Hi Franzi,
Hausarzt wechseln. Es ist nicht die Aufgabe von Spezialisten,
zu entscheiden, ob ein Symptom vlt in ein anderes
Spezialgebiet gehört. Das ist Neben- aber nicht Hauptaufgabe.
Da bin ich ganz anderer Meinung.
Und ich folge sofort mit einem Beispiel:
32 jähriger Mann kommt mit folgenden Symptomen zum Hausarzt, und nachfolgend zum Orthopäden:
Nachts ab 4 Uhr Rückenschmerzen auf Höhe der Nieren!
2 Monate später läuft er immer noch ohne adäquate Therapie herum, weil alle nur rätseln, was er hat. Im Gegenteil er wird mit NSAR vollgepumpt. Beim Rheumatologen war er vergeblich, Bechterew hat er nicht (für die DD sitzt der Schmerz auch zu hoch)
Er hat eine Clamydieninfektion der Blase und inzw der Nieren.
Differentialdiagnose heißt hier das Stichwort.
Gerade ein Orthopäde als Spezialist für Rückenschmerzen muss wissen, das es auch organische Gründe für Rückenschmerzen geben kann und dann auch wissen, welcher Kollege das feststellen könnte. In diesem Fall der Urologe. Denn die Rückenschmerzen sind sein Fachbereich.
Ich möchte nicht großspurig klingen, aber falls es Dich interessiert, wer denn dann die Differentialdiagnose zu Ende durchdacht hat und den Patienten gebeten hat, beim Urologen vorbeizuschauen, das war eine Heilpraktikerin, die ihre Arbeit sehr ernst nimmt.
Selbst der Hausarzt tat sich schwer mit der Überweisung zum Urologen, die private Kasse bestand sogar noch darauf, das er dort nicht hingehen sollte, da er ja Rückenschmerzen hätte und dafür nun mal der Orthopäde zuständig sei.
Das nenne ich lebensgefährlich.
Der Gang zum Hausarzt (der darauf spezialisiert ist,
herauszufinden, welchen Spezialisten es betreffen könnte)
erspart so jede Menge unnütze Rennerei.
Hat hier also nicht funktioniert.
Der Spezialist weiß in
der Regel, ob es in sein Fachgebiet gehört oder nicht, aber
nicht, welche Fachärzte sonst noch in Frage kommen, jedenfalls
nicht so gut wie ein Hausarzt (= Allgemeinmediziner).
Ja, traurig, aber wahr.
Gruß
Kathy