Betreuung von kranker Person

Hallo,

meine Nachbarin ist 76 Jahre alt und geistig total fit. Sie lebt allein im eigenen Haus.

Sie hat nur das Problem, dass sie ständig fällt; heute mit dem Ergebnis einer großen Platzwunde, vor 8 Wochen mit dem Ergebnis eines Knochenbruches. Die Dame möchte nicht ins Betreute Wohnen, sie will auch niemanden bei sich wohnen lassen oder um sich haben, der sich um sie kümmert.

Kann man in irgendeiner Form eine Betreuung der Dame „erzwingen“? Sie schadet sich ja nur selbst; die Gesellschaft hat die Kosten für Krankenwagen, Notarzt und Krankenhausaufenthalt zu tragen.

Vielen Dank für die Hilfe!

Hi,

meine Nachbarin ist 76 Jahre alt und geistig total fit. Sie
lebt allein im eigenen Haus.

und hier ist schon mal das erste Problem: sie ist geistig fit und wird vermutlich nicht an einer dementiellen Erkrankung leiden. Würde sie es tun, wäre die gesetzliche Betreuung recht rasch durchzubringen.

Sie hat nur das Problem, dass sie ständig fällt; heute mit dem
Ergebnis einer großen Platzwunde, vor 8 Wochen mit dem
Ergebnis eines Knochenbruches. Die Dame möchte nicht ins
Betreute Wohnen, sie will auch niemanden bei sich wohnen
lassen oder um sich haben, der sich um sie kümmert.

Das ist ihr gutes Recht. Selbst wenn sie verwahrlost in der Wohnung leben würde und auch 100x der Krankenwagen kommen muss, hat sie das Recht dort zu leben so sie möchte.
Jeder hat das Recht auf die eigene Verwahrlosung, da kann man nichts machen.

Kann man in irgendeiner Form eine Betreuung der Dame
„erzwingen“? Sie schadet sich ja nur selbst; die Gesellschaft
hat die Kosten für Krankenwagen, Notarzt und
Krankenhausaufenthalt zu tragen.

Nein, erzwingen kann man da garnichts (überleg mal welcher Mißbrauch da betrieben werden würde, wenn man es erzwingen könnte). Erst wenn sie eine Gefahr für sich selber und andere darstellst (Eigen- und Fremdgefährdung) könnte man eine Betreuung anleiern. Der Sachverhalt der Eigengefährdung ist bei nicht-demenzerkrankten Menschen leider sehr schwierig, da muss dann schon mehr sein, als das was du da beschreibst.
Nicht jeder, der sich Hals und Bein bricht kriegt automatisch eine Betreuung, da müssen erst schwerwiegendere Gründe vorliegen. Das Ganze muss dann vom Amtsgericht überprüft werden, bevor eine Betreuung eingerichtet werden kann.

Was die Belastung „für die Gesellschaft“ angeht: diese Dame hat vermutlich Zeit ihres Lebens genug in die Kranken- und Pflegeversicherung eingezahlt, als du und ich zusammen. Daher kann von einer finanziellen Belastung „für die Gesellschaft“ garkeine Rede sein.

Gruss levi

sie kann sich ja einen Notruf über eine Sozialstation einrichten lassen. Sie trägt ihn als Armband oder als Halskette, braucht sie Hilfe, drückt sie den Knopf und es kommt eine Betreuungsperson vorbei, wenn nötig. Vorher wird bei ihr über den Lautsprecher nachgefragt, was los ist, meldet sie sich nicht, kommt sofort jemand vorbei.So wäre wenigstens sichergestellt, daß sie nicht Stunden hilflos irgendwo im Haus liegt.

Hi levi, dem ist nichts mehr hinzuzfügen u. für diese klare Aussage gibt´s ´nen St…
MfG ramses90

Hallo

hat die Dame denn keine Verwandten, welche ab und an nach ihr schauen? Aber da sie geistig wohl noch sehr fir ist, kann man in dem Punkt nichts machen.

