Hämoglobinwert geschlechtsabhängig

Hallo,

mir war „aus der Literatur“ bekannt, dass der Hb-Wert bei Männern im Durchschnitt höher als bei Frauen ist.
Vermutet hatte ich ursächlich den Blutverlust bei Frauen über die Menstruation, die Tatsache dass es sehr „große und bärige“ Männer gibt sowie einen im Durchschnitt unterschiedlichen Lebenswandel (u.a. auch belastende Diäten bei manchen Frauen).

So, gestern waren mein Lebensgefährte und ich erstmalig Blut spenden.
Mein Hb-Wert ist 13,7, seiner 16. Doch ein ganz schöner Unterschied, den wir uns nicht wirklich erklären können:

  • gleiche Ernährungsgewohnheiten, führen einen gemeinsamen Haushalt somit wird zusammen gegessen
  • keine Diäten
  • keine Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln
  • Nichtraucher, trinken keinen Alkohol
  • gleicher Tagesablauf
  • machen beide den selben Sport
  • sind beide von robuster Gesundheit
  • haben beide keine chronischen Grunderkrankungen
  • waren beide in letzter Zeit nicht krank (keine Erkältungen, keine Magen-Darm-Beschwerden etc.)
  • keine Blutverluste in letzter Zeit; es handelte sich um die erste Blutspende, meine letzte Menstruation liegt 4 Wochen zurück, meine Menstruation fällt immer nur sehr schwach aus
  • ich bin 1,60 m groß und 53 kg schwer, mein Lebensgefährte ist 1,80 groß und 68 kg schwer (also beileibe kein „Bär“)

Erklärt sich der unterschiedliche Hb-Wert nun allein über unterschiedliche Größe und unterschiedliches Gewicht?
Gibt es ferner noch einen hormonellen Faktor, d.h. hätten zwei Personen „wie wir“ den selben Hb-Wert, wenn sie gleich groß und gleich schwer wären aber einer männlich, einer weiblich ist?

Viele Grüße,
Nina

Guten Tag,

der Hämoglobinwert ist geschlechtsabhängig unterschiedlich. Sie beide liegen im Normalbereich (w: 12.5-15.5 g/dl / m: 14.5-17.5 g/dl). Hb-Werte korrelieren natürlich mit der Anzahl der Erythrozyten, die bei Männern auch höher liegt, als bei Frauen sowie mit dem Hämokrit, der auch abhängig von der Anzahl der Erythrozyten ist.
Ich halte es für unwahrscheinlich, dass der Hb-Wert großartig mit der Konstitution zu tun hat (bzgl. bärige Männer).

Herzliche Grüße
sunconure

Hallo sunconure,

Hb-Werte korrelieren natürlich mit der Anzahl
der Erythrozyten, die bei Männern auch höher liegt, als bei
Frauen sowie mit dem Hämokrit, der auch abhängig von der
Anzahl der Erythrozyten ist.

vielen Dank für deine Antwort.
Meine nächste Frage wäre nun gewesen: „Wodurch wird die Anzahl der Erythrozyten nun festgelegt? Ist es genetisch bestimmt (x/y-Chromosom) oder hormonell bedingt?“

Die Antwort hierauf konnte ich nun aber selbst finden:
„Androgen hat beim Mann eine induzierende Wirkung auf die Wirksamkeit des Erythropoetins. Daher hat der Mann mehr Erythrozyten, da es durch das Erythropoetin zu einem relativ besseren Wachstum kommen kann.“

http://www.biologie-online.eu/blut/erythrozyten.php

Jetzt wäre die Sache geklärt :smile:

Viele Grüße,
Nina

Hallo Sunconure!

Wenn ich als Mann mehr als genug Eisenionen und Folsäure zu mir nehme (Jeden Tag eine Tablette mit Eisenionen und Folsäure. Das sind in meinem Fall solche Plastulen Duo Tabletten von Stada) und dennoch nur eine Hämoglobinkonzentration von 135g/l erreiche, sollte mich das beunruhigen?
Ich hab mich schon gefragt, ob ich vielleicht eine beginnende perniziöse Anämie habe oder ob was auch immer. Aber ich finde es etwas lächerlich deswegen zum Arzt zu laufen.
Gut, ich spende alle zwei Monate Blut, aber dennoch finde ich 135 g/l etwas wenig.
Ansonsten bin ich gesund.
Hast Du einen Tipp, was es sein könnte?
Oder streut der HB bei Gesunden doch so stark auch bei hinreichender Eisenversorgung?

