Guten Tag,
mein Stiefvater hatte vor 6 Wochen eine Bypass-OP, der ein starkes Durchgangssyndrom folgte. Nach ca. 10 Tage vergingen zwar die Ängste und Träume, doch jetzt 6 Wochen später ist er immer noch zertreut, denkt oft, er hätte schon etwas mit uns besprochen und ist dann ungehalten, weil wir davon noch nichts wissen. Mein Stiefvater ist 62 Jahre alt.
Weiß jemand, wie lange das andauern kann und ob es überhaupt wieder völlig vergeht?
Hallo Michaela,
ein Durchgangssyndrom hinterläßt selten bleibende Schäden. Man muss differenzieren: Ist/war Dein Stiefvater alkoholkrank, nikotinabhängig? Dann kann er im Rahmen des (druch OP erzwungenen) Entzugs Schäden im Gehirn genommen haben.
Viel wahrscheinlicher und häufiger ist aber, dass eine Herz-Lungen-Mschine zum Einsatz kam. Dies führt relativ häufig zu neurologischen Schäden bis hin zu Schlaganfällen. Heutzutage werden aber auch immer mehr OPs ohne diese Maschinen durchgeführt, trotzdem wird am Herzen operiert und dieses immer mal stark geschwächt, was zu Minderdurchblutung im Gehirn führen kann.
Zusammenfassend muss man sagen, dass die OP an sich vermutlich als Komplikation einen neurologischen Schaden hinterlassen hat (Störung des Langzeitgedächtnisses). Die sind nach sechs Wochen kaum zu bessern. Andere Ursachen sollten aber ausgeschlossen werden: Sucht? Mangelernährung? Medinebenwirkung?
Gruß,
Manticor