Hallo Cantate,
Keineswegs - denn ich wollte mal klarstellen, was hier in
w-w-w immer herumgeistert und bislang nicht richtig gestellt
wurde. Die falsche Annahme, die Salzsäure im Magen sei die
einzige Substanz und zestöre bzw. verwandele dann alles was
dort ankommt allein, wobei alle weiteren Prozesse schlicht
ignoriert werden.
Das wäre auch eine unzulässige Vereinfachung.
Da stimme ich dir zu.
In deinem Bemühen behauptest du aber eben auch Dinge die nicht stimmen.
Tatsächlich geschehen im Magen sehr verschiedene Prozesse,
aber nicht weil eine Vielzahl von aktiven Stoffen hier vom
Magen gezielt eingesezt würden, sondern weil die verschiedenen
Inhaltsstoffe der Nahrung mit dem magensaft jeweils
unterschiedlich reagieren.
Es geschehen auf Grund des Inhalts des Magensaftes ganz
bestimmte Prozesse und chemische Reaktionen, je nach dem was
da ankommt und das habe ich gemeint. Ich habe auch angemerkt -
ironisch, daß der Magen eher wissenschaftlich (aus Sicht des
Magens) usw. verarbeitet…
Und ich hatte geschrieben, der Magensaft ENTHÄLT (nicht der
Magen produziert - was du hinein interpretierst):
Das ist mir nun vollkommen unverständlich. Was soll der Magensaft denn enthalten, was der Magen nicht produziert?
Wenn du damit die zu Verdauuenden Nahrungsmittel mit dem Mundspeichel meinst, dann ist das zum einen richtig, zum anderen völlig irreführend, denn dass ist kein Bestandteil des Magensaftes oder eine Leistung des Magens sondern sein „Gegenstand“, also nicht das was er macht, sondern woran er was macht. Zum Anderen wird hier bestimmt niemand davon ausgegangen sein, dass sich der Magen mit sich selbst beschäftigt. Dass ein unterschiedliches Substrat jeweils unterschiedlich reagiert, ist auch kaum erwähnenswert. Das wäre auch so, wenn der Magensaft tatsächlich nichts als Salzsäure enthielte und stünde dieser falschen Ansicht also in keiner Weise entgegen.
Es ist richtig, dass der Magensaft mehr als nur Salzsäure ist,
aber so fürchterlich viele andere aktive Substanzen werden da
nicht abgegeben. Die drei Pepsine etwa unterscheiden sich in ihren
Eigenschaften kaum und machen alle das gleiche, Eiweiß grob
aufspalten.
Da sie sich unterscheiden, wenn auch nur geringfügig,
beeinflussen sie den Verdauungsvorgang auch auf chemisch
unterschiedliche Art und Weise.
Ja, sehr geringfügig und da das Mischungsverhältnis der Pepsine nicht vom Substrat beeinflusst wird, kann man dies dann auch kaum als „wissenschaftlichen“ Einsatz auffassen.
Wären diese Unterschiede nicht wichtig,
würde der Körper sich gar nicht dazu hergeben,
drei verschiedene herzustellen.
Über die Absichten des Körpers kann man alle möglichen Vermutungen anstellen. Fakt bleibt, dass die Eigenschaften der Pepsine sich nur wenig unterscheiden und dass sie bei unterschiedlicher Nahrungszusammensetzung nicht in veränderter Zusammensetzung freigesetzt werden, der Magen hier also nicht in irgend einer Weise wissenschaftlich Verdauungsprozesse steuert, sondern eher mit der Schrotflinte.
Der Körper stellt zwar vielfach
sicherheitshalber mehr zur Verfügung als tatsächlich gebraucht
wird (2 Nieren, 2 Augen, Atmung über Mund und Nase z.B.) aber
er neigt nicht dazu seine Ressourcen zu verschwenden…
Der Vergleich mit doppelt vorhandenen Organen hilft hier wohl kaum weiter. Bei Hormonen und Enzymen ist es überhaupt nicht ungewöhnlich, dass es geringfügig verschiedene Moleküle gibt, ohne dass dabei eine regulatorische Notwendigkeit erkennbar ist. Aber Selbst wenn wir das hier mal annähmen und ich habe ja nicht in Abrede gestellt, dass es diese Unterschiede gibt, dann hast du mit der Fomulierung:
… Proteinspaltende Enzyme (z.B. Pepsin u.a.) …
den Eindruck erweckt, dort würden eine Vielzahl verschiedenartiger Prozese ablaufen. Einige verschiedene Arten laufen da auch wirklich ab. So finden wir dort etwa auch Katepsine - ein ganz bisschen - die Eiweiße noch ein wenig anders spalten als die Pepsine. Sie einfach nebeneinander zu stellen, obwohl ihre Bedeutung für das Verdauungsgeschehen ganz anders zu beurteilen ist, klärt aber nicht wirklich auf. Wenn es dir um eine Differenzierung einer falschen Vereinfachung ging, dann solltest du das nicht durch eine andere Vereinfachung versuchen. Tatsächlich laufen im Magen mehr Verdauungsporzesse ab, als die durch Salszäure und Pepsine verursachten. Danke für den Hinweis.
Allerdings fallen sie in ihrer Bedeutung durch ihren zum Teil sehr geringen Umfang deutlich ab. Das darf man dann auch dazu sagen.
Die Mineralsalze haben hier im Magen eine andere Funktion als im
übrigen Körper, insofern sind sie wichtig, denn sie reagieren
unterschiedlich mit den unterschiedlichen Lebensmitteln. Das
ist weit komplexer als du anzunehmen scheinst.
