Hallo 85Andre,
Wie sieht es denn mit sonstigen Beeinträchtigungen
körperlicher und geistiger Art aus? Durchschlafprobleme,
Vergesslichkeit, wechselnde körperliche Schmerzen z.B. am
Rücken, den Händen/Füßen, Gelenken, Zerstreutheit („was wollte
ich hier eigentlich?“) Temperaturmissempfindungen (frieren
obwohl es warm ist oder umgekehrt) Lichtempfindlichkeit
(Blendung bei nächtlichen Autofahrten) oder oder oder. Alles,
was halt Deine Mitmenschen, welche gesund sind, nicht haben.
Was ich bisher getan habe:
- Schilddrüse untersuchen lassen (negativ)
- Halswirbelseule röntgen lassen (negativ)
- " in der Kernspint ablichten lassen
(MRT)(negativ)
- 3 Monate in einer Klinik für psychotherapie(soll ja daran
liegen)
- Infusionen und Tabletten für die durchblutung (nix gebracht)
- Aufbisschiene anfertigen lassen um den Kiefer zu entlasten,
dazu kann ich jetzt nix sagen weil ich die zu kurz getragen
habe wie sich jetzt rausgestellt hat, soll sie anstatt 2
wochen , 3 monate tragen.
- Am herz kann es ev auch liegen hab ich gelesen, deshalb
langzeit EKG
und herz ultra (negativ)
- Massagen aber unregelmässig.
das hab ich mit 22 schon hinter mir…
Meine beschwerden körperlich hohoho:
-
Tinitus
-
Poltern/Rumpeln auf dem Ohr nach geräusch
-
Schwitzige hände, schwitzige füsse, (läst nach wenn ich
zubett gehe)
-
Kalte hände , Kalte füsse , (läst nach wenn ich zu bett
gehe)
-
Kribeln an beiden Händen in dem kleinen finger und ring
finger
-
Manchmal von morgens bis abends extreme unerklärliche
nackenschmerzen
-
Manchmal schlimmer Herz rüdmussstörung für 2-5 sek
-
Einschlaf probleme bis zu 45 min
-
Vergesslichkeit im normalen mass
-
Zerstreutheit ab und zu steht ich mal da was wollte ich noch
gleich (aber denke auch im normalen mass)
-
TemperaturEmpfindlichkeit
-
Temperaturmissempfindung ja
-
Aufgeregt sein obwohl es keinen grund gibt
-
Stress obwohl keiner da ist
-
Genervt liegt aber denk ich an den ganzen klamotten die ich
habe.
will lieber meine ruhe. obwohl ich mal das gegenteil war.
-
Zittern wenn was ansteht, was jetzt aber nicht so wichtig
ist das man zittern müste.
-
öffters mal angst das der tinitus schlimmer wird oder die
herzstörungen kömmen
mehr fällt mir gerade nicht ein , ich saug mir hier nix aus
denn finger.
Ich sortiere jetzt mal diese Antworten ein wenig:
Teil 1, der von Dir genannten Dinge:
-
Tinitus
-
Poltern/Rumpeln auf dem Ohr nach geräusch
-
Schwitzige hände, schwitzige füsse, (läst nach wenn ich
zubett gehe)
-
Kalte hände , Kalte füsse , (läst nach wenn ich zu bett
gehe)
-
Kribeln an beiden Händen in dem kleinen finger und ring
finger
-
Manchmal von morgens bis abends extreme unerklärliche
nackenschmerzen
-
Manchmal schlimmer Herz rüdmussstörung für 2-5 sek
-
Einschlaf probleme bis zu 45 min
-
TemperaturEmpfindlichkeit
-
Temperaturmissempfindung ja
-
Aufgeregt sein obwohl es keinen grund gibt
-
Stress obwohl keiner da ist
will lieber meine ruhe. obwohl ich mal das gegenteil war.
-
Zittern wenn was ansteht, was jetzt aber nicht so wichtig
ist das man zittern müste.
Und hier der andere Teil Deiner Antworten (im Folgenden als „Teil 2“ bezeichnet):
- Vergesslichkeit im normalen mass
- Zerstreutheit ab und zu steht ich mal da was wollte ich noch
gleich (aber denke auch im normalen mass)
- Genervt liegt aber denk ich an den ganzen klamotten die ich
habe.
- öffters mal angst das der tinitus schlimmer wird oder die
herzstörungen kömmen
Ich kenne mich einigermaßen mit der Krankheitsgruppe der Borreliose aus. Ich habe schon häufiger hier im wer-weiss-was darüber geschrieben, die findest die Beiträge (auch von anderen) zu diesem Thema hier über das Archiv mit dem Suchwort „Borreliose“.
