Bandscheibenvorfall-ärzte wollen gleich OP !

Hallo,
hatte ja schon einige male hier von meinen unsicherheiten bezüglich meines erst hexenschuss,dann bandscheibenvorfall berichtet.
nun war ich heute in einer klinik beim neurochirurgen(die sind da wohl spezialisten ür bandscheibenvorfälle).

nach genauem betrachten der mrt-bilder und gründlicher untersuchung gab er mir den rat zu einer op. nach beratung mit der professorin bestätigte er dies, gab mir einen zettel und sagte ich soll einen aufnahmetermin vereinbaren, bei dem auch noch mal ein ct gemacht werden soll.
die nerven sind wohl schon geschädigt, die wochenlangen sehr straken schmerzen im bein sind fast weg, dafür habe ich ausfallerscheinungen und sensibilitätsstörungen. mit der nadel habe ich das pieken unterm fuss nicht gespürt und der achillesreflextest (heißt das so) zeigte keine reaktion.
eine bandscheibe soll mit einer nadel punktiert werden oder so, die andere (die wohl den nerv schädigt) offen operiert werden.

akut wurde der vorfall am 27.februar, bisher gab es keine therapiemaßnahmen (kein kg oder schmerzmittel).und dann gleich op???
da bimmeln bei mir die alarmglocken!Oder ist das mit dem nerv eine op indikation?

wie seht ihr das? wenn, dann muss ja bestimmt schnell entschieden werden.

danke, lg
nadia

Hi Nadia,

solche Sensibilitätsstörungen, wie du sie beschreibst, würde ich nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ob das gleich eine OP bedeuten muß, sei dahin gestellt.
Aus meiner Berufserfahrung als Physiotherapeutin kann ich nur berichten, daß durch intensive Manuelle Therapie/Krankengymnastik die Beschwerden deutlich gelindert werden können, sicherlich abhängig von Lokalisation und Ausmaß der Nervenschädigung. Schade, daß dir das bisher verwehrt blieb.

Wenn die Reizweiterleitung allerdings schon soweit gestört ist, daß es zu Ausfallerscheinungen (Kraftverlust des Beines? Muskeln bauen ab?) kommt, ist es u. U. schon eine OP-Indikation. Gute Beratung tut not, und du scheinst an kompetente Leute geraten zu sein. Ein Orthopäde könnte aber eine andere Meinung dazu haben und evtl. konservative Therapien (d. h. ohne OP) vorschlagen.

Doch merke: je schwerer ein Nerv geschädigt ist, desto langwieriger ist seine Regeneration. Womöglich ist die Störung irreversibel. Also spute dich, hole flink eine weiter Meinung ein und los gehts!

Ich wünsche baldige Besserung und halte dir die Daumen. Gruß, Emma

Hallo,

Hier noch Zusatztipps:

Physiotherapeuten, die die Osteopathie beherrschen, können in solchen Fällen oft sehr gut helfen. Bei der Behandlung kann es gelingen, die Bandscheibe wieder so weit an ihren normalen Platz zu verschieben, daß sie den Nerv nicht mehr quetscht.

Eine weitere Möglichkeit ist, Magnesium-Chlorid einzunehmen, hemmt Entzündungen, die durch Reizung entstehen mit nachfolgendem Rückgang der Schwellung und nachlassendem Druck auf den Nerv. (Hat mir persönlich sehr geholfen).

die nerven sind wohl schon geschädigt, die wochenlangen sehr
straken schmerzen im bein sind fast weg, dafür habe ich
ausfallerscheinungen und sensibilitätsstörungen. mit der nadel
habe ich das pieken unterm fuss nicht gespürt und der
achillesreflextest (heißt das so) zeigte keine reaktion.

Je nachdem welche Nervenfasern betroffen sind, stellen sich Empfindungsstörungen ein. Solange diese keine motorischen Probleme verursachen, ist das unproblematisch. (Habe seit Jahren eine taube Wade - die Muskeln arbeiten aber normal).

eine bandscheibe soll mit einer nadel punktiert werden oder
so, die andere (die wohl den nerv schädigt) offen operiert
werden.

Wenn eine Bandscheibe ganz oder teilweise entfernt wird, stellt sich auch ein Ungleichgewicht der Wirbelsäule ein, was Spätfolgen haben kann. Die Muskulatur versucht das zwar auszugleichen, schafft es aber nicht immer.

da bimmeln bei mir die alarmglocken! Oder ist das mit dem nerv
eine op indikation?

Würden sie bei mir auch! Solange nur Empfindungsstörungen vorliegen (Taubheitsgefühl, Kribbeln) hast du noch etwas Zeit, z.B. für Physiotherapie usw.

Unter Umständen können Jahre vergehen, zwischen Taubheitsgefühlen und einer echten OP-Indikation, s.u.

