Liebe/-r wer-weiss-was Experte/-in,
mein Opa ist Ende 2007 in Krebs erkrannt. Darauf folgten bis zum heutigen Tag 17 Operationen, Chemotherapien, Bestrahlungen und viele Medikamente. Da sich seine Wunde nicht richtig hat schließen lassen ist er im Januar 09 nach Rotenburg zur OP zum schliessen der Wunde gekommen. Dort ist er 4 mal Operiert worden. (kleine und bis zu 8 Std OPs).
Leider ist er jetzt als Pflegefall entlassen worden. Die Wunde ist immer noch offen. Er ist zu uns nach Hause gekommen, wo wir ihn Pflegen. 2mal am Tag kommt eine Pflegekraft und hilft beim Waschen und anziehen. Er leidet an Orientierungslosigkeit, schreit Nachts rum, weiss nicht wo er ist und wer wir sind. Er will kaum Essen und Trinken. Kann ohnehin nichts alleine, liegt im Bett, Sauerstoffgerät, wird gefüttert, usw.
Im Krankenhaus sagte man uns das die Verwirrtheit nachlassen würde. Das würde von den vielen Narkosen kommen. Leider bemerken wir nur das Gegenteil. Bis auf einige klare Momente ist er sehr verwirrt. Weiss jemand Rat wie wir ihm helfen können? Ausser mit viel viel trinken?
Ich danke für die Hilfe
Yvonne Kasten
Hallo,
Du solltest Dich mal zum Thema „Durchgangssyndrom“ informieren. Das ist der Fachbegriff für die Verwirrtheit nach Narkose. Unabhängig davon sollte man aber auch darauf achten, ob sich ggf. im Kopf Tumore ausbreiten, und es dadurch zu Bewusstseinsveränderungen kommt. Gibt es aktuelle Bilder vom Kopf?
Gruß vom Wiz
Neben dem reinen Durchgangsstreßsyndrom und den Hirnabsiedlungen des Tumors die von Wiz beschrieben sind solltet ihr auch darauf achten, dass er von seinem Blutzucker wert her gut eingestellt ist: Bei älteren Leuten liegt gerne mal ein latenter(symptomfreier/unterschwelliger) Diabetes vor, der dann durch so starke körperliche Belastungen exzerebriert und dann akut wird: Er sollte einen BZ von 100-120mg/dl(ca 5-7 mmol) nüchtern haben. Liegt er da stark drunter oder drüber kann das die Ursache sein.
Darüber hinaus werden bei älteren Menschen von einigen Kollegen immernoch Benzodiazepine eingesetzt, die aber nach aktuellem Kenntnisstand bei älteren Patienten eine sogennante Paradoxe Wirkung entfalten können: sie werden davon nicht ruhig/können schlafen sondern werden desorientiert und erholen sich davon nur SEHRSEHR langsam: sollte dein Opa noch Schlafmedikamente bekommen(ja auch das geben die einem mit nach hause) schreib hier bitte mal welche, evtl iegt da der Hase im Pfeffer.
Lg
Tiallu
HAllo, LAienmeinung: vielleicht ist auch eine normale Alterdemenz durch MEdikamente und Narkosen verstärkt worden. Zumindest kommt mir die BEschreibung auch bekannt vor für schwerere Formen von Demenzen, also nachdem die sich über Jahre eingeschlichen haben. Das kann durch die Ops verstärkt/beschleunigt worden sein.
