HIV- Antikörper, schon vorher im Körper?

Guten Tag,
ich muss in Biologie ein Referat über HIV / AIDS halten. Für dieses Referat hat meine Lehrerin mir eine Frage gestellt:
Hat der Körper schon vor der Erkrankung passende Antikörper?
Außerdem wäre es nett wenn ihr mir erklären könntet, ob der Körper überhaupt Antikörper gegen HIV bilden kann und ob es vorraussichtlich irgendwann Antikörper gegen HIV geben wird, mit denen man dann Erkrankte behandeln kann.

Ich hoffe, dass iht mir bald antwortet. Vielen Dank!

Wenn der Körper Antikörper gegen HIV hätte, würde man ja garnicht an AIDS erkranken können. Heilen kann man die Krankheit auch nicht (gibt ja noch keine Antikörper. Ob es mal welch geben wird: keine Ahnung.

lg
Lukas

HIV Antikörper kann es nicht geben. Sie MÜSSEN erst erforscht werden sozusagen.
DAs HI Virus und die daraus resultierende Krankheit Aids schaltet die T Helferzellen im Körper an…sprich: die weißen blutkörperchen, antikörper bekommen kein signal wenn andere Viren sich im Körper befinden…man stirbt daher nicht direkt an Aids sondern an den Folgen der Aidserkrankung, beispielsweise einer Lungenentzündung!

HIV Antikörper gibt es nicht, wie auch? sonst wäre HIV kein ernstzunehmendes Problem oder?

Hallo,

Hat der Körper schon vor der Erkrankung passende Antikörper?

Das zwar nicht. Der Körper hat vor keiner Erkrankung die passenden Antikörper. Das ist auch mit ein Grund, warum Kinder so oft krank werden: Ihr Körper „kennt“ die ganzen Krankheitserreger noch nicht und muss die Krankheit erst einmal durchmachen.

Es gibt allerdings nicht nur die spezifische Abwehr, die auf Antikörpern basiert, sondern auch eine unspezifische Abwehr (hab die Fachausdrücke gerade vergessen), bei der der Körper einfach merkt, „hier ist was faul, wir wissen zwar nicht genau was, aber wir greifen lieber mal an“.

Außerdem wäre es nett wenn ihr mir erklären könntet, ob der
Körper überhaupt Antikörper gegen HIV bilden kann und ob es
vorraussichtlich irgendwann Antikörper gegen HIV geben wird,
mit denen man dann Erkrankte behandeln kann.

Gerade bei HIV halte ich das für schwierig, weil dieses Virus ja direkt das Immunsystem angreift.

Es gibt allerdings in Afrika einige Menschen, die gegen Aids resistent sind. Für Forscher ist es natürlich hochinteressant, wie es kommt, dass da z.B. eine Prostituierte seit Jahren ungeschützten Verkehr hat und trotzdem kein Aids bekommt. … Als ich zuletzt davon gehört habe, wusste man noch nicht, woran das liegt. Aber such doch mal in der Richtung, z.B. so: http://www.google.com/#hl=en&q=africa+aids+prostitut…

Schöne Grüße

Petra

Da bin ich anderer Meinung
Hallo.
Meine Vorgänger haben da glaub ich einen Fehler gemacht.
Es stimmt zwar vollkommen, dass du vor einer Infektion keine Antikörper im Blut hast - dazu muss man sich erst infizieren, damit der Körper was zu tun hat (=also Antikörper bildet).
ABER:
Der HIV Test, wird auf 2 Wegen durchgeführt:

  1. eher selten weißt man das Virus direkt nach.
    und
  2. Nahezu alle Tests basieren darauf, dass man Antikörper im Blut sucht. (ELISA Test oder ein sog. Western Blot)
    Das ist 12 Wochen nach einer Infektion möglich und wird dann (ich glaube) 3 Monate nach einer mögliche nInfektion nochmals Kontrolliert, da beim ersten Test nach 12 Wochen Fehler passieren können.

Fest steht aber (meines Wissens) der Körper bildet sehr wohl Antikörper - die dann in einem Test nachgewiesen werden um zu sagen ob jemand HIV possitiv ist oder nicht!

Warum diese Antikörper jetzt nicht wirken…da steh ich gerade auf dem Schlauch, … aber ich denke mal weiter drüber nach.
Lg Stiftel

Hallo Simone,

um hier ein wenig Licht ins Dunkel bringen zu dürfen (d.h. bevor Du für Dein Referat eine der anderen Antworten zitierst).

Hat der Körper schon vor der Erkrankung passende Antikörper?