Sollten sich jedoch Probleme einstellen, daß du die Bewegung des Beines nicht mehr steuern kannst, Wasser lassen nicht mehr geht - Dann solltest du sofort in die Klinik!

Gruß,
Cantate

Hallo
Mir wurde einmal gesagt, Grund für eine Bandscheibenoperation sind neurologische Beschwerden. Und zwar muß dann innerhalb eines möglichst kurzen Zeitraumes operiert werden, um möglichst viele Nerven zu retten.
Dies betrifft nicht einen Zeitraum eines Stellens eines Frageartikels und deren Beantwortung hier im Forum, sondern die Unfallchirurgie.

Ob nun eine Operation erforderlich ist, kann ich nicht sagen, auch hat eine Bandscheiben-OP größere Risiken.
Das übliche wäre eine zweite Ärztemeinung einzuholen, die Artikel hier sind nicht unbedingt glaubhaft.

Was ich aber meine, ist, das man besser vorher etwas hätte tun können.

Gute Besserung.
MfG

Hallo,

Bei der Behandlung kann es
gelingen, die Bandscheibe wieder so weit an ihren normalen
Platz zu verschieben, daß sie den Nerv nicht mehr quetscht.

Das muss dann aber wohl eine Sonderform von Bandscheibenvorfall sein.
Bei einem Solchen rutscht ja nichts raus, was man dann irgendwie „zurückschieben“ könnte. Die Bandscheibe ist Verformt, durch Gewebeveränderung bis zur Zerreißung.
Der heraus gequollene zähflüssige Kern der Bandscheibe lässt sich auch kaum durch den Riss „zurückstopfen“.

Gruß
Werner

Hallo Werner,

Bei der Behandlung kann es
gelingen, die Bandscheibe wieder so weit an ihren normalen
Platz zu verschieben, daß sie den Nerv nicht mehr quetscht.

Das muss dann aber wohl eine Sonderform von
Bandscheibenvorfall sein.
Bei einem Solchen rutscht ja nichts raus, was man dann irgendwie :„zurückschieben“ könnte.

Durchaus nicht, Bandscheiben verrutschen auch insgesamt durch unglückliche Bewegungen, plötzliche Überlastungen oder etwa weil die Rückenmuskulatur geschwächt ist und sie nicht richtig halten kann. Das wird dann meist Hexenschuß genannt. Die Bandscheibe selbst ist dabei noch unbeschädigt, drückt bei falscher Position aber auf die Austrittsstelle des Nevenstrangs aus der Wirbelsäule und verursacht so die höllischen Schmerzen.

Die Bandscheibe ist
Verformt, durch Gewebeveränderung bis zur Zerreißung.

Das geschieht teilweise vor dem Verrutschen, kann aber auch erst später geschehen, wenn die Wirbel"kanten" länger darauf einwirken und sie beschädigen weil sie teilweise aus dem Verbund herausgerutscht ist.
Verformungen entstehen oft aber aus gleichem Grund, herausgerutscht - Druck der Wirbel auf den Faserring - Verformung. Wird sie zurückgeschoben, nimmt sie wieder ihre normale Form an. Oft ist der Faserring auch nur beschädigt, aber nicht gerissen und der Gallertkern somit intakt. Bandscheiben inkl. Faserring sind sehr elastisch. Wenn dem nicht so wäre, gäbe es kaum noch jemanden, der nicht schon eine Bandscheiben-OP hinter sich hätte. Diese außergewöhnliche Elastizität hat bislang auch verhindert, daß die Medizintechnik künstliche Bandscheiben als Ersatz herstellen kann. Chiropraxis, Osteopathie, Manuelle Therapie u.a. nutzen insoweit die Flexibilität der Bandscheibe.

Der heraus gequollene zähflüssige Kern der Bandscheibe lässt
sich auch kaum durch den Riss „zurückstopfen“.

Das ist richtig, doch nicht jede Bandscheibe ist beim Herausrutschen so stark geschädigt. Damit die Gallertmasse des Kerns austreten kann, muß auch der Faserring gerissen sein. In diesem Falle kann eine OP notwendig werden, weil man mit Physiotherapie allenfalls noch Schmerzlinderung erreicht, etwa durch Lösen der Muskelverspannung. Ob OP ist aber auch davon abhängig in welche Richtung die Bandscheibe verrutscht ist, nach vorne, hinten, seitlich oder irgendwo dazwischen und ob und welche Nerven sie quetscht.

