Wirksamkeit von Impfstoffen

Wann gilt ein Impfstoff als wirksam genug, um auf den Markt zu kommen?
Ich meine das ganz banal: nimmt man eine Schale mit Erregern, kippt das Impfserum dazu, und wenn die Erreger - unter dem Mikroskop sichtbar - davonrennen oder absterben, ist die Wirksamkeit bewiesen?
Oder impft man Freiwillige und infiziert sie danach mit dem Erreger?
Oder wie macht man das überhaupt?

Falsch verstanden, Teilantwort

Ich meine das ganz banal: nimmt man eine Schale mit Erregern,
kippt das Impfserum dazu, und wenn die Erreger - unter dem
Mikroskop sichtbar - davonrennen oder absterben, ist die
Wirksamkeit bewiesen?

So wirkt Antibiotika, aber Impfungen sollen nur das körpereigene Immunsystem trainieren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Impfung
http://de.wikipedia.org/wiki/Impfstoff

Gruß

Stefan

Impfstoffe enthalten entweder die abgetöteten Krankheitserreger (z.B. Viren) oder Teile davon oder die „abgeschwächten“ lebenden Krankheitserreger. Unter abgeschwächt versteht man Krankheitserreger, die durch eine Vorbehandlung durch den Impfstoffhersteller im Körper zwar noch vermehrungsfähig sind, aber weder Krankheitssymptome erzeugen können noch ansteckend wirken können.
Das Ziel der Impfung ist, dass der Körper die eingeimpften abgetöteten oder abgeschwächten Erreger als Krankheitserreger erkennt und bekämpft, indem er eine Immunantwort dagegen erzeugt. Die dabei erzeugten Antikörper bleiben über längere Zeit im Blut und wirken dann auch gegen eventuell eindringende „echte“ Krankheitserreger.
Udo Becker

Hallo,

Erg#nzung zu Udos Beschreibung -

Wann gilt ein Impfstoff als wirksam genug, um auf den Markt zu
kommen?

Der Impfstoff wird an freiwilligen, gesunden Testpersonen ausprobiert. Nach der Impfung bilden sich gegen den injizierten Erreger bzw. Teile davon gesonderte Antikörper im Serum (Serokonversion). Dabei unterscheidet man eine frühe bzw. schnelle (IgM) und spätere bzw. langsamere (IgG) Immunantwort.
Diese Immunglobuline bzw. Antikörper werden dann gemessen.

Zum Beispiel wurde bei dem Schweinegrippen-Impfstoff von Novartis FOCETRIA mit 7,5 Antigen mit dem Wirkstoffverstärker MF59 nach drei Wochen eine Serokonversion bei 76% erreicht und nach einer anderen Studie mit 15 Antigen ohne Verstärker nach drei Wochen eine Serokonversion bei 97%. Damit zeigte sich, das der Impfstoff ohne Verstärker eine höhere Immunität bewirkt. (Aus Arzneimittel-Telegramm vom 25.9.09)

Gruß,
Cantate

Hi!

Zum Beispiel wurde bei dem Schweinegrippen-Impfstoff von
Novartis FOCETRIA mit 7,5 Antigen mit dem Wirkstoffverstärker
MF59 nach drei Wochen eine Serokonversion bei 76% erreicht und
nach einer anderen Studie mit 15 Antigen ohne Verstärker nach
drei Wochen eine Serokonversion bei 97%. Damit zeigte sich,
das der Impfstoff ohne Verstärker eine höhere Immunität
bewirkt. (Aus Arzneimittel-Telegramm vom 25.9.09)

Äh ja, aber…
Man lese die Aussage mal etwas genauer - oder ich formuliers mal bisserl um zum Verständnis:
Impfstoff A mit 7,5 µg Antigen und Wirkstoffverstärker erreichte eine Serokonversion von 76%.
Impfstoff B mit 15 µg Antigen erreichte eine Serokonversion vo 97%.

Beide Ergebnisse stammen wohlgemerkt aus zwei verschiedenen Studien.
In meinen Augen ist daher die o.g. Schlußfolgerung nicht richtig, der Umkehrschluß wäre es aber auch nicht. Die zwei Studienergebnisse sind schlicht nicht vergleichbar - vor allem, wenn man nicht den Prozentsatz der Wirkverstärkung kennt.

Gruß,
Sharon

Hallo!

Zum Beispiel wurde bei dem Schweinegrippen-Impfstoff von
Novartis FOCETRIA mit 7,5 Antigen mit dem Wirkstoffverstärker
MF59 nach drei Wochen eine Serokonversion bei 76% erreicht und
nach einer anderen Studie mit 15 Antigen ohne Verstärker nach
drei Wochen eine Serokonversion bei 97%. Damit zeigte sich,
das der Impfstoff ohne Verstärker eine höhere Immunität
bewirkt. (Aus Arzneimittel-Telegramm vom 25.9.09)

Äh ja, aber…
Man lese die Aussage mal etwas genauer - oder ich formuliers
mal bisserl um zum Verständnis:
Impfstoff A mit 7,5 µg Antigen und
Wirkstoffverstärker erreichte eine Serokonversion von 76%.
Impfstoff B mit 15 µg Antigen erreichte eine
Serokonversion vo 97%.

Beide Ergebnisse stammen wohlgemerkt aus zwei verschiedenen
Studien.

Stimmt, doch bei diesem Vergleich geht es um etwas völlig anderes, nämlich Wirksamkeit mit oder ohne Adjuvans bei ein und demselben Impfstoff Focetria. Dieser Vergleich zeigt, daß ein Impfstoff ohne Adjuvans wirksamer ist als jener mit. Die anderen Schweinegrippenimpfstoffe enthalten noch weit geringere Mengen des Antigens - etwa 3,75 - der Wirkverstärker soll die Wirkung aber so erhöhen, daß weniger Antigen zu gleich hoher Serokonversion führen soll. Dieser Vergleich zeigt, daß das Adjuvans diesen Ausgleich nicht herbeiführen kann, wie allseits behauptet wird.

