Hallo,
ich habe da mal einige Fragen.
Ich habe vor 10 Tagen Schmerzen in der Leistengegend gehabt und eine Wölbung gespürt. Nach 2 Tagen war der Schmerz weg, außer wenn man drauf drückt bzw ich mich bücke bzw etwas schweres hebe. Die Wölbung war immer noch da aber ein bisschen kleiner.
Der Gynäkologe sagte mir es ist ein Leistenbruch und überwies mich zum Chirurg.
Die Chirurgin bestätigte den Leistenbruch.
Sie meinte, da ich erst 18 bin und es erst seit 3 Tagen habe, soll ich in 2 Wochen noch einmal vorbei kommen, dann kontrolliert sie es. Wenn es immer noch so ist bzw es schlimmer ist, dann wird es am nächsten Tag ambulant operiert.
Meine Fragen:
- Behandelt man so etwas nicht gleich sofort?
- Ein Bruch kann doch nicht wieder alleine zusammen wachsen?
- Wielange ist man nach der OP zu Hause?
(wielange kann man nicht arbeiten gehen)
- Bekommt man eine Vollnarkose während der OP?
- Was hat es damit zu tun, dass ich erst 18 Jahre alt bin?!
Über Antworten freue ich mich sehr
Liebe Grüße
Sabrina
Hallo Sabrina,
ich kommentiere einfach mal nicht das Vorgehen Deiner Ärzte. Es ist nicht immer Inkompentenz, aber häufig Kommunikationsschwäche.
Ein Leistenbruch, der Beschwerden macht, sollte operiert werden, wenn nicht gravierende Krankheiten eine allgemeine Operabilität oder Narkosefähigkeit verhindern.
Gleich und sofort muss aber nur sein, wenn Bruchinhalt, z.B. Darm eingeklemmt ist.
So ein Bruch wächst nicht von alleine zu.
Die OPs werden in der Regel ambulant durchgeführt und man sollte sich für einige Tage körperlich schonen, um der Wunde Zeit zum Heilen zu geben. Wie lange man arbeitsunfähig (AU) ist, hängt entsprechend vom Beruf ab, wird aber kaum über 14 Tage hinaus gehen.
Ob die OP in Vollnarkose durchgeführt werden muss, hängt vom Operationsverfahren ab: Ältere, „offene“ Verfahren, wie das Verfahren nach Lichtenstein, können in Spinal- oder Periduralanästhesie durchgeführt werden. Neuere Verfahren wie die TAPP oder TEPP (TransAbdominal, bzw. Total ExtraPeritoneal) werden durch Bauchspiegelung möglich und damit ist eine Vollnarkose zwingend. Auch das gewählte OP-Verfahren hat Einfluss auf die AU-Dauer.
Mit Deinem Alter hat das nichts zu tun, wenn die Diagnose steht.
Gruß,
Manticor
Hallo Sabrina,
noch als kleine Ergänzung: Die Wundheilung nach einer Operation geht zwar schnell, aber du solltest noch etwa ein halbes Jahr schweres Heben und Tragen vermeiden. Sonst kann der Leistenbruch wieder auftreten.
Herzliche Grüße
Heike