Colitis Ulcerosa

Moin!

Also, ich bin jetzt 27 und bei mir wurde eine Colitis Ulcerosa ferstgestellt. hab auch schon Medis (Cortison) bekommen, es aber wieder abgesetzt, weil es mich psychisch zu sehr belastet hat und auch nicht geholfen hat. Nun steht die nächste Darmspiegelung an um mich neu einzustellen. Gibt es hier jemanden der Erfahrungen mit der Krankheit hat? Hab ich ne Chance auf Familienplanung und so? Denn, wer die Krankheit kennt, weiß, dass man nicht mehr so die Motivation hat und auch nicht die Kraft für, ich sag es jetzt einfach, Sex. Bei mir ist die Colitis ziemlich heftig, mit nachts x-mal aufstehen und so.
Kann mir jemand helfen? Mit 27, als Frau, macht man sich ja dann doch schon Gedanken.

DANKE!

Hallo erstmal,

ich bin selbst 27, w, und habe seit 10 1/2 Jahren CU.

Als die Krankheit einfach plötzlich anfing und ich die Diagnose hatte, war das alles erstmal ein Riesenschock. Dazu ging es mir echt dreckig, war abgemagert, hatte bis zu 50 (!) Durchfälle am Tag und konnte nichts zu essen drinbehalten. Ich will dir jetzt keine Angst machen. Aber ich lebe nun schon seit 10 jahren damit. Mal mehr, mal weniger gut.
Cortison ist für mich bei akuten Schüben unabdingbar (hilft auch immer schnell). Ansonsten bekomme ich Pentasa Sachet.Aber auf die MEdis will ich nicht weiter eingehen, deine Ärzte werden dich schon passend einstellen, auch wenn etwas Zeit vergehen mag. Nicht jeder reagiert gleich.
Um zu deiner eigentliche Frage zu kommen: Ich habe selbst noch keine Kinder. Habe mich damit aber shcon eingehend beschäftigt, da wir eigentlich demnächst „loslegen“ möchten.
Klar, raubt die Krankheit erstmal Kraft, aber wenn du erstmal eingestellt bist, dann wird es dir auch wieder besser gehen und der Spass am Sex kommt automatisch wieder…
Habe mit meinen Ärzten schon besprochen, welche MEdis in einer Shhwangerschaft vertretbar sind. Man sollte natrülich nicht grade während eines akuten Schubes schwanger werden, aber das ansonsten steht (laut meinen Ärzten) einer Schwangerschaft nichts im Wege.

Was ich dir noch sagen möchte: Stress ist bei dieser Krankheit blankes Gift. Höre auf dich und deinen Körper, versuche täglich eine kleine Auszeit zur Entspannung zu nehmen.
Genauso halte es mit dem Essen: Probier aus, was du verträgst und was nicht.
Ansonsten mach dich nicht verrückt. Ich lebe seit 10 Jahren damit und lasse mich von dieser Krankheit nicht kleinkriegen, auch wenn ich hier gerade mit Bauchschmerzen tippe und schon mind. 5 mal heut auf der Toilette war.

Gruß, zuckerschnut

DANKE!
Das ist ja schon mal ne gute Prognose! Kann absolut nachvollziehen wie du dich fühlst. Teilweise hat man das Gefühl man muss sterben.
Versteh auch nicht wie ich zu so einer fiesen Krankheit komme - unfair ist das.

Wünsche euch viel Glück bei der Familienplanung.
10 Jahre ist natürlich echt schon krass. Aber, dass zeigt mir das es ne Zukunft gibt und das man, mehr oder weniger, mit dieser Krankheit leben kann!

DANKE nochmal! :smile:!

