Cholesterinreduzierende medizin

Guten Tag!
Ich habe gelesen, dass die ganze Sache mit der cholesterinsenkenden Medizin und Margarine nur ein riesen Gewinn für die Pharmaindustrie ist. Es sei völlig normal, als Erwachsener einen Cholesterinwert von 250 (Maßeinheit?) zu haben. Die Ärzte senken diesen mit Medikamente allerdings auf 200 herab, was totaler Unsinn sein soll. Die Menschen fühlten sich dann mit dem niedrigen Cholesterin matt, schwer, krank und träge. Cholesterin soll angeblich die Grundlage unserer Gesundheit sein. Weil 250 normal ist, haben die meisten Leute auch einen solchen Wert, die Statistik allerdings betont, dass 80% der Erwachsene krank sei! Weiter hab ich gelesen, dass ein Cholesterinspiegel keinen Plaque an den Venenwänden hinterlässt und somit nicht Ursache von Artereosklerose und im weiteren Schritt, des Herzinfarktes ist. Es seien Nikotin, Bluthochdruck, Stress …, was die Venen verengen lässt, aber nicht das Cholesterin.
Was sagen denn die Mediziner dazu?

Liebe® taboga,

der Gesamtcholesterinwert sagt erstmal ziemlich wenig aus (was Du sicher auch gelesen hast). Es kommt auf das Verhältnis LDL/HDL-Cholesterin an. Wenn das in Ordnung ist, ist der Gesamtwert (natürlich in gewissen Grenzen) gar net soooo wichtig.

Das meiste Cholesterin wird sowieso vom Körper selbst produziert. Nur ein geringerer Teil wird mit der Nahrung aufgenommen. Es sei denn man isst 5 Eier und ein halbes Pfund Butter - pro Tag :smiley:

Was genau am Anfang dieser ganzen Arteriosklerose-Kette steht, ist immer noch nicht hinreichend bekannt. Wenn es aber mal angefangen hat, dann beschleunigt ein hoher LDL-Cholesterinwert mit Sicherheit diese Entwicklung.

Wenn also bereits ein arteriosklerotischer Prozess im Gange ist, dann ist es durchaus sinnvoll, ein zu hohes Cholesterin medikamentös zu senken, einfach weil das die statistische Lebenswerwartung der Patienten deutlich erhöht.

Es gibt auch ein rein genetisch bedingt erhöhtes Cholesterin, und diese Europäer haben unabhängig von allem anderen ein sehr hohes Risiko, frühzeitig einen Gefässverschluss zu erleiden (Herzinfarkt oder Schlaganfall). Andererseits gibts Völker in Afrika, die laufen von Natur aus mit „astronomischen“ Cholesterinwerten herum und haben trotzdem nur selten Gefässkrankheiten.

Die Menschen fühlten
sich dann mit dem niedrigen Cholesterin matt, schwer, krank
und träge. Cholesterin soll angeblich die Grundlage unserer
Gesundheit sein.

Na das ist aber auch wieder übertrieben. Die meisten Patienten die Cholesterinsenker bekommen, nehmen auch noch Blutdrucksenker, und die Mattigkeit kommt wohl eher vom niedrigen Blutdruck. Aber lieber matt und lebendig, als munter und tot - oder? :wink:

Nein im Ernst, Cholesterin ist nicht die Grundlage der Gesundheit. Es ist einfach nix weiter als einer von zahllosen lebensnotwendigen Stoffen, der aber unter bestimmten Umständen, nämlich an vorgeschädigten Gefässen, ungünstige Wirkungen haben kann.

Welche Werte (milligramm/deziliter, mg/dl) noch akzeptabel sind, darüber streiten sich die Geister allerdings schon seit Hippokrates’ Zeiten. Das liegt auch daran, dass Cholesterin nur einer von ganz vielen Faktoren ist, die bei der Entstehung der Arteriosklerose zusammenwirken, und man bei weitem noch nicht genau weiss wie.

Nichtwissen macht andererseits Angst, und mit Angst kann man wunderbar Geschäfte machen. Eine gewisse Skepsis gegenüber selbsternannten Gesundheitsaposteln in eigener Sache ist also durchaus angebracht!

Trotzdem sollte man cholesterinsenkende Medikamente nicht verteufeln. Richtig eingesetzt können sie helfen, das Leben zu verlängern!

Viele Grüsse,

laborratte

Das meiste Cholesterin wird sowieso vom Körper selbst
produziert. Nur ein geringerer Teil wird mit der Nahrung
aufgenommen. Es sei denn man isst 5 Eier und ein halbes Pfund
Butter - pro Tag :smiley:

Dann ist es ja unsinnig, einen Cholesterindiätplan zu verfolgen (es sei denn, man hat Übergewicht). Irgendwann erkrankt man an den Mangelerscheinungen, wenn man auf gewisse Dinge verzichtet oder nicht in genügender Menge zu sich nimmt. Ohhh, sag JA!
Grüße
Taboga

Hallo Taboga,

Dann ist es ja unsinnig, einen Cholesterindiätplan zu
verfolgen (es sei denn, man hat Übergewicht). Irgendwann
erkrankt man an den Mangelerscheinungen, wenn man auf gewisse
Dinge verzichtet oder nicht in genügender Menge zu sich nimmt.
Ohhh, sag JA!

Äh - JEIN.

Die Welt ist halt leider net so einfach wie die Vertreter der verschiedenen Glaubensrichtungen sich das gerne einreden.

Also erstmal kann man selbst durch rein pflanzliche, also völlig cholesterinfreie Ernährung durchaus Übergewicht bekommen - pflanzliche Fette haben genauso viele Kalorien wie tierische -, aber keinen Cholesterinmangel. Die Eigensynthese wird einfach entsprechend angekurbelt. Cholesterin ist ein Bestandteil aller tierischen Zellen. Wir haben so ungefähr 100-150 g davon im Körper (je nach Grösse und Gewicht).

