Wie werden Wirkstoffe aufgenommen?

Hallo,

zur Untersützung der Körperfunktion werden Kräuter gegessen oder als Tees getunken, deren Inhaltsstoffe geeignet sein sollen Körperfunktionen anzuregen, zu verzögern oder aufbauend zu wirken. Ebenso weden Medikamente mit der gleichen Absicht geschluckt. Wie aber können diese Stoffe wirken, wenn sie im Magen durch die Salzsäure aufgespalten oder zu anderen Verbindungen umgebaut werden und stofflich in einer ganz anderen Zusammensetzung im Darm resorbiert werden?

WOLFGANG D.

Moin, WOLFGANG D.,

nicht alles wird gleich von der Salzsäure zerlegt. Manche Medikamente werden mit einem Mantel fabriziert, der der Säure widersteht; andere Medikamente sollen zB vor oder nach der Mahlzeit eingenommen werden, je nachdem, ob sie die Reise durch den Magen überstehen sollen oder nicht.

oder zu anderen Verbindungen umgebaut werden und stofflich in einer ganz
anderen Zusammensetzung im Darm resorbiert werden?

Das ist oft durchaus beabsichtigt - nicht das gepresste Pülverchen wirkt, sondern seine Bestandteile nach dem Verdauen.

Gruß Ralf

Moin,

Wie aber können diese Stoffe wirken, wenn sie im
Magen durch die Salzsäure aufgespalten oder zu anderen
Verbindungen umgebaut werden

woher willst Du wissen, daß dies passiert?!
Z.B. werden ätherische Öle mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zersetzt.
Bei Medikamenten gibt es eine eigene Wissenschaft, die Galenik http://de.wikipedia.org/wiki/Galenik die sich mit nichts anderem Beschäftigt, als Medikamente so einzupacken, daß sie optimal wirken. Also Substanzen, die im Magen zersetzt werden, so zu kapseln, daß sie erst im Dünn- oder Dickdarm freigesetzt werden.

Gandalf

Hallo

Ergänzend kann ich noch sagen, wenn Wirkstoffe im Magen aufgespalten werden, aber komplett am Wirkort erscheinen sollen, und sich dort auch auch nicht wieder zusammenfügt, wirkt er nicht, ist ja logisch.

Wenn man ein empfindliches Medikament an einer bestimmten Stelle im Darm freisetzen möchte, wird es gekapselt.
Es gibt im Magen den sauren ph- und im Darm den alkalischen ph-Wert.
Diesen kann man verwenden, um einen Auflösungsort zu bestimmen.
Außerdem kann man etwas mit Quellung/Auflösung und Zeitraum machen.

Manche Medikamente kann man tatsächlich nicht einnehmen, die werden dann halt z.B. gespritzt.

MfG

Moin,

Wie aber können diese Stoffe wirken, wenn sie im
Magen durch die Salzsäure aufgespalten oder zu anderen
Verbindungen umgebaut werden

woher willst Du wissen, daß dies passiert?!
Z.B. werden ätherische Öle mit großer Wahrscheinlichkeit nicht
zersetzt.

Hallo Gandalf,
die Antwort hast Du Dir selbst gegeben. enn keine Zersetzug stattfinden wüde, bräuchte man Medikamente nicht magensaftresistent zu verpacken.

Wolfgang D.

Bei Medikamenten gibt es eine eigene Wissenschaft, die Galenik
http://de.wikipedia.org/wiki/Galenik die sich mit nichts
anderem Beschäftigt, als Medikamente so einzupacken, daß sie
optimal wirken. Also Substanzen, die im Magen zersetzt werden,
so zu kapseln, daß sie erst im Dünn- oder Dickdarm freigesetzt
werden.

Gandalf

Hallo WOLFGANG!

Wie schon erwähnt gibt es sogenannte magensaftresistente Arzneiformen, die entweder den Wirkstoff vor der Säure schützen oder die Magenschleimhaut vor dem Wirkstoff :wink:
Andere Wirkstoffe hingegen werden schon von der Mundschleimhaut resorbiert und umgehen so dem Schicksal der Zersetzung.

Nur sollte man sich von der Vorstellung verabschieden, dass alles in seine kleinsten Bausteine zerhäckselt wird, denn dann bräuchten wir ja die fett- und eiweißspaltenden Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse nicht, die ja bekanntlich erst nach der Magenpassage zugegeben werden.