Hi
Das A und O bei der Colitis ulcerosa ist neben der Medikation die analytisch fundierte Psychotherapie. Es handelt sich um eine psychosomatische Erkrankung, welche ich selbst mit gutem Erfolg in Langzeittherapie behandelt habe.
Du sollest dich also an einen Kollegen in deiner Nähe, sprich: einen Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie wenden.
Meine Patientinnen waren ebenfalls in den Zwanzigern und die Erkankung war noch nicht so arg chronifiziert. Deswegen ist es so wichtig, r e c h t z e i t i g mit der Psychotherapie zu beginnen. Zu spät begonnene Psychoth. hat eine deutlich schlechtere Prognose. Die bekommen dann die INternisten und Chirurgen zu sehen und manche von den Dösbatteln unter ihnen sagen dann: Psychth. nützt nix bei Colitis. Dabei nützt es sehr wohl, man muss nur früh anfangen!
Gruß,
Branden

Hi,
da knurrt der Hüter der schwarzen Mamba. Ich sehs von der anderen Seite, wieviele Cu und Crohn Patientinnen, also v.a. die Frauen, in die Psychoecke geschoben werden und nicht mehr rauskommen, weil denen der Floh ins Ohr gesetzt wurde, dass das ja nur mit Psychotherapie auszutreiben geht. Folge dessen wird Cortison verteufelt (schlägt nun mal bei manchem auf die Stimmung) und alle anderen Medikamente auch strikt abgelehnt (außer Weihrauch vielleicht). Da haben wir dann richtig was gekonnt, gell? Nix gegen begleitende Psychotherapie, wenn sie nötig ist, viele leiden unter der Krankheit auch psychisch. Aber die Ursache behandelt das nicht.
Zum UP, ist ne blöde Krankheit, die aber mittlerweile schon eine ganze Menge an Behandlungsmöglichkeiten hat, man beginnt auch zu verstehen, was da im Darm abläuft. Befällt anders als M. Crohn nur den Dickdarm, man könnte also theoretisch heilen, indem man kurzerhand den Dickdarm ausbaut. In besonders schweren Fällen tut man das auch. Aber ich schätze mind. 90 % kriegen die Krankheit gut in den Griff.

pp

1 „Gefällt mir“

Hi Kollege

da knurrt der Hüter der schwarzen Mamba. Ich sehs von der
anderen Seite, wieviele Cu und Crohn Patientinnen, also v.a.
die Frauen, in die Psychoecke geschoben werden und nicht mehr
rauskommen, weil denen der Floh ins Ohr gesetzt wurde, dass
das ja nur mit Psychotherapie auszutreiben geht. Folge dessen
wird Cortison verteufelt (schlägt nun mal bei manchem auf die
Stimmung) und alle anderen Medikamente auch strikt abgelehnt
(außer Weihrauch vielleicht).

Da muss der Hüter der schwarzen Mamba eigentlich nicht knurren, weil ich ja die internistisch notwendige Medikation nicht dämonisiere.

Nix gegen begleitende Psychotherapie, wenn sie
nötig ist, viele leiden unter der Krankheit auch psychisch.

Für mich wird andersrum ein Schuh draus: Nix gegen die begleitende sinnvolle Medikation, wenn sie nötig ist.

Aber die Ursache behandelt das nicht.

Aus meiner Sicht eben doch. Zumindest haben wir bei der Colitos ulcerosa einen psychosomatischen Zusammenhang, der meinetwegen somatisch-konstitutionell unterstützt wird. Das ist ja bei fast allen Psychosomatosen so. Die ulcus-ventriculi- oder ulcus-duodeni-Typen haben ja ihre Geschwüre auch nicht nur, weil da irgendein munteres, kürzlich entdecktes Bakterium rumschwirrt. Das ist meistens recht nebensächlich, auch wenn es einen schönen Namen hat und sowohl die Patienten als auch manche Kollegen beeindruckt. :wink:

Aber ich schätze mind. 90 %
kriegen die Krankheit gut in den Griff.

