Antwort von
nach 22 Stunden
hilfreich
Re: Schuppenflechte
Lieber Jochen,
Die Psoriasis vulgaris kann - so meine Informationen am letzten Stand sind - als eine autoaggressive (Auto-) Immunerkrankung der Haut betrachtet werden.
Naturgemäß wird bei dem ersten Auftreten kleiner Areale mit Corticosteroiden anbehandelt, da eine Langzeit-Therapie aber nicht ratsam ist, kommen immer neue Areale hinzu. Charakteristischerweise spricht nicht jede psoriatische veränderung auf dieselben mittel gleich gut an. Außerdem sollten Sie in Absprache mit Ihrem Hautarzt unterschiedliche Mittel für kurze Zeit anwenden, da eine Gewöhnung beobachtet werden kann, die man vermindert, wenn die Mittel gewechselt werden.
Als einen weiteren Punkt müssen wir den schubweisen Verlauf anerkennen. Die Behandlung soll nicht bei Auftreten von Schüben massiv einsetzen, sondern in der Zeit dazwischen sanft fortgeführt werden. Sonne und Sole - oder auch Bäder in salzreichen Gewässern sind anzuraten. Das Tote meer, das auch wir immer empfohlen haben, scheint in den letzen Jahren zu sehr genutzt worden zu sein, so daß die subjektive Wirksamkeit von einigen Patienten schon bemängelt worden ist. Das kann aber weniger von der Ausdünnung des Wassers als von der Über-Kommerzialisierung herrühren, zu vioele Großbauten, Massenbetrieb, etc. Das bringt mich zurück zur psychischen Komponente. Diese ist sehr genau zu analysieren, möglicherweise sind dort große Potentiale an Besserung oder gar Heilung verborgen. Sollte in Ihrer Nähe eine Uni-Klinik sein, fragen Sie dort nach, ob es eine Forschungsabteilung für Psychoneuroimmunologie gibt.
Besonders in Ihrem Fall schlage ich ein solches ganzheitlich orientiertes Vorgehen vor. Bei Gelegenheit sollten Sie, da die Ausschläge zunächst an den Händen auftreten, auch die kleinen Fingerknochen (im Röntgen) und die Finger- bzw. Fußnägel ansehen lassen, da erfahrungsgemäß die Psoriasis auch die Interphalangealgelenke, die Fingerknochen und die Fingernägel (dasselbe an den Füßen) befallen kann. An den Finger- und Fußnägeln kann eine pilzartig oder stark verhornend aussehende Veränderung auftreten, diese sind sehr genau abzuklären (ob nicht zugleich doch ein Pilzbefall vorliegt). An den Knochen können entzündliche Veränderungen Schmerzen und Versteifungen der Finger- und Fußzehengelenke mit sich bringen.
In jedem Fall sollte an eine umfassende, ganzheitliche Therapie gedacht werden, wo Arzt, Psychologe und Heilpraktiker als gleichberechtigte, miteinander redende Partner Sie betreuen sollten.
Alles Gute.
Dr. V. Ellmauthaler, Wien
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]