Viele Wirkstoffe werden in einer „unwirksamen“ Form verabreicht, die dann resorbiert, zur Leber transportiert und dort in ihre „Wirkform“ verstoffwechselt werden (hieraus ergibt sich häufig eine lange Wirkdauer). Sogar die Natur „behilft“ sich dort, denn die Urform der Acetylsalicylsäure (Aspirin) aus der Weidenrinde, wird durch die Magensäure erst in ihre wirksame Form umgebaut und ist dadurch weit magenfreundlicher als die synthetisierte Variante.

Es wird nicht alles komplett durch die Magensäure heruntergebrochen, denn dann wären ja mindestens 3 Meter Darm überflüssig :wink:

Gruß
FINNIE

Hallo Wolfgang,

zur Untersützung der Körperfunktion werden Kräuter gegessen
oder als Tees getunken, deren Inhaltsstoffe geeignet sein
sollen Körperfunktionen anzuregen, zu verzögern oder aufbauend
zu wirken. Ebenso weden Medikamente mit der gleichen Absicht
geschluckt. Wie aber können diese Stoffe wirken, wenn sie im
Magen durch die Salzsäure aufgespalten oder zu anderen
Verbindungen umgebaut werden und stofflich in einer ganz
anderen Zusammensetzung im Darm resorbiert werden?

Die Vorstellung im Magen gäbe es nur Salzsäure, die alles zersetzt, geistert konstant hier durch wer-weiss-was und mich wundert, daß noch kein Arzt im Forum aufgeschrien hat.

Gäbe es im Magen nur Salzsäure, dann wäre der bald durchlöchert und zerfressen wie ein Sieb und der Mensch tot, da keine Nahrungsaufnahme mehr möglich.

Man schlage mal im Pschyrembel Magensäfte nach, dann stellt man fest, daß der Magensaft nicht nur Salzsäure enthält - das ist nur eine von vielen Substanzen. Zusätzlich enthält der Magensaft - hier ein Auszug - noch folgendes:

Trockensubstanz, Proteine, Muzin, Pepsin I und II, Phosphat, Gesamtstickstoff, freie Säure = Salzsäure, Chlorid, Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium. Proteinspaltende Enzyme (z.B. Pepsin u.a.) und Hormone, Schleim (Muzine) - der die Magenwand auch vor der Salzsäure schützt, Gastrin, Intrinsic Faktor (neuraminsäurehaltiges Glykoprotein, falls es fehlt kommt es zu perniziöser Anämie), Extrinsic Faktor (Cobalamin) - die Faktoren sind Gegenspieler von Pepsin, d.h. sie halten das Gleichgewicht zwischen Pepsinen und Faktoren aufrecht.

Produziert wird der Magensaft hauptsächlich von den im Fundus (untere Ausbuchtung des Magen"sacks") liegenden Magendrüsen, aber auch die Belegzellen der Magenwand produzieren einiges, u.a. den Intrinsic Faktor.

Die Verdauung beginnt

  • im Mund (Speichel ist der Aktivator)
  • setzt sich über den Magen (s.o.) fort,
  • Zwölffingerdarm (hier werden die Säfte des Pankreas zugefügt),
  • Dünndarm (hier sind die Bakterien der wichtigste Verdauungshelfer, bevor die Nährstoffe über die Darmwand ins Blut diffundieren)
  • und Dickdarm (Menschen, die gern einhalten: Flüssigkeit im Dickdarm wird teilweise oder ganz wieder resorbiert, hier ist diese aber schon toxisch und zur Ausscheidung bestimmt). Einhalten führt daher zu hartem Stuhl und Verstopfung.
  • und was im letzten Stück (Anus) passiert ist klar bzw. braun.

So simpel, wie hier bei w-w-w immer angenommen, ist der Vorgang im Magen nicht. Hier spielen sich, chemisch betrachtet, zahlreiche Prozesse unterschiedlichster Art ab. Und es wird keineswegs alles „zerstört“ sondern eher wissenschaftlich (aus Sicht des Magens) und gezielt verarbeitet, was da ankommt.

Daß bestimmte Medikamente vor diesem Verdauungsprozeß geschützt werden müssen ändert nichts daran. Viele Medikamente würde der Magensaft schon vernichten, weil der Magen sie als chemische und unbekömmliche Fremdstoffe „identifizieren“ würde. So wie er bei verdorbenem Fisch zum Erbrechen anregt!

