Rot-grün Sehschwäche

Warum dürfen Menschen mit einer rot-grün Sehschwäche trotzdem einen Führerschein erwerben?

Weil ich noch nie gesehen habe, dass bei deutschen Ampeln das „Grün“ ganz oben, „Rot“ in der Mitte und „Gelb“ unten ist.

Servus,

abgesehen von der Reihenfolge der Farben ließen Rot und Grün an der Ampel sich (nach Aussage eines befreundeten Daltonisten) auch ziemlich leicht anhand der Lichtstärke unterscheiden - solange, bis es vielerorts üblich wurde, das rote Licht stärker zu beleuchten als die anderen: Dann erst sieht es ungefähr gleich aus wie das grüne…

Schöne Grüße

MM

Hallo Lala,

als Betroffener kann ich nur meine Erfahrung mitteilen, ich bin kein Optiker/Augenarzt.

Die Ampelsignale erkenne ich sehr wohl. Schwierig könnte es sein, wenn ich direkt gegen die Sonne sehen muss, dann haben aber auch andere Menschen Probleme.

Meine Sehschwäche wurde erst bei der Musterung erkannt, offensichtlich hatte ich im praktischen Leben keine richtigen Probleme.

Bei schlechten Lichtverhältnissen kann ich Rot-Grün-Braun-Töne nur sehr schwer unterscheiden, ebenso sind feine Linie, Punkte ein Problem, es muss schon eine etwas größere Fläche sein.

Nach allem was ich weiss, bekomme ich aufgrund der Sehschwäche keinen Lkw-FS, Personenbeförderungsschein, alles was mit beruflicher Nutzung zu tun hat, ebenso keinen Segel- oder Pilotenschein.

Ob das der ganz aktuelle Stand ist, habe ich jetzt nicht recherchiert, mir genügt es, dass ich meinen PKW fahren darf.

Aus genau diesem Grund sind sehr genaue Vorschriften erlassen worden, die die spektrale Durchlässigkeit von Filterfolien, die Aussendung des Lichtes regeln.

Anfang/Mitte der siebziger Jahre bin ich bei einem Schulkollegen mitgefahren, das Auto hatte eine grüne Blendschutzfolie. Durch diese Folie konnte ich tatsächlich eine rote Ampel nicht erkennen. Ob´s eine zugelassene Folie war, kann ich nicht mehr feststellen.

Bei Werbeleuten ist Rot auf blauen/violetten Hintergrund sehr beliebt, für mich ein Wegschmeißkriterium, ist nur gegen Bezahlung lesbar.

Braune Kreide auf grüner Tafel, ja die klassische Tafel stirbt aus, ist unlesbar.

Weitere Fragen? Gerne.

Groß Volker, der gerade trotz mehrer Ampelanlagen unfallfrei nach Haus gekommen ist

Hallo Volker,

als ich vor drei Monaten meinen Bootsschein gemacht habe, wurde ich auch auf alle möglichen Sehschwächen untersucht. Die Ärztin hielt mir da zwei Bücher vor und ich musste dort Zahlen nennen, die ich gesehen habe. Für mich war das alles kein Problem.

Könntest du mir (rein zur Aufklärung) mal bitte beschreiben, wie du siehst? Für mich war das Gras immer grün, die Kirschen immer Rot und das Meer immer blau. War das bei dir irgendwie anders?

ein Beispiel
Hi LLord,

ein Beispiel findest Du hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rot-Gr%C3%BCn-Sehschw%C…

irgendwann fand ich im Netz einmal eine Seite, die die Unterschiede zwischen „normal“ und „rotgrün-blind“ sehr anschaulich dargestellt hat. Leider versteckt sich diese Seite derzeit vor meiner Suche.

google mal ein wenig - ist eine interessante Gegenüberstellung gewesen!

LG Ulli

Könntest du mir (rein zur Aufklärung) mal bitte beschreiben,
wie du siehst? Für mich war das Gras immer grün, die Kirschen
immer Rot und das Meer immer blau. War das bei dir irgendwie
anders?

Ist die Frage ernstgemeint?

Du wirst niemals herausfinden, wie ein anderer die Farben wirklich sieht, DASS überhaupt ein Mensch mit Farbensehschwäche etwas anders sieht, merkt man nur an solchen besonderen Beispielen wie Testtafeln.