Mir ist auch ein FAll bekannt wo nach einer OP es schnell zu einer Zunahme von Demenzsymptomen und Ausrastern kam und es wurde dabei Creutzfeld JAcob festgestellt. (Auch hier war sozusagen die OP das fehlende Tröpfchen, bzw. dadurch hat die FAmilie verstärkt auf solche Verwirrtheitsymptome geachtet und ihn bald zum Arzt geschickt.) Vor der OP war dieser Herr allerdings noch voll aktiv, redegewandt und nett. Danach kamen Sprachstörungen, VErwechslungen von LEuten und Worten, und Bösartigkeiten (Schimpfen ohne Grund uä. bis später hin zu schreien und Schlägen)auf. Sprich er mutierte erst zum Tyrannen, der Recht behalten wollte, obwohl er meist unrecht hatte (da er sich sprachlich verhedderte) was sich immer mehr verstärkte.
vielleicht solltet Ihr ihn mal einem NEurologen oder PSychiater vorstellen. Ich bin aber nicht sicher , obs da welchegibt, die ins HAus kommen. Praxisbesuch wär wohl kaum möglich ?!
Gruß Susanne
Hallo,
es gibt ganz aktuelle Aufnahmen vom Kopf. Dort konnte nichts festgestellt werden. Mein Opa war vor den letzt OPs in Rotenburg auch ganz gut drauf. Er konnte laufen, war geistig voll da, hat seinen ganzen Tagesablauf alleine erledigen können. Keine Probleme. Auch gab es keine Anzeichen einer Demenz (die haben wir bei meiner Oma festgestellt). Deshalb sind wir auch so geschockt gewesen das er nach dem Krankenhausaufenthalt als kompletter Pflegefall zurück gekommen ist. Ich werde nachher mal Posten was er für Medikamente bekommt.
Danke
Yvonne
Hallo
Schön das der Opa noch lebt.
Nach meiner Meinung geben die bei Narkosen zu starke Beruhigungsspritzen. Nach solchen Spritzen kann man sich gleich als Rentner bewerben, ist meine Meinung.
Kannst mal ausprobieren, ob er auf starken Kaffee gut anspricht, und eine gewisse Geräuschkulisse und helles Licht zuträglich sind.
Das Wunden nicht heilen, kann an einer neuen Erkrankung liegen.
Ich würde da einmal schauen, ob es besser oder schlechter wird.
Hinweis: mein Rat als Laie.
MfG
Matthias
Hallo Yvonne,
bei meiner Schwiegermutter (77) war es nach einer Herzklappen-Op ebenso. Sie war geistig komplett ‚daneben‘. Sie sah Gegenstände, nicht da waren (ein Brot auf dem Stuhl, ein Buch vor dem Fenster, sie kannte die Namen ihrer Kinder/Enkel nicht mehr usw.). Sie war nach dem KH-Aufenthalt und der Reha ebenfalls ein Pflegefall. Komplett orientierungslos, inkontinent, nur noch auf die Nahrungsaufname bezogen. Hunger hatte sie immer, auch wenn sie eine halbe Stunde zuvor gegessen hatte.
Es wurde aber wieder besser. Gaaanz langsam. Heute, nach 2 Jahren, ist sie wieder recht klar. Sie ist nicht mehr die Frau, die sie vor der Op war, aber es ist viel, viel mehr, als wir je zu hoffen wagten.
Liebe Yvonne,
es hilft nur Geduld, Geduld und Hinnehmen. Wenn es nicht anders geht, ein stoisches, aber - für seine Person - ein respektvolles Hinnehmen.
Dein Opa hat es sich nicht gewünscht und es sich nicht ausgesucht, dass er so dahindämmert.
Ich kann so gut verstehen, welche Gedanken Dich umtreiben.
Man steckt nicht drin, es kommt, wie es kommt.
Liebe Grüße
Maralena
Waschen ist nicht jeden Tag notwendig. Tut ihm nur weh. Hat er offene Wunden? An was denkt er . was er wieder gut machen will? Und nun nicht mehr kann? Schmerzt ihn das? Wenns geht, frag oder krieg raus was er früher gern machte. Ermögliche es ihm. Gib ihm Frieden. Und sei stark, er will sterben.
Ermögliche es
ihm. Gib ihm Frieden. Und sei stark, er will sterben.
Ist das eine Tötungsaufforderung?
Danke für die Hilfe
Yvonne
Mein Beileid
Alexander