Gruß,
Cantate

Hallo Wolfgang,

  • Dünndarm (hier sind die Bakterien der wichtigste
    Verdauungshelfer, bevor die Nährstoffe über die Darmwand ins
    Blut diffundieren)

Diese Bakterien werden bei einer Antibiotikabehandlung, insbesondere bei mehreren mit nur kurzem Zeitabstand, zum großen Teil abgetötet, da Antibiotika nicht selektiv nur die schädlichen Bakterien beseitigen, sondern alle.

Fehlen diese Bakterien im Darm, findet die Verdauung dort nur noch lückenhaft statt, Nährstoffe werden nicht richtig zerlegt und gelangen dadurch auch nicht mehr ins Blut und dorthin wo sie benötigt werden. Letztlich schädigt dies das Immunsystem, das erheblich geschwächt wird.

Daraus folgt, daß häufige Antibiotikabehandlungen langfristig das Immunsystem schwächen und neue Infektionen begünstigt werden. Dem kann man entgegenwirken, in dem nach Beendigung der Antibiotikabehandlung die Bakterien wieder gezielt aufgebaut werden, mit Präparaten, die möglichst viele der nützlichen Bakterienstämme enthalten. Der Patient muß hier aber gezielt um eine solche Behandlung bitten, weil dies in der medizinischen Praxis meist leider unterbleibt.

Gruß,
Cantate

Hallo Cantate,

schön, dass du hier eine Lanze für den unterschätzten Magen brichst, aber dabei tust du m. E. zuviel des Guten.
Tatsächlich geschehen im Magen sehr verschiedene Prozesse, aber nicht weil eine Vielzahl von aktiven Stoffen hier vom Magen gezielt eingesezt würden, sondern weil die verschiedenen Inhaltsstoffe der Nahrung mit dem magensaft jeweils unterschiedlich reagieren.

Trockensubstanz, Proteine, Muzin, Pepsin I und II, Phosphat,
Gesamtstickstoff, freie Säure = Salzsäure, Chlorid, Natrium,
Kalium, Calcium, Magnesium. Proteinspaltende Enzyme (z.B.
Pepsin u.a.) und Hormone, Schleim (Muzine) - der die Magenwand
auch vor der Salzsäure schützt, Gastrin, Intrinsic Faktor
(neuraminsäurehaltiges Glykoprotein, falls es fehlt kommt es
zu perniziöser Anämie), Extrinsic Faktor (Cobalamin) - die
Faktoren sind Gegenspieler von Pepsin, d.h. sie halten das
Gleichgewicht zwischen Pepsinen und Faktoren aufrecht.

Es ist richtig, dass der Magensaft mehr als nur Salzsäure ist, aber so fürchterlich viele andere aktive Substanzen werden da nicht abgegeben.
Die drei Pepsine etwa unterscheiden sich in ihren Eigenschaften kaum und machen alle das gleiche, Eiweiß grob aufspalten.
Die Muzine sind schlicht Schleimstoffe und fast alles weitere, was du aus dem Pschyrembel aufführst sind Mineralsalze, wie sie in unseren Körperflüssigkeiten immer enthalten sind.
Der Intrinsicfactor ist sicher wichtig, aber für die Vorgänge im Magen ist er irrelevant, er bewirkt dort nichts. Der Extrinsicfactor stammt gar nicht aus unserem Körper geschweige denn aus dem Magen.

Auch das Gastrin führst du hier fälschlich als Bestandteil des Magensaftes auf. Es mag in Spuren in den Saft übertreten, aber Gastrin ist ein Hormon und wird über den Blutweg verbreitet nicht über den Magensaft.

Gäbe es im Magen nur Salzsäure, dann wäre der bald
durchlöchert und zerfressen wie ein Sieb …

Tatsächlich kenne ich die Angabe, die Schleimstoffe des Magensaftes würden den Magen vor Selbstverdauung schützen, auch aus manchen Büchern, allerdings wüsste ich nicht wie das funktionieren sollte. Den wirklichen Schutz stellt die Schleimhaut des Magens mit ihrer ausgeprägten Schleimschicht dar. Aber das wäre mit deiner Aussage auch abgedeckt, wobei ich glaube du hast es nicht so gemeint.

Gruß
Werner

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Hallo Werner,

schön, dass du hier eine Lanze für den unterschätzten Magen
brichst, aber dabei tust du m. E. zuviel des Guten.