Selbst wenn ein Mensch z.B. grün überhaupt garnicht sehen kann, wird er gewisse Objekte als grün benennen. Nur beim Unterscheiden wirds halt für solche Leute schwierig.

Mal ein Gedankenexperiment zum Thema: stell dir vor, in deinem Gehirn würde die Farbe Rot eigentlich als „blau“ dargestellt, aber da du gelernt hast, dass alles, was so aussieht „rot“ heißt, siehst du es eben wie die anderen auch als rot. Für einen Farbenblinden heißt es auch rot, auch wenn es vielleicht eher aus matschigen gelb-grautönen besteht. Er kann also nicht beschreiben, wie etwas für ihn aussieht, nur, wenn er dinge eben nicht unterscheiden kann, fällt es auf.

Grüße

Laralinda

Hallo LLOrd,

als ich vor drei Monaten meinen Bootsschein gemacht habe,

Na, da kann ich ja noch gratulieren.

Könntest du mir (rein zur Aufklärung) mal bitte beschreiben,
wie du siehst? Für mich war das Gras immer grün, die Kirschen
immer Rot und das Meer immer blau. War das bei dir irgendwie
anders?

Bei normalem Licht sehe ich auch die Farben, schwierig wird es in der Dämmerung also bei wenig Licht.

Der Link von Ayla zeigt das Problem recht gut.

@Laralinda

Die Frage ist ernst gemeint, wenn ich auf meine Sehschwäche hinweise, werde ich genau dies oft gefragt. Dass man letztlich nicht beschreiben kann „wie“ ich etwas empfinde ist eine ganz andere Diskussion.

LG Volker

Hi,

Könntest du mir (rein zur Aufklärung) mal bitte beschreiben,
wie du siehst? Für mich war das Gras immer grün, die Kirschen
immer Rot und das Meer immer blau.

wenn du ihn das schon fragst, dann erkläre uns doch bitte mal wie DU siehst, dass Gras grün ist und Kirschen rot? :wink:
Gar nicht so einfach :smile:

VG
J~

Warum dürfen Menschen mit einer rot-grün Sehschwäche trotzdem:einen Führerschein erwerben?

Hallo,

was soll denn dagegen sprechen, den Führerschein zu erwerben?
Dann wären fast 10 von 100 Männern und 1 von 100 Frauen betroffen. Die meisten haben eine GrünSchwäche (Deuteranomalie). Die wenigsten sind GrünBlind (Deuteranopie), RotSchwach (Protanomalie), Rotblind oder rot-grün kombiniert.

Die „farbschwachen“ Herren in unserer Familie hatten nie Probleme im Straßenverkehr, wohl aber einige „farbtüchtige“ junge, überschwängliche Fahrer und auch ein 85-jähriger mit abnehmender Reaktionsschnelligkeit.

Man denke auch an all die farbtüchtigen Kurzsichtigen, die mal ohne Brille am Steuer sitzen und auf 50 Meter keine Katze mehr erkennen…

Folgende Farbbeispiele sind recht eindrucksvoll:
http://www.fotos.docoer-dig.de/Farbmodelle.htm#Norma…
http://www.galerieo.ch/ost/cl/chromagen/farben1.html

Gruß, Renate

wenn du ihn das schon fragst, dann erkläre uns doch bitte mal
wie DU siehst, dass Gras grün ist und Kirschen rot? :wink:
Gar nicht so einfach :smile:

Also soweit ich weiß, haben mir meine Eltern die Farben „beigebracht“, genauso wie das Sprechen. Also Quasi: das ist das Gras, es ist grün. Das ist ein Tannenbaum, er ist auch grün. Zum Schluss wusste ich, dass man die Farben zwischen der Wellenlänge von 520 und 570nm grün heißen.

Ich behaupte jetzt auch einfach, dass ich heute weniger Farben sehe, als dass ich heute in meinem Kopf zu jedem Gegenstand eine Farbe abgespeichert habe. Vor einiger Zeit gab es ja so einen Test, bei dem Farb-Namen in verschiedenen Farben auf einem Blatt standen. Aufgabe war, die Farbe der Schrift zu nennen. Auch ich habe den Test gemacht und ich fand die Aufgabe schwer, denn ich wollte stets das Geschriebene vorlesen.

