Lymphknotenkrebs?

Von: , Frage gestellt am Do, 18. Jan 2001

Hallo zusammen,
anfang letzter Woche bekam mein Vater ein Untersuchungsergebnis:
Lymphknotenkrebs. Er hatte diese Krankheit vor 10 Jahren schon einmal. Leider glaube ich das er nicht die Wahrheit sagt, wieweit
der Krebs schon fortgeschritten ist. Er erzählt immer nur das er 6 Einheiten dieser Chemotherapie bekommen würde (ab heute).
Wie gefährlich ist den diese Krebsart? Kennt sich da jemand aus?

Danke
Pädda

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
    Alter?

    Lymphknotenkrebs ist ein streuender Krebs, d.h. er tritt überall auf, wo Lymphknoten sind, und konzentriert sich nicht auf ein bestimmtes Organ.

    Das Gefährliche am Krebs ist sein Wachstum - das Wachsen neuer Knoten hängt z.T. davon ab, wie alt der Betroffene ist. Je jünger, desto schneller schreitet der Krebs im allgemeinen voran.
    "Alterskrebs" ist langsamer.

    Bei meiner Mutter trat diese Krebsart z.B. erstmalig im Alter von 59 Jahren auf, die Knoten wurden operativ entfernt (keine Chemo!). Sie ist jetzt 71, und hat neue, kleine Knoten seit etwa 2 Jahren, die jedoch sehr langsam wachsen und die sie nicht behandeln läßt.

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re: Alter?

      Das ist so leider nicht richtig. Allein die Bezeichnung "Lymphknotenkrebs" ist falsch und beschreibt das sehr inhomogene Krankheitsbild mehr als mangelhaft. Es gibt auch im Kindesalter aggressive und weniger aggressive Formen. Was aber nicht heissen soll, dass die weniger aggressiven immer leichter zu therapieren wäre. Um also überhaupt eine Aussage machen zu können, müsste man die genaue Art der malginen Erkrankung und die Ausbreitung (sog. staging) wissen. Aber selbst dann würde ich mich nicht getrauen oder mir gar anmas
      ßen, über ein solch schwieriges Thema wie die "Prognose" im Internet auszulassen. Dies kann kein Arzt zufriedenstellend beantworten, er kann nur mit Satistiken aufwarten, die aber für den einzelnen nichts bringen, da niemand nicht weiß, in welcher Gruppe er ist. Ich halte solche Fragen für die schwierigsten im ärztl. "Alltag" und bringt den Arzt in arge Bedrängnis, wobei ich natürlich Verständnis für das Interesse der Patienten habe. Würde auch wissen wollen, wie es um mich steht. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 9 Stunden hilfreich
    Re: Lymphknotenkrebs?

    Hallo Pädda,

    das Wort "Lymphknotenkrebs" ist nur ein Oberbegriff. Deshalb kann man von dem Wort allein keine Prognose ableiten.

    Es gibt zwei Hauptarten:
    1. Morbus Hodgkin
    2. die Non-Hodgkin-Lymphome
    (hierunter gibt es zahlreiche verschiedene Tumortypen, die sich aus den verschiedenen Arten und Reifestufen der Lyphozyten ergeben - die Prognosen sind ebenfalls unterschiedlich. Die Lymphozyten sind wiederum eine Unterart der verschiedenen weißen Blutkörperchen. Weiterhin hängt die Prognose vom Stadium ab. Günstig ist es, wenn die Ausbreitung bisher nur auf einer Seite des Zwerchfells stattgefunden hat (Stadium I bis II) und je "unreifer" die entartete Zellform ist, denn hier hat die Chemo ihre besten Erfolge. Die Chemotherapie in ihrer Zusammensetzung und die Anzahl der Blöcke/Zyklen werden genau auf den Patienten und seine Tumorart + Stadium zugeschnitten.
    In den letzten 10 Jahren haben alle dokumentierten Erfahrungsberichte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz dazu beigetragen, dass unsere Therapieverfahren gezielter und effektiver geworden sind.

    Es ist heute üblich, die Patienten vor allem vor einer Chemotherapie, sehr genau über alles aufzuklären und zu jeder Zeit alle weiteren Fragen zu beantworten.

    Hier findest du Broschüren der deutschen Krebshilfe: scrollen bis "Non-Hodgkin-Lymphome" und anklicken. Hier gibt es die ausführlichen Broschüren-Informationen über alles was mit Lymphomen zu tun hat.
    http://www.krebshilfe.de/neu/infoangebot/brosch.html...

    Wenn du etwas über die Einstufung der Gefährlichkeit wissen möchtest, solltest du einen behandelnden Arzt in der Klinik ansprechen, aber nicht im Beisein deines Vaters! Er muss freiwillig entscheiden, wann er sich solche Gespräche anhören will! Dein Vater befindet sich psychisch jetzt, zu Anfang der Therapie, in einer besonders angespannten Ausnahmesituation. Deshalb solltest du ihn nicht mehr als nötig belasten, wenn du merkst, dass er deine Fragen als quälend empfindet oder gar nicht in der Lage ist, sie zu beantworten.

    Versuche ein Gespür dafür zu entwickeln, über welche Fragen du mit ihm sprichst. Einen Patienten, der gerade unter Schock die Diagnose erfahren hat, kannst du nicht fragen, wie weit denn der Krebs schon fortgeschritten ist - wenn er dann nicht frei antwortet (du glaubst, dass er nicht die Wahrheit sagt), dann drückt er damit seine Betroffenheit aus.

    Er muss entweder von selbst das Bedürfnis haben, darüber zu reden, das kommt oft erst, wenn der erste Schock abgeklungen ist, oder du musst versuchen, dir deine Informationen erstmal beim Arzt zu holen.

    Die Ärzte werden dir als Sohn Auskunft geben.

    Viele Grüße

    Renate [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach 14 Stunden hilfreich
    Re: Lymphknotenkrebs?

    Besten Dank für diese "erste Hilfe"

    Pädda

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