Dazu gehört z.B: eine Patientin, die ich mit etwa 200 analytisch orientierten Sitzungen behandelt habe und die nicht müde wird, mir zu sagen, wie sehr ihr das geholfen habe und welche Erkenntnisse sie aus dieser Behandlung gewonnen habe. Sie hat inzwischen sogar ihr juristisches Staatsexamen bestanden, was früher gar nicht denkbar gewesen wäre, da Stress ihr üble Colitis-Schübe verursacht hatte.
Gruß,
Branden

2 „Gefällt mir“

Hallo Schueppchen

Versteh auch nicht wie ich zu so einer fiesen Krankheit komme

Du wirst das eher verstehen, wenn du dich mit etwas Geduld in eine analytisch orientierte Psychotherapie begibst. Und mit dem Verstehen dann die Heilung erlebst. Siehe oben meine Postings dazu.
Gruß,
Branden

Moin,

die Erfahrungen des Herrn PP und van Branden sind ja auch schon mal hilfreich.
Meine persönliche Erfahrung als Betroffene war, das ich mir sehr gut selbst helfen konnte, in dem ich trotz negativen Lactose-Toleranz-Test konsequent Milch weg lies und Weizen auch, ohne das Zöliakie bestätigt worden war.
Eine Erklärung dafür habe ich nicht.
Desweiteren hilft mir eher gekochtes zu Essen, wenig roh.
Außerdem half mir, nur Wasser zu trinken, nicht andere Lebensmittel als Getränke zu nehmen. (Kein Tee, kein Kaffee, keine Cola u.ä.)
Die Mahlzeiten, die ich esse, selbst zu zubereiten, keine Mix oder Fertigprodukte. So einfach wie möglich, also z.b. eine gute Portion selbst gedünstetes oder gekochtes Gemüse (ich weiß auch da, welche ich vertrage, das liegt eher im Histaminarmen Bereich) und eine Portion Eiweiß, das können z.b. wie heute Abend Kidneybohnen sein, aber keine Linsen. Milde Würzung, z.b. ein gutes Meersalz und ein süßes Chili sowie Knobi mit Ingwer kombiniert können das Essen interessanter machen, ohne es zu stark zu würzen.
Du siehst also, man kann eine Menge ausprobieren.
Was die psychische Seite angeht, habe ich zwar Hilfe gesucht, aber nicht explizit dagegen. Vielleicht hat das ein wenig mitgeholfen, so oft und häufig war es nicht.
Ich möchte Dir einfach Mut machen, die verschiedensten Dinge auszuprobieren. Ich kenne einen Arzt, der selber Cortison braucht und es nach Bedarf nimmt. Klar, das entspricht so ziemlich keiner „Regel“, aber er fährt sehr gut damit und ist unter strenger Kontrolle von Kollegen! Richtig eingesetzt kann ein Medikament wirklich ein Segen sein, versuch selber rauszufinden, was genau hilft, damit Du das kompetent selber entscheiden kannst und mit Deinen Ärzten besprechen kannst.

Außerdem half mir, genau zu untersuchen, was mit meiner Darmflora und evtl Infekten los ist und diese zu behandeln.
Der Arzt, der mir damit geholfen hat, der ist in Hamburg, nimmt sich leider demnächst eine Auszeit…

Gruß
Kathy

Weihrauch und Wodka
Hallö

Da muss der Hüter der schwarzen Mamba eigentlich nicht
knurren, weil ich ja die internistisch notwendige Medikation
nicht dämonisiere.

Dat must Du nicht machen, auf die Idee kommen die Mädels dann ganz von alleine. Dann beginnt die Wanderschaft durch diverse Heilpraktiker und Himmelpatenläden, Esoterikzirkel und so weiter.

ulcus-ventriculi- oder ulcus-duodeni-Typen haben ja ihre
Geschwüre auch nicht nur, weil da irgendein munteres, kürzlich
entdecktes Bakterium rumschwirrt. Das ist meistens recht
nebensächlich, auch wenn es einen schönen Namen hat und sowohl
die Patienten als auch manche Kollegen beeindruckt. :wink:

Als die Wirkung des Namens nachließ, wurde es ja auch extra umgetauft. Aber das mit den Ulkustypen nach Monsieur v. Weizsäcker ist schon ne Spur überholt. Warum geht das Ulkus nach ner Eradikation ohne Psychotherapie weg ohne wiederzukommen (im Gegensatz zu früher - Billroth wird praktisch nicht mehr gemacht)? Warum sind die Russen so therapiebedürftig, dass deren Helicobacter Inzidenz weit über unserer liegt? Und auch überproportional mit Blutung einschwirren? Enthält Wodka HP oder unterhält er Psychosomatosen?