Dazu muss man sich kurz vor Augen führen, wie die Herstellung von Antikörpern funktioniert. (siehe auch Abbildung http://www.swisseduc.ch/chemie/molmod/anwendungen/an…)

Wenn ein Antigen (Virus oder Bakterium) in den Körper gelangt, wird es von Makrophagen mittels Abtastung der Oberfläche, als körperfremd erkannt. Daraufhin wird das Antigen von den Makrophagen zunächst umschlossen und in sich aufgenommen (phagocytiert) und anschließend im Zellplasma enzymatisch zerlegt (lysiert).

Daraufhin präsentieren die Makrophagen Bruchstücke (Epitope) des Antigens auf der Oberfläche ihrer Zellmembran. Durch das Ausschütten von Botenstoffen (Interleukin 1) durch die Makrophagen werden die T-Helferzellen dazu gebracht mit ihrem T-Zell-Rezeptor Kontakt mit dem präsentierten Antigen auf den Makrophagen-Rezeptoren aufzunehmen. Dabei werden durch weitere Signale die T-Helferzellen aktiviert.

Eine aktivierte T-Helferzelle nimmt Kontakt mit B-Lymphozyten auf, der (unabhängig vom Makrophagen) mit Hilfe seines Rezeptors dasselbe Antigen erkannt hat und aktiviert diesen durch die Ausschüttung von einem weiteren Botenstoff.

Der aktivierte B-Lymphozyt bildet B-Plasmazellen und B-Gedächtniszellen aus. Die B-Gedächtniszellen sind langlebig und sorgen bei einem sekundären Kontakt mit dem Antigen für eine schnellere und wirksamere Immunantwort.

Die B-Plasmazellen produzieren nun die Antikörper, die das Pathogen unschädlich machen.

Interessant ist dabei, dass die B-Zell-Rezeptoren eigentlich (fast) genauso, wie die späteren Antikörper aussehen.

Somit muss die Antwort lauten: Nein es gibt keine (freien) Antikörper vor einer Infektion, aber B-Zellen, die antikörperartige Rezeptoren auf der Oberfläche tragen, die durchaus an das Antigen (z.B. HIV) binden können.

Außerdem wäre es nett wenn ihr mir erklären könntet, ob der
Körper überhaupt Antikörper gegen HIV bilden kann und ob es
vorraussichtlich irgendwann Antikörper gegen HIV geben wird,
mit denen man dann Erkrankte behandeln kann.

Ja, der Körper bildet Antikörper gegen HIV. Das ist sogar die Grundlage für den am meisten verwendeten HIV-Test. (http://de.wikipedia.org/wiki/HIV-Test#ELISA-Suchtest)

Dies ist auch der Grund, warum diese Tests erst 12 Wochen nach einer möglichen Infektion mit HIV zu einem positiven Ergebnis kommen können, da es so lange dauert, bis sich ausreichend viele Antikörper gebildet haben (inzwischen gibt es bessere Tests, die das Virus direkt nachweisen).

Das Problem ist nur die enorme Wandlungsfähigkeit des HI-Virus und die Tatsache, dass die T-Zellen, die ja bei der Immunantwort eine zentrale Rolle spielen (siehe oben) abgetötet werden. Der Körper kämpft jedenfalls Jahre bis Jahrzehnte gegen das Virus (auch mit Antikörpern), bis es dem Virus gelingt so viele T-Zellen (und andere Immunzellen) zu töten, bis der Infizierte an einer Sekundärerkrankung, z.B. Lungenentzündung, stirbt.

Wie wichtig die T-Zellen für das Überleben bzw. sogar eine Resistenz gegen HIV sind, zeigte eine kürzlich durchgeführte Knochenmarkstransplantation (http://nachrichten.t-online.de/c/16/82/51/54/1682515…), bei der einem HIV-Patienten das Knochenmark eines Mannes transplantiert wurde, der resistent gegen HIV ist. Dieser Mann hat ein verändertes Oberflächenmolekül auf seinen T-Zellen was das HI-Virus zum Eindringen in diese braucht (siehe Artikel für Details).

Gruß,
Sax

Vielen Dank,
sie haben mir wirklich sehr geholfen.

Hallo,

HIV Antikörper gibt es nicht, wie auch? sonst wäre HIV kein
ernstzunehmendes Problem oder?

natürlich bildet der Körper auf eine HIV-Infektion hin spezifische Antikörper, wie auf jede andere Virusinfektion hin auch. Das Immunsystem bekämpft auch recht effektiv das HI-Virus und hält die Infektion ja meist auch jahrelang in Schach. Problem ist, dass einzelne Viren immer wieder Möglichkeiten findden, sich dem Zugriff des Immunsystems zu entziehen, sei es ‚ruhend‘ in inaktiven Zellen (wie Herpesviren) oder durch eine extrem hohe Mutationsrate. Diese zwingt den Körper, immer wieder neue Antikörper gegen das sich stetig veerändernde Virus zu bilden. Das Immunsystem läuft dem Virus praktisch immer einen Schritt hinterher. Die Bekämpfung des Virus funktioniert schon, es wird nur niemals vollständig eliminiert - da liegt das Problem.

