Blutdruck senkende Mittel

Wer kann mir Auswirkungen auf das ungeborene Kind geben, wenn „Belozock“ zum Ende einer Schwangerschaft verabreicht wird ?

Arwed

In der Roten Liste findet sich bei Beloc Zok zum Thema Schwangerschaft der folgende Eintrag:

„Kontraindiziert. Substanz ist plazentagängig. In der Amnionflüssigkeit sind erhöhte Harnsäure- und Kreatininkonzentrationen nachweisbar. Auswirkungen von Störungen des Elektrolythaushaltes der Schwangeren auf den Fetus sowie eine verminderte Plazentadurchblutung sind möglich. Bei Exposition in der 2. Hälfte der Schwangerschaft kann bei Neugeborenen eine Thrombozytopenie durch Thiazide ausgelöst werden.“

Was das genau bedeutet, sollte Dir besser ein Mediziner erklären (bin keiner).

Gruß abi

'Re: Blutdruck senkende Mittel

Wer kann mir Auswirkungen auf das ungeborene Kind geben, wenn
„Belozock“ zum Ende einer Schwangerschaft verabreicht wird ?

Arwed

Hallo Arwed,

es ist sehr schwierig in diesem Fall „von draußen“ Stellung nehmen zu können, da sich diese Frage nicht so isoliert stellen lässt.

Man muss unterscheiden, ob der Hochdruck vor der Schwangerschaft bestand und es sich hierbei um eine daraus resultierende Dauermedikation handelt oder ob es sich um einen Hochdruck AUFGRUND der Schwangerschaft handelt.

Im letzteren Fall ist es enorm wichtig, durch Blutdrucksenkung und -Regulierung, usw. eine Präeklampsie = Gestose (laienhaft: Schwangerschaftsvergiftung) unbedingt zu vermeiden!!
Hierbei käme es neben der Blutdrucksteigerung noch zu Ödembildungen und Eiweißausscheidung im Urin und ist für Mutter und Kind lebensbedrohlich. Daher ist die Medikation besonders wichtig.

Das Belok Zok ist ein Betablocker, der möglicherweise vor der Schwangerschaft schon als Dauermedikation genommen wurde? - ein Absetzen oder Präparatwechsel ist nicht üblich und würde möglicherweise Komplikationen verursachen.

Die Endung ZOK (Belok Zok - Retardtabletten) steht für englisch „zero order kinetic“, also Freisetzung 0. Ordnung. Dieser pharmazeutische Begriff sagt aus, dass hier die Freisetzung besonders gleichmässig und langsam erfolgt, so dass Wirkstoffspitzen vermieden werden.

Daraus ist zu schließen, dass der Wirkstoff keinen starken Einfluss auf die Schwangerschaft und das Baby nehmen wird. Verminderung der Thrombozyten = Blutplättchen bedeutet, dass die Blutgerinnung etwas herabgesetzt sein kann.

Soviel vielleicht zu Verständnis.
Um jetzt deine Frage direkt zu beantworten: Auswirkungen auf das ungeborene Kind - ist eine (mögliche - vorrübergehende) Thrombo-Reduzierung, doch darüber hinaus erhält es die Chance, in Ruhe über möglichst 40 Wochen im Uterus heranzureifen. Bei drohender Eklampsie muss nämlich die Schwangerschaft vorzeitig beendet werden, und ein „Frühchen“ hat immer einen schwierigen Start ins Leben.

Gruß, Renate

Ich danke herzlichst für die ausführliche Antwort. Ich habe weder im Internet bisher eine Antwort darauf erhalten, noch konnten mir Ärzte in Stralsund Auskunft darüber geben oder wollten es auch nicht.

Meine Frau leidet unter ein vererbten Bluthochdruck (bestätigt vom Internisten, keine Organische Ursache).