Keineswegs - denn ich wollte mal klarstellen, was hier in w-w-w immer herumgeistert und bislang nicht richtig gestellt wurde. Die falsche Annahme, die Salzsäure im Magen sei die einzige Substanz und zestöre bzw. verwandele dann alles was dort ankommt allein, wobei alle weiteren Prozesse schlicht ignoriert werden.

Tatsächlich geschehen im Magen sehr verschiedene Prozesse,
aber nicht weil eine Vielzahl von aktiven Stoffen hier vom
Magen gezielt eingesezt würden, sondern weil die verschiedenen
Inhaltsstoffe der Nahrung mit dem magensaft jeweils
unterschiedlich reagieren.

Es geschehen auf Grund des Inhalts des Magensaftes ganz bestimmte Prozesse und chemische Reaktionen, je nach dem was da ankommt und das habe ich gemeint. Ich habe auch angemerkt - ironisch, daß der Magen eher wissenschaftlich (aus Sicht des Magens) usw. verarbeitet…
Und ich hatte geschrieben, der Magensaft ENTHÄLT (nicht der Magen produziert - was du hinein interpretierst):

Trockensubstanz, Proteine, Muzin, Pepsin I und II, Phosphat,
Gesamtstickstoff, freie Säure = Salzsäure, Chlorid, Natrium,
Kalium, Calcium, Magnesium. Proteinspaltende Enzyme (z.B.
Pepsin u.a.) und Hormone, Schleim (Muzine) - der die Magenwand
auch vor der Salzsäure schützt, Gastrin, Intrinsic Faktor
(neuraminsäurehaltiges Glykoprotein, falls es fehlt kommt es
zu perniziöser Anämie), Extrinsic Faktor (Cobalamin) - die
Faktoren sind Gegenspieler von Pepsin, d.h. sie halten das
Gleichgewicht zwischen Pepsinen und Faktoren aufrecht.

Es ist richtig, dass der Magensaft mehr als nur Salzsäure ist,
aber so fürchterlich viele andere aktive Substanzen werden da
nicht abgegeben. Die drei Pepsine etwa unterscheiden sich in ihren
Eigenschaften kaum und machen alle das gleiche, Eiweiß grob
aufspalten.

Da sie sich unterscheiden, wenn auch nur geringfügig, beeinflussen sie den Verdauungsvorgang auch auf chemisch unterschiedliche Art und Weise. Wären diese Unterschiede nicht wichtig, würde der Körper sich gar nicht dazu hergeben, drei verschiedene herzustellen. Der Körper stellt zwar vielfach sicherheitshalber mehr zur Verfügung als tatsächlich gebraucht wird (2 Nieren, 2 Augen, Atmung über Mund und Nase z.B.) aber er neigt nicht dazu seine Ressourcen zu verschwenden…

Die Muzine sind schlicht Schleimstoffe und fast alles weitere,
was du aus dem Pschyrembel aufführst sind Mineralsalze, wie
sie in unseren Körperflüssigkeiten immer enthalten sind.

Die Schleimstoffe schützen den Magen, das habe ich gesagt. Was du hier machst sind unsinnige Haarspaltereien. Die Mineralsalze haben hier im Magen eine andere Funktion als im übrigen Körper, insofern sind sie wichtig, denn sie reagieren unterschiedlich mit den unterschiedlichen Lebensmitteln. Das ist weit komplexer als du anzunehmen scheinst.

Der Intrinsicfactor ist sicher wichtig, aber für die Vorgänge
im Magen ist er irrelevant, er bewirkt dort nichts.

Doch - er bewirkt sogar sehr Wichtiges!, denn er reagiert mit dem Cobalamin (das woanders oder aus der Nahrung her kommt) und beide zusammen reagieren wiederum mit dem Intrinsic Faktor. Ohne diese Kombination wäre dieser Komplex gegen das Pepsin nicht resistent und könnte später im Ileum nicht resorbiert werden.

Der Extrinsicfactor stammt gar nicht aus unserem Körper geschweige
denn aus dem Magen.

Das habe ich auch nicht behauptet - er ist aber mit an den Vorgängen im Magen beteiligt - s.o.

Auch das Gastrin führst du hier fälschlich als Bestandteil des
Magensaftes auf. Es mag in Spuren in den Saft übertreten, aber
Gastrin ist ein Hormon und wird über den Blutweg verbreitet
nicht über den Magensaft.