Es handelt sich um eine Gruppe von etwa 10 verschiedenen Einzelkrankheiten, welche in der Mehrzahl bakterielle Infektionen sind. Alle Einzelkrankheiten ähneln sich sehr in ihren Symptomen. Die Erreger, welche für diese Krankheiten verantwortlich sind, werden überwiegend (aber höchst wahrscheinlich NICHT ausschließlich) bei einem Zeckenbiss übertragen.
Zecken tragen sehr häufig eine Vielzahl von Erregern in sich. Die bekanntesten Erreger sind wohl die Viren, die die sogenannte Hirnhautentzündung (FSME) auslösen. Gegen diese Viren kann man gut, sicher und im Allgemeinen gut verträglich geimpft werden. In meinen Augen sollte jeder in Deutschland, der sich öfter in der freien Natur aufhält, sich gegen diese Hirnhautentzündung impfen lassen, da die Durchseuchung der Zecken deutschlandweit ständig zunimmt. Die Gefahr durch die FSME-Erreger ist innerhalb Deutschlands ziemlich unterschiedlich verteilt. Landkarten über die FSME-Risiko-Gebiete gibt es in jeder Apotheke, oft sogar im Schaufenster.
Die weitaus häufigere Krankheit, die jedoch leider völlig unterschätzt wird, ja teilweise sogar richtiggehend negiert wird, ist die Gruppe der Borreliose-Erkrankungen. Die Gefahr, dass Zecken mit Borrelien oder einem der Co-Erreger infiziert ist, ist in deutschlandweiter Verteilung ähnlich groß und liegt bei etwa 60%, manche Wissenschaftler sprechen sogar von einer Durchseuchung von 2/3 aller Zecken. Die Erreger werden - entgegen der veralteten Lehrmeinung - ab der ersten Sekunde, also dem Zeckenbiss selbst, in den menschlichen Organismus übertragen.
Die Erreger nisten sich schon kurz nach dem Eindringen in den Körper in die Zellwände und das Zellinnere ein und halten sich nur selten im Blut auf. Dies ist auch der Grund, weshalb die Bluttests bei Borreliose so unzuverlässig sind. Je nach Testverfahren und Erreger auf den getestet wird, liegen die falschen Untersuchungsergebnisse in einer Größenordnung zwischen 25 bis zu 60% (manche sagen sogar bis zu 65%). Somit kann man sich auf Blutergebnisse leider überhaupt nicht für diese Krankheitsgruppe verlassen. Ein recht neues Testverfahren verwendet nicht mehr das Blut, sondern Hautpartikel. Dieses scheint deutlich richtigere Ergebnisse zu liefern, steht aber erst am Anfang der Entwicklung und wird noch bei weitem nicht von jeder Krankenkasse bezahlt. Über die Höhe der Fehlerquote bei diesem Testverfahren liegen mir noch keine Zahlenwerte vor.
Der Zeckenbiss selbst bleibt in den allermeisten Fällen vom Betroffenen unbemerkt. Manchmal (aber bei weitem nicht immer) findet der Betroffene beim Duschen oder Umziehen eine festgebissene Zecke. Diese gilt es schnellstmöglichst (und möglichst professionell) entfernen zu lassen. Hier zählt wirklich jede Minute. Die Entfernung kann über eine Zeckenzange oder Zeckenschlaufe geschehen. Eine Verwendung von Öl (wie man früher empfohlen hat) sollte vermieden werden, da man heute davon ausgeht, dass die Zecke bei der daraus resultierenden Luftabgeschlossenheit Panik bekommt und dabei besonders viele Erreger in den Menschen „hineinpumpt“ (das wird momentan so empfohlen, aber ob das wirklich so zutrifft, wissen wohl nur die Götter, vielleicht sagt man in 5 Jahren schon wieder ganz anders). Am sichersten ist es, wenn man die Zecke von einem Arzt entfernen lässt. Ist kein Arzt greifbar (z.B. Wochenende, Feiertag, mitten in der Nacht), so kann man versuchen mit einer Pinzette die Zecke - ohne diese zu quetschen - herauszuziehen. Dabei reißt oft der Zeckenkopf ab und bleibt im Gewebe des Menschen stecken. Dies ist zwar nicht gut, aber heute wird dies nicht mehr soooo tragisch gesehen wie früher. Hauptsache, der lebende Zeckenorganismus ist weg.