Gruß, Jesse

Hallo,

Warum diese Antikörper jetzt nicht wirken…da steh ich gerade
auf dem Schlauch, … aber ich denke mal weiter drüber nach.

die wirken schon. Wenn sie nicht wirkten und sich die Viren ungehindert vermehren könnten, würde man wohl nach einer HIV-Infektion sehr rasch sterben, nicht erst Jahre später…

Gruß, Jesse

Hallo,

HIV Antikörper kann es nicht geben. Sie MÜSSEN erst erforscht
werden sozusagen.

Da die Tests diese Antikörper „messen“ sollen, gäbe es sie nicht, was messen sie dann? Medizinisch bedeutet das, je mehr Antikörper gegen HIV gefunden werden, umso schwerer soll die Erkrankung sein.

DAs HI Virus und die daraus resultierende Krankheit Aids
schaltet die T Helferzellen im Körper an

Wie denn, der Virus zerstört doch vorrangig die T-Helferzellen? Da diese zur Bildung der Antikörper unerläßlich sind, wieso finden Tests so viele Antikörper?

…sprich: die weißen
blutkörperchen, antikörper bekommen kein signal wenn andere
Viren sich im Körper befinden.

Normalerweise würde der Körper gegen weitere Viren auch neue Antikörper aufbauen. Da er so viele meßbare gegen HÍV aufbaut, sollte er auch in der Lage sein, weitere gegen andere Viren aufzubauen.

man stirbt daher nicht direkt
an Aids sondern an den Folgen der Aidserkrankung,
beispielsweise einer Lungenentzündung!

Man stirbt an Immunschwäche, oder?

Gruß,
Cantate

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Hat der Körper schon vor der Erkrankung passende Antikörper?

Hallo ich denke, wenn dir die Frage SO gestellt wurde, dann wird hier evtl. auf den kleinen aber feinen Unterschied zwischen HIV und AIDS eingegangen. Von der „Erkrankung“ spricht man eigentlich erst wenn das Stadium AIDS vorliegt.
Da aber nach einer Ansteckung schon jahrelang eine Infektion mit HIV vorliegt und damit auch eine Auseinadersetzung der Körperabwehrstoffe mit dem Virus gibt es vor dem Ausbruch der Erkrankung =AIDS durchaus schon Antikörper im Blut. Genau die werden ja auch gemessen beim Aidstest.

Auf der anderen Seite gibt es eben diese Zeitspanne die man warten muss zwischen möglicher Ansteckung und Nachweisbarkeit der Antikörper. Früher waren das mal 3 Monate, heute ist das mein ich kürzer. Das ist die Zeit bis genügend Antikörper gebildet wurden, um per TEst nachgewiesen zu werden. Das diese Zeitspanne kürzer geworden ist ist auch ein Hinweis darauf, dass erst dann Antikörper gebildet werden, wenn eine Ansteckung erfolgt, aber nicht die Viren und Antikörperbildung sind schneller geworden, sondern die Testverfahren besser, die Menge an rumschwirrenden Antikörpern darf heute kleiner sein, um etwas aussagen zu können.

Wobei man aber bei HIV eben schon im Stadium vor der Krankheit AIDS ansteckend ist, im Gegensatz etwa zu HErpes oder Gürtelrose, die auch durch eine Jahre zuvor erworbene Infektion mit den passenden Viren ausgelöst werden (BEi Gürtelrose ist das zB. eine Windpockeninfektion), aber eigentlich nur dann ansteckend sind, wenn die Krankheit sichtbar ist.

Gruß Susanne

„bekämpft recht effektiv“

hört sich an wie ne grippeerkrankung die ja net so schlimm ist aber halt nicht heilbar…hört sich sehr relativiert an

Hallo,

„bekämpft recht effektiv“

hört sich an wie ne grippeerkrankung die ja net so schlimm ist
aber halt nicht heilbar…hört sich sehr relativiert an

wenn man die Frage objektiv beantworten will, dann ist es aber so. Die Immunantwort ist über lange Zeit da und reicht oft aus, die Viruslast von 100 Millionen Viren oder mehr in jedem Liter Blut während der akuten Infektionsphase über Jahre auf fast Null zu senken.

Eine HIV-Infektion beginnt ja durchaus erstmal wie eine Grippe (Fieber, Gliederschmerzen etc.) und wird vom Immunsystem genauso bekämpft, so dass der Patient nach zwei Wochen wieder symptomfrei ist. Der Unterschied ist nur eben leider, dass immer einige Viren der Immunantwort entgehen. Die Erreger können somit nie völlig eliminiert werden und da sie u.a. fleißig Zellen des Immunsystems befallen, kommt es irgendwann zum Vollbild AIDS, was immer noch tödlich ist. Wollte somit also nichts relativieren!

LG, Jesse