Was viele machen (arbeite in einem Altenheim (Nebenjob)) ist das sie erstmal zur Kurzzeitpflege geht! Also, 3 Wochen „Urlaub“ in einem Heim mit anderen „fiten“ z.B Betreuungsgruppen, welche noch eigenständig kochen, putzen, bügeln, sich um den Garten kümmern und evtl. noch Haustiere haben.
Es ist bei vielen älteren Menschen einfach das Schamgefühl und das Gefühl alles selbst zu können noch sehr groß, was ja auch verständlich ist, denn sie sind ja keine kleinen Kinder mehr, sondern haben sehr, sehr viel Lebenserfahrung…

Oft klappt dieses Modell des Eingewöhnens und nach meinem Stand hat jeder über …äh… Alter weiß ich nicht mehr…(müsste man sich bei der Krankenkasse erkundigen)… 4 Wochen im Jahr Anspruch auf Kurzzeitpflege, welche von den Krankenkassen getragen wird…

Hoffe ich konnte etwas helfen

Viele Grüße
Hoppo

Hallo,

meine Nachbarin ist 76 Jahre alt und geistig total fit. Sie
lebt allein im eigenen Haus.

Sie hat nur das Problem, dass sie ständig fällt;

Gut, ich kenne die Dame natürlich nicht. Aber häufig täuscht die angenommene geistige Fitness, weil die ältere Dame sich ein Auftreten angeeignet hat, das ihre Durchsetzungsfähigkeit demonstrieren soll und allen zeigen soll: ich bin nicht auf fremde Hilfe angewiesen.
Ich kenne mehrere solcher Damen (aus Verwandt-, Bekannt- und Nachbarschaft).

Was ein alleinstehender älterer Mensch, der zum Fallen neigt, unbedingt haben sollte, ist ein sog. Hausnotruf. Den gibt es bei Organisationen, wei Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser, usw. Die mobile Notfalltaste sollte stets am Körper getragen werden (z. B. Hosentasche, Handgelenk) Wie oft kommt es vor, dass die Leute so fallen, dass sie nicht mehr aufstehen können und so ewig lange liegen müssen, bis sie gehört oder durch aufmerksame Menschen gefunden werden???!!!
So etwas steht dann nicht in der Zeitung!

Eine Verwandte fiel im Keller von der untersten Treppe: Oberschenkelhalsbruch, der Nachbar hörte sie irgendwann.
Die Mutter einer Freundin kippte um und stürzte in die leere Badewanne und musste warten, bis man sie so fand… also für einen Hausnotruf sorgen!

Betreute Wohnen, sie will auch niemanden bei sich wohnen
lassen oder um sich haben, der sich um sie kümmert.

Kann man in irgendeiner Form eine Betreuung der Dame
„erzwingen“? Sie schadet sich ja nur selbst;

Glücklicherweise erzwingen wir heutzutage so gut, wie nichts mehr - die persönliche Freiheit, selbst zu entscheiden wird sehr ernst genommen.

Ich habe in Kenntnis vieler Problemfälle festgestellt, dass viele ältere Menschen einfach erst einmal Angst haben. Angst vor Fremdentscheidungen, Angst vor der Technik (z. B. Hausnotruf, Treppenlift), Angst vor dem Unbekannten, Angst vor Veränderung, was verständlich ist.

Die meisten informieren sich nicht im voraus, sie ignorieren das Thema. Doch wenn sich Probleme häufen, hilft es Angst zu vermeiden, wenn man informiert ist. So sollten sich z. B. Angehörige über diverse Hilfsmöglichkeiten informieren und darüber mit dem betreffenden Menschen sprechen.