Wenn man die Zecke entfernt hat, kann man den Zeckenkörper gegen eine Gebühr (ich habe was von 35 EURO gehört, aber ohne Gewähr) auf Krankheitserreger untersuchen lassen (FSME-Viren, Borrelien, Ehrlichien, Babesien, Rickettsien, Bartonellen etc.). Eine Untersuchung der Zecke selbst bietet nach heutigem Kenntnisstand die sichersten Untersuchungsergebnisse.
Wie äußért sich die Borreliose oder eine der Co-Erreger-Erkrankungen:
- in etwa 60% aller Zeckenbisse erscheint nach einigen Tagen eine sogenannte „Wanderröte“.
http://images.google.de/images?hl=de&q=wanderr%C3%B6…
Diese kann jucken, muss aber nicht. Diese Stelle kann anschwellen, muss aber nicht.
Und wie gesagt: die Wanderröte selbst kann erscheinen, muss aber nicht.
aber wenn die Wanderröte erscheint, so ist es ein sicheres Zeichen einer Infektion und dass der Körper gegen die Erreger ankämpft. In diesem Frühstadium der Infektion ist die Krankheit noch recht einfach und sicher mit einem Antibiotikum zu behandeln (zumeist wird Doxycyclin aus der Gruppe der Tetracycline verabreicht). Allerdings erkennen viele Ärzte die Wanderröte nicht oder verschreiben das Antibiotikum zu kurz und/oder zu niedrig dosiert. Es gilt die Regel einer Mindestdauer von 30 Tagen und einer Dosierung von 4 bis 5 mg je Kg Körpergewicht und Tag.
generell gilt: Mit ganz wenigen Ausnahmen entwickelt sich das Krankheitsbild der Borreliose schleichend und allmählich. Dass die Krankheit plötzlich mit aller Heftigkeit ausbricht, ist sehr selten.
Ein weiteres Kennzeichen für die Krankheitsgruppe der Borreliose ist die Unstetigkeit der Symptome. Du verwendest mehrfach das Wort
manchmal
Das heißt: Mal ist ein Symptom da, dann wieder nicht.
Ein weiteres Kennzeichen für diese Krankheitsgruppe ist, dass sich im Laufe der Zeit immer weitere (neue) Symptome dazugesellen. Da Du als Überschrift das Ohr gewählt hast, nehme ich fast an, dass es bei Dir mit den Ohren angefangen hat. Anschließend schreibst Du über kalte bzw. heiße Hände und Füße. Dann über etc.
Ein weiteres Kennzeichen für diese Krankheitsgruppe ist, dass sich oft gegenteilige Empfindungen innerhalb kurzer Zeit einstellen: Du beschreibst dies als
- Schwitzige hände, schwitzige füsse, (läst nach wenn ich
zubett gehe)
- Kalte hände , Kalte füsse , (läst nach wenn ich zu bett
gehe)
Oder auch - um zum Ohr zurück zu kommen: An einem Tag ist Dir alles zu laut, am nächsten Tag ist Dir die genau gleiche Lautstärke zu leise. Oder Du frierst obwohl es normal warm ist und eine Stunde später fühlst Du Dich bei genau der gleichen Temperatur als wärst Du in der Sauna…
Ein weiteres Kennzeichen dieser Krankheitsgruppe ist, dass fast nie nur ein einziges Symptom erscheint, sondern dass meist eine Vielzahl der ca. 130 verschiedenen möglichen Symptome auftreten. Siehe Deine Liste. Regel: Ein Symptom macht noch keine Borreliose (vergleichbar dem Spruch: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer).
Ein weiteres Kennzeichen dieser Krankheitsgruppe ist, dass scheinbar völlig unabhängige Symptome auftreten: Als Laie kommt man nicht unbedingt auf die Idee, dass z.B. kalte (oder schwitzige) Füße etwas mit dem Tinitus im Ohr zu tun haben könnten.
Dabei kommt es häufig (aber nicht immer) vor, dass sich zu „rein“ körperlichen Beschwerden (Tinitus, Herzstörungen, Nackenschmerzen) auch noch „geistige“ (man verzeihe mir den Ausdruck, wahrscheinlich gibt es einen besseren dafür) Symptome dazu kommen: Einschlafstörungen, Aufgeregtheit ohne Grund, Zittern ohne Grund, Ruhe-haben-wollen obwohl man eigentlich ein geselliger Mensch ist etc.
Ein weiteres Kennzeichen dieser Krankheitsgruppe ist, dass fast immer eine verringerte Leistungsfähigkeit auftritt: schnellere Ermüdung, schnelle Erschöpfungszustände u.ä. Natürlich kann man jetzt sagen: Gerade dieses Kennzeichen besagt doch nur, dass IRGENDwas nicht stimmt, aber das muss doch keine Borreliose sein. Dieser Einwand ist zwar prinzipiell richtig, kann aber nur dann gelten, wenn keine der anderen Kennzeichen einer Borreliose auftreten.
