dem passenden Antigen nur langsam (Primärantwort), Erst nach Tagen sind so viel Plasmazellen entstanden, dasss deren Antikörper die Infektion auch beherrschen können. Dann sinkt das Fieber wieder (da die Reizung des Wärmestellwertes nachlässt) und die Grippe klingt ab.
Eine Superinfektion mit z.B. Bakterien im Atmungstrakt kann diesen Verlauf natürlich wesentlich ändern.
Das Therapeutische Senken des Fiebers( z.B. durch Wadenwickel) (manche meinen das sei ungesund und nicht natürlich) hat somit erkennbar keinen negativen Effekt, sondern bewirkt lediglich eine Minderung der Symptome bei der notwendigen Dauer des Krankheitsverlauf.
Meine Frage: Was ist eine L.A. Studentin???
NB.: Was ist AKF ???
laut MHH Hannover: Abkürzungsfimmel ()
Gruss Rudi
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