Hi,

Also soweit ich weiß, haben mir meine Eltern die Farben
„beigebracht“, genauso wie das Sprechen. Also Quasi: das ist
das Gras, es ist grün. Das ist ein Tannenbaum, er ist auch
grün.

das ist aber nicht das, was ich meinte :wink:
Was du beschreibst ist BENENNUNG der Farbe, nicht das was du siehst :wink:
Ich will dich nicht ärgern, ich will nur auf den Unterschied hinaus so wie ich vermute, dass „Farbkranke“ die Welt sehen.

Stell dir vor du hättest eine Farbschwäche und Tannen wären für dich das, was du ohne Krankheit (also so wie jetzt) rot nennen würdest. Aber du bist noch Kind und hast noch keinen Namen für die Farbe. Nun kommen deine Eltern, zeigen auf die rote Tanne und nennen es grün. Alles was du nun rot siehst nennst du grün. Zum Beispiel die untere Lampe bei der Ampel.

Das wäre auch kein Problem in deinem Leben bis dich hier im Forum jemand fragt wie du die Welt siehst. Würde ich dich Fragen welche Farbe du im Wald hauptsächlich siehst würdest du grün sagen… aber totzdem was anderes sehen als ich :smile:

Aufgabe war, die Farbe der Schrift zu
nennen. Auch ich habe den Test gemacht und ich fand die
Aufgabe schwer, denn ich wollte stets das Geschriebene
vorlesen.

Das ist aber IMHO was anderes weil das Gehirn (aller?) den Text leichter verarbeitet als die Farbe:

http://www.optischetaeuschungen-online.de/optischet%…

VG
J~

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Moin James,

mir ist leider vorhin FF abgestürzt, deshalb hier die selbst erlebte Geschichte.

Ich hatte eine Cordhose, die bequem war, d.h. ich habe sie gerne getragen, sie war braun.

Irgendwann sagte mir eine Kollegin „Volker, das Grün finde ich super, ich mag Grün!“. Danach hatte ich eine grüne Hose, ohne umzufärben!

Auch wenn ich nichts an Informationen gefunden habe, habe ich den Eindruck, dass sich mein Farbsehen in Richtung „normal“ verbessert hat seitdem ich mit Farbmonitoren arbeite. Es kann Einbildung sein ?

Gruß Volker

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Hi,

hab auch Grünschwäche!

Könntest du mir (rein zur Aufklärung) mal bitte beschreiben,
wie du siehst? Für mich war das Gras immer grün, die Kirschen
immer Rot und das Meer immer blau. War das bei dir irgendwie
anders?

Bei mir ist das Gras schwarz, Kirschen sind violett und das Merr ist gelb!!!

Aber:

Könntest du mir (rein zur Aufklärung) mal bitte beschreiben,
wie du siehst? Für mich war das Gras immer grün, die Kirschen
immer Rot und das Meer immer blau. War das bei dir irgendwie
anders?

Ich müsste in der Grundschule mal was ausmalen. In rot! Es waren relativ schlechte Lichtverhältnisse, so dass mir erst viel zu spät aufgefallen ist das ich ein braun Ton verwende!

Ein anderes Mal hab ich gesagt wer kauft sich so ein neogrünes Auto. Darauf sagte ein Freund: Das ist gelb.!

Sonst erkennt man die Farben normal…bei mir jedenfalls

Stell dir vor du hättest eine Farbschwäche und Tannen wären
für dich das, was du ohne Krankheit (also so wie jetzt) rot
nennen würdest. Aber du bist noch Kind und hast noch keinen
Namen für die Farbe. Nun kommen deine Eltern, zeigen auf die
rote Tanne und nennen es grün. Alles was du nun rot siehst
nennst du grün. Zum Beispiel die untere Lampe bei der Ampel.

Ein ähnliches Problem hat einer meiner Schulfreunde. Er wusste aber relativ früh von seinem Problem. Habe mit ihm zwar schon lange nicht mehr gesprochen, doch er meinte, dass seine Eltern ihm die Farben nicht oder falsch beigebracht hätten. Während des Unterrichtes hat er oft Fehler gemacht, wenn er sich nicht richtig konzentriert hat.

Aber mir schien das ganze dann doch wirklich ein psychisches Problem zu sein, zuletzt habe ich ihn vor rund 8 Jahren gesehen, damals hatte er schon eine PPL-C Lizenz.