In meinen Augen ist daher die o.g. Schlußfolgerung nicht
richtig, der Umkehrschluß wäre es aber auch nicht. Die zwei
Studienergebnisse sind schlicht nicht vergleichbar - vor
allem, wenn man nicht den Prozentsatz der Wirkverstärkung
kennt.

Da Novartis behauptet, daß Focetria mit Adjuvans ebenso bzw. sogar wirksamer ist als ohne Adjuvans, braucht man den Prozentsatz der Wirkverstärkung nicht zu kennen, um zu erkennen, daß die Aussage von Novartis FALSCH ist.

Hier noch eine weitere interessante Darstellung:
http://www.goldseiten.de/modules/news/print.php?stor…

Gruß,
Cantate

Hi!

Hmmm, nee, ich glaube, du hast nicht ganz verstanden, was ich sagen wollte :wink:

Studien zu „lesen“ ist nämlich nicht so ganz einfach. Da vertun sich sogar Fachleute leicht und Laien somit erst recht. Eine Studie kann sehr schnell ziemlich wertlos sein, wenn man nicht nur auf die Ergebnisse schaut, sondern auch auf die Methodik und den Studienaufbau.

Ein vergleichbares Ergebnis ließe sich hier z.b. so erhalten, wenn man 7,5 µg Antigen mit und ohne Wirkverstärker vergleichen würde. Wichtig ist auch: innerhalb derselben Studie! Denn wir wissen nicht, wie die Zahlen zu stande kamen: waren es die gleiche Anzahl der Probanden? Waren es Probanden gleichen Alters, Geschlechts, Gewichts, Vorerkrankungen etc. Und mit welcher Methode wurde die Serokonversion getestet - auch hier kann es bei Messungen deutliche Abweichungen geben, je nach Methode!

Das Ergebnis deiner vorgetragenen Studie mag ja theoretisch stimmen, jedoch ist gerade diese Studie bzw. diese zwei als Beweis nicht geeignet.
Die zwei Studien sind einfach zu unterschiedlich. Sie zu vergleichen, ist, als ob man Äpfel mit Birnen vergleicht :wink:

Gruß,
Sharon

Hallo,

Studien zu „lesen“ ist nämlich nicht so ganz einfach. Da
vertun sich sogar Fachleute leicht und Laien somit erst recht.
Eine Studie kann sehr schnell ziemlich wertlos sein, wenn man
nicht nur auf die Ergebnisse schaut, sondern auch auf die
Methodik und den Studienaufbau.

Da gebe ich dir uneingeschränkt Recht!

Ein vergleichbares Ergebnis ließe sich hier z.b. so erhalten,
wenn man 7,5 µg Antigen mit und ohne Wirkverstärker
vergleichen würde. Wichtig ist auch: innerhalb derselben
Studie! Denn wir wissen nicht, wie die Zahlen zu stande kamen:
waren es die gleiche Anzahl der Probanden? Waren es Probanden
gleichen Alters, Geschlechts, Gewichts, Vorerkrankungen etc.
Und mit welcher Methode wurde die Serokonversion getestet -
auch hier kann es bei Messungen deutliche Abweichungen geben,
je nach Methode!

Und hier ebenfalls!

Das Ergebnis deiner vorgetragenen Studie mag ja theoretisch
stimmen, jedoch ist gerade diese Studie bzw. diese zwei als
Beweis nicht geeignet.
Die zwei Studien sind einfach zu unterschiedlich. Sie zu
vergleichen, ist, als ob man Äpfel mit Birnen vergleicht :wink:

Leider ist das aber der einzige überhaupt bisher verfügbare Vergleich und zumindest liefert dieser einen Anhaltspunkt. Studien zur Wirkung und Nebenwirkungen von Impfstoffen, die einen genauen Vergleich von mit oder ohne Adjuvantien zulassen, liegen öffentlich bislang noch nicht vor.

Schau dir mal folgende Seite an, sie enthält zahlreiche Links zu dieser gesamten Diskussion, der Problematik von Nanopartikeln in Impfstoffen, frühere Erfahrungen, Diskussionen bei Ärzten, Instituten, Regierung usw. usf.:
http://www.hiv-ist-tot.de/sbo/viewtopic.php?f=11&t=54

Auf diesen Seiten der WHO findest du derzeit laufende und in Planung befindliche Studien, welche Adjuvans, Firmen, wer die Studien finanziert usw.:

http://clinicaltrials.gov/ct2/results?flds=Xs&flds=a…

UND

http://clinicaltrials.gov/ct2/results?term=H1N1&pg=2…

Gruß,
Cantate

Hallo,

noch eine Ergänzung - siehe hier:

http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Schwei…

Zitat:
"Notfalls muss man eben improvisieren: Bei dem bereits gekauften Impfstoff Pandemrix wird das milchig-weiße Adjuvans erst kurz vor der Injektion vom Arzt zugemischt. Prinzipiell könnte er den Wirkungsverstärker auch weglassen und dafür die vierfache (bei Kindern zweifache) Dosis verabreichen. Das einzige, was hierfür fehlt ist eine formale Genehmigung.

Der Autor ist Institutsdirektor und Professor für Medizinische Mikrobiologie in Halle." Zit. Ende

Wer also kein Adjuvans riskieren möchte, für den bietet sich hier eine Lösung, ebenfalls für Schwangere und Kinder, solange bei uns das adjuvansfreie Celvapan von der Firma Baxter nicht erhältlich ist.

Gruß,
Cantate