Hallo Franzi,
ich sage es als Warnung vorneweg: Ich habe keinerlei medizinische Ausbildung, sondern kann nur aus Patientensicht (meiner und was ich von anderen Atopikern kenne) schreiben. Und ich gehe einmal von der Neurodermitis-Annahme aus.
nun ja, der niedergelassene Hautarzt hat mir (nachdem 2
Hautproben keinen hinweis auf Bakterien oder Pilze gaben)
nichts zum Behandeln gegeben, „nur“ eine Handcreme aus der
Apotheke (excipial repair und excipial protect) aufgeschrieben
und gesagt, viel cremen, wenig nassmachen, kann auch von der
Kreide kommen (bin Lehrerin).
Soweit hätte ich kein Problem damit.
Aber ab hier:
Dann hat er mir mir eine lange
Liste gegeben mit nahezu allen Lebensmitteln und dem Titel
„Atopisches Ekzem“ in die Hand gedrückt und ist gegangen. Die
Sprechstundenhilfe sagte mir dann, ich wäre Atopikerin und
solle mal ausprobieren, welches Lebensmittel es denn nun sei.
würde ich zu einem Arztwechsel raten, ja drängen. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass du nichts vergessen hast zu erwähnen.
Das passt alles irgendwie nicht zusammen. Ich vermute, du weißt es, aber der Vollständigkeit halber erwähne ich, dass das „Atopische Ekzem“ auch Neurodermitis genannt wird.
Wenn dein Arzt ein Atopisches Ekzem vermutet, dann solltest du über die Krankheit und Behandlungsmöglichkeiten gut aufgeklärt werden. Es ist immerhin eine chronische Krankheit, unter der du möglicherweise dein Leben lang leidest. Dass du das von der Arzthelferin erfährst, ist ein Witz.
Außerdem: Was soll das mit der Liste? Neurodermitis tritt zwar häufig zusammen mit Allergien auf, darunter sind auch häufig Nahrungsmittelallergien, aber „welches Lebensmittel es denn nun sei“- so einfach kann man es sich auch nicht machen. Zuerst einmal -falls du Atopikerin bist- ist damit noch gar nicht gesagt, dass du wirklich eine Allergie hast.
Dann: Normalerweise wird empfohlen, eben NICHT selbst auf Verdacht zu suchen, gegen was man allergisch ist. Natürlich wird man nicht darum herumkommen, sein eigenes Essverhalten zu überprüfen (merke ich, dass es nach bestimmen Sachen schlimmer wird), aber eine systematisch Suche ist wohl nur unter Aufsicht möglich. Zum einen, um möglichst Fremdeinflüsse zu vermeiden, zum anderen, um keine Mangelernährung zu riskieren.
Daraufhin bin ich genervt zur Uniklinik gewechselt. Die gaben
mir eben DErmatop und Basodexan, Blut und Haut vom Finger
wurden genommen, aber es wurde auch der Haarausfall
untersucht, ich habe nicht hanchgefragt, was alles am Blut
untersucht wurde
Was war denn deren Diagnose? Kortison und Harnstoff klingt, als wenn auch da auf Neurodermitis getippt wird.
Auch wenn ich jetzt wild drauflosrate: Ich vermute, dass man zumindest deinen IgE-Wert bestimmt.
Warum ich nach der Pflege gefragt habe: Zum einen würde ich einen allgemeinen Allergietest empfehlen, in dem auch auf Duftstoff-Mix getestet wird. Nicht wenige Neurodermitis-Patienten, die ich kenne, sind dagegen allergisch und da sind „normale“ Cremes natürlich gerade schlecht.
Zum anderen gibt es ein paar Fehler, die man machen kann, wenn man die Pflege nicht an das jeweilige Stadium anpasst, zum Beispiel wenn man eine entzündete Haut auch noch mit sehr fetthaltiger Creme „erstickt“.
Auch wenn es im Moment bei dir jetzt nicht so schlimm zu sein scheint, ich würde mir auf jeden Fall noch einen Arzt suchen, zu dem du auch früher kommst. Dass es sich weiter ausbreitet- dass ist ja kein Zeichen, dass man ignorieren kann.
Zusammenfassend: Ich würde einen neuen Hautarzt und die Standard-Allergietests empfehlen.
Viele Grüße
Kati