Ich habe bisher nur als Beispiele die Symptome genannt, welche Du in Deiner Liste in Teil 1 aufführst. Die Symptome aus Teil 2 habe ich bewusst außen vor gelassen, da Du diese als „im normalen Maß“ einschätzt. Ich weise deutlich darauf hin, dass ich nur einen Bruchteil der möglichen Symptome genannt habe. So ist beispielsweise ebenfalls ein typisches mögliches Symptom Beschwerden in Gelenken (sowohl Großgelenke wie Knie oder Hüfte als auch Kleingelenke wie Finger oder Zehen) oder im Rückenbereich (Pseudo-Bandscheibenvorfälle), Probleme mit inneren Organen (bei Dir Herz; sonst ist auch häufiger die Blase betroffen), Probleme mit den Nevenbahnen (z.B. Sehnenscheidenentzündung, „Tennisarm“, Muskelschmerzen etc.). Bei den „geistigen“ Symptomen wären noch zu nennen: Ungeschicklichkeiten (Kaffeetasse umschütten), Ortsfindungsstörungen (an das falsche Auto gehen, nur weil es die gleiche Farbe hat; in die Küche statt ins Bad gehen etc.), Buchstaben- oder Wortprobleme (Buchsatbnedrheer; „hast Du die Töpfe schon in den Nudel getan?“), Lichtempfindlichkeit (Blendbarkeit bei nächtlichen Autofahrten oder auch Sonnenbestrahlung) etc.
Du siehst, es sind enorm viele Symptome möglich, die auf diese Krankheit hindeuten könnten. Je mehr Symptome zusammen kommen, um so eher ist an eine Borreliose oder eine der Co-Erreger-Erkrankungen zu denken.
Leider kennen sich die Ärzte mit dieser Krankheitsgruppe überhaupt nicht aus und behandeln daher oft auf alles Mögliche und Unmögliche, ohne jeglichen bzw. ohne nennenswerten Erfolg.
Dies ist auch so ziemlich das letzte, hier und jetzt von mir genannte Kennzeichen der Borreliose-Erkrankungen: Lange Therapien auf verschiedenstes andere „diagnostizierte“ Krankheiten haben keinen oder zumindest keinen nennenswerten Erfolg gebracht. In diesem Zusammenhang erwähne ich mal die Krankheiten, die des öfteren „diagnostiziert“ und ohne Therapieerfolg behandelt werden: Rheuma, Multiple Sklerose, CFS (Chronisches Müdigkeits-Syndrom), Fibromyalgie, Alzheimer, Bandscheibenvorfall, Sehnenscheidenentzündung, Blasenentzündung, Herzprobleme, Augenentzündung, etc. etc.). Um gleich dem Aufschrei der Weißkittel zuvor zu kommen: Zum Einen sage ich nicht, dass Du Borreliose HAST, ich sage nur, dass die von Dir aufgezählten Symptome zu einer Borrelioseerkrankung passen - und sogar sehr gut passen. Außerdem sage ich NICHT, dass Du nicht zum Arzt gehen sollst um die anderen möglichen Krankheiten auszuschließen (aber das hast Du ja eh schon ausgiebig getan, so wie Du schreibst). Ferner sage ich NICHT, dass jedes Herzproblem, jedes Bandscheibenproblem etc. von einer Borrelioseinfektion herrührt, sondern ich betone, dass BEI THERAPIEVERSAGEN auf diese Krankheiten hin nach einer anderen Ursache gesucht werden muss und dass dann diese Ursache möglicherweise in einer Borrelioseerkrankung liegen könnte.
Leider verschlimmert sich eine Borreliose langsam aber sicher immer weiter und führt unbehandelt oder falsch behandelt leider oft über kurz oder lang in die Berufsunfähigkeit.
Um das ganze zu beenden, weise ich Dich nicht nur auf das Archiv von wer-weiss-was zu diesem Thema hin, sondern auch auf die Selbsthilfegruppe im Internet „Borreliose-Forum“ des Deutschen Borreliose Bundes. In diesem Forum sind neben Betroffenen auch Ärzte vertreten. Dort kann man Dir viel gezielter und besser Auskunft geben, auch über Detailfragen, als ich das je könnte.
Hier der Link:
http://www.borreliose-forum.de/cms/html/index.php
Eine schnelle Besserung wäre schön 
Das glaube ich Dir aufs erste Wort!
Schnelle Besserung wünscht
- auf dass Du NICHT unter dieser heimtückischen Krankheit leiden mögest -
Alexander