Taubes Gefühl im Fuß

Hallo,

seit einer Weile habe ich ein leicht taubes, kribbelndes Gefühl im Fuß im Ballen hinter den Zehen - nur leicht, aber doch deutlich merkbar. So, wie man es hat, wenn die Blutzirkulation mal abgedrückt ist. Auch geht es bei Bewegung nicht weg. Aber ich kann ohne Probleme Sport (Basketball, Wandern) treiben. Also - da ist wohl was mit der Durchblutung nicht in Ordnung.

  1. Welche Folgen kann das haben, wenn das länger anhält?
  2. Wo könnte es dran liegen? Ich weiss, schwierige Frage …
  3. Welcher Facharzt kommt in Frage?

Danke
Laika

Hallo Laika,

weil ich gerade selber von Ähnlichem betroffen bin weiss ich ein bischen, ich bin aber kein Fachmann.

Die Art von Mangeldurchbultung wie Du sie beschreibst kann sehr viele Ursachen haben. Deshalb das Wichtigste vorneweg: Angiologen und Gefäßchirurgen sollten Dir weiterhelfen können. Ich hoffe dass Dich spätestens die weiteren Angaben davon überzeugen da auch mal hinzugehen…:wink:

Wenn der Blutzufluss behindert ist ist entweder das Blut zu dick, die Blutbahn zu eng, oder Beides.
Zu dick ist das Blut z.B. bei Thrombozytose, einer Überbevölkerung deiner Blutteilchen mit Thrombozyten (die Regeln u.a. die Blutgerinnung).
Die Blutbahn wird zu eng z.B. bei Vasospasmen, also durch nervlich ausgelöste Verkrampfung der Blutbahn. Das macht Dein Körper auch natürlicherweise um z.B. bei Kälte Blut aus den Extremitäten ins lebenswichtigere Zentrum zu holen. Unnatürlicherweise tritt sowas beim sog. Raynaud-Syndrom auf (http://de.wikipedia.org/wiki/Raynaud-Syndrom).
Naja, und wenn man eh’ schon eine Blutgerinnungsstörung hat, dann kann es sein, dass sich ein Pfropf aufbaut (koaguliert) der irgendwann eine Vene ganz oder teilweise verstopft.

Mögliche Folgen:
Wenn Gewebe nur lange genug nicht mehr ordentlich durchblutet wird kann das dramatisch werden.

Mögliche Ursachen:

  • Blutgerinnungsstörung…deren Ursache ist ein weites feld, von akuter „normaler“ Infektion bis Krebs.
  • Bestimmte Ernährungsgewohnheiten, Rauchen
  • Erblich?
  • Diabetes

hth,

Stefan

Hi,

das kann einiges sein, nicht nur die Gefäße, wie mein Vorredner beschreibt. Geh mal zum Hausarzt, und der schickt dich dann weiter - möglicherweise an mehrere Spezialisten.
Kann ein Problem für den Neurologen sein (Erkrankung des ZNS) oder den Orthopäden (Bandscheibe) oder eben den GEfäßspezialisten sein, oder noch was anderes. Aber das weiß der Hausarzt.

Die Franzi

Hallo ,

das kann einiges sein, nicht nur die Gefäße, wie mein
Vorredner beschreibt.

Stimmt, da ist noch viel mehr! Aber selbst ich sprach nicht nur von Gefässproblemen…

Geh mal zum Hausarzt, und der schickt
dich dann weiter - möglicherweise an mehrere Spezialisten.

Hätte ich mich auf meinen Hausarzt verlassen würde ich mich noch jetzt wundern, warum meine entzündete Zehe so lange so schmerzhaft ist. Als ich den auf meine Vermutung zur Ursache ansprach meinte der, dass die zugehörigen Fachärzte mehr als 3 Monate Wartezeit hätten.
Ich trau’ Hausärzten nicht sehr viel weiter als bis zum Schnupfen…

Beim Angiologen bekam ich am gleichen Tag einen Termin und die Diagnose (Veneenteilverschluss).

@Laika: Zur Behebung der eigtl. Ursache kann es sicher sein, dass Du beim Neurologen, Orthopäden besser aufgehoben bist. Aber der Angiologe ist der Fachmann um das von Dir beschrieben Symptom(!) genau zu bestimmen. Z.B. die Durchblutungssituation Deiner Zehen en detail etc.
Wenn Du ein Gefühl für Deinen Körper hast gibts ja womöglich schon eine Ahnung, woran es liegt!?!?

Grüsse,

Stefan

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Hi,

Aber selbst ich sprach nicht nur von Gefässproblemen…

Stimmt, tatsächlich den Halbsatz übersehen. Und das, obwohl ich schon beim ersten Mal danach gesucht hatte.