In ihrer 1. Schwangerschaft wurde von der damaligen Frauenärztin dieser Bluthochdruck weder behandelt noch unter besonderem Augenmerk genommen. In den letzten 10 Tagen der Schwangerschaft wurde dann im Krankenhaus dieses Mittel verabreicht. Diese 10 Tage ging auch meine Frau über den Termin hinaus.
Stimmt es dass, dieses Mittel auch Wehen hemmend ist ?
Denn der Geburtsvorgang stoppte, dann Kaiserschnitt.

Ergebniss: Sebtischer Schock unseres Sohnes, nach 2 Tagen dann an den Folgen daran gestorben.

Nach einer Fehlgeburt wollen wir jetzt im 3. Anlauf alles richtig machen.
Welcher Arzt könnte uns weiterhelfen ?

Vielen Dank
Arwed

Hallo Arved,

Ich danke herzlichst für die ausführliche Antwort. Ich habe
weder im Internet bisher eine Antwort darauf erhalten, noch
konnten mir Ärzte in Stralsund Auskunft darüber geben oder
wollten es auch nicht.

Meine Frau leidet unter ein vererbten Bluthochdruck (bestätigt
vom Internisten, keine Organische Ursache).

Dann geht es darum, eine „Pfropfgestose“ zu vermeiden, also eine Gestose, die sich auf eine Hypertonie aufpfropfen könnte.

In ihrer 1. Schwangerschaft wurde von der damaligen
Frauenärztin dieser Bluthochdruck weder behandelt noch unter
besonderem Augenmerk genommen.

? gerade dies ist eines der wichtigsten Kriterien in der Mutterschaftsvorsorge…

In den letzten 10 Tagen der

Schwangerschaft wurde dann im Krankenhaus dieses Mittel
verabreicht. Diese 10 Tage ging auch meine Frau über den
Termin hinaus.

  • bei einer Risikoschwangerschaft wird nicht so lange (10 Tage nach ET !!) mit der künstlichen Geburtseinleitung per Wehentropf (Oxytocin) gewartet.

Stimmt es dass, dieses Mittel auch Wehen hemmend ist ?

Denn der Geburtsvorgang stoppte, dann Kaiserschnitt.

Ergebniss: Sebtischer Schock unseres Sohnes, nach 2 Tagen dann
an den Folgen daran gestorben.

Nach einer Fehlgeburt wollen wir jetzt im 3. Anlauf alles
richtig machen.

Das ist alles sehr, sehr traurig -

Eine Sepsis bei Mutter und Kind (Kindbettfieber) wird heute zu ca. 80 % durch einen vorzeitigen Blasensprung ausgelöst, d.h. nach dem Blasensprung muss die Mutter umgehend in die Klinik, es sollte nicht länger als 2-3 Tage mit der Entbindung gewartet werden. Ärzten wird geraten, wenn die Schwangerschaft trotzdem hinausgezögert werden soll, auf vaginale Untersuchungen bis 1 Tag vor der Entbindung zu verzichten, um eine Infektion mit Eitererregern oder E. coli-Keimen (kann zur Sepsis führen) zu vermeiden.

Wenn deine Frau eine Frauenärztin gefunden hat, mit der sie wirklich zufrieden ist, dann müsste diese trotz Zeitnot in den Praxen, gerade nach dieser Vorgeschichte in der Lage sein, ihrer Patientin solch dringende Fragen zu beantworten.
Sie sollte auch am besten wissen, welche Geburtsklinik in eurer Nähe empfehlenswert ist.

Die damalige Frauenärztin müsste auch den Krankenhausbericht über die Entbindung erhalten haben.
Ich hatte mir nach meinen beiden, teils sehr dramatischen Entbindungen, immer eine Kopie vom Arztbericht geben lassen, der meiner Ärztin zugesandt worden war, auch wenn der Bericht oft nur grob verfasst war.

Hier habe ich noch eine gute Seite gefunden, die prima Auskunft gibt, über Hochdruck in der Schwangerschaft:
http://www.paritaet.org/RR-Liga/schwang.htm#ungeeig

Ich wünsche euch alles erdenklich Gute!

Renate