Das ist nun wirklich zu viel des Guten - Gastrin ist Bestandteil des Magensaftes. Ich habe nicht behauptet, daß es dort gebildet wird. Hier berichtigst du etwas was gar nicht dasteht - offenbar eine Spezialität von dir!

Gäbe es im Magen nur Salzsäure, dann wäre der bald
durchlöchert und zerfressen wie ein Sieb …

Tatsächlich kenne ich die Angabe, die Schleimstoffe des
Magensaftes würden den Magen vor Selbstverdauung schützen,
auch aus manchen Büchern, allerdings wüsste ich nicht wie das
funktionieren sollte.

Die Schleimstoffe an der Magenwand schützen den Magen vor der agressiven Salzsäure - was ist daran so schwer zu verstehen? Auch das Öl im Motor schützt diesen z.B. vor Abrieb.

Den wirklichen Schutz stellt die Schleimhaut des Magens mit ihrer :ausgeprägten Schleimschicht dar. Aber das wäre mit deiner Aussage :auch abgedeckt, wobei ich glaube du hast es nicht so gemeint.

Auch das ist, verzeihung, ein dümmliche Haarspalterei - halte dich doch bitte an das was da steht und nicht was du vielleicht glaubst, was man sonst vielleicht, eventuell gemeint haben könnte: wenn die Magenwand vor der Salzsäure mittels Schleimstoffen geschützt wird, dann liegen die natürlich auf der Magenwand (und nicht irgendwo im Darm) und bilden dort eine Schleimschicht.

Scheinbar gibst du hier nur Kommentare ab, um Dinge zu widerlegen, die gar nicht widerlegbar sind oder hast du einfach nur Spaß daran Richtiges durch Falsches zu ersetzen?

Gruß,
Cantate

Hallo Cantate,

Keineswegs - denn ich wollte mal klarstellen, was hier in
w-w-w immer herumgeistert und bislang nicht richtig gestellt
wurde. Die falsche Annahme, die Salzsäure im Magen sei die
einzige Substanz und zestöre bzw. verwandele dann alles was
dort ankommt allein, wobei alle weiteren Prozesse schlicht
ignoriert werden.

Das wäre auch eine unzulässige Vereinfachung.
Da stimme ich dir zu.
In deinem Bemühen behauptest du aber eben auch Dinge die nicht stimmen.

Tatsächlich geschehen im Magen sehr verschiedene Prozesse,
aber nicht weil eine Vielzahl von aktiven Stoffen hier vom
Magen gezielt eingesezt würden, sondern weil die verschiedenen
Inhaltsstoffe der Nahrung mit dem magensaft jeweils
unterschiedlich reagieren.

Es geschehen auf Grund des Inhalts des Magensaftes ganz
bestimmte Prozesse und chemische Reaktionen, je nach dem was
da ankommt und das habe ich gemeint. Ich habe auch angemerkt -
ironisch, daß der Magen eher wissenschaftlich (aus Sicht des
Magens) usw. verarbeitet…
Und ich hatte geschrieben, der Magensaft ENTHÄLT (nicht der
Magen produziert - was du hinein interpretierst):

Das ist mir nun vollkommen unverständlich. Was soll der Magensaft denn enthalten, was der Magen nicht produziert?
Wenn du damit die zu Verdauuenden Nahrungsmittel mit dem Mundspeichel meinst, dann ist das zum einen richtig, zum anderen völlig irreführend, denn dass ist kein Bestandteil des Magensaftes oder eine Leistung des Magens sondern sein „Gegenstand“, also nicht das was er macht, sondern woran er was macht. Zum Anderen wird hier bestimmt niemand davon ausgegangen sein, dass sich der Magen mit sich selbst beschäftigt. Dass ein unterschiedliches Substrat jeweils unterschiedlich reagiert, ist auch kaum erwähnenswert. Das wäre auch so, wenn der Magensaft tatsächlich nichts als Salzsäure enthielte und stünde dieser falschen Ansicht also in keiner Weise entgegen.

Es ist richtig, dass der Magensaft mehr als nur Salzsäure ist,
aber so fürchterlich viele andere aktive Substanzen werden da
nicht abgegeben. Die drei Pepsine etwa unterscheiden sich in ihren
Eigenschaften kaum und machen alle das gleiche, Eiweiß grob
aufspalten.