Das stimmt sicher. Ein Teil dieser Mineralien nimmt z. B. an den durch die Salzsäure ausgelösten Oxidationsprozessen Teil. Das können wir dann vielleicht unter der Behandlung dieses Aspektes, der deiner Meinung nach ja überbetont wird, subsummieren. Könntest du diese komplexen, gewissermaßen wissenschaftlich zielgerichteten, Wirkungen der Mineralsalze des Magensaftes im Rahmen der Verdauung darüber hinaus an einem Beispiel aufzeigen?
Der Intrinsicfactor ist sicher wichtig, aber für die Vorgänge
im Magen ist er irrelevant, er bewirkt dort nichts.
Doch - er bewirkt sogar sehr Wichtiges!, denn er reagiert mit
dem Cobalamin (das woanders oder aus der Nahrung her kommt)
Stimmt. Ich bitte um Entschuldigung.
und beide zusammen reagieren wiederum mit dem Intrinsic
Faktor.
Cobalamin reagiert mit Intrinsic-Factor und das zusammen dann wieder mit Intrinsic-Factor?
Könntest du mir das nochmal erklären?.
Der Extrinsicfactor stammt gar nicht aus unserem Körper geschweige
denn aus dem Magen.
Das habe ich auch nicht behauptet …
Er steht in deiner Aufzählung der Magensaftbestandteile.
Zusätzlich enthält der Magensaft - hier ein Auszug - noch folgendes:
… Gastrin, Intrinsic Faktor …, Extrinsic Faktor …
Für mich war nicht erkennbar, dass du diesen in der Aufzählung nicht dazu zählst. In diesem Zusammenhang finde ich auch deine Aussage
die Faktoren sind Gegenspieler von Pepsin,
d.h. sie halten das Gleichgewicht zwischen
Pepsinen und Faktoren aufrecht.
verwirrend. Die Faktoren halten das Gleichgewicht von sich selbst mit ihrem Gegenspieler aufrecht?
Auch das Gastrin führst du hier fälschlich als Bestandteil des
Magensaftes auf. Es mag in Spuren in den Saft übertreten, aber
Gastrin ist ein Hormon und wird über den Blutweg verbreitet
nicht über den Magensaft.
Das ist nun wirklich zu viel des Guten -
Gastrin ist Bestandteil des Magensaftes.
Du hast doch anscheinend einen Pschyrembel.
Dort kannst du unter Gastrin finden:
" Gewebshormon , das die Salzsäuresekretion des Magens
reguliert, wird … bei Vagusreiz (usw.) …
an das Blut abgegeben …"
Soweit der Pschyrembel
Ich habe nicht behauptet, daß es dort gebildet wird.
Das hättest du nun aber ruhig machen können, denn Gastrin wird zwar nicht ausschließlich, aber doch auch in der Magenschleimhaut gebildet, nur dann eben nicht nach außen mit dem Magensaft sezerniert, sondern ans Blut abgegeben.
Hier berichtigst du etwas was gar nicht
dasteht - offenbar eine Spezialität von dir!
Ach? Du weist mich darauf hin du hättest nicht behauptet Gastrin würde dort gebildet.
Wo habe ich denn dir so etwas überhaupt unterstellt?
Ich darf deinen Vorwurf also 1:1 an dich zurückgeben. Du solltest mich nicht wegen Aussagen zurechtweisen, die ich nicht gemacht haben.
Gäbe es im Magen nur Salzsäure, dann wäre der bald
durchlöchert und zerfressen wie ein Sieb …
Tatsächlich kenne ich die Angabe, die Schleimstoffe des
Magensaftes würden den Magen vor Selbstverdauung schützen,
auch aus manchen Büchern, allerdings wüsste ich nicht wie das
funktionieren sollte.
Die Schleimstoffe an der Magenwand schützen den Magen vor der
agressiven Salzsäure - was ist daran so schwer zu verstehen?
Du hattest aber die Schleimstoffe als Bestandteil des Magensaftes aufgeführt, und das ist sogar richtig. Ich stelle hier nur deren Bedeutung im Rahmen der von dir postulierten vielfältigen Wirkungen des Magensaftes in Frage.
Den wirklichen Schutz stellt die Schleimhaut des Magens mit ihrer ::ausgeprägten Schleimschicht dar. Aber das wäre mit deiner Aussage ::auch abgedeckt, wobei ich glaube du hast es nicht so gemeint.
Auch das ist, verzeihung, ein dümmliche Haarspalterei - halte
dich doch bitte an das was da steht und nicht was du
vielleicht glaubst, was man sonst vielleicht, eventuell
gemeint haben könnte: wenn die Magenwand vor der Salzsäure
mittels Schleimstoffen geschützt wird, dann liegen die
natürlich auf der Magenwand (und nicht irgendwo im Darm) und
bilden dort eine Schleimschicht.
Deine persönlichen Angriffe will ich nicht weiter kommentieren. Sie qualifizieren sich selbst.
Wenn du aber etwas zum Magensaft aussagst, dann darf ich wohl annehmen, dass du damit nicht die Magenwand beschreibst. Nun „spezifizierst“ du das dahingehend, dass die Schleimstoffe selbstverständlich auf der Magenwand sind. Das ist dann in diesem Zusammenhang (Magensaft) nicht ganz richtig, denn es werden tatsächlich Muzine unter Anderem bei der Sekretion des Intrinsic-Factors in den Magensaft abgegeben.
Ich habe mich genau an das gehalten was du geschrieben hast. Du hast hier über den Magensaft und seine Bedeutung referiert nicht über die anatomischen Bestandteile. Nun versuchst du deine eigenen Aussagen nachträglich umzudeuten.
Gruß
Werner