Der Ausgangsstoff für die Cholesterinsynthese ist ein allgegenwärtiger Stoff an der „Drehscheibe“ praktisch aller Stoffwechselwege, die es überhaupt gibt: Acetyl-CoA. Ein ernährungsbedingter Cholesterinmangel ist also völlig unmöglich! Wir leiden ja auch nicht an einem DNA-Mangel :smiley:

Wer gänzlich auf tierische Nahrung verzichtet, kann sich aber sehr wohl Mangelerscheinungen einhandeln, z.B. an den Aminosäuren Lysin, Arginin und Tryptophan, Vitamin D Vorstufen, Vitamin B12.

Das hat aber nix mit dem Cholesterin zu tun, und ist nur bei rein veganer Ernährungweise überhaupt ein Thema. Wer aus seelischen Gründen vegan leben will, muss diese Stoffe auf Dauer als Nahrungsergänzungsmittel zuführen. Wer einen Joghurt in der Woche isst, ist aber schon nicht mehr dabei!

Zurück zum Cholesterin. Alles vorher Gesagte gilt für den gesunden Menschen mit einem gesunden Fettstoffwechsel. Leider ist das so ab ca. 40 Jahren nicht mehr selbstverständlich. Die Regulation des Fettstoffwechsels, und auch der Cholesterinsynthese, unterliegt vielen indirekten, z.B. hormonellen Einflüssen, die sich in der 2. Lebenshälfte verändern.

Viele ältere Menschen haben auch chronische Entzündungen im Körper. Das fängt mit den Zähnen an und hört beim Rheuma auf. Der Zusammenhang zwischen entzündlichem Geschehen, Prostaglandinen, Cholesterinstoffwechsel, und koronarer Herzkrankheit wird grade erst erforscht.

Cholesterin ist nicht gleich Cholesterin, es kommt auf die Trägersubstanz an (LDL, HDL), und auch auf die Veresterungspartner. Diese Parameter sind keine Lebenskonstante, sondern verändern sich im Lauf der Zeit - bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger.

Für die einen hat eine cholesterinarme Ernährung vielleicht schon allein deshalb einen Sinn, weil sie den Anteil pflanzlicher Nahrungsmittel erhöht und somit einen günstigen Einfluss auf den gestörten Fettstoffwechsel hat (siehe Triglyceride, ein anderer wichtiger Blutfett-Wert), und auch auf ein etwaiges entzündliches Geschehen.

Für die anderen bringt das garnix, im Gegenteil. Die essen am Ende vor lauter Fett-Angst kaum noch irgendwelche Fette, sondern nehmen die Kalorien stattdessen über Kohlenhydrate zu sich. Wenn sie jetzt nicht zum „Fett-Typ“, sondern zum „Zucker-Typ“ gehören, also die Veranlagung eher in Richtung Zuckerstoffwechsel-Veränderungen geht, dann: Hallo, Übergewicht, Diabetes - und KHK! Für diese Gruppe ist eine fettarme Ernährung ungünstig.

Es gibt deshalb einfach keine für alle Menschen gültige Wahrheit. Da draussen ist eine ungeheure genetische Vielfalt unterwegs. Wer irgendwelche in Stein gemeisselte Glaubenssätze verkündet, hat im Ganzen immer unrecht, weil die Biologie nicht so funktioniert.

So gerne wir den „einfachen“ Antworten um den Hals fallen - es gibt sie leider nicht. Die einen schreiben dies, die anderen schreiben das. In all diesen Aussagen steckt beides, sowohl Wahrheit als auch Wunschdenken.

Ein schönes Wochenende wünscht

laborratte

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Dankeschön!
Dir auch schönes Wochenende.
Ach! Ich gehör zu den Leuten, die sich dann mit Kohlehydrate vollstopfen. Au Wei!

tach taboga,

rischtisch, C. als risikofaktor für KHK wurde nie wissenschaftlich bewiesen.
hier die üblichen links für dich:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/mahlzeit/382482/

http://www.rathaus-apotheke-st-leon.de/medizin_info/…

es geht um profit. nicht um millionen, nicht um ein paar millarden, sondern viele viele viele millarden.

Der ernährungswissenschaftliche Mainstream hat das Fett dämonisiert. Allerdings gelang es der Forschung selbst in 50 Jahren und mit Hunderten von Millionen Dollar nicht, zu beweisen, dass eine fettarme Kost dabei hilft, länger zu leben." Zu diesem Fazit war Gary Taubes im März 2001 in Science gekommen, nachdem er ein Jahr recherchiert und über 150 Interviews geführt hatte. Er beschreibt, wie die Fett-Hypothese in den 50er Jahren in den USA entstand und schließlich zum Dogma avancierte.

Die zugrunde liegenden Daten waren von Anfang an zweideutig. Ancel Keys, Biochemiker aus Minnesota und Mitinitiator der amerikanischen Fettphobie, musste schon 1952 zugeben, dass „die direkte Evidenz für einen Effekt der Ernährung auf die menschliche Arteriosklerose sehr klein ist.“ Keys sollte Recht behalten: Eine 1988 vom US-Gesundheitsministerium eingerichtete Kommission, die einen wissenschaftlichen Bericht über die Schädlichkeit des Nahrungsfettes schreiben sollte, musste ihre Arbeit nach elf Jahren ohne Ergebnis einstellen.
Also selbst der Erfinder der Cholesterinhypothese gibt zu, daß alles eine Lüge war und ist.

http://www.optipage.de/fetteluegen.html

Strubbel
$:open_mouth:)