Ich trau’ Hausärzten nicht sehr viel weiter als bis zum Schnupfen…

Hausarzt wechseln. Es ist nicht die Aufgabe von Spezialisten, zu entscheiden, ob ein Symptom vlt in ein anderes Spezialgebiet gehört. Das ist Neben- aber nicht Hauptaufgabe.
Der Gang zum Hausarzt (der darauf spezialisiert ist, herauszufinden, welchen Spezialisten es betreffen könnte) erspart so jede Menge unnütze Rennerei. Der Spezialist weiß in der Regel, ob es in sein Fachgebiet gehört oder nicht, aber nicht, welche Fachärzte sonst noch in Frage kommen, jedenfalls nicht so gut wie ein Hausarzt (= Allgemeinmediziner). Lieber noch ein zweites Mal den Hausarzt wechseln als bei jedem Wehwehchen unter Umständen zu 2-3 Spezialisten umsonst zu rennen.
Wartezeiten sind so eine Sache… Hausarzt hier 1 - 24 Stunden, Zahnarzt 2-3 Tage, Hautarzt 2 Monate, MRT im Krankenhaus ein Vierteljahr, Neuro in der GRoßstadt 1-2 Wochen, MRT in der GRoßstadt 1-2 Wochen … so pauschal wie Du würde ich das nicht betrachten.

Körpergefühl … bis ich eines Besseren belehrt wurde, habe ich auch gedacht, so ein Kribbeln mal n halben tag oder zwei wäre nichts, jetzt weiß ich, es bedeutet chronische Krankheit - nicht weil ich älter wurde und meinen Körper besser kennenlernte, sondern weil ich eine Diagnose bekam. Obwohl man sich damit weniger krank fühlt als mit einer Erkältung. So viel zum Thema Körpergefühl.

Die Franzi

Hallo Franzi,

ja, Hausarzt wechseln ist ein Versuch das Problem zu lösen.

Bei den Wartezeiten bis Aztbesuch hast Du aber unterschlagen dass Du Beamtin (oder beamtenähnlich?) versichert bist - oder? Also nicht GKV. Das habe ich auch unterschlagen :wink:
BTW: Mein Fuss sollte jetzt erst mit Dopplerultraschall untersucht werden - gibts aber gar nicht mehr in der Gegend, alternativ jetzt mit NMR…worauf ich bis nächsten Montag warte. Scheint schnell zu sein, in HH war ich wg. Verdachts auf Schluterprellung aber auch schon mal innerhalb 1 h in der Röhre…

Vielleicht kommt meine Einstellung auch daher, dass ich während meiner Ausblidung angehende Mediziner unterrichtet / geprüft habe. Ich finde, man tut ihnen Unrecht wenn man erwartet dass sie (insb. Hausärzte) für die Myriaden von Alltagssymptomen (und deren Kombination) allzeit kompetenten Rat geben können. Das können allerhöchsten Expertensysteme, also keine Menschen. So lange es die nicht gibt, zu teuer sind etc., vertraue ich lieber darauf mein Mistrauen ggf. zuzulassen.

Du hast Recht mit dem Körpergefühl vorsichtig zu sein, wenn es darum geht ein Symptom nicht ernst zu nehmen. In der Gefahr stehe ich auch. Wenn ich aber schon mal etwas ernst nehme (s. meine Zehe), und dann nicht meinem Körpergrfühl entsprechend diagnostiziert / therapiert wird dann erlaube ich mir die Freiheit…

so long,

Stefan

Hi Franzi,

Hausarzt wechseln. Es ist nicht die Aufgabe von Spezialisten,
zu entscheiden, ob ein Symptom vlt in ein anderes
Spezialgebiet gehört. Das ist Neben- aber nicht Hauptaufgabe.

Da bin ich ganz anderer Meinung.

Und ich folge sofort mit einem Beispiel:

32 jähriger Mann kommt mit folgenden Symptomen zum Hausarzt, und nachfolgend zum Orthopäden:

Nachts ab 4 Uhr Rückenschmerzen auf Höhe der Nieren!

2 Monate später läuft er immer noch ohne adäquate Therapie herum, weil alle nur rätseln, was er hat. Im Gegenteil er wird mit NSAR vollgepumpt. Beim Rheumatologen war er vergeblich, Bechterew hat er nicht (für die DD sitzt der Schmerz auch zu hoch)

Er hat eine Clamydieninfektion der Blase und inzw der Nieren.

Differentialdiagnose heißt hier das Stichwort.
Gerade ein Orthopäde als Spezialist für Rückenschmerzen muss wissen, das es auch organische Gründe für Rückenschmerzen geben kann und dann auch wissen, welcher Kollege das feststellen könnte. In diesem Fall der Urologe. Denn die Rückenschmerzen sind sein Fachbereich.

