Sensitivität von HIV- und HCV-Test

Hallo zusammen,

wie sensitiv sind eigentlich der HIV- und der Hepatitis C-Test, sprich wie genau ist ein jeweils negatives Ergebnis? Beides jeweils Antikörper-Tests und kein „Gefahrenkontakt“ in den letzten 3 Monaten.

Grüße

Hallo,

Wikipedia sagt, die Sensitivität beim ELISA sei 99.9%.

Ein Vergleich mit der RT-PCR ist schwierig, weil ganz andere Moleküle gemessen werden. Bei 75 Viren-RNAs pro ml Blut liegt die Sensitivität schon bei 100%.

Die Sensitivität hat mit „Gefahrenkontakt“ nichts zu tun. Sie gibt nur an, in wieviel prozent tatsächlich positiver Fälle der Test auch ein positives Resultat liefert.

Ist ein Test positiv, bedeutet das NICHT, dass man mit 99%iger Sicherheit infiziert ist. Wie wahrscheinlich das ist, hängt von der Spezifität (% negative Tests bei wirklich negativen Proben) und der Prävalenz (% Infizierter in der Bevölkerung) ab, und letztere ist bei HIV recht klein, weshalb das geschätzte Risiko für eine Person, die keiner besonderen Risikogruppe (zB. Drogenabh.) angehört, HIV-Infiziert zu sein, wenn der Test positiv ist, etwa um die 10% liegt. Daher wird nach einem positiven Test mind. ein weiterer Test gemacht (der dann auch meistens negativ ist). Ein negativer Test hingegen besagt, dass die Person mit 99.999%iger Wahrscheinlichkeit nicht infiziert ist. Wie gesagt, die Zahlen sehen etwas anders aus für Risikogruppen, weil innerhalb dieser Risikogruppen die Prävalenz anders ist.

LG
Jochen

Danke für die schnelle Antwort.
Also kann ich davon ausgehen, dass ich gesund bin, weil ich negativ getestet wurde?!?
Mit „Gefahrenkontakt“ meinte ich, dass in den letzten 3 Monate keinerlei Kontakt mit HIV- oder HCV-kontaminierten Gegenständen, Flüssigkeiten oder Menschen hatte.

Also kann ich davon ausgehen, dass ich gesund bin, weil ich
negativ getestet wurde?!?

Ja, vorausgesetzt der Test wurde sachgemäß durchgeführt. Genau darum macht man ja so einen Test.

Mit „Gefahrenkontakt“ meinte ich, dass in den letzten 3 Monate
keinerlei Kontakt mit HIV- oder HCV-kontaminierten
Gegenständen, Flüssigkeiten oder Menschen hatte.

Anmerkung dazu:

Wie gesagt, hat das Verhalten und die Vorgeschichte der Testperson nichts zu tun mit der Sensitivität und Spezifität eines Tests.

Verhalten und Vorgeschichte bedingen jedoch die Zugehörigkeit der Person zu einer möglichen Risikogruppe, also auf die geschätzte Prävalenz, die wiederum einen Einfluss hat auf die Interpretation eines Testergebnisses (als junger Lesother bedeutet ein positiver Test fast sicher, HIV-Infiziert zu sein [die Prävalenz in Lesotho ist 31% !), während ein negativer Test immer noch ein paar wenige Prozent Wahrscheinlichkeit läßt, eben doch infiziert zu sein [auch wegen der hohen Prävalenz]). Zum Vergleich: Die HIV Prävalenz in D ist 0,0006%.

Außerdem ist bei Antikörper-Tests (ELISA) wichtig, dass das Immunsystem der Person schon Gelegenheit hatte, eine nachweisbare Anzahl Antikörper zu bilden. Das dauert halt mitunter einige Monate. Darum sollte man vor einem Test einige Monate keinen Kontakt zu Infektionsquellen gehabt haben, weil ein Test eine Infektion innerhalb der letzten Wochen/Monate noch nicht nachweisen kann (dann negativer eine Infektion nicht mit der hohen Sicherheit belegen).

LG
Jochen

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