bei meiner Schwiegermutter wurde im März 2006 ein Gehirntumor, einem Glioblastom WHO IV diagnostiziert.
Uns ist aufgefallen, daß sich ihre Persönlichkeit im Jahr davor massiv verändert hat. Sie war nur noch schwer zugänglich, nur ihre Meinung zählte. Sie war plötzlich eifersüchtig auf mich, weil ich ihr ja den Sohn „geklaut“ hatte. Plötzlich machte sie Dinge, die sie vorher nie getan hätte.
Ein Glio IV ist ein sehr schnell wachsender Tumor, also gehe ich davon aus, daß dieser Anfang 2005 noch nicht da war.
Kann diese Wesensveränderung trotzdem mit dem Tumor zusammengehangen haben, kann diese Veränderung der eigentlichen Krankheit so weit vorausgehen?
Welche Reaktionen finden im Körper statt, um diese Veränderungen auf den Weg zu bringen?
Ist das eine Art des Körpers mitzuteilen, daß etwas nicht stimmt?
nein, das ist viel einfacher: Der Tumor braucht Platz und
drückt Gehirnteile kaputt. Daher rührt auch das vränderte
Verhalten.
da das ein sehr schnell wachsender Tumor war, gehe ich davon aus, daß der Tumor selbst zu beginn der Wesensveränderung noch nicht vorhanden war.
Die körperlichen Ausfälle die durch das Verdrängen des Gehirns durch den Tumor auftraten, fielen erst ca. 1 Jahr nach den Wesensveränderungen auf. Der Tumor lag extrem ungünstig (nahe Hypothalamus).
Setzen körperliche und geistige Veränderungen so verzögert ein?
Ich bin kein Mediziner, weiß also nicht wo was genau im Gehirn verankert ist und für mich als Laie auch nicht erkennbar ist, warum körperliche Veränderungen so viel später auftreten, deshalb frage ich nochmal nach.
bei meiner Schwiegermutter wurde im März 2006 ein Gehirntumor,
einem Glioblastom WHO IV diagnostiziert.
War sie nach spätestens 6 Wochen tot, oder dauerte das deutlich länger?
Uns ist aufgefallen, daß sich ihre Persönlichkeit im Jahr
davor massiv verändert hat.
Da sehe ich zwar keinen Zusammenhang, will es aber nicht gänzlich ausschliessen.
Ein Glio IV ist ein sehr schnell wachsender Tumor, also gehe
ich davon aus, daß dieser Anfang 2005 noch nicht da war.
Im allgemeinen ja, aber nicht zwingend. Der kann sogar schon Jahre zuvor dagewesen sein und einfach nur eine Pause gemacht haben.
Es gibt (wenige) Menschen, die überleben ein bereits diagnostiziertes (!) Glioblastom sehr viele Jahre.
Kann diese Wesensveränderung trotzdem mit dem Tumor
zusammengehangen haben, kann diese Veränderung der
eigentlichen Krankheit so weit vorausgehen?
Wie gesagt, ich sehe in beiden Richtungen keinen Zusammenhang,
Ist das eine Art des Körpers mitzuteilen, daß etwas nicht
stimmt?
Ein Glioblastom ist ein Netz- oder fadenförmiges Gewächs, dass sich ausdehnt und nach und nach Funktionen stilllegt.
Die ausgefallenen Funktionen können zunächst vom Gehirn kompensiert oder ersetzt werden, und solange merkt der Pationt oft auch nichts.
Wenn das nicht mehr klappt, dann erst kommt der Arztbesuch, die Diagnose und meistens wenige Wochen später der Exitus.
zwischen Diagnose und Tod lagen ziemlich genau 7 Monate. Zur gleichen Zeit hatte ein Bekannter meiner Schwester ein sog. Schmetterlingsglioblastom, dort lagen zwischen Diagnose, Operation und Tod gerade einmal 10 Tage. Der Tumor war nach ca. 3 Tagen wieder so groß wie vor der OP.
Das ist so ziemlich die übelste Krankheit, die ich kenne.
daß der Tumor selbst zu beginn der Wesensveränderung noch
nicht vorhanden war.
das weiß man halt nicht.
Setzen körperliche und geistige Veränderungen so verzögert
ein?
Zum Zeitabstand wird keiner was sagen können. Tatsache ist jedenfalls, dass es zur Bewegung nicht viel Hirnleistung braucht, das sieht man schon daran, dass selbst im Zustand der Volltrunkenheit noch ein aufrechter Gang möglich ist.
Abgesehen davon kann sich eine Demenz, die ja auch oft mit Persönlichkeitsveränderungen einhergeht, völlig unabhängig von einem Tumor entwickeln.
da das ein sehr schnell wachsender Tumor war, gehe ich davon
aus, daß der Tumor selbst zu beginn der Wesensveränderung noch
nicht vorhanden war.
Genau das ist der Punkt: Das kann man nicht wissen. Er kann auch eine Ruhezeit eingelegt haben.
Die körperlichen Ausfälle die durch das Verdrängen des Gehirns
durch den Tumor auftraten, fielen erst ca. 1 Jahr nach den
Wesensveränderungen auf. Der Tumor lag extrem ungünstig (nahe
Hypothalamus).
Das ist einfach eine Frage der Stelle, an der er oder seine Verzweigungen sitzen. Und wo er weiterwächst, das ist nicht immer gleichmäßig - zeitlich und räumlich gesehen.
Setzen körperliche und geistige Veränderungen so verzögert
ein?
Mal so, mal so, je nachdem an welcher Stelle der Tumor wächst.
So wurde uns das von den Ärzten erklärt, als wir einen ähnlichen Fall in der Familie hatten. Im Nachhinein sucht man nach frühen Anzeichen der Erkrankung, ich denke das ist ein Versuch des Selbstschutzes, der Versicherung gegenüber dieser völlig unberechenbaren und grausamen Krankheit. Man möchte Ähnliches bei sich selbst frühzeitig erkennen oder ausschließen. Kenne ich aus eigener Erfahrung.