Gruß,
Cantate

danke euch erst mal.
mein orthopäde scheint mit der meinung, mich stationär aufnehmen zu lassen, wohl kein problem. ich solle es ruhig machen. da ich aber erst in 3 wochen kann (kinder sind sonst nicht untergebracht) bekomme ich erst mal KG und der doc wartet auf den bericht der neurochirurgie. dann sehen wir.

naja, wenigstens passiert jetzt mal was in sachen therapie (nach 1 1/2 monaten!)

ich melde mich um zu berichten

lg
nadia

hallo nadja
der hexenschuss bzw der jetztige bandscheibenvorfall, hat einen grund und ursache und der liegt in deiner beinlängenverschiebung, dh ein bein ist länger als das andere. diese hüftverschiebung wiederum wirkt sich zuerst in den hals und brustwirbeln aus, die sich ebenfalls verschieben, das kannst du vor dem spiegel beobachten, dann siehst du, dass die axe deiner schulter nicht gerade ist.
um das wiederum auszugleichen, wird sich die lendenwirbelsituation verändern, was bei dir nun der fall ist.
solange du aber nicht die ursache löst, wird sich das symptom, dh der bandscheibenvorfall nicht wesentlich verbessern, helfen wird hier sehr gut jemand, der die dorn behandlung machen kann, ich kann dir hervorragende ergebnisse bei meinen klienten bestätigen.
liebe grüße peter

Hallo Cantate,

Durchaus nicht, Bandscheiben verrutschen auch insgesamt durch
unglückliche Bewegungen, plötzliche Überlastungen oder etwa
weil die Rückenmuskulatur geschwächt ist und sie nicht richtig
halten kann. Das wird dann meist Hexenschuß genannt. Die
Bandscheibe selbst ist dabei noch unbeschädigt, drückt bei
falscher Position aber auf die Austrittsstelle des
Nevenstrangs aus der Wirbelsäule und verursacht so die
höllischen Schmerzen.

Ich glaube du solltest dich mit den anatomischen Gegebenheiten da noch mal vertraut machen. Bei deinen ansonsten sehr zutreffenden Ausführungen zu den Eigenschaften von Bandscheiben wundert es mich, wie du auf die Idee kommst, Bandscheiben könnten da irgendwie herumrutschen. Die Bandscheiben sind nicht irgendwie locker zwischen die Wirbelkörper geklemmt, wie man das etwa von einem Skelettmodell ableiten könnte, sondern über Bindegewebefasern mit den benachbarten Knochen fest verbunden und können dazwischen überhaupt nicht verschoben werden. Um die Bandscheiben zwischen den wirbeln herauszuschieben müsstest du sie vohrer auf ganzer Fläche vom Knochen abreißen. Selbst mit einem scharfen Skalpell ist es keine ganz leichte Aufgabe Bandscheibe und Wirbelkörper zu trennen.
Wenn da etwas ins „gleiten“ Gerät, dann sind es die Wirbelkörper, die auf den elastischen Kissen der Bandscheiben ein geringes seitliches Spiel haben.
Das was du als Hexenschuss bezeichnest ist in den meisten Fällen eine muskuläre Verspannung, die entsteht, wenn die Muskulatur eine Fehlbelastung, die oft aus einer Fehlstellung der Wirbelsäule herrührt, auszugleichen versucht.

Gruß
Werner

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Hallo Werner,

Wenn da etwas ins „gleiten“ Gerät, dann sind es die
Wirbelkörper, die auf den elastischen Kissen der Bandscheiben
ein geringes seitliches Spiel haben.

Damit haben aber auch die Bandscheiben ein geringes seitliches Spiel, besonders dann, wenn Muskulatur, Bindegewege, Sehnen aufgrund von Überlastung, Schwäche usw. nicht mehr die erforderliche Kraft haben alles Straff in Position zu halten.

Da der Spielraum der Anordnung, wie in der Anatomie erkennbar, an der Wirbelsäule sehr gering ist, Wirbel, Nerven, Bandscheiben auf engstem, präzise zugeordnetem Raum „leben“, kann daher schon ein derart geringes gleiten schwere Folgen haben. Wenn dann auch noch der Wirbel verschoben ist, der die eh schon gelockerte Bandscheibe „mitnimmt“ dann wird’s noch enger…

Gruß,
Cantate

Hallo Werner,

Wenn da etwas ins „gleiten“ Gerät, dann sind es die
Wirbelkörper, die auf den elastischen Kissen der Bandscheiben
ein geringes seitliches Spiel haben.

Damit haben aber auch die Bandscheiben ein geringes seitliches
Spiel, …

Nein, und vor allem ist dann kein Gleiten, sondern eine Verformung der Bandscheibe und damit, wenn es über das physiologische Maß hinausgeht eine Protrusion.

Unter Gleiten versteht man, dass sich etwas in seiner Gesamtheit bewegt und nicht, dass es sich verformt und der obere und untere Bereich an den benachbarten Wirbeln fest haften und nur der mittlere Bereich herausquillt. Das würde mit „Gleiten“ völlig irreführend beschrieben.

Gruß
Werner

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