MS und Gürtelrose

Hallo, eine Patientin hat mich heute etwas gefragt, was ich nicht beantworten konnte (ich bin Ergoth., und dies ist auch nicht direkt mein Fachbereich bzw. habe ich davon keine Ahnung).

  • ihr Mann hat MS
  • und Gürtelrose
  • die Nervenendungen sind entzündet (?) und die Schulter ist dick und schmerzt so sehr, dass er nicht schlafen kann (seit 2 Woche- hoher Leidensdruck)
  • er hat ein Lipom an der Schulter, das nicht operiert werden kann, da er seit lagem Cortison nimmt
  • der Orthopäde möchte nichts gegen das Lipom tun (operieren)
  • andere bisher aufgesuchte Ärzte fühlen sich nicht wirklich zuständig

Vielleicht kann jemand etwas dazu sagen
Danke.
Anwärter

  • ihr Mann hat MS
  • und Gürtelrose
  • die Nervenendungen sind entzündet (?) und die Schulter ist
    dick und schmerzt so sehr, dass er nicht schlafen kann (seit 2
    Woche- hoher Leidensdruck)
  • er hat ein Lipom an der Schulter, das nicht operiert werden
    kann, da er seit lagem Cortison nimmt
  • der Orthopäde möchte nichts gegen das Lipom tun (operieren)
  • andere bisher aufgesuchte Ärzte fühlen sich nicht wirklich
    zuständig

Zunächst: Die Schmerzen bei einer Gürtelrose können gemein sein
Das Virus sitzt im Rückdenmark (das Windpocken-Virus) und man kann nichts dagegen tun. Die Behandlung ist rein symptomatisch und sehr unbefriedigend.

Ein Zusammenhang mit dem Cortison mag bestehen (verminderte Immunabwehr), es hängt von nder Menge des Cortisons ab.

Das Lipom ist in diesen Zusammenhängen gleichgültig.

Hi
Danke für die kruze Info zur Gürtelrose. Ich frage mich, ob die beschwerden nur auf diese zurückzuführen sind, oder ob ein Zusammenhang zwischen der Multiplen Sklerose und der Gürtelrose besteht, die motorischen und sensorischen Nerven betreffend. Daher meine Frage im Medizinbrett.

Etwas lindernd wirken Nackenmassagen. Es muss doch einen Weg geben, dem Mann das Schlafen zu ermöglichen. Therapie wurde nicht verschrieben (keine MS-Schübe seit Jahren.)

Gruß A.

Hi,

allem voran: ich bin kein Arzt, ich habe nur selber MS und hatte vor einem Jahr Gürtelrose, allerdings „nur“ juckend und nciht schmerzend.

Bei MS sind Differentialdiagnosen immer schwer, ich bin daran gewöhnt, viel selber machen zu müssen. Erste Frage, die sich mir stellt: Wenn er seit Jahren keine Schübe hat, warum bekommt er dann (anscheinend regelmäßig) Kortison? Das hilft einem MS-Kranken ja nur bei akuten Entzündungen (= Schub). Außer, er hat den progredienten Verlauf, da hat er natürlich keine Schübe, es wird einfach kontinuierlich schlechter, was ein Grund für Kortisonstoßtherapie wäre.

zu den Schmerzen: Wenn er eine akute Gürtelrose hat, dann kommen die Schmerzen wahrscheinlich daher. Man kann allerdings die MS als Ursahce so nicht ausschließen. Wird die Gürtelrose behandelt? Antivirale Mittel, eine Woche lang, dann müßte der H. zoster für dieses Mal ruhiggestellt sein. Das verschreibt der Hausarzt. Wenn die antiviralen Mittel anschlagen, ist die MS als Ursache für die Schmerzen ausgeschlossen.
Wenn die antiviralen Mittel nicht wirken, kann es die MS sein. Dann müßte das Kortison helfen.
Allerdings können sowohl der Schmerz, der durch die Gürtelrose verursacht wird, als auch der MS-bedingte schmerz chronisch werden. Im letzteren Fall geschieht das dann, wenn die Nerven schon wirklich blank liegen. Dann helfen nur noch schmerzmittel, bei MS wie bei Gürtelrose. Allerdings wäre es bei der MS so, dass das dann nicht das erste Mal wäre, dass der Mann Schmerzen hat.

Soweit das, was ich als Laie dazu sagen kann.

die Franzi
Oder sind die Schmerzen schon chronisch? Dann helfen nur Schmerzmittel, Physiotherapie etc.

die Franzi

Hallo Franzi,

vielen Dank für Deinen Beitrag.
Vielleicht liegt es an Diesem „Ding“, mir fällt gerade der Name nicht ein, von dem ich schrieb (jetzt: Lipom) auf der Schulter in Verbindung mit der Gürtelrose und evtl. mit der MS.

Meine Physiochefin hat die Frau an mich weitergeleitet, da sie selbst keine Idee hatte (mir wird gerade wieder klar, dass meine Chefin keine Ahnung von Ergotherapie hat). Wenn, dann wäre von unserer Seite aus Physiotherapie angebracht. Oje-

Mal sehen, ob ich der Frau nochmal begegne, dann werde ich sie auf die Medikation ansprechen. Die Nerven des Mannes liegen tatsächlich blank, aber ansonsten habe ich nur wenige Informationen.

Danke für Deine Meinung, ich würde es schon als „fachmännische“ bezeichnen, der Patient ist ja stets der beste Fachmann des Lebens mit seiner Krankheit, wir als Therapeuten eher Fachleute für Rehabilitation und Ärzte Fachleute für die „durchschnittliche“ Behandlung der KH.

Grüße,
Anwärter