Da sie sich unterscheiden, wenn auch nur geringfügig,
beeinflussen sie den Verdauungsvorgang auch auf chemisch
unterschiedliche Art und Weise.

Ja, sehr geringfügig und da das Mischungsverhältnis der Pepsine nicht vom Substrat beeinflusst wird, kann man dies dann auch kaum als „wissenschaftlichen“ Einsatz auffassen.

Wären diese Unterschiede nicht wichtig,
würde der Körper sich gar nicht dazu hergeben,
drei verschiedene herzustellen.

Über die Absichten des Körpers kann man alle möglichen Vermutungen anstellen. Fakt bleibt, dass die Eigenschaften der Pepsine sich nur wenig unterscheiden und dass sie bei unterschiedlicher Nahrungszusammensetzung nicht in veränderter Zusammensetzung freigesetzt werden, der Magen hier also nicht in irgend einer Weise wissenschaftlich Verdauungsprozesse steuert, sondern eher mit der Schrotflinte.

Der Körper stellt zwar vielfach
sicherheitshalber mehr zur Verfügung als tatsächlich gebraucht
wird (2 Nieren, 2 Augen, Atmung über Mund und Nase z.B.) aber
er neigt nicht dazu seine Ressourcen zu verschwenden…

Der Vergleich mit doppelt vorhandenen Organen hilft hier wohl kaum weiter. Bei Hormonen und Enzymen ist es überhaupt nicht ungewöhnlich, dass es geringfügig verschiedene Moleküle gibt, ohne dass dabei eine regulatorische Notwendigkeit erkennbar ist. Aber Selbst wenn wir das hier mal annähmen und ich habe ja nicht in Abrede gestellt, dass es diese Unterschiede gibt, dann hast du mit der Fomulierung:

… Proteinspaltende Enzyme (z.B. Pepsin u.a.) …

den Eindruck erweckt, dort würden eine Vielzahl verschiedenartiger Prozese ablaufen. Einige verschiedene Arten laufen da auch wirklich ab. So finden wir dort etwa auch Katepsine - ein ganz bisschen - die Eiweiße noch ein wenig anders spalten als die Pepsine. Sie einfach nebeneinander zu stellen, obwohl ihre Bedeutung für das Verdauungsgeschehen ganz anders zu beurteilen ist, klärt aber nicht wirklich auf. Wenn es dir um eine Differenzierung einer falschen Vereinfachung ging, dann solltest du das nicht durch eine andere Vereinfachung versuchen. Tatsächlich laufen im Magen mehr Verdauungsporzesse ab, als die durch Salszäure und Pepsine verursachten. Danke für den Hinweis.
Allerdings fallen sie in ihrer Bedeutung durch ihren zum Teil sehr geringen Umfang deutlich ab. Das darf man dann auch dazu sagen.

Die Mineralsalze haben hier im Magen eine andere Funktion als im
übrigen Körper, insofern sind sie wichtig, denn sie reagieren
unterschiedlich mit den unterschiedlichen Lebensmitteln. Das
ist weit komplexer als du anzunehmen scheinst.

Das stimmt sicher. Ein Teil dieser Mineralien nimmt z. B. an den durch die Salzsäure ausgelösten Oxidationsprozessen Teil. Das können wir dann vielleicht unter der Behandlung dieses Aspektes, der deiner Meinung nach ja überbetont wird, subsummieren. Könntest du diese komplexen, gewissermaßen wissenschaftlich zielgerichteten, Wirkungen der Mineralsalze des Magensaftes im Rahmen der Verdauung darüber hinaus an einem Beispiel aufzeigen?

Der Intrinsicfactor ist sicher wichtig, aber für die Vorgänge
im Magen ist er irrelevant, er bewirkt dort nichts.

Doch - er bewirkt sogar sehr Wichtiges!, denn er reagiert mit
dem Cobalamin (das woanders oder aus der Nahrung her kommt)

Stimmt. Ich bitte um Entschuldigung.

und beide zusammen reagieren wiederum mit dem Intrinsic
Faktor.

Cobalamin reagiert mit Intrinsic-Factor und das zusammen dann wieder mit Intrinsic-Factor?
Könntest du mir das nochmal erklären?.

Der Extrinsicfactor stammt gar nicht aus unserem Körper geschweige
denn aus dem Magen.

Das habe ich auch nicht behauptet …

Er steht in deiner Aufzählung der Magensaftbestandteile.