Ich möchte nicht großspurig klingen, aber falls es Dich interessiert, wer denn dann die Differentialdiagnose zu Ende durchdacht hat und den Patienten gebeten hat, beim Urologen vorbeizuschauen, das war eine Heilpraktikerin, die ihre Arbeit sehr ernst nimmt.
Selbst der Hausarzt tat sich schwer mit der Überweisung zum Urologen, die private Kasse bestand sogar noch darauf, das er dort nicht hingehen sollte, da er ja Rückenschmerzen hätte und dafür nun mal der Orthopäde zuständig sei.

Das nenne ich lebensgefährlich.

Der Gang zum Hausarzt (der darauf spezialisiert ist,
herauszufinden, welchen Spezialisten es betreffen könnte)
erspart so jede Menge unnütze Rennerei.

Hat hier also nicht funktioniert.

Der Spezialist weiß in
der Regel, ob es in sein Fachgebiet gehört oder nicht, aber
nicht, welche Fachärzte sonst noch in Frage kommen, jedenfalls
nicht so gut wie ein Hausarzt (= Allgemeinmediziner).

Ja, traurig, aber wahr.

Gruß
Kathy

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Hi,

Bei den Wartezeiten bis Aztbesuch hast Du aber unterschlagen dass Du :Beamtin (oder beamtenähnlich?) versichert bist - oder?

Genau - oder. Ich bin Angestellte (wg. chronischer Erkrankung durch die Gesundheitsprüfung gefallen). War in meinem Leben zusammengenommen 2 Jahre Beamtin (vor der Diagnose). Meine Angaben zu Wartezeiten beziehen sich auf verschiedene Ärzte gleicher Fachgebiete, die ich sowohl als Beamtin als auch als gesetzlich Versicherte besucht habe. Die Wartezeiten MRT kommen von GKV (drei Monate und beim anderen Mal 2 Wochen) und PKV (1 Woche) - in beiden Fällen (ich hab natürlich nicht drei monate gewartet) gleicher Überweisungsgrund.

Ich finde, man tut ihnen Unrecht wenn man erwartet dass sie (insb. :Hausärzte) für die Myriaden von Alltagssymptomen (und deren :Kombination) allzeit kompetenten Rat geben können.

Sie sollen ja auch „nur“ einen Überblick darüber haben, welche Fachgebiete in Frage kommen. Erst seit meiner Diagnose vor viereinhalb Jahren weiß ich, dass hinter einem isoliert auftretenden Kribbeln mehr als „nichts“ stecken kann, und dass hinter einem Symptom mehrere Ursachen stecken können. Deswegen gehe ich zuerst zum Hausarzt (Natürlich sind da auch psychologische Dinge dahinter, wenn ich zu meinem Spezialisten gehe, fühlt es sich immer gleich „ernst“ an, auch wenn er mich zu einem anderen Spezialisten weiterschickt).
Grad war ich wieder da, Wartezeit 10min ohne Termin, meine Stimme ist weg, ich hatte Angst, es könnten die Stimmbänder sein und nicht nur eine Erkältung. Sehr wahrscheinlich eine Erkältung, viele Untersuchungen gespart, morgen sicherheitshalber krankgeschrieben (als lehrerin nicht reden geht sehr schlecht, hab es heute probiert). Wenn es nicht weg ist, kann ich am Montag immer noch zum HNO und mir ausführlich gaaaanz tief in den Hals gucken lassen. Jede Menge Zeit in der Arztpraxis gespart.
Und ja, ich war damals gleich beim Augenarzt. Wohin geht man, wenn man nichts sieht… dann Neuro, MRT, … fertig. Nur habe ich, wie ich jetzt schon mehrfach gesagt habe, gelernt, dass es so einige symptome gibt, die so unterschiedliche Ursachen haben können, und als Patient befürchtet man immer das Schlimmste. Und beim Hausarzt warte ich doch immer weniger lang als beim Spezialisten.