Viele Grüße,
Stefan

Guten Abend,

erst einmal sollten Sie sich bei einem konstanten Hb 13.5 g/dl keine großen Sorgen machen in dem Sinne, dass Sie kurz davor wären, von der Schippe zu springen.
Ich denke, der Schlüssel zu Ihrer Frage ist die Blutspendertätigkeit, der Sie nachgehen. Abhängig von der Blutmenge, die Sie spenden und der Frequenz, mit der Sie es machen, schwankt das Hämoglobin natürlich. Das Eisen- und Folsäurepräparat bekommen Sie, damit die angeregte Erythropoese (aufgrund des Blutverlustes) genügend Substrat für die Blutbildung bekommt. Das beschleunigt ein bisschen den Prozeß, der aber für die zelluläre Regenerationen von Wochen bis zu 3 Monaten dauern kann. Erythrozyten haben eine Lebenszeit von 120 Tagen, Sie bekommen also darüber hinaus keinen Engpass, falls keine Blutbildungsstörung vorliegt.

Eine perniziöse Anämie ist ein Spezialfall und m.E. nicht so häufig, als dass sich dieser Gedanke gleich aufdrängen sollte (es sei denn, Sie haben bereits eine entsprechende Vorgeschichte). Eisenmangelanämien sind wesentlich häufiger. Aber wie das eben immer so ist, kann man ohne Labor so viel spekulieren, wie man will, man kommt nicht weiter :wink:.

Herzliche Grüße
sunconure

Hallo!

erst einmal sollten Sie sich bei einem konstanten Hb 13.5 g/dl
keine großen Sorgen machen in dem Sinne, dass Sie kurz davor
wären, von der Schippe zu springen.

Ne, das hab ich auch nicht. Viele Patienten haben ja oft einen von deutlich unter 10.0 g/dl

Ich denke, der Schlüssel zu Ihrer Frage ist die
Blutspendertätigkeit, der Sie nachgehen. Abhängig von der
Blutmenge, die Sie spenden und der Frequenz, mit der Sie es
machen, schwankt das Hämoglobin natürlich.

Naja, 550g etwa alle 9 Wochen.

Das Eisen- und

Folsäurepräparat bekommen Sie, damit die angeregte
Erythropoese (aufgrund des Blutverlustes) genügend Substrat
für die Blutbildung bekommt.

Ja. Aber selbst, als ich mal lange Zeit mal nicht gespendet habe, war er so niedrig. Gut, da hab ich auch nicht jeden Tag diese Dragees genommen und ich esse sehr wenig Fleisch.

Das beschleunigt ein bisschen den

Prozeß, der aber für die zelluläre Regenerationen von Wochen
bis zu 3 Monaten dauern kann.

Ah, so lange? Danke. Das hätte ich nicht gedacht. Da ja die eigentliche Erythropoese nach Lehrbuch nur ca. acht Tage dauert, war ich etwas verunsichert. Aber wenn der Ersatz nach Blutverlust so lange dauert, dann ist das ja nicht so dramatisch.

Eine perniziöse Anämie ist ein Spezialfall und m.E. nicht so
häufig, als dass sich dieser Gedanke gleich aufdrängen sollte
(es sei denn, Sie haben bereits eine entsprechende
Vorgeschichte). Eisenmangelanämien sind wesentlich häufiger.

Ja, das kenn ich. Ohne Eisenpräparate erreiche ich, selbst wenn ich kein Blut spende keine 13.0 g/dl

Aber wie das eben immer so ist, kann man ohne Labor so viel
spekulieren, wie man will, man kommt nicht weiter :wink:.

Ah, jetzt wo ich drüber nachdenke.
Ich habe mal meinen eigenen MCV, MCH, MCHC und Hämatokrit gemessen.
Wenn ich Megaloblasten gehabt hätte, das wäre mir aufgefallen.
Die Unterlagen hab ich leider weggeworfen ;(

Ich beobachte das mal und lasse es vielleicht checken, wenn es auch ohne Bluspenden trotz viel Eisen + Folsäure nicht besser wird.

Vielen Dank nochmal,
Stefan