Zusätzlich enthält der Magensaft - hier ein Auszug - noch folgendes:
… Gastrin, Intrinsic Faktor …, Extrinsic Faktor …

Für mich war nicht erkennbar, dass du diesen in der Aufzählung nicht dazu zählst. In diesem Zusammenhang finde ich auch deine Aussage

die Faktoren sind Gegenspieler von Pepsin,
d.h. sie halten das Gleichgewicht zwischen
Pepsinen und Faktoren aufrecht.

verwirrend. Die Faktoren halten das Gleichgewicht von sich selbst mit ihrem Gegenspieler aufrecht?

Auch das Gastrin führst du hier fälschlich als Bestandteil des
Magensaftes auf. Es mag in Spuren in den Saft übertreten, aber
Gastrin ist ein Hormon und wird über den Blutweg verbreitet
nicht über den Magensaft.

Das ist nun wirklich zu viel des Guten -
Gastrin ist Bestandteil des Magensaftes.

Du hast doch anscheinend einen Pschyrembel.
Dort kannst du unter Gastrin finden:
" Gewebshormon , das die Salzsäuresekretion des Magens
reguliert, wird … bei Vagusreiz (usw.) …
an das Blut abgegeben …"
Soweit der Pschyrembel

Ich habe nicht behauptet, daß es dort gebildet wird.

Das hättest du nun aber ruhig machen können, denn Gastrin wird zwar nicht ausschließlich, aber doch auch in der Magenschleimhaut gebildet, nur dann eben nicht nach außen mit dem Magensaft sezerniert, sondern ans Blut abgegeben.

Hier berichtigst du etwas was gar nicht
dasteht - offenbar eine Spezialität von dir!

Ach? Du weist mich darauf hin du hättest nicht behauptet Gastrin würde dort gebildet.
Wo habe ich denn dir so etwas überhaupt unterstellt?
Ich darf deinen Vorwurf also 1:1 an dich zurückgeben. Du solltest mich nicht wegen Aussagen zurechtweisen, die ich nicht gemacht haben.

Gäbe es im Magen nur Salzsäure, dann wäre der bald
durchlöchert und zerfressen wie ein Sieb …

Tatsächlich kenne ich die Angabe, die Schleimstoffe des
Magensaftes würden den Magen vor Selbstverdauung schützen,
auch aus manchen Büchern, allerdings wüsste ich nicht wie das
funktionieren sollte.

Die Schleimstoffe an der Magenwand schützen den Magen vor der
agressiven Salzsäure - was ist daran so schwer zu verstehen?

Du hattest aber die Schleimstoffe als Bestandteil des Magensaftes aufgeführt, und das ist sogar richtig. Ich stelle hier nur deren Bedeutung im Rahmen der von dir postulierten vielfältigen Wirkungen des Magensaftes in Frage.

Den wirklichen Schutz stellt die Schleimhaut des Magens mit ihrer ::ausgeprägten Schleimschicht dar. Aber das wäre mit deiner Aussage ::auch abgedeckt, wobei ich glaube du hast es nicht so gemeint.

Auch das ist, verzeihung, ein dümmliche Haarspalterei - halte
dich doch bitte an das was da steht und nicht was du
vielleicht glaubst, was man sonst vielleicht, eventuell
gemeint haben könnte: wenn die Magenwand vor der Salzsäure
mittels Schleimstoffen geschützt wird, dann liegen die
natürlich auf der Magenwand (und nicht irgendwo im Darm) und
bilden dort eine Schleimschicht.

Deine persönlichen Angriffe will ich nicht weiter kommentieren. Sie qualifizieren sich selbst.
Wenn du aber etwas zum Magensaft aussagst, dann darf ich wohl annehmen, dass du damit nicht die Magenwand beschreibst. Nun „spezifizierst“ du das dahingehend, dass die Schleimstoffe selbstverständlich auf der Magenwand sind. Das ist dann in diesem Zusammenhang (Magensaft) nicht ganz richtig, denn es werden tatsächlich Muzine unter Anderem bei der Sekretion des Intrinsic-Factors in den Magensaft abgegeben.
Ich habe mich genau an das gehalten was du geschrieben hast. Du hast hier über den Magensaft und seine Bedeutung referiert nicht über die anatomischen Bestandteile. Nun versuchst du deine eigenen Aussagen nachträglich umzudeuten.

Gruß
Werner

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