hallo.
da hab ich doch mal nen vergleich gesehen zwischen einem
computer und dem gehirn.
Was die Leute für einen Unsinn schreiben 
[finde es interessant, daß jemand nach zwei Text-Zeilen bereits etwas indirekt als Unsinn beschreibt; Vergleiche zwischen {modernen} Computern und den Invertebraten- und Vertebraten-Gehirnen {Gehirnen von Nicht-Wirbeltieren und Wirbeltieren} sind durchaus spannend und lehrreich aus der Sicht der Neuro-Physiologie]
bei letzterem war ne taktfrequenz von
14Hz angegeben. frage: macht das sinn?
Als Vergleichskriterium nicht, in der Diagnostigk schon. Aber
nicht um Secnell- von Langsamdenkern zu unterscheiden…
[Taktfrequenz 14 Hz bedeutet: Taktzyklus-Länge ca. 71 ms; für das Gehirn des Menschen dürfte dieser Wert je nach Gehirn-Region nicht ganz zutreffen: zumindest im optischen Cortex {V1 - V5} {Großhirnrinden-Gebiete, die visuelle Informationen verarbeiten} liegt die minimale Zyklus-Dauer der Bild-Verarbeitung bei etwa 5 - 50 ms {Frequenz 20 - 200 Hz}; diese Angabe taugt durchaus als Vergleichskriterium, wenn man sie z. B. vergleicht mit der entsprechenden Verarbeitungs-Zeit {Flimmer-Fusions-Frequenz etc.} bspw. einer Weinberg-Schnecke, deren entsprechender Minimal-Verarbeitungs-Zyklus im optischen Bereich bei ca. 0,5 - 1,0 s liegt {Eigenschaft ihres optischen Apparates und ihrer zentralnervösen Verarbeitung}: eine Weinberg-Schnecke versucht bspw. einen Ast zu besteigen, der ihr 1 - 2 Mal pro Sekunde angeboten wird, offenbar erkennt sie dieses äußere Ereignis „irrtümlich“ nicht als oszillatorisch, sondern als Konstante ihrer äußeren Umwelt; insofern ist der Verarbeitungs-Takt auch als Vergleichs-Kriterium durchaus interessant]
[wäre sehr interessiert, 'mal zu erfahren, wie sich „die“ zentralnervöse Taktfrequenz {welche denn eigentlich, aus welcher Region?} irgendwie am Menschen einfach bestimmen und anschließend noch diagnostisch interpretieren ließe]
[Zustimmung: tatsächlich ließe sich auch eine irgendwie mysteriös ermittelte „allgemeine Taktfrequenz“ des Zentralnervensystems nicht einfach als Maß der intellektuellen Leistungsfähigkeit {bzw. -Geschwindigkeit} eines Menschen verwenden]
und wenn ja: wie läßt
sich diese taktfrequenz feststellen?
Mit Elektroden auf dem Kopf => EEG
[im Elektro-Encephalogramm {EEG} lassen sich zwar Spannungsänderungen auf der Kopfhaut bzw. direkt auf dem Cortex {Hirnrinde} registrieren {bekannt seit Hans Berger, 1927}, aber die gemessenen Frequenzen der elektrischen Ereignisse lassen sich nicht simpel mit irgendwelchen Verarbeitungs-Takten des ZNS in Übereinstimmung bringen; tatsächlich hängt die Frequenz der EEG-Wellen mit dem Vigilanz-Niveau {Wachheits-Grad} zusammen {siehe Anmerkung des vorigen Autors weiter unten} - blöderweise lassen sich aber aus der Vigilanz einfach keine Angaben über die Dauer der Verarbeitungs-Zyklen machen; die typischen Frequenzen der EEG-Wellen liegen im Wachzustand zwischen 7 und 80 Hz {langsamste Alpha-Wellen - schnellste Gamma-Wellen}, entsprechen aber nur den Überlagerungen aller sog. erregender postsynaptischer Potentiale an den ca. 50 Milliarden {!} großen (Pyramiden-)Zellen der Großhirnrinde; kurz gesagt: die Verarbeitungs-Frequenz ist im EEG praktisch nicht zu sehen {Einschränkung: sog. evozierte Potentiale - aber auch kompliziert zu interpretieren}]
und warum is sie so
niedrig?
Warum sind Bananen krumm
dese Frequenz entsteht aus
„Entladungswellen“ grösserer Nervenzellverbünde. Die
Geschwindigkeit hängt u. a. vom Schlaf/Wachzustand ab…
[s. o.: „so niedrig“ ist die Frequenz ja gar nicht, 20 - 200 Hz {zumindest in der visuellen Verarbeitung} sind doch für ein biologisches System sogar erstaunlich „schnell“; natürlich beeindruckt dieser Wert überhaupt nicht, wenn Sie ihn vergleichen mit denen einer modernen CPU {Athlon 1200 MHz = 833 ps Zyklusdauer: bis zu 60 Millionen Mal schneller }, aber diese Systeme verfügen auch nicht über die Parallel-Verarbeitungs-Kapazität unseres Gehirns von bis zu 20.000.000 Kanälen gleichzeitig! Hier liegt die Maximal-Kapazität bei bislang nur 65.536 Kanälen {Paragon und andere}. Die Muster-Erkennungs-Mechanismen unseres Gehirns sind sogar mit unserer relativ niedrigen Verarbeitungs-Frequenz immer noch Dimensionen entfernt von der Qualität entsprechender Computer-implementierter Systeme, was Detail-Genauigkeit und Erkennungs-Kompetenz betrifft.]
Gruß,
Sebastian
[Herzliche Grüße, Frank Schnalke]