Dazu gehört z.B: eine Patientin, die ich mit etwa 200
analytisch orientierten Sitzungen behandelt habe und die nicht
müde wird, mir zu sagen, wie sehr ihr das geholfen habe und
welche Erkenntnisse sie aus dieser Behandlung gewonnen habe.
Sie hat inzwischen sogar ihr juristisches Staatsexamen
bestanden, was früher gar nicht denkbar gewesen wäre, da
Stress ihr üble Colitis-Schübe verursacht hatte.

Dann ist das doch schön. Warum soll Deine Medizin nicht Erfolge haben, da wär ich ja ziemlich von gestern. Wenn die Lady einer psychotherapeutischen Intervention bedarf schließt das nicht aus, dass sie im Sinne von Läusen und Flöhen auch eine CED hat, die wiederum auf ihr psychisches Grundproblem wenig begeistert reagiert. Mir gehts nur darum, die CED-Patienten aus dieser -immer noch stigmatisierenden- Psychosomatosenecke zu holen bzw. nicht dort reinzuschieben, die wird vielen, den meisten eben nicht gerecht.

pp

hi,
das erscheint mir n ganz wichtiger Punkt. Krankheiten wie sie im Lehrbuch stehen sind nur Verallgemeinerungen und allenfalls eine Annäherung an den individuellen Fall.
Bei chron. Krankheiten ist das was Du praktizierst ganz entscheidend. Herausfinden, was mir selbst gut tut. Viele Menschen fragen mich, was soll ich nun essen, wie soll ich mich verhalten etc. Die Antwort, finden Sie es selbst heraus, weil es keine starre Regel gibt. Natürlich ist die Gratwanderung zwischen ich mach was ich will (zB Flucht in die Esoterik und verwandte Gebiete), egal was der Doktor sagt und blindem Vertrauen in letzteren manchmal schwieriger als man vermuten könnte.
Daher auch mein persönliches Statement zum sonst so geschätzten Mr. vBr: Chron. entzündl Darmerkrankungen sind keine psychosomatisch verursachten Krankheiten. Sie sind jedoch in der Lage, erhebliche psychische Belastungen hervorzurufen (die chronifizieren können) wie auch psych. „Streß“ die Krankheit beeinflussen kann. Daher ist sein Vorschlag für Pat. mit entsprechenden Konstellationen richtig,jedoch nicht verallgemeinerungsfähig. Nicht jede® bedarf dieser Therapie.

pp

Cortison und Whisky :wink:
Hallo nochmal, Kollege p.

Warum sind die Russen so
therapiebedürftig, dass deren Helicobacter Inzidenz weit über
unserer liegt? Und auch überproportional mit Blutung
einschwirren? Enthält Wodka HP oder unterhält er
Psychosomatosen?

Du kannst Fragen aufwerfen… :wink:
Nun, vieles wissen wir beide (noch) nicht und auch unsere Enkel werden es vermutlich noch nicht klar strukturieren können, was die Soma-Psyche-Einheit a alles so undercover veranstaltet… Aber das soll uns beide nicht müde werden lassen in unserem täglichen Engagement :wink:.
Ich bin ja auch kein Anbeter der Psychosomatik - primär verstehe ich ich erstmal als Arzt; war ja lange genug Hausarzt und Praktiker, bevor ich mich tiefer in die Gefilde der psychosomatischen Medizin verstrickt habe.

Mir gehts nur darum, die
CED-Patienten aus dieser -immer noch stigmatisierenden-
Psychosomatosenecke zu holen

Das Probem fängt aber schon spätestens da an, d a s s die Psychosomatosen überhaupt noch stigmatisiert werden. Da hat man manchmal den Eindruck, an d i e s e r Stekle treten wir noch wie vor hundert Jahren.
Es grüßt dich
BRanden

1 „Gefällt mir“

Oide Schnapsdrossel! owt -)
mamba