Eine gute Bekannte kommt mit dieser Diagnose vom Arzt.
Seine Aussage: ‚kommen sie im Dezember noch mal wieder‘ und, ‚wenn bis dahin sich etwas verändern sollte, dann kommen sie natürlich etwas früher.‘
Finde ich seltsam, diese Aussage??
Soll die ‚Gute‘ auf ihren Schlaganfall nur warten??
Das kann es wohl nicht sein, oder ???
Ich denke, als medizinischer Laie,:
die Verkalkung müsste mithilfe eines Medikamentes aufgelöst werden
oder
es muß geprüft werden, ob sie operiert werden kann/muß.
Meine Fragen an euch:
welches Medikament wird in solchen Fällen eingesetzt?
oder
wenn die OP unumgänglich ist;
dann
welche Kliniken haben mit dieser Art OP Erfahrung?
Wir sind im Aschaffenburger Raum wohnhaft. Also kommt auch eine Klinik im Rhein-Main-Gebiet oder im Därmstädter Gebiet in Frage.
die von dir beschriebene beidseitige Carotisstenose ist durchaus nicht so einfach zu behandeln, wie du dir das vielleicht vorstellst:
Zu der medikamentösen Behandlung:
Ein medikament das Plagues auflöst gibt es noch nicht( wäre der absolute Renner^^). Alles was man Konservativ mit Medikamenten machen kann, ist eine Senkung der Risikofaktoren wie dem Blutdruck/Diabetes einstellen/ Hypercholesterinämie/etc. Das verlangsamt aber allenfalls ein Vorranschreiten des Prozesses, kann ihn jedoch nicht Umkehren.
Zur invasiven Behandlung:
Die Carotischirurgie soll in der Regel präventiv durchgeführt werden, also im optimalfall wenn zumindestens eine Carotis noch frei ist und noch keine Komplikation eingetreten ist. Das Problem an der Chirurgie in fortgeschrittenen Stadien ist in erster linie die hohe gefahr der Emboliverschleppung ins Gehirn(intraoperativer Schlaganfall) und in zweiter Linie besteht ein Problem dadrin, dass man sowohl bei der TEA als auch bei der Eversionstherapie mittelzeitig eine der Halsschlagadern abklemmen muss, was wenn die andere Carotis auch verengt ist logischerweise dem Patienten nicht besonders gut bekommt.
In abhängigkeit vom Alter wird wahrscheinlich eine elektive Op zum Winter empfohlen werden, nichts desto trotz mußt du dir im klaren sein, dass diese OP in der Konstellation ein relativ hohes Risiko mit sich bringt. Es gibt zwar intraoperative Maßnahmen um da in gewissen Maßen gegensteuern zu können, allerdings bleibt das Risiko relativ hoch.
Wenn sich deine Angehörige zu einem solchen Eingriff entschließt, sollte sie das in jedemfalle in einem Zentrum dafür machen lassen, zumindestens in einer Größeren Klinik mit eigener Gefäßchirurgie, da die mit den auftretenden Komplikationen besser umgehen können.
Ansonsten bleibt nur der Rat sich gut zu überlegen ob sich das OP risiko lohnt: beim jungen gesunden Patienten mit einseitiger Carotisstenose würde ich immer zur OP raten, aber bei dem von Dir beschriebenen Risikoprofil ist sie ein hohes Risiko.Die wenigstens Carotisstenosen werden direkt über einen Schlaganfall symptomatisch, sondern zeigen sich zunächst durch kurzfristige neurologische Ausfälle. Wenn sowas auftritt kann man in aller Regel immernoch operieren.
Hi,
wenn beide tatsächlich zu sind, also vollständig verschlossen, dann muss sie eine gute Umgehung ausgebildet haben, wohl über die Wirbelsäulenarterien (A. vertebralis).Dann würde ich auch nichts tun. Sind es hochgradige Stenosen beidseits, müßte manin der Tat über eine Intervention nachdenken (Stenteinlage oder Bypass[gibts das da oben? Bin selbst grad irritiert]) oder Operative Eröffung der Arterie.
Schon mal Schlaganfall oder Vorboten davon gehabt?
Stents und Bypässe hat man mal probiert, jedoch ist der Trend relativ schnell wieder verlassen worden:
Stent hält da ausgesprochen bescheiden, soll heißen du musst die Leute laufend revidieren.
Bypass kannste meistens nicht anbringen, weil der verschluß gerne mal bis in die Schädelbasis reicht, wo du schwierigkeiten hast ein Interponat anzuschließen.
Bleiben in der Regel nur konventionelle Thrombendarteriektomie(TEA) wo man aber an der Schnittfläche gerne mal eine Restenose hast= man näht nen Patch auf mit dem Risiko der Nahtinsuffizienz.
Alternativ arbeiten viele Kliniken heute bevorzugt mit der Eversionsthromektomie, wo du die komplette carotis interna abklemmst und durchtrennst um dann das gefäß „auf links“ zu drehen, so dass in der Mitte der PLague rausbricht. Nachteil von dem Verfahren ist dass du ne Rückseitennaht machen mußt, die aufgrund einer nicht übermäßig großen Mobilität der Arterie gerne mal nicht sooooo viel taugt.
und nen kompletter verschluß von beidem ist mit zumindestens noch nicht untergekommen.
Meistens kommen spätestens bei einer gesamtrestfläche von unter 25% die ersten TIAs und PRINDs, und wenn die dann halt kommen mußte was machen sonst ist dir der Apoplex sicher.
Totalstenose kenn ich auch nicht
Hi,
aber das mit den Stents ist schon ein etabliertes Verfahren, unsre Angiologen haben die mit gutem Erfolg fleißig reingebastelt, die Datenlage dazu ist soweit erinnerlich weiterhin unentschieden, was ich als Internist so deute, dass im Zweifel (nicht immer!) das weniger invasive Verfahren zur Anwendung kommen sollte.
Wie in der Diagnostik. Da krieg ich die Krise, was an Abdomen-CT gefahren wird, wo ein vernünftiger Ultraschall die gleiche, oft die bessere Aussage hat. Aber Hauptsache großes Gerät und Strahlung verbraten. Kontrasteinläufe, um Sigmadivertikulitis festzustellen. Einmal dem Patienten den Schallkopf in die Hand gegeben und fertig wär der Lack… Aber das ist bissl off topic…
Jedenfalls bei ner wirklichen Totalstenose würd ich nur zugucken und ASS geben. Wird aber keine sein, da haste Recht.