Hallo,
meine Nachbarin ist 76 Jahre alt und geistig total fit. Sie
lebt allein im eigenen Haus.
Sie hat nur das Problem, dass sie ständig fällt;
Gut, ich kenne die Dame natürlich nicht. Aber häufig täuscht die angenommene geistige Fitness, weil die ältere Dame sich ein Auftreten angeeignet hat, das ihre Durchsetzungsfähigkeit demonstrieren soll und allen zeigen soll: ich bin nicht auf fremde Hilfe angewiesen.
Ich kenne mehrere solcher Damen (aus Verwandt-, Bekannt- und Nachbarschaft).
Was ein alleinstehender älterer Mensch, der zum Fallen neigt, unbedingt haben sollte, ist ein sog. Hausnotruf. Den gibt es bei Organisationen, wei Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser, usw. Die mobile Notfalltaste sollte stets am Körper getragen werden (z. B. Hosentasche, Handgelenk) Wie oft kommt es vor, dass die Leute so fallen, dass sie nicht mehr aufstehen können und so ewig lange liegen müssen, bis sie gehört oder durch aufmerksame Menschen gefunden werden???!!!
So etwas steht dann nicht in der Zeitung!
Eine Verwandte fiel im Keller von der untersten Treppe: Oberschenkelhalsbruch, der Nachbar hörte sie irgendwann.
Die Mutter einer Freundin kippte um und stürzte in die leere Badewanne und musste warten, bis man sie so fand… also für einen Hausnotruf sorgen!
Betreute Wohnen, sie will auch niemanden bei sich wohnen
lassen oder um sich haben, der sich um sie kümmert.
Kann man in irgendeiner Form eine Betreuung der Dame
„erzwingen“? Sie schadet sich ja nur selbst;
Glücklicherweise erzwingen wir heutzutage so gut, wie nichts mehr - die persönliche Freiheit, selbst zu entscheiden wird sehr ernst genommen.
Ich habe in Kenntnis vieler Problemfälle festgestellt, dass viele ältere Menschen einfach erst einmal Angst haben. Angst vor Fremdentscheidungen, Angst vor der Technik (z. B. Hausnotruf, Treppenlift), Angst vor dem Unbekannten, Angst vor Veränderung, was verständlich ist.
Die meisten informieren sich nicht im voraus, sie ignorieren das Thema. Doch wenn sich Probleme häufen, hilft es Angst zu vermeiden, wenn man informiert ist. So sollten sich z. B. Angehörige über diverse Hilfsmöglichkeiten informieren und darüber mit dem betreffenden Menschen sprechen.
So betrachtete eine alte Dame ihren Hausnotruf wie einen bösen Geist, den man ihr ins Zimmer gestellt hatte und ignorierte ihn völlig, weil sie das Prinzip nicht verstand, - bis er vor ihren Augen und Ohren benutzt wurde, ab da trug sie den Knopf auch bei sich.
Wenn jemand ständig fällt, dann muss die Ursache dafür herausgefunden werden. Das wird nicht unbedingt mit gemacht, wenn notfallmäßig eine Platzwunde versorgt wird. Das muss über den Hausarzt extra angeleiert werden.
Viele haben mit Schwindel zu tun.
Manche haben auch kein sicheres Körpergefühl mehr, weil sie zu wenig laufen, schwimmen, kein Haustier haben oder sich auch sonst nicht bewegen, man wird „tapsig“.
Ich kenne alte Damen vom Land, die haben in ihrem Leben und in der Schule nie Sport gehabt! Gymnastische Übungen: nein - schäm, lach, mach ich doch nicht!
Dagegen kann man zu jeder Zeit etwas tun - wenn der jenige geistig fit ist, weil er selber wollen muss!!!
Zwingen war noch nie gut! Doch mit Geduld und Erklären kann jemanden manchmal überzeugen, weil die Angst vor dem Unbekannten das Problem sein kann.
Aus meiner Erfahrung:
Die meisten, der Personen, die immer wieder umgekippt sind, waren chronisch dehydriert!!!
Begleitet von Schwindel, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckschwankungen, Konzentrationsstörungen, allgemeine Schwäche, Infekte der ableitenden Harnwege, uvm.
Die „Notärzte“ haben das in unseren Fällen (Schwiegereltern, Großtante) nie herausgefunden. Die Diagnosen wurden entweder bei Klinikeinweisungen gestellt und einmal nach tagelanger Diagnostik (24-Std.-EKG, Urinabgeben war nie möglich! es war nichts da) beim Hausarzt.
Sprich mal mit der Dame, frag was und wieviel sie täglich trinkt.
Gruß, Renate