So betrachtete eine alte Dame ihren Hausnotruf wie einen bösen Geist, den man ihr ins Zimmer gestellt hatte und ignorierte ihn völlig, weil sie das Prinzip nicht verstand, - bis er vor ihren Augen und Ohren benutzt wurde, ab da trug sie den Knopf auch bei sich.

Wenn jemand ständig fällt, dann muss die Ursache dafür herausgefunden werden. Das wird nicht unbedingt mit gemacht, wenn notfallmäßig eine Platzwunde versorgt wird. Das muss über den Hausarzt extra angeleiert werden.

Viele haben mit Schwindel zu tun.
Manche haben auch kein sicheres Körpergefühl mehr, weil sie zu wenig laufen, schwimmen, kein Haustier haben oder sich auch sonst nicht bewegen, man wird „tapsig“.
Ich kenne alte Damen vom Land, die haben in ihrem Leben und in der Schule nie Sport gehabt! Gymnastische Übungen: nein - schäm, lach, mach ich doch nicht!

Dagegen kann man zu jeder Zeit etwas tun - wenn der jenige geistig fit ist, weil er selber wollen muss!!!

Zwingen war noch nie gut! Doch mit Geduld und Erklären kann jemanden manchmal überzeugen, weil die Angst vor dem Unbekannten das Problem sein kann.

Aus meiner Erfahrung:
Die meisten, der Personen, die immer wieder umgekippt sind, waren chronisch dehydriert!!!
Begleitet von Schwindel, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckschwankungen, Konzentrationsstörungen, allgemeine Schwäche, Infekte der ableitenden Harnwege, uvm.

Die „Notärzte“ haben das in unseren Fällen (Schwiegereltern, Großtante) nie herausgefunden. Die Diagnosen wurden entweder bei Klinikeinweisungen gestellt und einmal nach tagelanger Diagnostik (24-Std.-EKG, Urinabgeben war nie möglich! es war nichts da) beim Hausarzt.

Sprich mal mit der Dame, frag was und wieviel sie täglich trinkt.

Gruß, Renate

Hallo,

meine Nachbarin ist 76 Jahre alt und geistig total fit. Sie
lebt allein im eigenen Haus.

Hat sie den keine Angehörigen/ Familie, die evtl. sich um eine Versorgung kümmernt könnten?

Sie hat nur das Problem, dass sie ständig fällt; heute mit dem
Ergebnis einer großen Platzwunde, vor 8 Wochen mit dem
Ergebnis eines Knochenbruches. Die Dame möchte nicht ins
Betreute Wohnen, sie will auch niemanden bei sich wohnen
lassen oder um sich haben, der sich um sie kümmert.

Da die Dame ja, wie du schreibst, geistig fit ist, kann sie selber entscheiden ob sie fallem möchte oder nicht. Und wenn die orientierte Dame, beschließt nur noch grüne Röcke zu tragen müsstest du das auch akzeptieren.

Kann man in irgendeiner Form eine Betreuung der Dame
„erzwingen“? Sie schadet sich ja nur selbst; die Gesellschaft
hat die Kosten für Krankenwagen, Notarzt und
Krankenhausaufenthalt zu tragen.

Stell dir doch mal vor jemand „zwingt“ dich umzuziehen. Wie würdest du dich den da fühlen? Jeder darf selbst über sich und sein Leben bestimmen und das ich auch gut so.

Was ich ganz wichitg finde, ist die Tatsache, dass du für die Frau nicht verantwortlich bist. Gibt die Verantwortung an Angehörige ab! Für mich hört es sich so an, als ob du sehr besorgt umd die Dame bist. Gleichzeitig ist es aber wirklich eine große Verantwortung sich um eine gebrechliche Person zu kümmern. Darum schau, dass sie evtl. so einen Notrufknopf bekomm, informliere Angehörige und dann lass es gut sein. Wenn sie mal stürzt und sich schwer verletzt ist das ihre Sache, aber nicht deine Schuld.

Gruß Lulea

Vielen Dank für die Hilfe!