Die Franzi

Hi,

sowohl unter den Fachärzten, als auch unter den Allgemeinmedizinern gibt es Leute, die ihr Fachgebiet eben … sagen wir mal … nicht so gut … verstehen. Der Hausarzt hätte ausser dem Orthopäden noch infektionen beachten sollen / müssen.
Aber der direkte Weg zum Fachmann schützt mich nicht vor Ärzten, die ihr Fachgebiet nicht verstehen. die zwei für mich mit öff. Verkehrsmitteln erreichbaren Hautärzte sind nicht in der Lage, ein Ekzem symptomatisch zu behandeln oder den Ursachen meines Haarausfalls auf den Grund zu gehen („Das wird die MS sein.“ Ende.) Mein Hausarzt schafft immerhin großes Blutbild, Eisenwert, Überweisung zum Radiologen -> Schilddrüse, Überweisung zum Hautarzt. Das ist es, was ich von einem guten Hausarzt verlange. Wenn der eine es nicht tut, gehe ich zum nächsten.
Jetzt bin ich wg. Ekzem und Haaren im nächstgelegenen Uniklinikum, die mich vollständig behandeln können und nciht alles einfach mal auf die MS schieben. Das ist es, was ich vvon einem guten Facharzt verlange.
Ich hatte als Mädchen eine Frauenärztin, die mich unbedingt mit einem Wie-heißt-das-Teil für erwachsene Frauen (die schon ein Kind geboren hatten) untersuchen wollten, und als ich aua sagte und strampelte und mich befreite, guckte sie mich skeptisch und besorgt an, ob es da in der Familie mal Missbrauch gegeben hätte…
Versteh mich nciht falsch, ich habe kein grundsätzliches Ärzte- oder Fachärztemisstrauen, eher im Gegenteil. Aber ich glaube nicht, dass ich mich durch den direkten Gang zum Facharzt einer besseren Diagnose versichern kann.

Die Franzi

@ mieze und füsiga
Danke für die Antworten. Noch einige Zusätze.

Ich hatte sowas noch nie. Allerdings praktisch immer schon recht niedrigen Blutdruck und wohl sowas wie das Restless Legs Syndrom, zumindest in Ansätzen, abends kribbelt es in den Beinen, Schlafstörungen dadurch aber nicht, ich kann wunderbar und schnell einschlafen :wink:)
Vielleicht hängt es auch mit einer starken Knieverletzung Bruch der Kniescheibe), die allerdings schon 35 Jahre zurückliegt, heute aber immer noch gewisse Behinderungen bringt (starkes Beugen geht nicht), zusammen?

Werde also zunächst zum Hausarzt gehen. Aber der wiegelt immer schnell ab …

Gruss
Laika

Hallo Franzi,

gut zu wissen, es hängt immer davon ab, was einem so geschehen ist und wenn ein Hausarzt das wirklich erfüllt, dann ist das immer das beste für alle, stimme Dir absolut zu, aber ein Facharzt darf die Differentialdiagnose nicht verlernen! Das wäre mein Wunsch!

Gruß
Kathy

Hi,

gut, dass wir uns da verstehen. Klar soll der Facharzt die Differentialdiagnose nicht verlernen. Er muss ja auch sagen können, ne, bei mri haben sie nix zu suchen, gehen sie besser da und da hin. Anstatt mich irgendwie zu behandeln (oder auch nciht), und dann hilft es nicht.

Die Franzi

Nochmal an Euch alle …
… habe mit meiner kleinen Anfrage ja Einiges losgetreten. Nein, krank fühle ich mich nicht - im Gegenteil. Ich kann mit meinen 68 Jahren noch auf 4000er steigen, komme da zwar ziemlich aus der Puste, aber es geht.
Aber wenn dann mal sowas wie Durchblutungsstörung im Bein ist, fragt man sich als sonst gesunder Mensch, der sowas noch nie hatte, ob’s was Ernstes sein könnte, .

Warum ich nochmal schreibe: Ihr hattet von den Problemen mit ärztlichen Diagnosen gesprochen. Kleine Erfahrung von mir.

Vor einem Jahr beim Skilaufen auf die Schulter gefallen, sofort geröntgt, nix gebrochen. Schmerzen, stark eingeschränkte Bewegungsfähigkeit des (linken) Arms. Nach 4 Wochen MRT: Supraspinatussehne gerissen. Orthopäde: „In Ihrem Alter (wie gesagt: 68) operiert man nicht mehr.“ Cortisonspritzen, gerätegestützte Gymnastik … „haben Sie Geduld! Schulter dauert sehr lange!“ Nach 8 Monaten keine nennenswerte Besserung/Änderung. Orthopädenwechsel, „na ja, das mit dem Operieren muss man fallweise betrachten …“ Der schickt mich in die Klinik zum Spezialisten. Nach einigen Begutachtungen: „Sie sollten das operieren lassen!“ Habe ich gemacht, Anf. Oktober, also vor knapp vier Monaten. Bis dahin konnte ich praktisch keinerlei Sport (Tanzen, Baskettball, Gymnastik) mehr machen. Heute: Alles geht wieder - 8 Monate verschenkt. Kleiner Nebeneffekt: Wegen des praktisch völlig ausgefallenen Sports habe ich 5 - 6 kilo (bei 77 sonst) zugenommen, die ich jetzt nicht wieder loswerde :frowning:(

Gruss
Laika